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  • 2.6.1 Anatomie der Ameise
  • 2.6.2 Entwicklungsstadien der Ameise

2.6.1 Anatomie der Ameise
Auszug: Kennzeichnend f√ľr den K√∂rperbau der Ameisen ist die deutliche Teilung des K√∂rpers in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (die Gaster), wobei letzterer bei allen Arten durch ein so genanntes Stielchen Petiolus, bestehend aus einem oder zwei Segmenten, vom Brustabschnitt abgesetzt ist.
Die F√ľhler ("Antennen") sind abgewinkelt: Auf einen aus einem Segment bestehenden Schaft folgt eine Gei√üel.
Die besteht wiederum aus einem Grundglied und einer je nach Gattung wechselnden Zahl von Geißelgliedern.
Ein bis vier endst√§ndige Gei√üelglieder k√∂nnen besonders gro√ü und verdickt sein; sie bilden die F√ľhlerkeule.

Am Kopf befinden sich die Sinnesorgane der Ameise: die großen Komplexaugen, ein Antennenpaar und die Mundwerkzeuge.
Die Mundwerkzeuge der Ameisen werden dem kauend-beißenden Typ zugeordnet.

Der Thorax (Brust) besteht wie bei allen Insekten aus drei Segmenten: Pro-, Meso- und Metathorax; jeder dieser Abschnitte trägt ein Extremitätenpaar, also insgesamt sechs Laufbeine.
Diese gliedern sich in H√ľftglied, Schenkelring, Schenkel, Schiene, Fu√ü und Krallenglied.
Der durch das Stielchenglied bewegliche Hinterleib (Abdomen) kann einen Giftapparat besitzen, der je nach Unterfamilie oder Gattung unterschiedlich gestaltet ist.

Erklärende Grafiken zur Anatomie der Ameise:

Kopf (Caput) Seitenansicht - Die Mundwerkzeuge
88

Kopf (Caput) Frontalansicht
86

Anatomie der Ameise - Seitenansicht
81

Anatomie der Ameise - Draufsicht
82

Anatomie der Ameise - Dr√ľsen und Organe
90

2.6.2 Entwicklung der Ameise
Ameisen gehören zu den Insekten mit einer vollständigen (holometabolen) Verwandlung.
Die von der K√∂nigin gelegten Eier entwickeln sich zu Larven und diese zu Puppen, aus welchen dann schlie√ülich die Imagines (voll entwickelte Insekten) schl√ľpfen.
Der nat√ľrliche Trieb der Ameisen zielt darauf ab, alles zu tun, damit es der Brut gut geht.
Dies ist leicht verst√§ndlich, wenn man bedenkt, dass hier weitere Arbeiterinnen heranwachsen, welche wichtige Aufgaben √ľbernehmen und somit das √úberleben der Kolonie sichern.
Die Brut - insbesondere die Larven - ist somit eine der Triebfedern einer Kolonie.
Deshalb wird die Brut bestmöglich versorgt und bei Gefahr in Sicherheit gebracht.

Eier:
47
[von Barristan]

Eipaket:
83[von Erne]
Die Eier vieler Arten haben eine ovale bis runde Form und je nach Art sind sie anders gefärbt (bei den meisten Arten weiß aber auch gelbe und schwarze Eier kommen vor).
Bei vielen Gattungen sind sie mit einer "Klebeschicht" √ľberzogen, die von den Sekreten der Ameisen stammt und es Arbeiterinnen oder gr√ľndenden K√∂niginnen erlaubt, die Eier zu sogenannten "'Eipaketen" zusammenzukleben.
So lassen sie sich sehr einfach transportieren, da nicht jedes Ei einzeln getragen werden muss.
Aus befruchteten Eiern, also Eiern mit einem diploiden (zweifachen) Chromosomensatz, entwickeln sich in der Regel Weibchen, aus unbefruchteten Eiern mit einem haploiden (einfachen) Chromosomensatz Männchen.

Bei den meisten Arten werden Eier nur von den Königinnen gelegt aber in Ausnahmesituationen können auch die Arbeiterinnen mancher Arten Eier legen - zum Beispiel beim Tod der Königin(nen).
Voraussetzung ist, dass die Ovarien (Eischläuche) gut genug entwickelt sind.
Die Eier, die die Arbeiterinnen legen, sind allerdings unbefruchtet, woraus folgt, dass sich die Eier zu Männchen entwickeln (wenn sie nicht gefressen werden).
Sollten Eier einmal von einer Kolonie oder einer gr√ľndenden K√∂nigin gefressen werden, ist das ein Zeichen daf√ľr, dass der Kolonie zu wenig Nahrung, vor allem zu wenig Eiwei√ü, zur Verf√ľgung steht.
Allerdings werden bei wenigen Arten von den Arbeiterinnen - welche meist nur in Ausnahmesituationen Eier legen, diese Aufgabe obliegt normalerweise der Königin - auch mit Absicht unbefruchtete "Futtereier" gelegt, die einzig und allein der Ernährung dienen.
Die Eier der meisten Arten benötigen eine hohe Feuchte.

Larven:
87 43 [von Erne]

Je nach Art gibt es unterschiedlich gro√üe Larven, aus denen sp√§ter kleinere und gr√∂√üere Arbeiterinnen schl√ľpfen.
163 [von Erne]

Das Aussehen der Larven kann man mit dem von Maden vergleichen.
Sie bestehen aus ungefähr 14 Segmenten, je nach Gattung unterschiedlich.
Larven sind weiß, feuchtglänzend und länglich mit einem spitzen Körperende, an dem sich ihr Maul befindet.
Häufig haben sie auch Borsten an ihrer Körperoberfläche, die mehrere Funktionen, wie das Zusammenheften zu Paketen durch Verhaken der Borsten und den Schutz vor Kannibalismus, haben.

Larven sind zu leichten Bewegungen wie dem Drehen des Kopfes imstande.
Sie sind allerdings nicht in der Lage sich vom Fleck zu bewegen.
Larven haben eine enorme Wachstumsrate, da es das einzige Stadium im Leben der Ameise ist, in dem sie √ľberhaupt wachsen k√∂nnen.
Von daher brauchen sie eine enorme Menge an Nahrung, vor allem Protein.
Die Larven werden entweder mit Sekreten gef√ľttert oder einem vorgekauten Futterbrei aus dem "Sozialen Magen" der Imagines.
Andere Arten legen ihnen Futterbrocken auf den Bauch, die dann gefressen werden, zum Beispiel Arten der Gattung Pheidole.

Man kann ungefähr in der Mitte der Larve einen dunklen Fleck erkennen:
Die aufgenommene Nahrung im Mitteldarm, die noch nicht ausgeschieden werden kann, da in diesem Brutstadium noch keine Verbindung zwischen Mittel- und Enddarm besteht.
Die Larven der meisten Arten benötigen eine hohe Feuchte.

Die Larve ist bei den meisten Arten das einzige Brutstadium, das √ľberwintert - manche Arten (wie z.B. Formica-Arten) √ľberwintern g√§nzlich ohne Brut.

Puppen:
Bei den Puppen kann man leicht 2 Formen unterscheiden, Kokonpuppen und Nacktpuppen.

Kokonpuppen:
85 [von Erne]
48
[von Barristan]

Eine Nachwuchsansicht mit verschiedenen Brutstadien.
983
[von Unkerich]

Nacktpuppen
89

44
(von Diffeomorphismus)

198
(von Diffeomorphismus)

Die Nacktpuppen verzichten gänzlich auf den gesponnenen Kokon (meist von einer hellen, braunen Farbe), der bei Kokonpuppen die Puppe umgibt und dieser einen gewissen Schutz bietet.
Nacktpuppen haben diesen Kokon nicht und sehen aus wie transparente, schlafende Arbeiterinnen. Puppen ben√∂tigen keine Nahrung mehr und kaum noch Pflege, sie werden lediglich zu den g√ľnstigsten Bereichen des Nestes transportiert, damit sie sich schnellstm√∂glich entwickeln k√∂nnen.

Innerhalb der Puppe beginnt die Metamorphose, ein kompletter, körperlicher Umbau.
Extremitäten, Augen und Fresswerkzeuge bilden sich aus und der Körper erhält seine dreigliedrige Form.
Am Ende älterer Kokons von Kokonpuppen kann man einen schwarzen Punkt, das Meconium, ausmachen - das sind die Nahrungsreste,
die im Larvenstadium aufgrund der noch fehlenden Verbindung zwischen Mittel- und Enddarm nicht ausgeschieden werden konnten.
Sobald diese Verbindung besteht, scheiden die Puppen alle Nahrungsreste aus.

In der Regel kommt innerhalb einer Art nur eine der beiden Puppenformen vor.
Aber es kann passieren, das bei Arten, die normalerweise Kokonpuppen besitzen, auch Nacktpuppen entstehen - vermutlich insb. dann, wenn die Larven am Untergrund keinen Halt finden
und sich so nicht einspinnen können.
Die Puppen der meisten Arten benötigen eine relativ trockene und möglichst warme Umgebung - deshalb ist es auch normal, dass sie von Arbeiterinnen beaufsichtigt, kurzfristig außerhalb des Nestes in der Sonne oder auf einem erwärmten Stein gelagert werden.

Imagines: Noch nicht ausgefärbt.
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46
(von Diffeomorphismus)

Imagines (Einzahl: Imago) sind die voll entwickelten (adulten) Insekten, die aus den Puppen (oft nur mithilfe der Arbeiterinnen oder K√∂niginnen) schl√ľpfen.
Sie wachsen nicht mehr und besitzen ihre endg√ľltige Form.

Bei vielen Arten muss der Chitinpanzer allerdings erst aushärten, was - je nach Art - ungefähr 2-4 Tage dauert. In dieser Zeit sind die Ameisen von heller, transparenter Farbe.

Grafiken: Karl Diewald
Bilder: Alex Wild, Karl Diewald, Lord Helmchen, Barristan, Diffeomorphismus, Erne, Unkerich
Autor: chrizzy
√úberarbeitet: Erne

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