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cicindela: sprüht Lasius niger Ameisensäure ? (25. November 2006, 18:44)

Hallo liebe Ameisenfreunde,

wer kann mir zuverlässig Auskunft darüber geben, ob Lasius niger Ameisensäure versprüht oder nicht ? In den Büchern, die ich las, werden unterschiedliche Angaben gemacht, daher bin ich nun ganz verunsichert.
Falls Ameisensäure versprüht wird, nehmen diese Ameisen dann die typische Abwehrhaltung ein ( Hinterleib unter Thorax nach vorne in Richtung Feind gebogen) ?
Bin gespannt auf Antworten !

Cicindela

Sajikii: (25. November 2006, 20:58)

Lasius niger versprüht Ameisensäure, dass ist richtig. Allerdings konnte ich noch nie wirklich diese typische Stellung wie man es z.B. bei Formica rufa immer sieht, nie wirklich beobachten. Lasius niger setzt die Ameisensäure dann ein, sobald eine Wunde z.B. bei einer Beute erbissen wurde. Vlt. versprüht sie die Säure auch auf wirklich kurze Distanz. Aber mehr kann ich wirklich nicht dazu sagen ;)

Vlt. meldet sich ja hier jemand noch, der mehr darüber schreiben kann ...

Darius: (25. November 2006, 21:07)

Hallo cicindela,

zunächst einmal Willkommen im Forum. :-)
Deine Frage wurde ähnlich schon einmal gestellt. -> http://www.das-ameisenforum.info/thread.php?threadid=7590&hilight=lasius+niger+ameisens%E4ure

Von einer Abwehrstellung wie bei Formica ist mir auch nichts bekannt. Hier bin ich aber auch nicht 100% sicher.

Gruß, Darius

Boro: (26. November 2006, 21:00)

Ich konnte auch noch nie beobachten, dass die Arbeiterinnen der Gattung Lasius auf größere Distanz (Richtung Feind) ihr Gift verspritzen. Lasius versucht ihr Gift im Zuge des Kampfgeschehens direkt auf die Gegnerin aufzusprühen, vor allem in den Bereich der Schwachpunkte (z. B. Gelenke)
Die stachelbewehrten Ameisen haben es noch schwerer die Gegnerin auszuschalten, weil sie mit dem Stachel nur in die wenigen verletzlichen Stellen (z. B. Mundregion) ihr Gift injizieren können. Bei der großen Manica rubida kann man mit freiem Auge gut beobachten, wie sie die Gegnerin mit dem Hinterleibsende förmlich "absucht", um die geeignete Stelle zu finden.
Bei den Waldameisen (z.B. F. rufa) ist das ganz anders: Sie hat einen sehr gut entwickelten Sehsinn und reagiert auch auf Erschütterungen oder die plötzliche Schattenbildung auf dem Nest (wenn wir uns annähern) und geht sofort in " aufrechter" Haltung mit vorgestrecktem Gaster in Abwehrstellung. Mit Hilfe ihrer großen Giftdrüse kann sie eine relativ große Giftmenge mit einiger Zielgenauigkeit über weitere Distanz versprühen. Das hat wohl seinen Sinn, denn wenn einer der potentiellen Feinde (Specht, Wildschwein, Dachs) so eine Ladung genau ins Auge bekommt, ist es mit der Angriffslust wohl vorbei.
Auf feindliche Ameisen hat die große versprühte Giftmenge eine fatale Wirkung. F. rufa braucht keine spezielle Stelle der Gegnerin zu treffen, sie wird oft zur gänze mit Gift "eingesprüht". Das erkennt man leicht an der plötzlich nassen und dunkleren Chitinpanzerung. Kann sich die Gegnerin irgendwie lösen, sieht man gleich, wie sie versucht durch Anpressen des Körpers am Boden und Schleifbewegungen das Gift loszuwerden.
Nebenbei: Die Ameisensäure ist natürlich auch für unser Auge gefährlich!
Gruß Boro

cicindela: (15. Dezember 2006, 20:04)

Liebe Ameisenfreunde,
vielen Dank erstmal für Eure Antworten !
Cicindela