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Christoph: Missbildungen von Jungköniginnen (11. Juli 2010, 21:33)

Hallo,

heute schwärmte in meiner Nachbarschaft Lasius cf. niger.

Als ich die Jungköniginnen beobachtete, die gerade aus ihrem Nest krabbelten, bemerkte ich, dass einige der Königinnen zu kurze Flügel hatten. Verglichen mit den Flügeln anderer Königinnen aus dem gleichen Nest waren diese etwa 3mm kürzer.

Die Jungköniginnen mit den kurzen Flügeln konnten nicht fliegen und krabbelten hilflos immer weiter von ihrem Nest weg.

Nun zu meiner Frage:
Ist diese Missbildung der Flügel eine häufig auftretende Fehlbildung bei Jungköniginnen oder wird sie vllt durch Pestizide und Gifte verursacht. Von etwa 100 Jungköniginnen hatten etwa 10 zu kurze Flügel.

Baumarkthammer: AW: Missbildungen von Jungköniginnen (11. Juli 2010, 22:33)

Handelt es sich bei deiner Beobachtung sicher um eine Missbildung?
Ameisen haben zwei Flügelpaare. Die unteren Flügel, die man bei Vorhandensein der oberen nicht sieht, sind kürzer und schmaler. Vielleicht haben diese Königinnen ihre oberen Flügel verloren und es kamen die unteren zum Vorschein?
Ansonsten habe ich soetwas noch nie beobachtet oder gehört.

tau13: AW: Missbildungen von Jungköniginnen (12. Juli 2010, 01:08)

Ich wollte auch mal eine F rage hier stellen, da die F rage , die hier gestellt wurde , meiner sehr nahe kommt und ich dann nicht einen extra T h rea d aufmachen muss. Bei meiner Cataglyphis iberica treten zurzeit verstärkt Geschlechtstiere auf. Dabei ist mir aufgefallen, das s bei sehr v ielen der Männchen die hintersten Beinpaare verkrüppelt sind. Luftfeuchte ist bei 50-60% und die Temperatur liegt bei 25-28 bei heißem Wetter auch mal drüber.
Woran kann es liegen?

Anonymous: AW: Missbildungen von Jungköniginnen (12. Juli 2010, 09:11)

Durch Mermithiden (Fadenwürmer) verursachte Brachypterie.
http://antbase.org/ants/publications/9608/9608_0313.pdf

[font=Times New Roman] http://www.ameisenforum.de/ameisenforum-2001-2005-archiv/20258-ameiseng-ste-und-parasiten.html (letzter Post)
Kloft, W. 1949: Über den Einfluß von Mermisparasitismus auf den Stoffwechsel und die Organbildung bei Ameisen. Z. Parasitenkd. 14, 390-422.). Der Verf. hat berichtet, dass er eine rasche Methode zur Überprüfung eines Volkes entwickelt habe: Wenn auf der Unterseite eines flachen Steines zahlreiche Lasius -Arbeiterinnen saßen, konnte er mit einem raschen Schlag der Handfläche eine größere Zahl davon zerdrücken. Die freigesetzten Würmer waren dann leicht zu erkennen. Die Untersuchungen ergaben u.a., dass befallene Geschlechtstiere oft einen verkümmerten Thorax und nur kurze Flügelstummel besitzen.