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R2Da_iKeMan: Sand im Honig (7. September 2007, 23:22)

Hallo, ich halte Formica cf fusca und mir ist schon seit längerer Zeit aufgefallen, dass sich nach spätestens einem Tag immer Sand in den Honigtropfen befindet. Ich biete den Honig immer in kleinen Tropfen auf einem Schälchen an, damit keine Ameisen darin ertrinken können. Beobachtet hab ich noch keine Ameise die Sandkörner zum Honig trägt. Am Rand meines Seramis gefüllten Wasserschälchen befindet sich ebenfalls schon recht viel Sand.
Ist irgendjemandem soetwas auch aufgefallen und hat eine Erklärung dafür?

Als zweites wollte ich noch wissen wass es mit den Pollen auf sich hat. Ich habe meinen Ameisen bereits Blütenstaub von Sonnenblumen angeboten, aber sie haben ihn nicht angerührt. Liegt es an der Pflanze oder daran, dass es nur der Staub war und nicht der Ganze Pollenstand?

Vielen Dank schonmal!

Darius: AW: Sand im Honig (7. September 2007, 23:48)

Hallo R2Da_iKeMan!

Zunächst einmal Herzlich Willkommen in unserem Forum!

Nun viele Ameisen füllen Flüssigkeiten mit Sand, Stöckchen etc., weil von ihnen die Gefahr des Ertrinkens ausgeht. In der Regel ist es egal, wie groß die Laache ist, sie löst den Reiz aus, die potentielle Gefahrenquelle zu befüllen.

Das mit den Pollen ist so eine Sache. Ameisen (abgesehen von Blattschneiderameisen) fressen nämlich nur den Nektar der Blüten, weil er süß ist. Leider haben aber nicht alle Pflanzen auch Nektarien, die für die Ameisen erreichbar sind. Die Pollen werden sie nicht fressen, weil sie nicht als Nahrung verwertet werden können.

Grüße, Darius :)

Boro: AW: Sand im Honig (8. September 2007, 10:51)

Hallo R2Da iKeMan!
Ich kann mich der Meinung von Darius nur anschließen und ergänzen, dass einige Arten (speziell Manica rubida, auch einige Myrmica-Arten) jeden Honigtropfen (als potentielle Gefahr erkannt) regelrecht zuschütten. Da werden Steinchen und Erdbrocken herbeigeschleppt und der Honigtropfen wird vollkommen zugedeckt! Und das geht noch dazu ganz fix!
Gruß Boro

Sahal: AW: Sand im Honig (8. September 2007, 14:09)

Hola,

neben der Absicherung einer Gefahrenstelle gibt es noch 2 weitere Theorien:

1. die Tarnung der Nahrungsquelle vor großen, potentiellen Nahrungskonkurrenten, Markierung als "Volkseigentum" gegen kleinere Konkurrenten.
Oft ist zu beobachten, dass ein Volk den gegebenen Honig erst einmal auszubeuten versucht, und erst nach "Sättigung" mit der Zubuddelei beginnt.

2. Wege/Stege bauen.
Dieses Verhalten geht mit der Absicherung von Gefahrenquellen einher, hat jedoch einen etwas anderen Zweck und ist nur auf Nahrungsquellen bezogen. Durch die Einbringung von Steinchen, Sand und sonstigen Unrat können sich die Ameisen gefahrlos der Nahrung nähern und sich gar auf ihr bewegen... sinnvoll vor allem, wenn großer Ansturm herrscht.
Diese Theorie nähert sich dann wieder dem bekannten Straßenbau auf Leimringen oder auf der Ölsicherung im Formicarium.

Nun viele Ameisen füllen Flüssigkeiten mit Sand, Stöckchen etc., weil von ihnen die Gefahr des Ertrinkens ausgeht. In der Regel ist es egal, wie groß die Laache ist, sie löst den Reiz aus, die potentielle Gefahrenquelle zu befüllen. Wenn Ameisen jegliche Flüssigkeiten und flüssige Gefahrenquellen mit Sand abdecken würden... dann dürfte es doch eigentlich keine Seen und Bäche mehr geben. Auch wären sie nach jedem Regen emsig damit beschäftigt, alle Pfützen zuzuschütten.
Dem ist aber definitiv nicht so.

Vermutlich liegt der Grund für dieses Verhalten wohl irgendwo in der Mitte, hat von jeder Theorie etwas und doch einen ganz anderen Grund :-)
Jedenfalls gibt es für jede Erklärung ebensoviel Pro wie Contra.

R2Da_iKeMan: AW: Sand im Honig (10. September 2007, 09:25)

Vielen Dank für eure Antworten.
Ich hatte eigentlich vor meine Ameisen mittels einer Vogeltränke mit Honig zu versorgen, aber wenn sie dann den Auslass nach und nach mit Sand und Steinchen verschütten muss ich diesen bestimmt alle paar Tage davon befreien und der Vorteil der Tränke wäre dahin. Ich glaube, dass ich es einfach mal ausprobieren werde.