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  #1  
Alt 21.03.2009, 08:55
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ToblinToblin ist offline   Sponsor Verdienter Halter 2011 1. Platz Fotowettbewerb 2012
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[Baubericht] Toblin's Formicarium 2009

Hallo Ameisianer!

Der Winter war lang. Lang genug um wieder mal ein neues Formikarium auf die Beine zu stellen. Meinem Stil bin ich dabei treu geblieben, doch leider konnte ich nicht alles Umsetzen was ich eigentlich geplant hatte. Es hätte sich schlichtweg nicht gelohnt. Ich werde nämlich in diesem Sommer umziehen und habe jetzt schon neue Pläne, wie ich meine Ameisen demnächst unterbringe möchte. Dieser Thread wird also noch vor der nächsten Winterruhe ein Update erfahren, wenn alles gut geht.

Trotzdem möchte ich euch den bisherigen Stand nicht vorenthalten. Ein Update vom Haltungsbericht und eine schöne neue Fotostrecke werden in den kommenden Tagen folgen! Sobald das Becken bewohnt ist! Im Diskussionsthread könnt ihr jetzt schon alles loswerden was euch unter den Nägeln brennt!

Geändert von Toblin (28.03.2009 um 15:13 Uhr).
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  #2  
Alt 21.03.2009, 08:59
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AW: [Baubericht] Toblin's Formikarium 09

Die Rückwand

Ameisen sind Querulanten, ich bin ein Bastler. Ameisen wohnen gerne in meiner Felswand, ich mach sie deshalb gern
wieder kaputt und baue fürs nächste Jahr eine neue. Wir leben sozusagen in Symbiose ! Und da wir dieses Spielchen
ja alle schon vom letztem Jahr kennen (
siehe Baubericht 08), spare ich mir eine detailierte Beschreibung und
erzähle euch nur von den Änderungen!



Als Unterkonstruktion für die Felswand dient mir in diesem Jahr kein Styrodur sondern ein selbst gebauter Winkel aus
Hartfaserplatte, Silikon und Metallwinkeln.





In diesen Winkel setze ich mit viel Gips meine Steine. Hohlräume vermeiden hat die oberster Priorität. Ansonsten mache
ich alles so wie in 2008. Wenn der Gips angezogen hat, lassen sich die Hartfaserplatten einfach ablösen. Im folgenden Bild
seht ihr schon die komplett fertige Felswand, bestehent aus etwa 6 dicken Steinen.




Übrig bleibt ein Brocken aus Gips und Steinen. Die Metallwinkel sitzen ziemlich fest. Ich habe nur einen au dem Gips lösen
können. Ist auch gut so, denn sie sorgen nun für zusätzliche Stabilität!






Mit dem Wegfall der dicken Styrodurplatten gewinne ich etwas Platz im Becken und verliere eine potentielle Fehlerquelle.
Ich hatte etwas sorge, dass die Ameisen vielleicht irgendwann unter das Styrodur ziehen, wie es in der letzten Saison bei
einem Halter aus dem Forum vorgekommen ist.

Geändert von Toblin (23.03.2009 um 13:48 Uhr). Grund: Link hinzu
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  #3  
Alt 21.03.2009, 09:06
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AW: [Baubericht] Toblin's Formikarium 09

Das Nest

Schon letztes Jahr habe ich für meine Camponotus ligniperdus ein Korknest verwendet. Das hatte allerdings eine
ziemlich technische Optik und sah sehr unnatürlich aus. Gefällt mir gar nicht mehr, bis auf den Werkstoff natürlich!
Und so wurde die Idee von einem Naturkorknest geboren.


Soweit ich weis hat es das in dieser Form noch nicht gegeben, also musste ich erst mal ein paar Versuche machen.
Ich habe mir ein Probestück Naturkork und eine einfache Glasscheibe besorgt. Wenn man die Scheibe auf das Korkstück
legt, ergeben die tiefen Furchen der Rinde ein sehr schönes Kammernsystem. Gefällt mir gut! Nur an den Seiten ist noch
alles offen. Macht aber nichts, ein Gipsrand ist schnell gezaubert und das Ergebnis überzeugt. Wenn der Gips vernünftig
hält, tut er aber nicht. Ein paar Anker und Armierungen werden das Problem lösen....


Jetzt wird es ernst. Wieder besorge ich mir ein Stück möglichst ebenen Naturkork. Das ist gar nicht so leicht, denn
Korkbäume sind meistens rund. Zum Glück lässt sich das letzte bisschen Rundheit auf einer Bandsäge beseitigen.
Hochkant sägen! Vielleicht geht es auch mit einer Brotschneidemaschine, oder so etwas. Hauptsache die Glasscheibe
hat ein paar vernünftige Auflagepunkte, die Kammern sind nicht zu hoch und Finger bleiben dran. Auch die Außenform
bekommt den letzten Feinschliff, so dass das Nest insgesamt nicht zu groß wird. Wenn der Kork fertig ist kann man ein
paar rostfreie Nägel als Gipsanker in die Seiten schlagen und das Glas ausschneiden. Rundherum etwas größer als der
Kork. Das sieht dann ungefähr so aus:





Für die folgenden Gipsarbeiten benötigt man einen feste und glatte Unterlage, von der sich der Gips gut lösen kann. Ich
nehme dafür immer eine große Glasplatte. Auf diese große Platte legt man die kleine Nestscheibe und darüber das Korkstück.
Und zwar mit der späteren Kammerseite nach unten. Jetzt kann man damit beginnen einen schönen Gipsrand dranzukitten.
Mit dem vom Lehmpulver gefärbten Gips muss man nicht sparen! Da meine große Unterlage ja aus Glas besteht, kann ich
zwischendurch von unten kontrollieren ob der Gips das Nest auch rundherum abschließt oder ob ich noch irgendwo
nachdrücken muss. Das geht sehr gut!





Wenn der Gips gut angezogen hat, aber noch feucht ist, schiebt man das Bauwerk von der Arbeitsplatte runter. Jetzt
kann man schon erahnen wie der Gipsrand später das Nest nach allen Seiten umfasst und gleichzeitig die Scheibe trägt.




Nachdem man die Scheibe vorsichtig entfernt hat kann man den überschüssigen Gips mit einem scharfen und stabilen
Messer wegschneiden. Dabei kann man versuchen ein wenig die Korkstruktur nachzuahmen. Ich habe auch darauf
geachtet, dass dort wo die Scheibe später wieder aufliegen wird, ausreichend „Belüftungskerben“ entstehen um Schimmel
vorzubeugen.





Ganz zum Schluss wird seitlich ein 6mm Eingangsloch in das Nest gebohrt und der Gips mit meinem Rezept für stark
verdünnter Abtönfarbe farblich angepasst. Dafür habe ich mir im Baumarkt die „Schöner Wohnen“ Abtönfarbe besorgt.
Die ist emissionsarm, lösemittelfrei und weichmacherfrei.






Fertig ist das Nest aus Naturkork! Ich bin selbst überrascht. Das ist mit Abstand das ansprechendste Nest was ich je hatte.
Jetzt muss es nur noch den Ameisen gefallen, und min. ein halbes Jahr durchhalten. Sonst habe ich schon wieder verloren
und muss ein weiteres Jahr mit meinen Camponauten in Symbiose leben....



...to be continued...

Geändert von NIPIAN (26.05.2012 um 08:31 Uhr). Grund: Rechtschreibung
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  #4  
Alt 16.05.2009, 19:11
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AW: [Baubericht] Toblin's Formikarium 09

Neue Wohnung, neue Visionen:

Ich träume schon seit vielen Jahren von einem großen Computertisch. Ein Tisch der genau so ist, wie ich ihn haben will .
So etwas gibt es natürlich nicht, also werde ich mir für die neue Wohnung endlich selbst einen bauen.



Das hätte ich gerne:

Ich hätte gerne viel Platz für Monitor, Boxen, Tastatur und Mauspad. Und weil ich gern nebenbei einen Film schaue,
soll mein Tisch auch ein kleines Kino beinhalten. Doch auch die Ameisen will unbedingt ich in meinem Blickfeld haben.
Das ist ja überhaupt erst der Grund warum ich diesen Beitrag hier schreibe .



So könnte es aussehen:



Monitor und Lautsprecher werden direkt an die Wand geschraubt. Links und rechts auf dem Tisch stehen meine
Formikarien, verbunden durch ein 60mmx1000mm Plexiglasrohr, welches unter dem Monitor verlegt wird. Über dem
Tisch wird ein schwenkbarer Beamer hängen, der entweder eine kleine Leinwand oberhalb des Monitors anstrahlt
oder eine etwas größere links vom Tisch. So habe ich vom Tisch und vom Bett aus (das steht rechts vom Tisch und
ist eigentlich eher als Riesencouch gedacht) immer eine Projektionsfläche im Blickfeld. Die Formikarien bekommen
jeweils einen Spotstrahler und eine rote Nachtbeleuchtung. Der Monitor wird blau hinterleuchtet sein.


Das klingt vielleicht alles etwas abgefahren, aber es gibt kein zurück mehr. Die Bauarbeiten sind schon ziemlich weit
fortgeschritten, und sobald ich vorzeigbare Bilder habe werden ich sie euch nicht vorenthalten!


Wie immer könnt Ihr im Diskussionsthread all eure Fragen und Kommentare loswerden.

Geändert von Toblin (16.05.2009 um 19:44 Uhr). Grund: Rechtschreibung
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  #5  
Alt 01.06.2009, 13:13
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AW: [Baubericht] Toblin's Formikarium 09





Ursprünglich wollte ich den Tisch aus Küchenplatte bauen, aber eine 0,8x2m Platte mit geschwungener Vorderkante
hätte mich (fertig gekauft) fast 700 Euro gekostet. Auf der Suche nach Alternativen bin ich über Leimholz aus Buche
gestolpert. Diese Echtholz-Platten bekommt man in fast beliebigen Abmessungen (ca. 100€/qm). Sicher auch nicht
ganz billig, aber dafür massiv und kein Pressspan mit Kunststofffurnier! Also eigentlich genau das was ich gesucht
habe. Zum Glück ist mein Onkel Tischler. Er hat mir netterweise seine Werkstatt und Maschinen zur Verfügung gestellt,
einige Handgriffe gezeigt und viele gut gute Tipps gegeben. Das hat sich richtig gelohnt! Nach wenigen Stunden hatte
ich meine Wunschform herausgearbeitet und die Holzplatte sorgfältig und ganz fein abgeschliffen. Für das perfekte
Oberflächenfinish wird ein hochwertiges Holzöl aufgetragen. Ich bin begeistert von dem Ergebnis. Klasse .
Und das
besondere an diesem Tisch: die Tischplatte kann jederzeit überarbeitet oder modifiziert werden. Braucht man z.B. ein
zusätzliche Kabeldurchführung bohrt man einfach ein Loch, schleift alles wieder glatt und trägt ein bisschen von dem
Holzöl auf die bearbeitete Stelle auf. Es gibt keine Übergänge, es muss nicht ewig trocken und vor allen Dingen bleibt
die Optik erhalten.


Mit der Röhre unter dem Monitor ist es etwas anders gelaufen als gedacht. Ursprünglich sollte sie in den Podesten,
auf den die Formikarien stehen, verschwinden. Dafür war sie dann aber doch ein Stück zu kurz. Ich denke das werde
ich nächste Saison perfektionieren.





Die Nachtbeleuchtung besteht aus 2 Leisten mit jeweils 8 roten LED für die Becken sowie 2 Leisten mit jeweils 8
blauen LED für die Beleuchtung der Röhre.





Die roten LED habe ich von innen in den Deckel geklebt. Dort sind sie von meiner Sitzposition aus nicht zu sehen
und die Becken leuchten scheinbar aus dem nichts





Fragen oder Kommentare könnt ihr im Diskussionsthread los werden.
Mehr Bilder gibt es im Thread Fotostrecken.



Geändert von Toblin (01.06.2009 um 13:26 Uhr).
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