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  #1  
Alt 09.03.2010, 11:17
Benutzerbild von cleghinki
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cleghinki befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
 
Registriert seit: 23.07.2009
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Gipsnest für Koloniegründung

Hallo zusammen,

hier mal mein Versuch, eine Gründungs-Umgebung für Lasisu niger zu bauen.
Möglicherweise sind Tipps für Euch dabei, die Ihr verwenden könnt.
Es ist recht klein, weil es nur für die erste Zeit sein soll.

Mein Material:
1. Glasbecken 20*10*10 (Schön durchsichtig)
2. Ne Tonne Gips (inkl. Reserven für Fehlversuche)
3. Knete (schön bunt für's Kinderseelchen)
4. Strohhalme (die poppigen Gelben)
5. Kaffeeumrührstöckchen einer Burgerkette (die ohne König)
6. Holzschächtelchen (keine Ahnung wo das auf einmal herkam)
7. LED's, Draht und Stromquelle (weiß und blau)
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Der Kaffee schmeckt besser, wenn die Latrinen flussabwärts stehen
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  #2  
Alt 09.03.2010, 11:46
Benutzerbild von cleghinki
Einsteiger
cleghinki befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
 
Registriert seit: 23.07.2009
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Alter: 48
AW: Gipsnest für Koloniegründung

Der Plan ist, ein Gipsnest in die Arena zu integrieren und über mehrere Ausgänge erstens eine ordentliche Belüftung zu haben und zweitens dem natürlichen Forscherdrang der Ameisen nachzukommen. Durch Öffnen und Verschließen der einzelnen Ausgänge müssen immer mal wieder neue Wege zum Futter gesucht werden, was ja in der Natur auch so ist, weil Duftspuren durch Regen, buddelnde Wölfe etc. verloren gehen.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Nestkammern mit Knete zu modelieren und diese mit Gängen aus Strohhalmen zu verbinden. Hinter jede potentielle Brutkammer stecke ich ebenfalls kurze Strohhalmstückchen um später eine Befeuchtung jeder einzelnen Nestkammer hinzubekommen.

Die Nestkammergröße variiert zwischen 10 und 20 mm in Breite und Tiefe hat aber immer eine Deckenhöhe von ca. 8mm. Ich habe mich für eine eckige Form entschieden, damit die Brut nicht herumkullern kann. Das hatte ich bei meinen ersten Versuchen falsch gemacht. Da meine Wurstfinger keine exakten rechten Winkel mit der Knete hinbekommen, ergeben sich leichte Mulden, was der Gyne aber das Zusammenhalten Ihres Eierkrempels sogar erleichtern sollte.

Abbildung:
Die Halme, die von der Scheibe weg zeigen, sind für die Befeuchtung, die liegenden Strohhalme an der Scheibe sind die Gänge. In der Standardbohrung des Beckens habe ich noch einen Halm platziert, der später als Kabelkanal für die Beleuchtung dient. Bei den Strohhalmen, die eigentlich auch aus Kunsstoff sind, habe ich die, mit der behindertengerechten Krabbelhilfe für Ameisen, ausgewählt, wenn Steigungen zu nehmen sind.
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  #3  
Alt 09.03.2010, 12:10
Benutzerbild von cleghinki
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cleghinki befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
 
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AW: Gipsnest für Koloniegründung

Vom Gießvorgang habe ich leider keine Bilder, weil der Vorgang relativ zügig und ordentlich gemacht werden musste. War halt keine Zeit für Pressearbeit.

Ich habe den Gips sehr dünn angerührt und das Gipspulver mit einem Sieb ins Wasser eingestreut, damit sich keine Klumpen bilden können. Das Becken habe ich leicht schräg gestellt, um eine Schräge an der schmalen Seite des Beckens gießen zu können. Bevor ich den Gips dann eingegossen habe, wurde der Knete-Rohbau nochmal mit Wasser besprüht. Das Wasser sollte dann ablaufen und im Bodenwinkel stehenbleiben. Die Scheibe ist dann auch angenässt. Dadurch bindet der Gips dann an den nassen Stellen (Scheibe und Winkel) schlechter und der lässt sich hinterher leichter aus dem Becken ziehen.

Ca. eine Stunde hat es bei mir gedauert, bis der Gips hart genug war, dass er einen Block bildet, aber an der Scheibe noch feucht genug, dass es beim Rausziehen noch genug flutscht. Muss man immer mal probieren, wann es soweit ist. Zeitpunkt aber nicht verpennen, weil der Gips sich beim Trocknen ausdehnt.

Nachdem das gegossene Nest als Block wieder aus dem Becken raus ist, kann man ruhig mal 'n Wöchelchen dafür verwenden, die Gipssauerei vom Glastisch und der Ledercouch zu entfernen, der Frau klarmachen, dass das wirklich notwendig war und Argumente dafür suchen was noch für Dreck nachkommt. Der Nestblock kann dann in aller Ruhe durchtrocknen.
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  #4  
Alt 09.03.2010, 12:18
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Streaker87 hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
 
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AW: Gipsnest für Koloniegründung

Zitat:
[...] weil der Gips sich beim Trocknen ausdehnt.
Und wie bekommt man den Block dann wieder in den Glaskasten?

PS: Ist hier Diskussion erwünscht?
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  #5  
Alt 09.03.2010, 12:28
Benutzerbild von cleghinki
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cleghinki befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
 
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AW: Gipsnest für Koloniegründung

Die Woche ist dann auch irgendwann rum und die neue Frau findet Dein Hobby total spannend, weil Du Ihr erzählt hast, Du wärst zudem auch reich.

Jetzt muss die Knete rausgefummelt werden. Da habe ich einen Supertrick. Aus der Mitte des Kneteknubbels anfangen auszuhöhlen, so dass die Ränder noch stehenbleiben. Wenn man danach an einem der Ränder mit dem Pulen anfängt, zieht sich der ganze Kneterandrest in einem Stück hinterher und es bleiben fast keine Rückstände im Gips. Die Strohhalme (es ist immer noch Plastik) schneide ich mit der Nagelschere in der Mitte auf (Da hätte die EX sicher auch wieder was zu Meckern gehabt) und kann sie dann ganz leicht mit einer Pinzette rausziehen.
Gänge und Kammern dann nach Belieben fein nacharbeiten und alles mit einem eher bürstigen Pinsel nochmal reinigen. das war es schon.

Mein Block hat sich beim Trocknen etwas ausgedehnt. Machen die, glaube ich, immer. Um den Block, als er wirklich fertig war, wieder ins Becken zu bekommen, habe ich ihn eine halbe Stunde in den Gefrierschrank gelegt. Das Becken habe ich nach gründlicher Reinigung 'ne Viertelstunde angeföhnt. Dachte meine EX sei wieder da, bei dem Geräusch. Dabei dehnt das Becken sich aus und das Nest zieht sich zusammen. Das Einsetzen geht dann ohne Probleme und bei der Temperaturangleichung passt alles wieder perfekt zusammen.
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  #6  
Alt 09.03.2010, 12:39
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AW: Gipsnest für Koloniegründung

Nachdem der Nestteil wieder eingesetzt war, habe ich wieder sehr dünnen Gips angerührt und dann die Bodenplatte gegossen. Die Halme habe ich noch im Nestblock belassen, damit die Eingänge und Befeuchtungskanäle nicht zulaufen. Die Gänge selber waren ja bereits dicht an der Scheibe und somit sicher. Auf die noch feuchte Bodenplatte habe ich mit dem Sieb Gipspulver gestreut, um Struktur auf den Boden zu bekommen. An den einen Ausgang habe ich einen Balkon modeliert, auf den ich später dann eine Brücke aufgesetzt habe.

Wieder trocknen lassen, Halme raus und es sieht so aus:
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  #7  
Alt 09.03.2010, 12:51
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AW: Gipsnest für Koloniegründung

Als Ausgänge habe ich mich für einen ganz oben, ganz unten und am Balkon entschieden.
In die übrigen Löcher zu den Kammern habe ich die abgebrochenen Filter von Zigaretten reingesteckt, nachdem ich das Papier drumherum abgefriemelt habe. Diese sollten sehr stramm sitzen, damit sie nicht als Baumaterial verwendet werden. Darüber kann man einzelnen Kammern dann befeuchten.

Abbildung:
Die linke untere Kammer hat zwei Filter bekommen, rechts oben und unten jeweils einen. Die linke obere Kammer hat den Ausgang zum Balkon. Ganz oben ist noch ein Ausgang und unten rechts auch einer.
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  #8  
Alt 09.03.2010, 13:13
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AW: Gipsnest für Koloniegründung

Wie auf einigen Bildern schon erkennbar, dient das mittlere Loch der Kabelführung.
Die Lüsterklemmenleiste trägt dann die Beleuchtung und wird in der Schachtel verstaut.

Sowohl in den mittleren Plastikhalm (ich schreib's jetzt einfach richtig) und in das rückwärtige Loch zur Kammer links oben habe ich nun die Stöckchen der Burgerkette eingeführt um den Träger der Flutlichtanlage zu bekommen. Die Kabel werden unter einem der Stöcken entlag geführt.

Abbildung:
Hier sieht man nochmal die Zigarettenfilter und den unteren Ausgang recht gut.
Gut erkennbar hier auch die Struktur durch das gesiebte Aufstreuen des Gipspulvers auf die feuchte Bodenplatte.
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  #9  
Alt 09.03.2010, 13:35
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AW: Gipsnest für Koloniegründung

Durch weiße und blaue LED's, die in der Lichtschachtel verbaut sind, kann die Arena unterschiedlich beleuchtet werden. Meine EX mochte lieber blau und ich wollte ihren Unmut damit besänftigen.
Ich will den Nestbereich total abdunkeln und die Arena beleuchten wie in der Natur, damit die Lasius niger ungestört gedeihen können. Eine weiße LED ist immer auf den unteren Ausgang gerichtet. Dadurch möchte ich den "Hier ist das Nest zuende"-Effekt verstärken. Die Ameisen wissen dann ganz klar wo "drinnen und sicher" bzw. "draußen und gefährlich" ist. Bei vielen Konstruktionen vermisse ich diese Grenze, so dass die Ameisen gar nicht genau wissen wo sie Ihren Müll hinbringen müssen und so weiter.
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  #10  
Alt 09.03.2010, 13:46
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Zu guter letzt wird nun noch der Balkon verkleidet. Dazu habe ich den Holzbalkon mit etwas Mullbinde umwickelt und dann nach und nach mit einem Pinsel recht flüssigen Gips dünn aufgetragen, bis alles dicht war. 'N Klümpchen vom Rest des Gipses noch auf die Plattform und die Futterschale eingepasst.

Jetzt hat die Sauerei ein Ende ich räume alles auf und dann versuche ich mal meine EX davon zu überzeugen, dass unser Zuhause wieder artgerecht für Menschenhaltung ist.

Für Fragen gerne melden.
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gipsnest, lasius cf. niger, lichtschutz

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