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Ameisenstarter: Milbenbefall bei Camponotus nicobarensis (27. Dezember 2017, 05:14)

Hallo liebes Forum.

Entsetzt musste ich feststellen, dass meine geliebte Camponotus nicobarensis Kolonie wohl einen Milbenbefall hat!
Da es zu Weihnachten eine USB Kamera geschenkt gab, die verspricht bis zu 1000fach vergrößern zu können (bei den Bildern war eine solche Vergrößerung aufgrund der Scheibe nicht möglich), habe ich die Kolonie genauer untersucht und auch fotografiert.

Bei Betrachtung der Bilder fielen mir schnell weiße Punkte, eigentlich alle an den Gaster der Ameisen, auf. Sofort war mir klar, dass es sich wohl um Milben handelt. Es sind nicht alle Ameisen besetzt mit diesen Punkten, die Verteilung ist mir ein Rätsel, die Medias (3) und der Major sind nicht betroffen, was mir logisch erscheint, da sie das Nest nie verlassen, doch auch eine der Königinnen ist mit am stärksten betroffen. (Bilder unten)

Panisch und genau, habe ich nun Arena und Nest untersucht.
In der Arena habe ich nur eine bereits auseinandergenomme Arbeiterin gefunden, die wohl schon länger tot ist und keine Milben aufweist.
Im Nest habe ich 3 Tote gefunden, wobei ich zugeben muss, dass ich den ungenutzten Teil des Nestes, in dem ich 2 der Toten fand, mindestens 2 Wochen lang nicht genauer angeschaut habe und so eventuell Tote, die teils im Seramis etwas eingegraben waren, übersehen habe. Die 3. Tote war zuerst im Gewimmel, bis sie zur Bewässerungsstelle getragen wurde, diese konnte ich, aufgrund einer beschlagenen Scheibe nicht fotografieren, auf dieser konnte ich jedoch keine Milben finden.

Natürlich, kann ich die Toten im Nest nicht genauer untersuchen, geschweige denn darstellen. Nur wollte ich euch die Bilder zeigen, um sicher zu gehen, dass es sich um Milben handelt und um Rat fragen, was ich nun tun kann/sollte.

Ich habe mir nun vorgenommen, das Nest weniger zu befeuchten und für eine bessere Belüftung, indem ich den Deckel der Arena häufiger abnehme, zu sorgen. Außerdem will ich heute Nachmittag Bio Zitronen besorgen, um, trotz des umstrittenen Erfolges, diese aufgeschnitten in die Arena zu legen. Ein RG mit Zitronensaft steht als Reaktion auf die vermeintlichen Futtermilben, die sich klar als Staubläuse entpuppt haben, noch zur Verfügung.

Ich bin ziemlich unruhig deswegen, obwohl die 3 Toten nicht zwangsläufig damit zu tun haben, da ich das Nest, wie bereits gesagt, lange nicht (eigentlich noch nie, da zu Beginn Tote, von denen es, mit Ausnahme der Transporttoten, nur 1 oder 2 gab, sofort in die Arena gebracht wurden) auf Tote untersucht habe und es außerdem nur wenige und das auch vor ein paar Wochen zuletzt Tote gab. Ich meine, dass es auch gut möglich ist, dass ich diese 3 einfach nur in meiner Panik gefunden habe und sie tatsächlich schon länger tot sind bzw. ihr Tod nichts mit den Milben zu tun hat.

Vielleicht handelt es sich ja um "Transportmilben", die den Ameisen nicht schaden, da das aber keiner sicher sagen kann, bleibe ich ziemlich besorgt, doch hoffe, dass es so ist.

Futtertiere überbrühe ich.

Ansonsten zeigt die Kolonie, bis auf eine Arbeiterin, die gestern wie verrückt versucht hat den Paraffinöl Streifen zu überqueren, keine Veränderung. Als Reaktion auf diese Arbeiterin, die den Streifen beinahe überwunden hat, werde ich diesen erneuern.

Nun folgen noch die Bilder.

LG

Erne: Re: Milbenbefall bei Camponotus nicobarensis (27. Dezember 2017, 10:07)

Das ist wirklich schade.
Die Milben sehen in etwa so aus wie ich sie zu Anfang meiner Pheidole sinica- Haltung feststellen musste.
Milbenbefall.jpg
Die Frage die sich stellt, Verschiedenes versuchen oder radikal die Ameisen mit dem Mikroskop
ausselektieren, die noch Milben frei sind.

Grüße Wolfgang

Maddio: Re: Milbenbefall bei Camponotus nicobarensis (27. Dezember 2017, 11:30)

Oh man, dass sind keine guten Neuigkeiten.

Dennoch, du solltest nicht in Panik verfallen, und übereilt irgendwas tun, was der Kolonie noch mehr schaden könnte, als die Milben selbst.

Ich hatte damals bei meinen F. fusca ein Milbenproblem festgestellt, und die Kolonie hat sich trotzdem prächtig entwickelt, ich sehe auch heute auch keine Milben mehr auf den Fotos. Das heißt nicht, dass es vlt auf dem einen oder anderen Individuum, vlt speziell bei geschwächten Tieren, doch noch einen Befall gibt. Aber die Kolonie scheint gut damit leben zu können.

Was du auf jeden Fall als ersten Schritt machen kannst, ist die Umgebung für die Milben so ungemütlich wie möglich zu gestalten. Das bedeutet vor allem so trocken, wie es gerade möglich ist, ohne die Ameisen zu schädigen. Eine Tränke brauchen die Ameisen natürlich trotzdem, zur Wasserversorgung.

Aber insbesondere das Nest kannst du eine zeitlang trocken halten. Das wird die Vermehrung der Milben hoffentlich eindämmen. Wenn sich die Ameisen dann gleichzeitig vermehren, werden es immer weniger Milben, die auf eine Ameise kommen. Möglicherweise wird es dann wie bei mir, und das Problem erledigt sich dadurch irgendwann von selbst.

LG Maddio

Harry4ANT: Re: Milbenbefall bei Camponotus nicobarensis (27. Dezember 2017, 11:55)

Du kannst bei dieser Art eigentlich die Nestbefeuchtung problemlos sogar komplett einstellen über einen längeren Zeitraum - hatte bei mir keine negativen Auswirkungen und die Tiere haben sich nur über die Tränke versorgt. Deckt sich auch mit anderen Haltungsberichten.

Eventuell auch die Nestbeheizung etwas herunterfahren für einen gewissen Zeitraum.

Habe öfter mal von dem Mittel Vita Biosa gelesen, dass man dann z.B. stark verdünnt in die Tränke gibt gegen Milben.


Viel Erfolg !