Acromyrmex spec. - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmicinae

Acromyrmex spec. - Haltungserfahrungen

Beitragvon Erne » 28. Mai 2007, 20:59

Entwicklung Acromyrmex spec.

Schon lange waren es meine Überlegungen, es auch mit der Haltung einer Blattschneiderameise zu versuchen.
Bei dem was ich über Atta – Arten lesen konnte, kamen mir dabei immer wieder Zweifel, wo es wohl hingehen könnte mit der Koloniengröße.
Einer meiner Grundsätze bei der Ameisenhaltung ist es, meine Ameisen gut zu versorgen und nach Optimierungen zu suchen.
Das ist zwar interessant und lehrreich, leider nicht immer vorteilhaft.
Die explosionsartigen Entwicklungen die dabei gelegentlich heraus kamen, waren für mich nicht immer erfreulich.

So viel meine Entscheidung, es mit einer kleineren blattschneidenden Ameisenart zu versuchen.
Die Symbiose, Ameise, Pilz und Blätter, eine Herausforderung die für mich doch so einige Haltungsprobleme erwarten lies.
Geht es dabei doch nicht nur darum, eine Ameisenart durchzubringen, sondern auch noch die Haltungsbedingungen für einen Pilz hinzubekommen.
Ein Pilz mit besonderen Ansprüchen an Feuchtigkeit und Temperatur, ob das machbar ist?
Dann noch die Frage, welche Blätter nehmen sie und wo diese im Winter herbekommen, sie leben ohne Winterruhe.

Ende November kam sie bei mir an, eine Königin im Reagenzglas, gut verpackt,
versendet bei Außentemperaturen nahe dem Gefrierpunkt.
Hoffentlich hat sie das überlebt, bange Blicke ins RG und eine erste Bestandsaufnahme.
Sie bewegte sich noch, nur wo war der Pilz, ohne kann sie nicht überleben.
Bevor ich den Inhalt des Reagenzglases weiter betrachtete, stellte sich mir die Frage, wie sieht so ein Pilz überhaupt aus?
Etwas genauer hingeschaut, lag im Reagenzglas ein graues, ca. Stecknadel großes Geflecht und verstreut 4 kleinste Larven.
Die Königin war sichtlich irritiert und versuchte alles in Sicherheit zu bringen.
Ob das gut gehen kann, so eine Hektik und dieser Stress?
Gut nun war sie da und es lag an mir, sie durchzubringen.
Vorbereitet hatte ich ein kleines Becken, 30 x 20 x20 cm, oben zu um die Temperatur und Luftfeuchtigkeit hinzubekommen.
Im Reagenzglas war ein Wassertank durch eingefügtes Moos vorhanden, schien mir eine brauchbare Voraussetzung zu sein,
ihr für den Anfang die geeigneten Lebensbedingungen zu bieten. Das RG, eingewickelt in Alufolie, so legte ich sie in das Becken.
Zu meiner Freude konnte ich die Königin dabei beobachten, wie sie die ersten Erkundungsausflüge unternahm.
Die erste Hürde war genommen, es schien ihr gut zu gehen, Versand überstanden, die Hoffnung das es weiter geht!
Gleich drehten sich bei mir die Gedanken im Kopf, wo soll ich jetzt geeignete Blätter herbekommen, damit sie den Pilz pflegen kann?
Brombeer- und Rosenblätter sollen sie mögen, bei meinen Rosen im Garten war nichts mehr zu holen, angetrocknet, nichts brauchbares mehr da.
So versuchte ich es mit Brombeerblättern aus dem Wald., Blätter die nicht gerade den frischesten Eindruck vermittelten.
Es gab kurzfristig keine anderen Möglichkeiten für mich, nur die Hoffnung das sie die Blätter nimmt und es voran geht.
Ich wurde nicht enttäuscht, beobachten konnte ich sie dabei nicht, die Spuren ihres Treibens waren schnell sichtbar,
halbkreisförmige Stücke fehlten in den Blättern.
Ich war begeistert und versprach mir davon, es wird was mit der Haltung einer interessanten, anspruchsvollen Ameisenart.
Im Gedanken war ich dabei zu überlegen, wie ich die Anlage erweitern könnte, Schlauch- Rohrverbindungen,
Erweiterungsbecken für Abfall und Futter, eine größere Kolonie unterzubringen bedarf schon so Einiges an Planungen.
Gedanken, gerne geträumt, nur so weit war es lange noch nicht.
Es war keine gute Idee von mir, das RG in Alufolie zu wickeln, keine Sicht ins RG, ohne sie zu stören.
Die Spuren ihrer Aktivitäten ließen für mich die Folgerung zu, es könnte etwas werden.
Meine Überlegungen gingen dahin, ihr frische Blätter anzubieten, versprach mir davon, das die Entwicklung
besser voran geht.
Nur wo her nehmen, in Gärtnereinen gibt es immer frische Rosen, die Verleitung ist groß diese anzubieten.
Diese Idee habe ich schnell verworfen, all die Gifte die da eingesetzt werden, ein nicht einzuschätzendes Risiko.
So versuchte ich es im Wasserglas auf der Fensterbank, Rosenzweige, Himbeerzweige, Hagebuttenzweige
und Brombeerzweige.
Etwas Zucker ins Wasser und alle paar Tage neu anschneiden der Stängel.

Das Ergebnis, brauchbar, frisches Grün für eine gründende Königin, das muss sie doch annehmen?

Mal schauen was wird?
Fortsetzung folgt.
Erne
 


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Beitragvon Erne » 31. Mai 2007, 17:49

Madam war begeistert, die alten, harten Brombeerblätter waren abgemeldet.
Sie ging da nicht mehr ran, auch wenn das frische Grünzeug mal alle war.
Mit Eisbergsalat konnte ich ihr auch eine Freude machen.

Immer häufiger stellte sich mir die Frage, wie sieht es im Reagenzglas aus, ist der Pilz gewachsen,
gibt es weitere Larven und wann kommt der erste Nachwuchs?
Es war keine besonders gute Idee von mir, das Reagenzglas in Alufolie zu packen.
Ich sollte mal nachsehen, so eine kleine Störung wird sie doch bestimmt überleben.
Dabei könnte ich auch gleich die Alufolie durch eine rote Folie ersetzen.

Was soll ich sagen, die Ameisen waren schneller als ich, am 23 Dezember überraschte mich die erste kleine Arbeiterin.
Gegenüber der Königin hatte sie eine dunkle, fast schwarze Färbung.
Bevor ich sie genauer betrachten konnte, war sie auch schon mit einem Blattstück ins RG geeilt.
Einfach ignoriert hatte sie mich und das wo ich sie doch gern etwas genauer angesehen hätte.
Es blieb nicht bei dieser einen Begegnung, erstaunlich wie aktiv diese Ameisen schon in der Gründungsphase agieren.
Ein paar Tage später tauschte ich die Folie aus, leider habe ich mit meiner Technik nur dieses schlappe Bild hinbekommen.
Bild
Was war zu sehen im RG?
Aus meiner Sicht erfreuliches, es ging sichtlich voran, was meine Hoffnung wachsen lies,
das ich die Haltung dieser interessanten Art in den Griff bekomme.
3 weitere Arbeiterinnen waren geschlüpft, der Pilz mit etwa Bohnengröße, sowie weitere Larven.

Sorge bereiteten mir die Kondenswassertropfen im RG, ist nicht so gut wenn diese auf den Pilz fallen.
Meine einfache Befeuchtungsanlage, Metalldeckel mit Seramis und Wasser, darunter ein kleine Heizfolie, ist wohl nicht so gut.
Hatte allerdings den Vorteil, das die Konstruktion auch gleich als Tränke zu gebrauchen war.
Seramis verwende ich auch um das Kondenswasser zu binden, welches von den Scheiben herunter läuft,.
Das Wasser läuft dadurch nicht über den Boden und wird durch Verdunstung wieder in den Feuchtekreislauf zurückgeführt.
Es gibt keine Einrichtungsgegenstände im Becken auch kein Bodensubstrat, einfach nur Glas.
Ist einfach zu pflegen und aus meiner Sicht hygienischer. Ist auch denkbar, das ich mir das nur einbilde als Alibifunktion für meine Faulheit.
Die Luftfeuchtigkeit so bei 85 – 89%, muss ich auch noch weiter optimieren, etwas weniger geht bestimmt noch.

Mit dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen war es vorbei mit den Außenaktivitäten der Königin.
Sie kümmerte sich nur noch um die Zerkleinerung der Blätter oder saß einfach nur rum.

Ist schon erstaunlich was diese kleinen Arbeiterinnen so bewegen können.
Neben den Blättern fingen sie an, sich für das Seramisgranulat zu interessieren.
Unermüdlich transportierten sie Stück für Stück zum RG und pflasterten damit den Eingang zu.
Weil sie gerade schon mal dabei waren, auch gleich einen Teil des RG,s.
Dabei waren sie so gründlich, das es für sie schwierig wurde, die Blattstücke ins RG zubekommen.

In der Zwischenzeit gab es weiteren Nachwuchs, nicht bei den Ameisen, nein bei meinen Blättern im Wasserglas
hatten sich Blattläuse breit gemacht.
Weiteren Nachwuchs bei den Ameisen gab es erst in den letzten Januartagen, so etwa 20 konnte ich zählen.
Dieser Übermacht war meine Seramisdränage nicht mehr gewachsen, schön säuberlich haben sie alles vor dem RG aufgetürmt.
Für den Pilz war auch kein Platz mehr, er füllte den noch verbliebenen Platz zwischen Wassertank und eingelagertem Seramis komplett aus.
War gespannt wie sie das regeln würden.
Die Lösung war einfach, in einer Zweitagesaktion räumten sie das Moos des Wasserspeichers aus der Röhre.
Als auch der dadurch gewonnene Platz nicht mehr reichte, musste das Seramisgranulat wieder aus dem RG.
Ende Februar sah das Ganze so aus.
Bild
2 Tage später so
Bild
Einfach unter dem Seramis den Pilz kultiviert und wo das auch nicht mehr reichte, oben durchwachsen lassen.
Sie sind in der Lage den Pilz in kurzer Zeit deutlich zu vergrößern.
Bild
Seit diesem Tag wandert der Pilz durch das Becken, an der einen Seite wird der alte Pilz abgetragen, gegenüber neu angebaut.
Bilder

Wie ich das so sehe, ist das auch bald vorbei, der Pilz wird bald zu groß sein und der Müllhaufen liegt auch noch im Weg.
Habe schon mal vorsorglich das nicht mehr bewohnte RG herausgenommen.

Anfang Mai gab es ein Erweiterungsbecken, auch da wollte ich auf Seramisgranulat nicht verzichten.
Nur habe ich dieses mit Gips als Boden eingebracht, damit sie es nicht durcheinander räumen können.
Die Haltung ohne Substrat will ich beibehalten.
So lange Temperatur und Feuchte stimmen, stört es die Ameisen nicht.
Es ist auch nicht abgedunkelt und somit gute Beobachtungsmöglichkeiten.
Das neue Becken ist zur Zeit über einen kurzen Schlauch angeschlossen und dient als Futterarena, wo ich verschiedenes Grün anbiete.
Bild
Heute, Ende Mai ist die Bevölkerung bis auf ca. 500 Arbeiterinnen angewachsen, können auch noch ein paar mehr sein.
Die meisten der neu schlüpfenden Ameisen sind größer und schokoladenbraun gefärbt.
Erstaunlich, es gibt auch viele sehr kleine Ameisen, deutlich kleiner als die ersten Pygmäen.
Sie halten sich ausschließlich auf und im Pilz auf.
Erne
 


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Beitragvon Erne » 2. Juni 2007, 09:58

Andere Ameisen sehen aus wie ein Stück vom Pilz, das ist schon bei den Puppen sichtbar.
Bild

Von Anfang an habe ich Zucker- und Honigwasser gefüttert.
Sie nehmen es gerne und ich versprach mir davon, das die Ameisen selber so weniger vom Pilz verbrauchen
und mehr für die Aufzucht von Larven übrig bleibt.
Ob es wirklich geholfen hat, ich kann es nicht sagen. Geschadet hat es nicht und entwickelt haben sie sich gut.
Wird die richtige Unterlage für die Kohlehydrate benutzt, wird der Teller gleich mit verputzt.
Sie haben das neue Becken schnell akzeptiert und auch keine Probleme damit, sich durch den Schlauch zu bewegen.
Bild
Es ist schon erstaunlich wie gut sie klettern können.
In den Schlauch mussten nachträglich noch ein paar kleine Löcher, obwohl er kurz ist, bildete sich Kondenswasser, in dem so manches Blattstück kleben blieb.

Eine weitere Entwicklung die sich einstellte, im Nestbecken brauche ich nicht mehr zu befeuchten.
Ob sie das von alleine hinbekommen, an der Tränke ist immer Betrieb, oder ob es am enthaltenen Wasser der Blätter liegt?
Die Feuchtigkeit hält sich konstant im Bereich 85 – 87%

Bild
In der Zwischenzeit konnte ich so einiges an Blättern anbieten und ein wenig klären was sie so alles schneiden.
Das angenommene Spektrum ist breit, besonders wenn es ihre Lieblingsblätter nicht gibt.
Zu meiner Überraschung sind nicht Rosenblätter der Renner.
Hier mein Menüangebot im Erweiterungsbecken, wo ich versuche heraus zu bekommen was sie so schneiden.
Erne
 


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Beitragvon Erne » 15. Juni 2007, 20:59

15.06.2007
Futterverhalten und was nehmen sie?

Diese Fragestellung ist für mich auch noch nicht beantwortet, sie ändern ihr Verhalten ständig.
Habe bis jetzt nur Weniges gefunden, wofür sie immer zu begeistern sind.
Zur Zeit sieht es so aus, das sie sporadisch in Scharen über das Grünzeug herfallen.
Die Abstände dazwischen werden immer kürzer.
Interessant ist es auch, das wenn von einer Pflanze mehrere Blätter zur Verfügung stehen, sie Blatt für Blatt ernten
und nicht an allen Blättern zur gleichen Zeit schneiden.
Dann kommt noch dazu, das sie Blätter über die sie vor ein paar Tagen hergefallen sind, als hätten sie Tage gehungert,
schlagartig nicht mehr nehmen.
Eine weitere Beobachtung, durch ständige Variationen der angebotenen Blätter, sind sie dazu zu bewegen, das sie mehr
Blätter schneiden und den Pilz kräftiger erweitern.
Der Pilz ist nicht nur ihre Nahrungsquelle, er ist auch ihre Unterkunft.
Gibt es nur Einheitskost, stagniert das Pilzwachstum.
Eine weitere Frage die sich für mich stellt, sind sie in der Lage, zwischen den angebotenen Blättern zu selektieren,
um nur Blätter zu nehmen, die der Pilz verträgt?

Diese Frage beantworte ich für mich mit „JA“
Das schließt nicht aus, das ich auch noch andere Erfahrungen machen muss.
Bei mir auf dem Land wächst so Einiges, das ich angeboten habe, was sie genommen haben, hat sie nur vorangebracht.
Einzige Einschränkunkung, sie haben keine Blätter, Gräser bekommen, welche an Straßen oder Feldrändern wachsen.
Die dort möglichen Schadstoffe oder Umweltgifte, davon gehe ich aus, werden sie wohl nicht erkennen können.
Erne
 


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Beitragvon Erne » 18. Juni 2007, 20:02

In den letzten Tagen ist es richtig voran gegangen, es sieht so aus als hätte sich die Anzahl der Ameisen verdoppelt.
Sie haben richtig an ihrem Pilz gearbeitet und ihn kräftig vergrößert.
Das kann auch daran liegen, das ich eine weitere Pflanze gefunden habe, die sie besonders gut gebrauchen können.
Bild
Es sieht für mich zur Zeit so aus, das sie ihren Pilz auf Vorrat vergrößern, wenn es besonders gut brauchbares Grün gibt.

Bild
Auf dem Bild sind ein paar Pflanzen die sie bei mir immer nehmen
Schon seit März verfüttere ich Knöterich, Polygonum (Fallopia) aubertii.
Diese frischen Triebe sind in der Lage, an einem Tag mehrere cm zu wachsen.
Diese Triebe mögen sie besonders. Auch ältere Blätter davon werden gern geschnitten.
Rankender Mauerwein, eine weitere Pflanze deren Blätter sie lieben.
Auf dem Bild ist noch eine Blütenpflanze, deren Name mir nicht bekannt ist.
Deren Blüten stehen seit Wochen ganz oben auf ihrem Speiseplan.

Neben den hier in Forum schon aufgezählten Blättern, hatte ich kurzzeitige Erfolge mit:
Waldmeister, Linde, Johannesbeere, verschiedenen Weiden, Eiche, Rotklee, Ackerwinde, Hahnenfuß,
Vogelmiere, Gundelrebe, Mohnblütenblätter.

An Gräsern habe ich nichts gefunden was sie mögen, wurden bestenfalls als Baumaterial verwendet.

Bei den Rosen musste ich die Erfahrung machen, das Rose für diese Ameisen nicht gleich Rose ist.
Sie nehmen nur die frisch gewachsenen Blätter und das auch nicht von jeder Rose.
Mit Rosenblüten hatte ich noch kein Glück.
Brombeerblätter sind zur Zeit nicht ihr Ding, werden nicht angerührt.

Bekommen sie nicht ihre Lieblingsblätter, gehen sie auch an Pflanzen welche sie sonst liegen lassen.
Das gibt Hoffnung, auch im Winter ausreichend Grünzeug zu finden.
Von manchen Pflanzen oder Blättern, schneiden sie nur die Stängel.
Eine weitere Beobachtung, was sie heute wie wild schneiden und eintragen, wollen sie nach ein paar Tagen nicht mehr.
Andere Blätter werden weiter geschnitten, satt können sie wohl nicht sein.

Als kleine Kolonie waren sie alle 2-3 Tage vermehrt am schneiden, dazwischen wenig Aktivitäten.
Habe da schon manchmal gedacht, sie sind krank.
Heute sind sie immer hungrig, so lange es Abwechselung gibt.
Mit dem vermehrten Blatteintrag wächst der Pilz schneller. Einen kleinen Teil der Blätter lagern sie als Vorrat.

Noch ein Nachtrag.
Mit der anwachsenden Arbeiterinnenanzahl sind sie deutlich aggressiver geworden.
Früher verhielten sie sich ruhig, verharrten bewegungslos bei Eingriffen im Nestbereich.
Heute ist das nicht mehr so.
Die Ameisen kommen in größerer Anzahl aus dem Pilz und laufen aufgescheucht mit gehobenen Mandibeln umher.
Es braucht einige Zeit, bis sie sich wieder beruhigt haben und sich die Lage normalisiert.
Es ist schwieriger geworden, Reinigungsarbeiten durchzuführen.
Wenn sie so weiter machen, müssen sie diese im Pilzbecken bald selber übernehmen.

Eine neue Herausforderung für die Ameisen entwickelt sich.
Die Temperaturen werden immer sommerlicher, zeitweise lagen sie schon bei 29°C im Pilzbecken.
Zur Zeit ist es mir noch möglich die kleine Anlage in den Keller zu verfrachten.
Es interessiert mich allerdings auch, ab welcher Temperatur das Pilzwachstum sich verändert, um für die Zukunft planen zu können.
Die Anlage wird im nächsten Sommer nicht mehr transportabel sein.
Die 29°C haben sich nicht negativ ausgewirkt, der Pilz ist besonders gewachsen.
Allerdings ist das Wachstum aus meiner Sicht nicht auf die höhere Temperatur zurückzuführen. Es lag eher an einem passendem, reichlichem Futterangebot.
Erne
 


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Beitragvon Erne » 8. Juli 2007, 16:26

[size=134]Eine riesige Katastrophe hat es Heute gegeben, mal sehen wie sie das wieder hinbekommen.[/SIZE]
Gute Pilzzüchter sind sie ja, nur vom Hochbau verstehen sie nichts.
Ihren Pilz hatten sie an einer Seite des Beckens bis an den Deckel gebaut, mit einer Größe von 20x20 cm, Dicke 6-8 cm.
Als es oben nicht mehr weiter ging, hatten sie den Einfall, einfach seitwärts oben unter dem Deckel weiter zu bauen.
Die Konstruktion die sie da mit Eifer anlegten, war arg Kopflastig.
Nun das Problem haben sie jetzt ja gelöst.
Mehr als die Hälfte des Pilzes ist abgebrochen und in das Becken gefallen.
Zu ihrem Pech lag dort auch der Müllhaufen, der ist jetzt fein säuberlich versteckt.
Bild
Rechts ist noch das Gründgerüst des Pilzes zu sehen, links neben dem Spalt liegt jetzt das Oberteil.
Sieht so aus als wenn ihnen das nicht besonders viel ausmacht, oben auf der Ruine sind sie schon wieder dabei, den Pilz in die Höhe zu bringen.
Einzig der begrabene Müllhaufen scheint sie vor Probleme zu stellen, viele Ameisen versuchen an ihren alten Schrott zu kommen.
Etwas haben sie schon wieder ausgegraben.
Genug Ameisen sind es ja um wieder Ordnung herzustellen, schätze ihre Anzahl auf ca. 1000.

Das ich sie ohne Substrat halte, beschert ihnen Probleme mit denen sie nicht umgehen können.
Um Vorzubeugen habe ich ihnen etwas Hilfe eingebaut, ein paar Vierkanthölzer.
Mal sehen ob sie mich verstanden haben?
Erne
 


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Beitragvon Erne » 17. Juli 2007, 17:34

Es gibt bald weiter, reichlichen Nachwuchs. Größere Larven und Puppen haben sie einfach mal so
aus dem Pilz geräumt und in der Futterarena aufgestapelt, damit ich sehen kann, das es ordentlich voran geht.
Ganz so einfach ist es nicht, es herrscht Notstand bei meinen Ameisen.
In den letzten Tagen ist die Temperatur im Raum wo ich meine Ameisen halte, bis auf 30°C geklettert.
Damit scheint die obere Grenze an Temperatur erreicht zu sein, jedenfalls für den Nachwuchs.
Am Pilz bauen sie noch weiter, er wächst noch normal.
Hoffe das die Außentemperaturen wieder etwas sinken, sonst muss ich mir noch Etwas einfallen lassen.
Bild Bild Bild
Erne
 


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Beitragvon Erne » 20. Juli 2007, 20:53

Zum Glück sind die Temperaturen gesunken, was sie gleich dazu veranlasste, ihre Puppen und Larven meinen beobachtenden Augen zu entziehen.
Alles scheint wieder seinen normalen Lauf zu gehen.
Auch sieht es so aus, das diese Ameisen belastbarer sind als wie erwartet, sie sind in der Lage zu reagieren.
Das ist eine Beobachtung, die ich gut für eine anstehende Erweiterung der Anlage verwenden kann.
So schnell wie sich diese Ameisen vermehren, muss ich die gelesenen Entwicklungszeiten neu überdenken.
Sie sind deutlich kürzer!
Leider habe ich es versäumt genauere Aufzeichnungen darüber zu führen und jetzt ist es nicht mehr machbar.
Hatte einfach nicht damit gerechnet, das ich die Königin durchbekomme.

Eine weitere Erkenntnis, sie sind nicht so schwer zu halten wie von mir erwartet, ich hatte mich da zu sehr an dem orientiert, was da über die
Haltung dieser Art geschrieben wurde.
Das ist auf einer Seite erfreulich, gibt aber auch Anlass zum Nachdenken, es wird so auch Möglich das Neueinsteiger diese Art aufziehen.
Wo noch kein geübter Umgang mit Ameisen vorauszusetzen ist und die Folgen nicht einzuschätzen sind.

Der abgebrochene und umgefallene Pilz ist auch schon vergessen.
Den Müll haben sie wieder ausgegraben und an der Seite des Pilzbeckens gestapelt, scheint reichlich mehr geworden zu sein.
Jetzt warte ich auf den Tag, wo es sich bewahrheitet, das sie ihren Müll in einem extra Becken ablagern. So wie es aussieht muss ich wohl weiter warten, das Futterbecken akzeptieren sie dafür nicht und ein weiteres Becken gibt es von mir noch nicht, da bin ich auch stur.
Nein, ich habe einfach noch keins.

Auf den Trümmern ihres verunglückten Pilzes haben sie mittlerweile den Pilz schon fast wieder bis an den Deckel gebaut, nur da sind jetzt ja die Kanthölzer, was sie da wohl mit anfangen?
Auf den Trümmern ihres verunglückten Pilzes haben sie mittlerweile den Pilz schon fast wieder bis an den Deckel gebaut, nur da sind jetzt ja die Kanthölzer, was sie da wohl mit anfangen?
Bild
Zur Zeit sieht es so aus, das ich die falsche Wahl getroffen habe, sie sind bemüht den Pilz weiträumig herumzubauen.
Mal schauen wie es sich weiter entwickelt?
Erne
 


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