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| [Baubericht] Toblin's Formicarium 2006 Hier kann diskutiert werden: Diskussion zu "Toblin 's Formicarium '06" Endlich kann ich mich mal aufraffen und ein paar Bilder von meinem großen Winterprojekt zusammenzustellen. Nachdem mein Formicarium 2005 ja leider frühzeitig dem Schimmel zum Opfer gefallen ist, habe ich begonnen mir Gedanken um das nächste Becken zu machen. Da ich mindestens genau so gerne Formicarien plane und baue wie ich Ameisen beobachte, wollte ich mich mal richtig austoben. Ziel war es, ein innovatives Becken zu entwickeln, verschiedene Materialien & Techniken ausprobieren, alles in die Tonne zu hauen, wieder von vorn anzufangen und es besser zu machen! Das Nest Nach ca. 3 Monaten intensiver Planungsphase und einigen Prototypen hatte sich das Konzept von einem (innenbeleuchteten) Gipsnest in Modulbauweise durchgesetzt. *Bild ist leider verloren* In jedes der ca. 8 x 8 x3 cm großen Module wird mittig ein 3,5 cm großes Loch gebohrt (im Bild leider nicht zu sehen), in das ein passend geschnittenes Schwammstück gesteckt wird. Die Bewässerung erfolgt von oben, das Wasser sickert durch. Der Überschuss wird in einem kleinen, kiesgefüllten Becken unterhalb der Module aufgefangen. Die Feuchtigkeit im Nest lässt sich durch Isolation einzelner Module (z.B. mit einer dünnen Silikonschicht im Bewässerungsschacht) beeinflussen. Stellt man die Module nebeneinander entstehen mehrere Bewässerungsschächte, mit denen sich ein Feuchtigkeitsgefälle oder trockene Nestbereiche realisieren lassen. Die Vorteile: Ich habe einen Masterrohling fräsen lassen, den ich dann zur Herstellung einer Gießform herangezogen habe.. Von der Herstellung der Gießform mal ganz abgesehen... die Module sind viel aufwendiger zu fertigen als erwartet! Jedes Modul nimmt mehrere Stunden in Anspruch und erfordert eine spezielle Giestechnik, damit keine Blasen, Kanten oder Hohlräume wie auf dem Bild entstehen. Ich habe die geplante Innenbeleuchtung vorerst aus technischen Gründen gestrichen! Das wäre einfach zu viel des Guten gewesen... ersten Gießversuche... Die Arena Die nächste größere Herausforderung war die Gestaltung der Arena. Da die Beobachtungsmöglichkeit am Nest durch die dauerhaft angebrachte rote Folie eingeschränkt ist, wollte ich mit der Arena einen kleinen Ausgleich schaffen. Durch die gezielte Platzierung vonHindernissen konnte ich die Hauptverkehrsstrasse der Ameisen ganz nah an die Frontscheibe legen, was ein Beobachtungen außerhalb vom Nest sehr einfach macht! Vorgesehen war ursprünglich eine Landschaft aus moosbewucherten Steinen, die jedoch im Winter nur schlecht verfügbar sind. Ich werde diesen Sommer auf jeden Fall die Augen aufhalten und mir vorsorglich die schönsten Steine am Platz sichern. Die alternative gebaute künstliche Wand aus Bauschaum und Modelliergips bietet dafür die Möglichkeiten der freien Gestaltung und sorgt auch noch für ordentlich Bastelspaß. Da ich nicht die ganze Bauphase dokumentiert habe zeige ich hier einfach mal ein paar ausgewählte Bilder. Leider ist die Arena hier nicht voll bepflanzt. Mittlerweile sind die echten Pflanzen raus, denn die Meisen leben natürlich lieber im Seramis als in dem Gipsnest..... hmmmpf.... Bis zur Fertigstellung der ersten realen Nestmodule sorgte ein Dummy für den nötigen Größenvergleich. ![]() Die Bewohner Nach viel tüfteln und fluchen waren dann irgendwann 4 zufriedenstellende Module fertig. Pünktlich zum Saisonbeginn wurde die ganze dann Arbeit belohnt. Eine Kolonie Myrmica sp. aus unserem Garten sorgt für Leben. Resümee Im Moment sieht es so aus.... leider sind die Pflanzen nur aus Plastik.... In den 9 Monaten Bauzeit habe ich sehr viel experimentiert. Es sind über 50 CAD-Modelle entstanden, ich habe 5 Felswände gebaut und über 20 Module gegossen, viele Sorten Gips getestet und letztendlich über auch über 10 kg davon verbraucht. Sogar der richtige Schwamm für den Bewässerungsschacht wurde nach ausgiebigen Tests sorgsam ausgewählt. Mit dem gesamten Materialaufwand hätte man sicherlich 4 oder 5 Formicarien bauen können. Trotzdem gab und gibt es immer noch Mängel und bin noch lange nicht zufrieden. Im nächsten Winter werd ich mich wohl wieder an die Arbeit begeben um die Erkenntnisse der letzten Monate zu verbauen. Dann aber mit mehr Natur...! Hier kann diskutiert werden: Diskussion zu "Toblin 's Formicarium '06" Geändert von Toblin (15.03.2008 um 11:01 Uhr). |
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#2
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| Bildernachschlag so, Bildernachschlag: ![]() Ameisenperspektive Die nackte unbemalte Gispswand noch ganz zu Beginn. Auch hier wieder im Bild: der lustige Pappdummy, um die Gesamtwirkung abschäzen zu können. Geändert von Toblin (17.06.2007 um 17:58 Uhr). |
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#3
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| Zwischenbilanz ![]() Wie man auf den beiden Bildern sehen kann, wurden in den letzen Monaten umfangreiche Baumaßnahmen vorgenommen und die Kolonie hat sich teilweise in das innere des Nestes zurückgezogen. Das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt! Scheinbar bereitet es den Arbeitern keine großen Probleme sich durch den Gips zu fressen! Vielleicht hätte ich der Gipsmasse Kevlarfasern zusetzen sollen? ![]() Der Aushub wurde fast im ganzen Becken verteilt. Das meiste liegt natürlich im Nestbereich. Interessanterweise wurden die Gipskrümel auch gezielt genutzt um Unebenheiten auf dem Hauptweg auszugleichen. Strassenbau in klein...8o ![]() Ansicht von oben. Die Ameisen haben einen weiteren Eingang zwischen Schwamm und Gips angelegt. Alles in allem bin ich aber doch ganz zufrieden. Das Nest lässt sich gut feucht halten und mit Schimmel gibt es bisher auch noch keine Probleme! Diskussion zu "Toblin 's Formicarium '06" Geändert von Toblin (17.06.2007 um 18:05 Uhr). |
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#4
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| So, da die Meisen ja schon seit ein paar Wochen in ihrem Winterytong verharren, ist es an der Zeit auch mal kritisch auf mein Projekt zurückzublicken. Natürlich ist alles mal wieder ganz anders gelaufen als geplant. Die Ameisen haben das Nest zwar gut angenommen, aber wie schon oben erwähnt, ihre eigenen Baupläne geschmiedet. Von den vier eingesetzten Modulen wurde im Endeffekt nur eins genutzt, dafür aber richtig ! Verdammter weicher Gips...![]() Als großer Nachteil hat sich die Befeuchtungsmethode herausgestellt. Die Bewässerung des Schwammkerns von oben hat jedes mal ein wenig Stress ausgelöst. Klar, so ein ordentlicher Gruß ist schon was anderes als eine gleichmäßig, durchgezogene Feuchtigkeit wie in einem Ytongnest mit Wassertank. Auch die dauerhaft angebrachte Folie hat mir nicht so gut gefallen. Es fehlt einfach ein interessanter Teil der Ameisenhaltung, wenn man nicht ab und zu mal einen klaren Blick ins Innere erhaschen kann. Weiterhin hatte ich oft meine Zweifel ob ich zu viel oder zu wenig füttere, Vorräte oder Futterreste waren ja nicht zu erkennen oder nicht voneinander zu unterscheiden. Dennoch, ich habe in diesem Jahr sehr viel gelernt. Sowohl über Ameisen, als auch über den Formicarienbau. Ich bin froh, dass alles relativ gut geklappt hat und das "Experiment" nicht frühzeitig gescheitert ist. Im nächsten Jahr werde ich mich wohl nicht mehr ganz so weit aus dem Fenster lehnen, denn das Bekannte und Erprobte ist in der Regel besser, schneller & günstiger !Diskussion zu "Toblin 's Formicarium "06" Geändert von Toblin (17.06.2007 um 18:05 Uhr). |
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