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Mark: Ameisenfarm als Studienobjekt (17. Oktober 2010, 13:58)

Guten Tag alle mit einander =)


Ich werde bald wieder mein Studium aufnehmen (Biologie und Chemie auf Lehramt), und nach einigen eher oberflächlichen Literatureinträgen wie kurze Anmerkungen in Lehrbücher und Lehrbücher für Kinder, sowie nach ein paar interessanten Videos auf Youtube habe ich mich dazu entschlossen eine Ameisenfarm zu bauen, um daran eigenständige Studien über ihre Lebensweise und Kollonieverhalten zu betreiben.
Ich habe vor alles zu dokumentieren und wenn möglich später in meine Facharbeit einfließen zu lassen.

Ich finde diese Tiere faszinierend, habe aber leider noch nicht eingehender darüber gelesen.

Kann mir jemand gutes Literaturmaterial empfehlen?
Ausserdem möchte ich wenn möglich eine Ameisenart, bei der die Königin stationär bleibt. Heißt die Arbeiterinnen müssen sie versorgen. Diesen Versorgungsapparat würde ich gern näher studieren.
Also auch gern eine Königin die auf grund einer Körperanschwellung nicht mehr in der Lage ist sich allein zu versorgen. Aber das ist nicht unbedingt nötig.

Der Glaskasten wird 87x38(Sicherheitsglasplatten)x4,5(Holz) cm betragen, wobei ich vorhabe ihn hochkannt zu stellen. Die Materialien habe ich bereits zusammen.

Vielleicht kann mir jemand einige Tips geben =)

LG aus Marburg,

Mark

DermitderMeise: AW: Ameisenfarm als Studienobjekt (17. Oktober 2010, 14:48)

Hallo Mark und willkommen hier!
Ich habe vor alles zu dokumentieren und wenn möglich später in meine Facharbeit einfließen zu lassen.
Um Unklarheiten zu beseitigen: Ich kenne Facharbeiten nur aus der schulischen Oberstufe. Bezeichnest du damit die Abschluss-(Examens-)Arbeit?
Zum Dokumentieren eignet sich bes-tens das Unterforum für Haltungsberichte ! Dann haben auch andere etwas davon und du bekommst Rückmeldungen wenn etwas nicht so super läuft.

Ausserdem möchte ich wenn möglich eine Ameisenart, bei der die Königin stationär bleibt. Heißt die Arbeiterinnen müssen sie versorgen. Diesen Versorgungsapparat würde ich gern näher studieren.
Also auch gern eine Königin die auf grund einer Körperanschwellung nicht mehr in der Lage ist sich allein zu versorgen. Aber das ist nicht unbedingt nötig.
Bei den meisten Ameisenarten ist die Regel, dass die Königinnen sich nach erfolgreicher Gründung nicht mehr vor die Haustür begeben. Es gibt immer wieder einige Ausnahmen in Form von Gynen, die sich ab und zu selbst versorgen, aber die bestätigen bekanntlich die Regel. Wenn eine Königin sich in die Untiefen einer Farm verkrochen hat, wird sie dort auch nicht so einfach wieder herauskommen wollen, solange alles stimmt. Die Königinnen polygyner Arten sind tendenziell mobiler als die monogyner Arten; trotzdem macht es in der Haltung keinen großen Unterschied, außer man möchte die Tiere zum Umzug bewegen. Wie dem auch sei, egal für welche der leicht zu haltenden Arten du dich entscheidest, du hast dir einen guten Zeitpunkt ausgesucht um dich zu informieren , bevor es im nächsten Frühjahr los geht. Hier findest du einige Arten, wobei ich die Liste noch um die einheimischen großen Camponotus-Arten ligniperdus und herculeanus ergänzen würde (dann Achtung wenn du Holz verbaust!), wenn du ein bisschen Geduld in der Startphase mitbringst.

Der Glaskasten wird 87x38(Sicherheitsglasplatten)x4,5(Holz) cm betragen, wobei ich vorhabe ihn hochkannt zu stellen. Die Materialien habe ich bereits zusammen.
4,5 cm ist sehr tief, im Sinne von "viel Platz um nicht gesehen zu werden" für die Ameisen. Generell ist ein "Problem" der Farm aus Sicht des geneigten Beobachters, dass die Ameisen leicht die Scheiben zubauen können und das deswegen i. d. R. tun werden. Zum Beobachten eignen sich andere Nestformen besser, beispielsweise das Ytong- und Gipsnest, evtl. mit gefüllten Kammern, so dass die Tiere selbst entscheiden können wie viel Platz sie benötigen. Hier findest du einen kurzen Überblick über die grundlegenden Nesttypen.

Grüße aus Hamburg,
DmdM

Mark: AW: Ameisenfarm als Studienobjekt (17. Oktober 2010, 15:29)

Vielen Dank schon mal für die vielen Tips ich werd michg leich mal ans durchlesen machen.

Und ich meinte die Wissenschaftliche Hausarbeit in Biologie =)

LG, Mark

Mark: AW: Ameisenfarm als Studienobjekt (17. Oktober 2010, 16:02)

Beim Durchlesen der Bauanleitungen kam mir die Idee, meinen Glasbehälter in der Mitte noch einmal abzutrenne, mit einer Plexiglasscheibe, in die mehrere Löcher gebort werden für Durchgänge.

Würde das schon ausreichen, um mehr Einsicht zu erhalten, weil die Grabbreite so nur 2cm betragen würde? Oder würden die Ameisen sich dadurch nicht hintern lassen, beispielsweise nur an der innenliegenden Plexiglasschreibe zu bauen?

syafon: AW: Ameisenfarm als Studienobjekt (17. Oktober 2010, 21:22)

Hallo Mark!

Würde das schon ausreichen, um mehr Einsicht zu erhalten, weil die Grabbreite so nur 2cm betragen würde? Oder würden die Ameisen sich dadurch nicht hintern lassen, beispielsweise nur an der innenliegenden Plexiglasschreibe zu bauen?

Für kleine Lasius sp sind auch 2,25 cm ziemlich viel. Sie lieben es eng und dunkel. Das heißt sie werden sich mit der verbauten Plexiglasscheibe wahrscheinlich so eingraben, dass der Aushub zum Großteil an der Scheibe landet und die Plexiglasscheibe von 2 Seiten her bebaut wird. Dann wirst du aber möglicherweise gar nichts mehr sehen. (hoffe das ist verständlich, wie ich das meine, sonst mach ich eine Skizze ^^)

Und ich meinte die Wissenschaftliche Hausarbeit in Biologie =)

Welchen Umfang wird die etwa haben? Zur Erreichung eines akademischen Grades? Wieviel Jahre dauert es noch, bis die Arbeit eingereicht sein muss? :D

lg
syafon

Stiko: AW: Ameisenfarm als Studienobjekt (18. Oktober 2010, 08:17)

Also ich habe einen Plattenabstand von 1cm und eine Camponotus, bei der die Arbeiter 7mm lang sind.
Sogar bei mir hat es die 13mm große Königin geschaft, sich so zu verstecken, das man diese nicht mehr sieht.

Also 2cm ist viel zu viel. Mache 1cm, oder gar 8mm. Jedoch aber nicht mehr als 1,2cm.

Mark: AW: Ameisenfarm als Studienobjekt (18. Oktober 2010, 18:07)

Hey ihr =)

Vielen Dank schon mal, ich werde den Abstand dann drastisch verkleinern ;)
Noch ist ja alles in Planung und ich basteln schon mal etwas vor, von daher kann ich das noch gut ändern.

Und ich mache das ganze nicht ausschließlich wegen der Uni, sondern eigentlich viel mehr aus Eigenantrieb. Das ist einfach nur eine wissenschaftliche Hausarbeit. Keie Dokorarbeit und bis ich diese abgebe dauert es noch gut 2 Jahre. Zumindest entnehme ich das so der Studienordnung.
Wie gesagt studiere ich auf Lehramt, also nichts wirklich Weltbewegendes *lacht*

Ich werd mich dann mal weiter ans planen machen, die gelinkten Seiten haben mir schonmal viel geholfen, danke =)

Wenn ich soweit bin, werde ich mal einige Bilder einstellen.

Vielen Dank schon mal!

christian: AW: Ameisenfarm als Studienobjekt (18. Oktober 2010, 22:37)

Ameisen nisten sehr wohl gerne an der Scheibe, ist dann nicht so viel Arbeit für die Tiere. Dafür notwendig ist einzig dass sie es darin dunkel haben. Meine Formica sanguinea haben riesige Kammern (z.T. 10cm groß) an der Scheibe von einer 6cm dicken Farm gebaut. Und diese Kammern sind auch nicht tiefer als 2- 3 cm. Diese Kammern sind bis oben hin voll mit Arbeiterinnen, man muss schon eine Weile warten, bis sie einen in die Kammer schauen lassen, d.h. sie halten sich dort auch gerne auf.

Ich halte solche schmale Farmen für nicht artgerecht, eine 1,3cm Gyne hat dort große Schwierigkeiten, sich zu drehen, und die Arbeiterinnen müssen übereinander gehen, wenn sie zu schwere Dinge tragen, um an der Scheibe entlang zu laufen. Wenn es so eng ist, kann es bei großen Formica und Myrmica Kolonien auch passieren, dass die Tiere bei Stress (z.B. häufigeres wegnehmen der Abdeckung oder an die Farm dranstoßen) an ihrer eigenen Ameisensäure sterben. Deshalb würde ich davon abraten.

Mark: AW: Ameisenfarm als Studienobjekt (20. Oktober 2010, 12:53)

Ich habe jetzt noch etwas weiter gelesen, und mittlerweile lese ich auch noch etwas über die Camponotus ligniperdus, die ja auch recht groß werden.

Bei den Bauanleitungen habe ich jetzt das mit der roten Folie gelesen, und dass die meisten Ameisenarten rot-blind sind.
Wenn ich vor die Scheibe eine Rote Folie kleben würde, könnte ich also auch die Dicke des Schaukastens etwas größer machen?
Ich finde dann haben sie mehr Möglichkeiten. Und gerade Coamponotus ligniperdus wird ja ohnehin etwas größer.

MurofNesiema: AW: Ameisenfarm als Studienobjekt (21. Oktober 2010, 14:44)

Auch eine rote Folie filtert nicht jedes Lichtspektrum ausser rot heraus.

Das ist für die Ameisen bei einer guten Folie vermutlich c.a. so als wären sie im dunklen Schatten, aber nicht wirklich so wie wenn es echt dunkel ist.
Wenn du alles sehen willst das im Nest vor sich geht, dann dürfen die Platten nicht zu weit auseinander sein Punkt. :P Da gibt es keine Diskusion.

Denk bitte auch an ein Auslaufbecken zur Wasser und Nahrungsaufnahme.
Achja C.l. entwickeln sich im Verhältniss zu anderen Arten eher langsam, fals du für deine Beobachtungen ein Volk mit wirklich vielen Arbeiterinnen brauchst ist diese Art nicht zu empfehlen.


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