Acromyrmex cf. crassispinus- Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmicinae

Acromyrmex cf. crassispinus- Haltungserfahrungen

Beitragvon christian » 2. August 2011, 16:31

Hallo

Da ich große Sorgen habe, ob meine mittlerweile ziemlich große A. crassispinus Kolonie den eineinhalbwöchigen Urlaub alleine übersteht, wollte ich Euch lieber die Geschichte meiner Kolonie erzählen, so lange ich noch aktuelle Bilder liefern kann.

WIE ALLES BEGANN

17.03.2011
Nach zweitägiger Reise kam meine kleine Kolonie an, etwas größer als erwartet, mit 8 Arbeiterinnen und einer schönen Königin. Leider war der Pilz in weit schlechterer Verfassung, gut die hälfte sah vertrocknet/braun und irgendwie tot aus. Auch fehlte jede Spur von Brut.

Bild
(das Bild ist zwei Tage später aufgenommen worden, geändert hatt sich bis dahin nicht viel)

Als "Gründungsbecken" habe ich ein 30x20x20cm Glasbecken mit je 27mm Lochbohrungen genommen, mit gut 2cm Tongranulat als Füllung; das Reagenzglas mit der Königin habe ich dort eingegraben, um eine möglichst geschützte Atmosphäre im Rg zu schaffen.
Bild

Der Stopfen mit dem Schlauch auf der linken Seite hat den Zweck, dass ich später, wenn die Kolonie ihren Pilz so weit ausgebaut hat, dass eine Öffnung des Deckels (eine schlichte Glasscheibe) nicht mehr möglich ist, ich nach wie vor befeuchten kann. Mittlerweile habe ich jedoch gelernt, dass nicht die Trockenheit das Problem wird, sondern viel eher die Feuchtigkeit. Dazu gibt's später aber noch mehr.

Die Außenaktivität war noch sehr begrenzt, die Arbeiterinnen noch wirklich winzig (etwa so groß, wie Lasius niger Arbeiterinnen). In den ersten Tagen bekam man nur recht selten eine Arbeiterin zu Gesicht, obwohl sie schon durchaus stetig Müll aus dem Reagenzglas auf einem Haufen vor dem R.G. stapelten. Sieht man unten rechts im Bild.

Hier ein Bild der ersten eigenen Blattschneiderarbeiterin, die ich je außerhalb ihres R.G.'s zu Gesicht bekam. Man sieht im Vergleich zum Reagenzglas, wie winzig sie damals noch waren:

Bild

Und hier noch kein sehr gutes Bild einer der ersten Arbeiterinnen, die an einem Rosenblättchen schnitt.

Bild

Der Pilz erholte sich allmählich und dank der großen Mengen ungespritzter Rosenblütenblätter, die ich zur Verfügung hatte, konnte er recht schnell wachsen. Nach nur einem Monat (April war es mittlerweile) war er fast dreimal so groß wie der vertrocknete Startpilz, und deutlich gesünder (kräftig weiß und kompakt). Auch war die Königin inzwischen in Gang gekommen, es gab reichlich Brut, die sie oben auf den Pilz gelagert hatten.

Bild

Gefüttert habe ich sie wie schon oben geschrieben mit Rosenblütenblättern (die sind auch heute noch ihr Lieblingsfutter), Haferflocken (auch ein Lieblingsfutter) und gewöhnlichen Rosenblättern. Brombeeren, Erbsen, Gras und Getreide, andere Blütenblätter haben sie nicht so gerne bis gar nicht genommen. Zwischendurch haben sie noch gerne etwas Zuckerwasser getrunken, aber keine wirklich großen Mengen.

Übrigens habe ich im Lauf meiner Haltung festgestellt, dass die Tiere eine Art "Futterstarter" brauchen können: Wenn man ihnen also eine nicht allzu beliebte Nahrung angeboten hat, konnte man sie mit einem Blütenblatt locken- dadurch kommen recht viele Arbeiterinnen raus und nagen an den Blättern. Aus irgendeinem Grund fressen sie dann auch die Blätter, die sie gewöhnlich nicht angerührt hätten, zumindest zum Teil.

Hier noch einige der ersten Arbeiterinnen, die an einem Rosenblatt schneiden.

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Wie man übrigens noch vage auf dem Bild erkennen kann: Die Tiere bauten ihr Nest weiter aus, bis sie eine Art Schacht errichtet hatten. Leider habe ich keine Bilder von damals, die den Schacht in vollen Pracht zeigen würden.

Neben langsam ansteigender Außenaktivität, Futterbedarf und Koloniewachstum gab es aber auch einige nicht so schöne Dinge zu berichten; das Problem Schimmel auf dem Seramis wuchs immer mehr, ein feiner, weißer Flaum bedeckte das Becken; es sah fast so aus, als hätte es geschneit. Auch das kann man zum Teil auf dem Bild vorne links erkennen.
Den Tieren selbst schien es aber nicht zu schaden, in meiner gesamten Haltung war noch keine Arbeiterin gestorben.

WAS BRINGT DER MAI?

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Zuersteinmal mehr Futter für meine Acro's. Dementsprechend stieg auch der Futter- und damit auch Platzbedarf meiner Blattschneiderkolonie.

Von einem Tag auf den anderen war den Ameisen das R.G. zu eng und sie begannen über nacht einen noch sehr kleinen externen Pilz zu bauen, kaum 1cm³ groß. Und das genau zwei Monate nach Haltungsstart.

Hier ein Bild meiner damaligen "Anlage", wieder zwei Tage "zu spät":
Bild

Mittlerweile brauchte ich die Tiere nicht mehr nur direkt vor dem R.G. zu füttern, sondern konnte ihnen auch Nahrung aus größerer Entfernung anbieten.

Haferflocken waren und sind es bis heute eine Art Grundnahrungsmittel in fast unendlichen Mengen vorhanden, wesahlb ich sie ihnen auch in größeren Mengen anbieten konnte, sodass sie Tag und nacht so viel essen konnten, wie sie wollten.

Hier nocheinmal der kleine Pilz in groß.
Bild

Inzwischen begannen sie auch, großflächig die Seramisstruktur eigenwillig zu gestalten, sie bauten eine Art Hügel auf auf dem sie genistet haben:

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Der Pilz wuchs seit sie ihn aus dem Reagenzglas geholt hatten, deutlich schneller und immer schneller.
Kaum einen Tag später war der Pilz schon gut 1/3 größer und wurde gut mit Blättern versorgt. Hier sieht man auch zum ersten mal die braunen Punkte, die zerkauten Blätter in die der Pilz "hineinwächst".

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Da sich nicht mehr weiter wesendlich mehr als die Größe des Pilzes verändert hat, folgt jetzt eine Bilderreihe, die das Pilzwachstum etwas veranschaulichen soll.

Bild

Bild

Bild

Hier mal die Tiere beim Schneiden:

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Leider etwas verzogen:

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Eine Arbeiterin mit Haferflocke...

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Es trat offenbar ein Problem mit der Datenbank auf, deshalb schicke ich vorsichtshalber weitere Bilder in einer nächsten Antwort.

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Beitragvon christian » 15. August 2011, 03:10

Hallo

Ich führe dann hier mal meine "Reihe" mit Kurzkommentaren weiter fort.

Weil das Bild verziehen würde, wenn ich es verkleinerte und viel große wäre, würde ich es so posten, gibt's hier nur mal den Link: http://www.secretpicdump.com/de/view_new/13020_6c9c5_pilzvii.jpg/

Es ist nicht sehr gut, aber sieht's schon jemand?

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Nach wenigen Tagen, im Juli dann, entfaltet sich das Phänomen in ganzer Pracht:

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Es nimmt kein Ende...

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Ihr seht ja selbst in welchem Tempo der Pilz sinkt; gerade zu langsam, um ihm dabei zuschauen zu können :mad:

Bild

Die Tiere scheinen sich nicht daran zu stören, dass der Pilz umfällt, sie bauen ihn gemütlich weiter. Das komische: Nicht etwa an den Stellen, an denen der Pilz noch gut für Nährböden Platz hätte, sondern notorisch da, wo sie zuletzt gebaut haben; Dieses Verhalten wirkt deutlich bis jetzt nach :verrueckt:

Bild

Dem aufmerksamen Betrachter ist eine weitere Sache bestimmt nicht entgangen; neben der eigenwilligen Struktur des Pilzes kann man rechts im Bild nochetwas erkennen: Einen Anschluss eines weiteren Beckens, wieder 30x20x20 und wieder mit Seramis ausgekleidet. Es soll die Futter/Müllarena sein, verbunden mit einem 50cm langen Rohr.
Kleine Info am Rande: Nehmt nicht wie bei Schläuchen einen Milimeter zu groß, damit's passt, sondern lieber einen zu wenig. Ich habe ewig und drei Tage rumgemurxt, lauter Sachen von meinen Geschwister geschnibbelt und mehrere dutzend Ausbrüche in Kauf genommen, nur um dieses schitt Rohr in die Öffnung zu quetschen. Ich hatte 27mm Lochbohrung und 28mm Außendurchmesser vom Rohr; nehmt lieber das 26iger.

Bild

In diesem Bild gibt es wieder einige interessante Sachen zu sehen; zuersteinmal meinen ungewaschenen Schädel in der spiegelnden Scheibe.

Dann, rechts, die erste Reaktion der Meisen auf die neue Beckenverbindung. Sie wurde mit einigen ziemlich hohen Seramis-Hügeln befüllt, so hoch, dass es kurz vor Beginn der Arena zu ernsthaften Problemen mit dem Transport der Blätter kam.

Als letztes sieht man noch die Blattschneider'sche Bekämpfungsstrategie gegen Kondenzwasser; kleine und große Seramisblöcke, Pflanzenteile sowie noch Stücke von dem Reagenzglasinhalt (eine Art Kunststoff) wurden feinsäuberlich auf die Stellen gebabbt, an denen sich Wasser niederschlug (will man den Pilz betrachten, kommt man nicht drumrum, es zu sehen). Übrigens scheint das Kondenzwasser von dem Pilz auszugehen, er stößt es wohl ganz ähnlich wie Pflanzen als Stoffwechselprodukt aus.

Übrigens: Nicht dass ihr mich missversteht, sehr viele Ameisen kleben Erde etc. auf feuchte Stellen im Formicarium; nix hier verstecken vor Feinden, wenn sie ihre Toten im Honig versenken ;)

Dieses Verhalten zeigen sie bei jeder Form von Flüssigkeit in Tropfenform, sie graben sogar ihre Nahrung ein, wenn sie zu feucht ist.

Hier noch Bilder von der Arena; man erkennt im Hintergrund wieder die Steine im Rohr:

Bild

Sie haben ganz schön Kraft, oder? Wenn sie einen Stein schleppen können, der gut doppelt so lang ist, wie sie selbst und das ganze noch auf dem Kopf...

Bild

Man sieht schon, die Arbeiterinnenzahl ist deutlich angestiegen; trotzdem täuscht das Bild ein wenig; so viele Arbeiterinnen mit Nahrung auf einem Haufen kam nicht oft vor; bei Fütterungen haben sich nur "Pulks" gebildet, in denen sie Nahrung zum Nest gebracht haben.

Bild

Mittlerweile war ich zu faul, andauernd Haferflocken wie in ein Fass ohne Boden zu schütten, weshalb ich ihnen eine Vogeltränke mit ihnen aufgefüllt hatte. Außerdem sollte es ein erster Testlauf für den Urlaub werden, ob die Tiere sich auch weitgehend nur von den Flocken ernähren können.

Nochmal meine eigenwillige Visage:

Bild

Das Pilzbecken hatten die Tierchen jetzt vollständig nach ihren Vorstellungen strukturiert, kein einziges Granulatteilchen lag mehr da, wo es früher einmal war. Mittlerweile begannen sie auch den "alten" Teil des Pilzes zu bebauen. Der schwarze Teil ist meinen Beobachtungen (!) nach der vorgekaute Nährboden für den Pilz; hab' sie gut gefüttert, oder?

Das Rohr begannen sie auch wieder freizuräumen, die Menge an Granulat nahm von Tag zu Tag ab.

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Gleichzeitig explodierte der Futterbedarf, jetzt waren Brombeerblätter richtig groß am kommen. Der Pilz konnte auch nicht schnell genug in den Nährboden wachsen, er nahm an den "unverdauten" Stellen einen dunkelgrün-weißlichen Ton an.

Bild
22.07.11

Der eine oder andere ahnt es bestimmt schon; die Tiere bauen einfach ein bisschen zu Rücksichtslos den Pilz in die Höhe ;).

Sie haben pro Tag ein so ein volles Büschel Brombeeren gefuttert+ Haferflocken!
Leider sind sie mir recht schnell ausgegangen und die Riesenblätter von anderen Brombeeren waren lange nicht so beliebt (?).
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Beitragvon christian » 18. August 2011, 02:49

So, es geht weiter. Wie ich in der letzten Antwort schon angedeutet habe: Der Pilz gibt zum zweiten mal um. Diesmal zwar gut doppelt so schnell, trotzdem kein Problem für die Ameisen.
http://www.secretpicdump.com/de/view_new/13122_496d0_pilzxvi.jpg/

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Bild

Dann, kurz vor Beginn des Urlaubs nistete sich eine Spinne mit ihrem Männchen (?) in der Arena ein. Sie kam wohl vom Futter, eingestiegen kann sie jedenfalls nicht sein.
Die beiden neuen Bewohner zeigten jedoch keinerlei Interesse an den Blattschneidern, umgekehrt war sie in ihrem Netz sicher, weshalb ich sie ließ, wo sie war.

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Bild

Das aktuellste Bild vor der Abfahrt.

WIE ICH DIE TIERE ÜBER DIE 10 TAGE BRACHTE
Zuersteinmal konnte ich aus früheren Beobachten schließen, dass der Pilz durch einen aufgeschichteten Garten wachsen musste und nur ab einer bestimmten Dicke der Nährschicht wieder neue Blätter aufgetragen werden konnten (also wieder ein Bedarf an Blättern vorhanden war). Deshalb habe ich der Kolonie schon länger (einige Tage) vor der Abfahrt ein reiches Angebot an Blättern gegeben, um dem Pilz einen möglichst breiten Nährgarten zur Verfügung zu stellen und damit die Nachfrage nach weiterer Nahrung ersteinmal ein, zwei Tage aufzuschieben. Als Urlaubsfutter hatte ich mir dann recht preiswert (wenn man es mit Futterautomaten für 60€ und mehr vergleicht) für 2,60€ eine relativ geräumige Vogeltränke gekauft und die bis zur Oberkante mit Haferflocken gefüllt, wie schon im letzten Beitrag beschrieben. Um eine gewisse Sicherheit vor Kondenzwassertropfen zu haben, legte ich noch einen Stift unter das Pilzbecken, damit das Wasser nach hinten/vorne ablief und nicht mit dem Pilz in Berührung kommen konnte. Gebracht hat das nur begrenzt etwas, teilweise tropfte trotzdem noch Wasser auf den Pilz; was ihm aber nicht zu schaden schien; nach einem Tag waren die feuchten Stellen wieder genauso gefärbt wie der restliche Pilz und ohne weitere Folgen.
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Beitragvon christian » 24. September 2011, 01:54

So, nach einiger Zeit nun ein weiteres Update. Hier mal ein Foto vom Pilz nachdem ich wieder nach Hause kam:

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Man sieht deutlich, dass der Pilz an Volumen zugelegt hat; er reicht nun fast bis zum Deckel. Im Voratsbehälter für die Haferflocken war noch gut die Hälfte drin, die Tiere mussten also keinen Hunger leiden. Hier noch ein Bild mit dem ganzen Becken als Vergleichsgröße für den Pilz:

Bild

Die oben erwähnte Spinne war nun verschwunden, ohne weitere Spuren zu hinterlassen. Dennoch ist im Urlaub ein weiteres Problem aufgetreten, was nicht leicht zu beheben war: Milben.
Glücklicherweise nicht die Ameisenkillermilben, die meine ganze Kolonie hätten auslöschen können, sondern nur Futtermilben. Die Tiere hatten sich in der hohen Luftfeuchtigkeit im Pilzabfall der Ameisen eingenistet, der mit der Zeit im Kondenzwasser und zwischen dem Seramis zu einer schönen, braunen Paste wurde. Hinzu kam noch, dass die Ameisen wohl noch kleine Blattstückchen in die Matsche gelegt haben, in der sich die Tiere nun wunderbar entwickeln konnten.
Es wurden in wenigen Tagen dermaßen viele, dass man nicht mehr durch die Scheibe schauen konnte und nicht nur das; in kleinen Kondenzwassertröpfchen sammelten sie sich in kleine, weiße Klümpchen. Glücklicherweise schien es den Acromyrmex-Arbeiterinnen ein wenig unangenehm zu sein, an einer solchen Scheibe empor zu klettern, weshalb ich das Becken vergleichsweise leicht reinigen konnte. Hier noch ein Foto der Scheibe; von der Paste habe ich leider keines gemacht:

Bild

So sah das ganze Becken aus!
Die Milben schienen sich nicht an dem Pilz oder gar an der Ameisenbrut zu vergreifen, weshalb ersteinmal keine Gefahr für die Kolonie selber bestand.
Die Tiere nutzten die Arena wieder ein wenig zu gut und begannen einen zweiten Pilz unter die Haferflockentränke zu bauen. Hier bekommt man evtl. auch nocheinmal einen Eindruck von der Größe der Kolonie:

Bild

Zu sehen ist auch die ausgetretene Dauerstraße der Ameisen, von ihrem Pilz und der Futterstelle zum Rohr, bzw. Hauptpilz.

Teilweise lagerten sie mittlerweile ihre Unmassen an Brut nicht mehr nur in dem Pilz sondern an warmen Tagen auch außerhalb an dem Pilz, um eine bessere Entwicklung der Puppen zu ermöglichen. Hier auf folgendem Bild kann man das meiner Meinung nach ganz gut erkennen.

Bild

Besonders im unteren Teil des Bildes, wo sich auch ein paar Arbeiterinnen angesammelt haben.
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Beitragvon christian » 24. September 2011, 02:36

Der SEPTEMBER bringt nun recht viele Neuerungen
Bild

Die strebende Hornisse auf dem Bild zeigt es wohl vergleichsweise deutlich; die Natur richtet sich bei uns allmählich wieder auf den Winter ein. Das ist natürlich recht problematisch, weil ich die Kolonie in ihrer aktivsten Zeit nun hauptsächlich mit angezogenen Pflanzen füttern muss, höchstens Brombeeren kann man draußen im Winter noch finden. Da ihre Haupternährung seit nun gut 2-4 Monaten fast ausschließlich aus Klee und Erbsen und periodenartig ab und an einmal ein Stoß Brombeeren bestand, werde ich die Nahrung wohl jetzt auf Äpfel, Haferflocken, verschiedene Gräser (z.B. Weizen), Hirse etc. (eben Samen, die man in diversen Zoohandlungen etc. kaufen kann) beschränken müssen.
Bei der Menge an Nahrung, die die Tiere benötigen, ist einfrieren wohl kaum eine dauerhafte Lösung; ein durchschnittlicher Kühlschrank würde mit Essen höchstens das Futter für einen Monat fassen.

Der externe Pilz war nun auch deutlich gewachsen und reichte, wenngleich er sehr dünn gebaut war, nun auch bis zum Deckel. Das war der Grund, weshalb ich der nun mittlerweile deutlich größeren Kolonie eine recht große (120x30x30cm) Futterarena anbot.

Bild

Man sieht es wahrscheinlich, aber da mir ein neues, großes Becken ein wenig teuer war, habe ich mich dazu entschlossen, meine beiden alten 54L Becken auseinander zu bauen und zu diesem großen Becken zusammen zu setzen. Als Abdeckung für das Becken habe ich acht (6 zur schlichten Abdeckung und 2 zur Verstärkung der Stellen, wo die Becken stehen) 30x20x0,3cm Glasscheiben genommen. Weil mir eine Lochbohrung fehlte, habe ich mir eine ergänzende Scheibe mit Lochbohrung vom Antstore gekauft (passt wie angegossen, viel besser als ich je gedacht hätte!) und mit Silikon angeklebt.
Speziell beim Rausschneiden von der Scheibe muss man vorsichtig sein, ich habe mir bei der Übung der tief und lang in der Finger geschnitten.
Mit dem Silikon war ich aber nicht ganz so zufrieden; es klebte zwar wie Gift, hat aber bei dem Erhärtungsprozess irgendein recht fieses Gas freigesetzt, was ziemlich ungesund gerochen und meine Nasenschleimhäute stark gereizt hat (ein wenig wie eine Mischung aus Chlor und der Kohlensäure, die in den Sprudelflaschen drin ist, nur sehr viel stärker). Auch war es praktisch nicht zu kleben, weil das Zeug keine ersichtliche Form von Pressdruck auf das Silikon aufbauen konnte, aber man selbst auch nicht wirklich eine art mauelle Möglichkeit dazu hatte; ich musste die Flasche am Ende mit roher Gewalt öffnen und das Silikon mit einem Stock im Becken verteilen. Entsprechend wenig ansprechend sehen die Nähte dann auch aus.

Anders als früher biete ich noch zusätzlich eine Tränke mit Zuckerwasser an sowie natürlich die gewohnte Haferflockentränke. Ebenfalls investiert habe ich noch in ein digitales Hygrometer, das verhindern soll, dass sich zu viel Feuchtigkeit in der Arena ansammelt und den Tieren die Möglichkeit gibt, ihren Pilz nach unten zu verlagern.

Für die Rohre habe ich vier Acrylglasrohre A50cm diesmal mit 26mm Außendurchmesser (;)) genommen. Zurechtgesägt und mit dem Silikon verklebt hält die Konztruktion überraschend gut und gibt auch einen gewissen Spielraum für Ungenauigkeiten in der Arbeit. Dummerweise ist das Rohr trotz Knick für die Ameisen offensichtlich immernoch zu steil, weshalb ich noch nachträglich eine Kordel durch das Rohr verlegt habe, um den Tieren eine Kletterhilfe zu geben.

Als ich heute nachmittag aus der Schule kam, konnte ich jedoch noch ein sehr seltsames Verhalten beobachten, das ich beim Besten willen nicht erklären kann; gut 200 Arbeiterinnen haben sich wirklich in dem Rohr gestapelt auf einen Klumpen zusammengelegt und sind dort still sitzen geblieben. Als ich dann die Kordel verlegt habe, wurden die Tiere ein wenig aufgeschreckt, weshalb noch deutlich zu sehen war, dass sie alle noch vollständig am Leben waren und damit das keine vorgezogene Ansammlung von toten war; hier mal ein Foto:

Bild

Wenn mir das mal jemand erklären könnte wäre ich dem sehr dankbar; so ein Verhalten ist ja eigentlich nicht sonderlich typisch für Blattschneiderameisen, oder?

Hier der Diskussionsthread: http://www.ameisenforum.de/meinungen-fragen-zu-den-haltungsberichten/44383-diskussion-zum-acromyrmex-crassispinus-haltungsbericht.html

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Beitragvon christian » 2. Oktober 2011, 12:02

Die Tiere haben sich seid meinem letzten Update nocheinmal deutlich weiterentwickelt; die Arbeiterinnenzahlen sind nocheinmal weiter hochgeschossen, der Pilz ist um gut eine Faust weiter gewachsen und der eigentümliche Geruch hat sich auch weitgehend verzogen. Die Reste scheinen aber nicht den Arbeiterinnen zu schaden, die Arena wird sehr gut genutzt und es gibt praktisch keine Toten.

Dennoch kam es, wie es kommen musste; in der Glasabgedeckten Arena hat sich eine Luftfeuchtigkeit von 94% rel. entwickelt, prinzipiell natürlich das beste Klima für den Pilz. Leider habe ich es nicht mehr rechtzeitig hinbekommen, die Luftfeuchtigkeit richtig zu senken, weshalb die Tiere nun über Nacht einen schon fast stattlichen, kleinen, externen Pilz angelegt haben. Sie hatten dafür gerade einmal 8 Stunden:

Bild

So war die Situation gestern Nacht um 02.15 Uhr; sorry für das gepixelte Bild, ich musste leider ziemlich vergrößern, sonst hätte man nichts erkennen können.

Dann, exakt 2 Stunden später, um 04.15 Uhr, habe ich wieder ein Bild gemacht:
Bild

Und schließlich gerade eben:
Bild

Das war das wesendliche, was passiert ist; mal sehen, wie sich die Sache noch weiterentwickelt.

Ich sehe gerade, ich hatte noch gar keine Großaufnahmen vom richtigen Pilz reingestellt; kommt aber jetzt :)

Hier der Hauptpilz im "Urbecken":
Bild

Der zweite Pilz, der sich in die Tränke eingenistet hat...
Bild

Ich freue mich über jeden Kommentar; falls es was gibt, bitte hier posten:

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Beitragvon christian » 25. Oktober 2011, 13:46

So, wieder kann ich von starkem Wachstum berichten. Der Pilz in der großen Arena ist mittlerweile noch einmal deutlich größer geworden. So, wie sie ihn bebaut haben, scheinen sie aber primär auf sein Wachstum zu achten, die beiden Pilze in den oberen Becken werden zwar weiterhin "bepflanzt", aber nicht vergleichbar mit dem kleineren, unteren Pilz.
Hier noch ein Foto:
Bild

Ebenfalls ziemlich stark gewachsen ist der erste Pilz im oberen Becken, er füllt mittlerweile gut 70% des Beckens aus.

Doch leider scheint selbst die kleinen Acromyrmex nicht einmal eine wirklich dicke (~0,8cm) Lage Silikon davon abzuhalten, aus dem Becken auszubrechen. Glücklicherweise gab es nur ein paar Straßen durch mein Zimmer, die Pflanzen habe ich in weiser Vorraussicht schon weggestellt gehabt ;).

Nach gut einem dutzend kleinerer Ausbrüche von jeweils ca. 50 Tieren und einigen großen mit 500 und mehr habe ich die Löcher mittlerweile stopfen können, und zwar mit Heißkleber. Der klebt zwar nicht halb so gut wie Silikon, ist dafür für die Ameisen auch vollkommen undurchdringlich. Glücklicherweise ist die Ausbruchstelle auf der Rückseite des Beckens, wo man nicht den dicken Kloß Heißkleber mit den eingeschlossenen Ameisen sehen kann.

Hier mal ein Bild eines der mittleren Ausbrüche (~200), nachdem ich die Tiere eingesammelt habe:
Bild

Und das ist auch das Bild, was ich nach genau 7 Monaten Haltung von den Tieren bekommen habe:
Bild

Alles in allem machen die Tiere sehr viel Arbeit (nicht vergleichbar mit anderen Ameisenarten!), die sich aber wirklich lohnt. Die unendlich langen Reihen von Ameisen, die durch das Rohr laufen, die Rekrutierung, die Menge an Brut, das Wachstum und die wechselnden Farben des Pilzes u.v.m. sind wirklich nicht mit Geld zu bezahlen!

Die Tiere scheinen sich meinen bisherigen Beobachtungen nach auch nicht besonders schwer zu halten, auf LF oder Temperatur muss man bei diesen Tieren mittlerweile gar nicht mehr achten.

Sonst haben die Tiere noch ihre architektonischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt:
Bild

In Vorraussicht habe ich mal einen Stein auf das Becken gelegt, um zu verhindern, dass diese klugen Tierchen mit ihrem Pilz den Deckel aufhebeln, aber sie scheinen den Pilz an die Seite, bzw. nach unten zu verlegen, um den Kontakt mit der Scheibe zu vermeiden.

Hier sind noch zwei Bilder...
Bild

Einmal die gut 100 Tiere, die beständig das Rohr belaufen und

Bild

der Futterbedarf der Tiere für zwei Tage sowie der externe Pilz, der im Wachstum bevorzugt wird. Hier noch eine Tabelle, der momentane Stand der Kolonie u.ä.:

Futter:
- Brombeeren (++)
- Hagebutten (+)
- div. Blütenblätter (bes. Rosen) (++)
- Haferflocken (+)
- Klee (+)
- Erbsen (++)
- Apfel (+)
- Gras (--)
- Apfelbaumblätter (~)
- Weide (-)
- Insekten (+)
- Zuckerwasser (+)
- Löwenzahn (+)
- Haselnuss (-)

Zeichen:
++ : Wird sehr gerne bis zum Maximum genommen
+ : Wird gerne genommen, ++ aber bevorzugt; kein explizieter Leckerbissen
~ : Wird manchmal, aber nicht so gerne genommen
- : Wird nicht gerne genommen, schneidaktivitäten waren aber vorhanden
-- : Schneidaktivität war nicht vorhanden

Stand der Kolonie:
Königinnen: 1
Majore: ~50-100
Media: ~8.000-10.000
Minor: ~2.000-3.000

Brut:
Puppen: ~500
Larven: ~1000
Eier: nicht sichtbar, im inneren des Pilzes gelagert
Pilz:
ca. 8-10L

Danke für die bisherigen Kommentare etc. zu dem Haltungsbericht, über mehr würde ich mich sehr freuen!

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Beitragvon christian » 12. Dezember 2011, 23:07

Leider kann ich mit nicht mehr ganz so rosigen Neuigkeiten aufwarten, wie bisher.
Zwischenzeitlich haben sie Tiere die Brombeeren etwas über gehabt und sie von einem Tag auf den anderen nicht mehr angerührt, lediglich Haferflocken und die abwechselungsreiche Kost aus dem Garten und aus den Wäldern hier in der Umgebung (also Efeu, Brennnesseln, Taubnesseln, Klee, Hagebutten, Winter-Jasmin Blüten, und noch einiges anderer Kräuter, deren Namen ich nicht kenne) wurde noch angenommen, die aber nach einiger Zeit auch nicht mehr so sehr. Zusehends ließ die Aktivität etwas nach und schließlich haben sie gar nichts mehr genommen, selbst Haferflocken nicht mehr. Die Pilze schrumpften stark, das linke Pilzbecken verlor einen der drei großen Pilze vollständig, heute nacht haben sie auch den letzten, faustgroßen Klumpen Pilz verschwinden lassen. Der Klumpen im ersten, also dem rechten Pilzbecken, schrumpfte auch um fast 2 Liter. Ich wusste zunächst keinen Rat und habe es geschehen lassen, ich dachte, wenn ich weiter Futter anbiete, wird der Leidensdruck für die Tiere irgendwann so hoch, dass sie anfangen würden, wieder Nahrung aufzunehmen, wo doch nichts weiter falsch mit dem Futter ist.
Das Problem spitzte sich immer weiter zu, es gab bald draußen nicht mehr viel zu essen, lediglich Brombeeren und Haferflocken sowie stark vereinzelt ein paar Pflanzen wie Nesseln oder Efeu, beides nicht sonderlich beliebt.
Abgesehen davon war ich nach wie vor der festen Überzeugung, es läge an irgendwelchen innerkolonialen Problemen, wie sie ja ab und an bei Attini auftreten. Dann, vor kaum mehr als ein paar Tagen hat mir meine Mutter erlaubt, die letzte Blüten aber leider keine Blätter tragende Hagebutte zu rasieren und ich habe sie meinen Blattschneider gegeben; kaum 10 Minuten später waren fast 20 Blütenblätter auf nimmer wiedersehen verschwunden, auf dem Pilz war keine Veränderung zu sehen.
Das schaltete bei mir schon, schlechte Nahrungsaufnahme, kaum Aktivität, weniger Pilz hat eigentlich immer die Vorraussetzung: Kälte. Generell beheizt man Blattschneider ja nicht, aber kühle 15°C sind wohl doch etwas untertrieben für die Tiere. Folglich: Tür zu, Fußbodenheizung auf 6 und warten. Passiert ist, dass die Aktivität deutlich angestiegen ist (leider auch das Gesäbel an den Dichtungen), und die Pilze auch leider schneller geschrumpft sind.
Dann habe ich mich nochmal dazu durchringen können, größere Mengen Brombeeren zu besorgen, was mittlerweile wirklich lange dauert (die Qualität nimmt trotz Winterfestigkeit ziemlich ab).
Trotzdem waren die Tiere, und sind es noch immer, richtig scharf auf die Blätter, der Pilz hat wieder ordendlich zugelegt, die Rohre sind auch wieder größtenteils dicht.

Dennoch war das noch nicht alles, das Hauptproblem sind die Milben, glücklicherweise "nur" die so genannten "Futtermilben". Die klugen Ameisen haben nämlich Haferflocken statt Blätter in Kondenzwasser geworfen und entstanden ist, zusammen mit unmassen altem Pilz (der immer anfällt, hat jetzt nichts mit dem Nachlass des Pilzes zu tun), der perfekte Nährboden für die Milben. Dummerweise kann man die Becken nur schlecht saubermachen, weshalb sich an ein paar Stellen richtiger Siff gebildet hat. Betrachtet man heute das Becken, kann ich nur mit nostalgischer Sehnsucht an das Bild aus Post #4 denken. Die vollen 2 mal 120x30cm Scheiben sind mit Milben bedeckt, sodass man absolut nichts mehr sehen kann. Ich habe mal hochgerechnet (nach Auszählungen von einzelnen Quadratzentimetern) und bin so auf ca. 10.000.000 tote Milben allein im Kondenzwasser an den Scheiben gekommen. Das Becken selbst sieht aus, als wäre es von einem Schneesturm heimgesucht worden, es ist ebenfalls weiß und scheint auch den Ameisen den Gang zu erschweren. Saubermachen ist nicht, kaum einen Tag später sieht es wieder genauso aus; kaum zu glauben dass kaum 1/10mm große Tiere ein ganzes Becken so vernichten können. Auch dass sie kein Problem mit Inzest bekommen, wundert mich etwas...
Was soll's morgen nehme ich das ganze Becken auseinander und starte einen Kreuzzug gegen diese Viecher (hoffendlich etwas erfolgreicher als seinerzeit).
Sodann hier noch ein Bild von dem Horror:

Bild

Glücklicherweise sieht's mittlerweile aber auch so aus:

Bild

Soho, heute, einen Tag später, am 13. und 14.12.11 habe ich das Becken wieder auf Forderman gebracht. Neuerungen sind ein neuer Bodengrund sowie saubere Einrichtung.^^
Dabei habe ich die Arena ausgeräumt was die perfekte Gelegenheit für eine Volkszählung war. Ergebnis: In der Arena fouragierten zu dem Zeitpunkt 1.324 Arbeiterinnen, trotz regelmäßiger Fütterungen (viermal täglich ein Büschel Brombeeren). Aus früheren Beobachtungen bei diversen Ameisenarten weiß ich, dass ca. 8-10% der Tiere unterwegs sind, wenn es eine Dauernahrungsquelle gibt, die Tiere aber potentiell gesättigt sind. Da das aber nicht ganz der Fall war, kann man wohl von evtl. 15% ausgehen, das würde auf eine Volksstärke von ca. 7.800, also fast 8.000 Tieren herauslaufen.

Man kann sagen, dass es ziemlicher Wahnsinn ist, sich Blattschneider, und da sind Acromyrmex noch weniger aufwändig als Atta (allein schon wegen der manchmal komplexen Heizungen, siehe Diskussion), zu kaufen; sie machen einfach viel zu viel Arbeit, brechen ständig aus etc.. Meinen Beobachtungen zu folge hält sie weder Silikonkleber noch langfristig Heißkleber wirklich auf. Ich musste zum Ende hin die gesamte Beckenrückwand mit einem richtigen Klebefuß auskleiden, damit sie nicht herauskommen. Und als ich ihn dann abgenommen habe (während des gestrigen Umbaus) konnte ich gut einen ausgenagten Gang erkennen, den die Tiere in den Fuß gegarben haben; er reichte gerade halb durch den Sockel.

Hier noch ein Bild von einem Ausbruch:

Bild

Es sieht jetzt nicht so dramatisch aus, aber dieser Anblick verteilte sich über mein komplettes Zimmer. Zu sehen ist ein Ausschnitt von einer Ameisenstraße zum Mülleimer, wo einige tote Pflanzen als Acromyrmex- Nahrung schlummerten. Grund war eine schwache Dichtung (ich kann sie gewöhnlich ausbessern, bevor der große run losgeht), die bei der großen Putzaktion komplett ihren Geist aufgegeben hat.

Zum Ende dieses Jahres wird der Antstore laut einer vergleichsweise sicheren Quelle wieder Acromyrmex- Königinnen haben, ich werde mal versuchen, sie zu pushen. Sonst hatte ich mir noch überlegt, eine große "XL-Farm" anzuschließen, um das natürliche Verhalten der Tiere im Nest(bau- und management) besser zu beobachten und zu dokumentieren.

Hier noch die Daten zur Kolonie für die Lesefaulen ;):

Brombeeren: ++(+)^^ 90%
Hagebutten: + 3%
Haferflocken: ~ 5%

Rest:
- Efeu
- Nesseln
- andere Kräuter

Stand der Kolonie:
Königinnen: 1
Majore: ~50-100
Media: ~4.000-6.000
Minor: ~2.000-3.000

Brut:
Puppen: ~500
Larven: ~1000
Eier: nicht sichtbar, im inneren des Pilzes gelagert
Pilz:
ca. 6-8 L,
6 Einzelpilze

Über jede Form von Kommentar und das eine oder andere grüne Pünktchen würde ich mich schon freuen ;)

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L.G. christian

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