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StolenSoul: Puppe gewaltsam geöffnet (15. Juni 2006, 22:53)

Grüße,

Ich hab' zwar schon relativ vieles gesehen, kann mir aber folgendes Verhalten meiner Camponotus ligniperda nicht erklären:

2 Arbeiter haben eine noch nicht vollständig ausgewachsene Ameise aus ihrer Puppe herausgezogen, zuerst dachte ich sie wollte ihr helfen, herauszukommen, aber als sie sie (die Nacktpuppe quasi) danach dann langsam verspeist haben, habe ich mich schon etwas gewundert.
Dachte zuerst sie hätten vllt. Eiweißmangel, aber eigentlich haben sie am vorigen Tag mehrere Mehlwürmer bekommen und diese auch angenommen. Habe ihnen trotzdem nochmal eine Fliege und 2 Mehlwürmer angeboten, die aber verschmäht würden.

Gibts irgendeine Erklärung dazu?
Danke im Vorraus, hat mich irgendwie nur etwas gewundert.

lG

K Kris: (16. Juni 2006, 13:23)

Hallo.

Ich habe mit meinen Camponotus ligniperda seit cca. ywei Wochen genau dasselbe Problem. Vorige Woche hatte ich noch vier Puppen, von denen dann drei aufgefressen wurden.

Ich habe bischer nicht gerade ordentlich für angemessene Feuchtigkeit gesorgt (habe nur hin und wieder bewässert, da ich davon ausging das C. ligniperda es trocken mag). Vielleicht lieg daran das Problem? Jedenfalls werde ich jetzt regelmässige befeuchten und vielleich klappt es ja jetzt.

Gaster: (16. Juni 2006, 15:38)

Bei mir ist es auch aufgetreten, es war direkt, nachdem sie starkem Stress ausgesetzt waren. Nun (nach drei Tagen ) hat es sich aber gelegt.


MfG Jan

Sahal: (16. Juni 2006, 16:12)

Hi und Hallo,

ich kann es mir schlicht und ergreifend nicht vorstellen, das gerade bei K.Kris dieses Verhalten durch Stress ausgelöst wird... schätze ich ihn doch eher als sehr bedächtigen Halter ein.

Ich selbst konnte dieses Verhalten tränenden Auges bei Messor structor beobachten... hier vorangegangen ist aber eine mangelnde Feuchte/mangelndes Futterangebot im Larvenstadium! Ich ging seinerzeit von einer nicht voll entwickelten Larve/Präpuppe aus, die während der Puppenruhe Defekte aufwies... nachdem diese durch definitiv falsche Haltung (vermutlich) geschädigten Larven alle weg waren, entwickelten sich die Puppen normal, bzw wurden nicht mehr gefressen.
(Ob Puppen trotz Ruhe Singnale wie "Hey, ich bin ok" oder "Ops, ich bin behindert, fresst mich" aussenden, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis... zu vermuten wäre es)

K Kris: (16. Juni 2006, 17:57)

Hallo nochmal,

Stress kann ich persönlich mit relativer Sicherheit ausschliessen.

Wie aber Sachal schon erwähnt hat kann es zu soetwas durch unzureichende Feuchtigkeit oder Fütterung kommen. Obwohl ich das Letztere aus diversen Gründen gerade bei Camponotus ligniperda ausschliessen würde - ich habe in verschiedenen Arbeiten gelesen, dass gerade diese Art in der Gefangenschaft ohne Probleme nur mit reinem Honigwasser gehalten werden kann und sich prächtig entwickelt.

Gaster: (16. Juni 2006, 19:15)

Ähm... also das ist ja eigendlich garnicht möglich... oder teusche ich mich da...? Nur mit Honigwasser? Da könnten sich dann unmöglich Eier gelegt werden bzw. sich Larven weiterentwickeln. Sie brauchen dazu doch in jedem Fall Eiweiß.


MfG Jan


Ps: Ich habe den Stress nicht selbst ausgelöst, wir waren im Urlaub und meine Tante hat sich um die Ameisen gekümmert. Ich hätte ihr aber natürlich sagen müssen, dass sie das Reagenzglas immer liegenlassen soll. Ich dachte mir aber, dass sie sich so vor ihnen ekelt, dass sie das so oder so tun wird... naja, da habe ich mich dann wohl geteuscht und es war letzten Endes doch meine Schuld...


MfG Jan

Sahal: (16. Juni 2006, 19:31)

ReHi,

das mit dem Honigwasser wäre auch für mich sehr neu, wäre doch für eine ausschließliche Ernährung mit Honigtau/Honig eine Endosymbiose erforderlich...

Aber Quellenangaben würden mich brennend interessieren...

K Kris: (16. Juni 2006, 20:29)

Leider komme ich jetzt im Moment nur auf Hermann Stitz > "Ameisen oder Formicidae" - wird jedoch auch in diversen anderen Arbeiten erwähnt. Soweit ich mich entsinnen kann sollen C. ligniperda bei ausreichender Fütterung mit Honigwasser anderes Futter sogar ablehnen.

Und Bitte versteht mich nicht falsch - ich will hier jetzt keine Gerüchte in die Welt setzen, dass man Ameisen kein Proteinfutter anbieten sollte. Ich sage eben bloss, das ich deswegen anzweifle ob die Puppenprobleme bei meinen C. ligniperda durch unzureichende Fütterung ausgelöst worden sind (besonders weil ich, Herman Stitz und andere hin oder her, trotzdem Proteinhaltiges Futter angeboten habe und immer noch anbiete und es auch künftig tun werde).

K Kris: (21. Juni 2006, 23:26)

Jetzt mal ein „Update“,

Seit meinem Beitrag hier ist einiges passiert. Ich habe mit regelmässigerem Befeuchten angefangen (ich weiss immer noch nicht wieso ich C. ligniperda für eher xerotherm gehalten hatte und wieso ich es deswegen mit der Befeuchtung nicht so ernst genommen habe).

Jedenfalls wurde seit meinem Eintrag nur ein Kokon aufgerissen und die Puppe verspeist, jedoch sah das Kokon irgendwie falsch aus. Das Gespinst war viel zu dursichtig - ich nehme mal an zu dünn und es sah ziemlich kleingeraten aus, und gerade deswegen war ich nicht besonders überrascht.

Es wurden zahlreiche neue Kokons (10) gesponnen und sind jetzt schon einige Tage alt – ich will natürlich nicht voreilig sein aber es sieht dennoch zuversichtlig aus, denn die Kokons wurden davor nach ein bis zwei Tagen zerstört.

Die Königin hat vor zwei/drei Tagen eine neue Runde Eier gelegt (wenigstens 11) und desöfteren befindet sich eine Arbeiterin über einen längeren Zeitraum hinweg in der feuchteren Kammer.

Wie gesagt, ich will keine voreiligen Schlüsse ziehen aber vielleicht war das Problem wirklich die Feuchtigkeit.

Ich melde mich wieder.