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Berzerk: Vorstellung und Suche nach richtiger Art (14. Februar 2010, 16:05)

Hallo zusammen,

wollte mich kurz vorstellen und um Hilfe bei der Suche einer geeigneten "Anfängerart" bitten.
Ich komm' aus dem Stuttgarter Raum, bin kein ganz junger mehr ;) und seit 1 1/2 Jahren dem "Insektenvirus" verfallen. Ich halte und züchte verschiedene Mantodeen-Arten (Gottesanbeterinnen) und was man so zum Verfüttern braucht. (Terrarien- und Aquarienkenntnisse vorhanden ;) )
Mir ist schon klar, dass es X-tausend Themen zur Suche der geeigneten Art gibt, allerdings habe ich im Forum nicht die passenden Infos gefunden (SuFu zwar bemüht, aber vielleicht mit den falschen Suchbegriffen). Nehmt mir es also nicht übel.

Nachdem ich swagman's Bericht über Rhytidoponera metallica gelesen hatte, habe ich mich entschieden, es auch mit Ameisen zu versuchen.

Allerdings habe ich einige Bedenken, was das "Pestpotential" einiger Ameisenarten angeht. Mein Vater hatte vor einigen Jahren einen extrem hartnäckigen Ameisenbefall in seinem Haus. Ich kann mich sehr genau daran erinnern, da die Ameisenstraßen durch unser damaliges Kinderzimmer ging.
Es waren kleine, rote Ameisen, die "nesselten". Der Befall hielt trotz ständiger Bekämpfung über Jahre an und wurde erst durch eine Komplettsanierung beendet. Die Ameisen hatten sich in einen großen/fauligen Holzbalken eingenistet, der direkten Kontakt nach außen hatte. So etwas will ich in meiner Mietwohnung auf keinen Fall noch einmal erleben!

Ich stelle mir deshalb die Frage, ob Arten, die der Risikoklasse 1 entsprechen (einheimische Arten ohne Gefahr der Verbreitung in Europa) nicht besonders dafür geeignet sind, Wohnräume zu befallen. Vielleicht ein Trugschluss? Was meint ihr dazu?

Ich fasse die Kriterien, die die Ameisen möglichst erfüllen sollten, mal stichpunktartig zusammen:


klein bleibende Kolonie mit mittlerem Platzbedarf
möglichst "Allesfresser". Proteine aus "Abfällen" der Mantodeenhaltung (lebend und tot).
Unfähigkeit auf Glas/glatten Flächen zu laufen vgl. Rhytidoponera metallica
sollte ein Ytong-Nest annehmen
keine winzige Art (wg. Ausbruchsgefahr)
"ungefährlich", wg. kleinem Kind im Haushalt - sollte nicht stechen können
KEIN PESTPOTENTIAL (siehe oben)
möglichst keine Winterruhe (wobei Kühlschrank und tolerante Frau vorhanden wäre ;))
muss nicht unbedingt eine komplett anspruchslose Art sein
für den Anfang nicht allzu teuer in der Anschlaffung
So, das war's auch schon.

Grüße
Marco

Moya: AW: Vorstellung und Suche nach richtiger Art (14. Februar 2010, 16:42)

Vielleicht hilft Dir bei vielen Punkte meine kleine Tabelle weiter. Als Anfangsorientierung bestimmt nicht schlecht:

http://www.ameisenforum.de/einsteigerfragen/38154-die-richtige-ameisenart-wie-finde-ich-sie.html

swagman: AW: Vorstellung und Suche nach richtiger Art (14. Februar 2010, 17:00)

Hallo und Willkommen im Kreise der Ameisenbegeisterten.

Freut mich, dass mein Rhytidoponera Haltungsbericht Dich zur Ameisenhaltung angeregt hat. Da hat sich das schreiben ja schon gelohnt.

Ich befürchte jedoch, dass es kaum die "Perfekte" Art gibt welche deinen Vorstellungen in allen Punkten entsprechen könnte.
Da wirst du einige Abstrichen hinnehmen müssen.

An Glas können fast die meisten Arten laufen, allerdings bedeutet dies nicht, dass sie dies dann auch unbedingt machen.
Könnte jedenfalls bei meinen Arten schon beobachten, dass sie es irgendwann aufgeben wenn sie immer wieder an der Ausbruchssperre abrutschen. Natürlich nur, wenn die Haltungsbedingungen passen und sie ausreichend Futter bekommen. Ansonsten suchen sie natürlich nach Möglichkeiten in bessere Lebensräume auszuweichen.

Manche Arten können zwar stechen, tun dies aber nur wenn sie bedrängt werden. Beispiel Rhytidoponera, Harpegnathos usw.
Ansonsten sollten Kinder ohne Aufsicht am Besten eh nicht an die Becken kommen können. Stell mir gerade vor was los ist wenn so ein Becken mit hunderten Ameisen vom Regal gestoßen wird... brrr.

Exotische Camponotus Arten könnten recht passend sein. Große, meist schön gefärbte Arten die allerdings mitunter recht große Kolonien entwickeln.

Schau Dich doch einfach noch eine Weile bei uns um, besonders in den Haltungsberichten. Vielleicht kannst du Dich ja auf einige Arten einschränken. Wenn dann noch Fragen sind, nur her damit. Überstürzen sollte man das Ganze sowieso nicht.
Könnte auch sinnvoll sein sich etwas in den Shops umzusehen, was überhaupt verfügbar ist.
Ich denke, Du brauchst dich nicht auf heimische Arten beschränken. Für jüngere, unerfahrene Halter ist es sicher von Vorteil, aber wenn man schon etwas Erfahrung mit anderen Insekten usw. hat, dann kann man sich ruhig an eine exotische Art wagen.
Ich habe zwar schon als Kind Erfahrung mit der Ameisenhaltung gesammelt, bin dann aber gleich mit Myrmecia als erste exotische Art wieder eingestiegen.

Berzerk: AW: Vorstellung und Suche nach richtiger Art (14. Februar 2010, 18:52)


Exotische Camponotus Arten könnten recht passend sein. Große, meist schön gefärbte Arten die allerdings mitunter recht große Kolonien entwickeln.

Diese beiden Arten haben mich besonders interessiert:
- Camponotus cf. crassus
- Camponotus substitutus

Leider habe ich bei Camponotus cf. crassus nicht in Erfahrung bringen können, ob sie auch Ytong-Nester annimmt.
Edit: Info hab ich gefunden (SuFu hat geholfen)

Ideal wäre auch, wenn ich mir mal eine Ameisen-Anlage (egal welcher Art) anschauen könnte. Ist jemand aus dem Stuttgarter Raum (zw. Stuttgart und Schwäbisch Hall), der mir seine Anlage zeigt.

Grüße
Marco

Berzerk: AW: Vorstellung und Suche nach richtiger Art (14. Februar 2010, 20:24)

Schade, hier stand bis vor kurzem noch ein Beitrag von mir....


Mir wurde von einem Moderator dieses Forums zu einer exotischen Camponotus Art geraten.
Bei der Frage über das woher habe ich wohl meine Kompetenzen überschritten.

Ein einfacher Spruch von "Edit" hätte es doch getan, oder?
Macht mich schon ein wenig ärgerlich...

Schade, schade

Berzerk: AW: Vorstellung und Suche nach richtiger Art (17. Februar 2010, 12:52)

Gleich mal ein Entschuldigung, wegen Doppelpost vorneweg.

Das Thema "Hausameise" brennt mir noch unter den Nägeln.

In wie fern bestehen bei verschiedenen Arten die Gefahr, dass sie zu einer Hausameise werden.
Gibt es im Forum jemand, der diesbezüglich schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat?
Vielleicht können User kurz beschreiben, wie es zum Befall durch entkommene Ameisen (bitte kurz die Art nennen) kam und was weiterhin passierte.

Vielen Dank und Grüße
Marco