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böse Miezekatze: Lasius cf. flavus - Königin tötet ihre Pygmäen (30. September 2009, 00:48)

Ich habe in diesem Sommer mehrere Gynen während der Schwarmflüge eingesammelt (NRW, ca. 100 m ü. NN), U.a. auch zweimal Lasius cf. flavus.
Bei der einen Gyne scheint sich alles normal zu entwickeln. Sie hat jetzt 2 Pygmäen, ein paar Puppen und nen Haufen Larven.

Die andere Gyne allerdings tötet permanent ihre Pygmäen. Alles andere der Brut scheint sie gut zu pflegen und die entwickelt sich auch gut. Sie hat nur eine Pygmäe, hat dafür aber schon 3 oder 4 direkt nach dem Schlupf getötet. Sie hat nun nur noch Larven (und die eine Arbeiterin) und auch nochmal Eier nachgelegt.

Ich habe auch zwar erst auf evtl. Stress getippt, aber den Gedanken dann doch wieder verworfen, weil alle anderen Gynen den "gleichen Stress" haben wie diese und weil eben auch nur die geschlüpften Ameisen getötet werden und nicht der Rest.

Ich bin echt überfragt woran das liegen könnte...


Ich halte im Moment alle Gynen/ Minikolonien (die sind alle von diesem Jahr) in RG's (natürlich jede Kolonie für sich, nicht das hier jemand auf die Idee kommt, ich hab alle in einen Topf geschmissen ;)), diese sind mit einem Wassertank versehen, abgedunkelt und geöffnet, liegen in einem Miniformi (kleine verschließbare Plastikboxen), bekommen regelmäßig Honig (im Wechsel zwei versch. Sorten) und Proteine in Form von Drosophila und andere Insekten (was ich grade so einfange).
Die RG's mit den Tieren befinden sich bei Raumtemperatur- da ich im Moment noch keine Heizung anhabe, passt sich die Temperatur der Umgebung draussen an.


Vielleicht kann mir hier jemand einen Tipp geben woran es liegen kann, dass die Gyne ihre Pygmäen tötet. Wie gesagt, der Rest der Brut scheint unberürt und wird auch m. E. nach ganz normal gepflegt.


Falls noch irgendwelche Angben fehlen, bitte Bescheid geben.



Danke schonmal.

Björn S.: (30. September 2009, 10:02)

Hallo Mieze,

keine Königin tötet ihre Kinder ohne Sinn.

Vermutlich waren es Totgeburten - also sie sind in der Puppe gestorben, weil die Königin zu lange gewartet hat, sie auszupacken --> erstickt.

Oder die Königin hat einen genetischen Defekt, der keine übelebensfähigen Nachkommen erzeugen kann.

chrizzy: AW: Lasius cf. flavus - Königin tötet ihre Pygmäen (30. September 2009, 17:17)

Hallo,

ja, wollte ich auch fragen... hast du gesehen , wie die Königin sie geötet hat, oder vermutest du das nur?

Wenn schonmal 1 Pygmäe vorhanden ist, kann man einen von Björn angesprochenen "genetischen Defekt, der sie keine überlebensfähigen Nachkommen erzeugen lässt", ausschließen.

lg, chrizzy

Anonymous: (2. Oktober 2009, 13:55)

Hallo böse Miezekatze!

Ich habe ebenfalls einige Lasius cf. flavus Gynen am gründen. Ich kann nicht sagen woran es liegt, aber bei mir gründen sie weit aus zuverlässiger als Lasius cf. niger. Lasius cf. niger bringt z.T. Eier/larven hervor und frist sie, ich habe in meinen Gründungsbeobachtungen von diesem Jahr schon viele Varianten erlebt, warum eine Gründung scheitern kann, meißt aus mir unersichtilich Gründen.

Lasius cf. flavus konnte ich sogar aus einer Pleometrose isolieren, ihr drei Puppen beisteuern und sie legte fleißig Brut nach.

Was ich damit sagen will: Manchmal ist es, gerade in der Gründungsphase schwer für einen Halter auszumachen woran es liegt. Meißt sind es Haltungsbedingungen, extern auf die Ameise einwirkende Faktoren. Es fängt schon mit dem Wattestopfen im Reagenzglas an. Nicht jeder weißt die gleiche Dichte auf, oder ist gleich groß. In einem Reagenzglas ist es feuchter in dem anderen trockener.
Die Ameisen gründen claustral, das Larvenstadium ist dem nach das heikelste, sie müssen ihre Biomasse vervielfachen um in das Puppenstadium über gehen zu können. Für dieses Stadium ist allein die Gyne verantwortlich, wenn das Klima stimmt!
Ist es zu feucht wirds nichts, ist es zu trocken kostet es der Gyne zu viel Feuchtigkeit um diese claustral durch bringen zu können und die Larven werden gefressen.
Oft ist auch eine zu hohe/zu tief Luftfeuchtigkeit ein Aggressionsindikator. Evtl. ist das Klima noch ausreichend für die Brutstadien, jedoch kein Dauerzustand für die Gyne. Die Brut wird in den Nestern auch unterschiedlich gelagert.

Evtl. kann der Ursprung des Fehlverhaltens also auch an dem Klima liegen.

LG Imago

böse Miezekatze: (8. Oktober 2009, 23:31)

Hi!

Danke für Eure Antworten.

@crizzy: Nein, direkt gesehen ahb ich es nicht, aber ich konnte schon sehen, dass die Gyne an den Pygmäen "herumfummelt".


Hmm, interessante Beobachtungen, Imago.
Also mit meinen Lasius cf. niger Gynen habe ich auch absolut keine Gründungsprobleme gehabt, die Tiere vermehren sich wie die Ratten.

Nun gut, dann werd ich das einfach erstmal so hinnehmen (müssen).


Danke nochmal und liebe Grüße, Mieze.