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RealKolo: Notfall: plötzliches Ameisensterben (16. Juni 2011, 23:16)

Ich brauche dringend Eure Hilfe. Ich bin verzweifelt. Anscheinend mache ich etwas falsch, aber ich weiß nicht was.

Ameisenart: Camponotus ligniperdus
Volk: ca. 12 Arbeiterinnen
Eier: unbekannt aber vorhanden
Laven: unbekannt
Nest: Ytong Nest Eigenbau in 60x30 Aquarium oben offen (siehe dazu: http://www.ameisenforum.de/technik-basteln/43486-anf-nger-baut-ytong-nest-hilfe-willkommen.html#post290505 )
Temp: 20-25°C
Feuchte: unbekannt, jedoch Nest befeuchtet

Einzug: 11.06.11 (also vor 5 Tagen)
Futter: Mineralwasser, Honigwasser (1:1 mit Ameisen mitbestellt), Honig Langnese flotte Biene Waldhonig (Empfehlung hier im Forum, unverdünnt Tropfen)
Zudem 2 kleine Motten und eine Stubenfliege. Motten wurden ignoriert, Fliege wurde ins Nest getragen und im hinteren teil in den letzten tagen bearbeitet



Nun zu meinem Problem. Die Ameisen wurden mit abgedeckten RG ins Becken gelegt. In der ersten nacht haben sie sich mit dem im Becken befindlichen Seramis abgedichtet. Durchgehend waren immer Arbeiterinnen in der Arena unterwegs. Am Abend sind sie in das Nest umgezogen. Jedoch nicht den Gang durch in das YTong Nest, sondern im ca. 8cm langen Röhrchen (ca 15mm Durchm.) zum Nest. Also verborgen. Beidseitig mit Seramis abgedichtet. Weiterhin waren immer einzelne Ameisen im Becken unterwegs. Eine mache am Folgetag den Anschein sie würde sich tot rennen. War ein paar Stunden im Becken unterwegs, hing dann kopfüber im Bewässerungsbecken für die Nestfeuchte, lang dann sehr lange regungslos daneben und lief dann irgendwann wieder putzmunter und unaufgeregt durchs Becken. Seit vorgestern beobachtete ich dass immer mehrere Ameisen im Becken in einer Ecke saßen und sich dort offenbar versammelten.
Siehe dazu diesen Beitrag: http://www.ameisenforum.de/europ-ische-ameisenarten-allgemeines/43602-cliquentreffen-camponotus-ligniperdus.html

Heute fand ich dann eine tote Ameise mitten auf der Freifläche. Ich ließ sie ein paar Stunden drin in der Hoffnung dass sie wieder aktiv wird, aber sie war dann letztlich tatsächlich tot und wurde von mir entnommen. Ich habe sie versucht so gut wie möglich zu betrachten (keine Lupe vorhanden) und schliesslich weg gebracht.
Andere Ameisen waren weiter im Becken unterwegs. Unauffälliges Verhalten.

Heute habe ich den Porenstein nicht gewässert, weil ich ihn nicht zu feucht machen wollte. Er ist aber deutlich feucht. Zudem steht eine Wassertränke im Becken, so dass die kleinen auch Wasser haben. Im Wasser liegt eine Filterwatte, so dass niemand ertrinkt.

Zusätzlich zu einem LED Licht (warm weiß, keine Wärmeabstrahlung, geringe Leuchtkraft) habe ich einen Halogenstrahler über den Becken, der punktuell die sandige Freifläche bestrahlt und leicht erwärmt. Dieser wird nur am späten Vormittag aktiviert und am frühen Abend abgeschaltet. Das Licht geht früher an und später aus.

Das Becken steht in einem Zimmer in Fensternähe, jedoch nicht in direkter Sonnenstrahlung. Der Raum ist gut belüftet, aber kein Durchzug. An den warmen schwülen Tagen war es auch dort nicht zu heiss.

Der Raum wird von mir als Arbeitszimmer benutzt und ich habe ca. 2m entfernt einen Schreibtisch mit PC stehen. Die Bild-Lichtabstrahlung geht in richtung Becken, so dass sie Abends durchaus von meinem Monitor (LED) Licht mitbekommen würden. Ich habe es jedoch für nicht schädlich gehalten.

Was gibts noch an Details die ich nennen sollte?
mmmmh

Das Becken steht auf einen kleinen Schrank, der sonst keine Elektrogeräte beherbergt. Auf dem Boden in der nähe steht jedoch ein PC der eine Webcam zu dem Becken betreibt, so dass ich für mich das Becken über eine Webcam aufzeichne und analysieren kann. PC ist aber weit genug weg dass weder Vibrationen noch warme Luft zum becken kommen.
In der letzte Nacht war er bis heute nachmittag aus.

Die Webcam stand ca. 1m vom Becken entfernt auf einem Stativ und hat das Nest beobachtet. Dieses ist mit einer roten Folie abgedeckt. Zudem wohnen die kleinen ja nicht im Nest, sondern im Röhrchen davor. Der Zugang ist zusätzlich zur roten Folie noch mit einem Stück Klebeband abgeklebt, so dass auch ein Licht in den Gang kommen sollte.

Ich meine auch nicht zuviel im Becken rum gemacht zu haben. Sicherlich war es nötig Wasser und Futter zu wechseln, aber das nur 1 mal am Tag, bzw. alle 2 tage. Umgestaltung wurde eigentlich auch keine vorgenommen.

Allein heute sind mir 4 Ameisen verendet und lagen tot im Becken.

Was kann ich tun? Was mache ich falsch? Sicher liegts an mir, aber ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe und was ich schnell ändern muss.

Ich bitte um Hilfe.

Vorerst habe ich das Licht abgeschaltet und die Scheiben teils abgeklebt, so dass die kleinen Ruhe haben.

Igl96: AW: Notfall plötzliches Ameisensterben (16. Juni 2011, 23:23)

Hallo RealKolo,

zur späten Stunde.

Meines Erachtens ist es das ganz normale Pygmäen-Sterben, da diese ja nicht lange leben.
Das wäre meine Vermutung.
Vielleicht äußert sich ja noch ein Anderer dazu.

http://www.ameisenwiki.de/index.php/Pygm%C3%A4en

RealKolo: AW: Notfall plötzliches Ameisensterben (16. Juni 2011, 23:30)

So plötzlich und "so viele" auf ein mal? Ich hoffe Du hast Recht und dass die Königin fleissig ist und für Nachfolger sorgt.

Erstmal DANKE !!! Ich bin richtig in Sorge...

Igl96: AW: Notfall plötzliches Ameisensterben (16. Juni 2011, 23:35)

Ich kann es dir aber leider nicht versprechen.
Bei Kleintieren hätte ich dir besser helfen können^^

RealKolo: AW: Notfall plötzliches Ameisensterben (17. Juni 2011, 00:32)

Ein Blick live ins Nest gibts übrigens hier. http://AmeisenFarmer.dyndns.org:8080

Durch das geringe Licht und weils Rotlicht ist, ist die Qualität nicht sonderlich gut. In der kommenden Nacht wird es eine Draufsicht auf den Nestausgang und das in der Nähe liegende RG geben.

RealKolo: AW: Notfall plötzliches Ameisensterben (17. Juni 2011, 11:22)

Am Morgen lag eine weitere Arbeiterin tot neben dem Ausgang :-(

Corsair: AW: Notfall plötzliches Ameisensterben (17. Juni 2011, 12:06)

Bei meinem großen Formikarium mit derzeit über 770 gezählte Arbeiterinnen (werden dieses Jahr wohl die 1000 A Zahl überschreiten).

Bei meinem Volk sterben hin und wieder mal vereinzelte Arbeiterinnen, seltener mal wirklich 10 am gleichen Tag. Aber die meisten Tage gibt es keine Verluste.


Mein kleineres Volk C. ligniperdus hat derzeit über 35 Arbeiter und werden wohl dieses Jahr um die 80 werden - doch haben die von der Gründung bis jetzt nur eine natürliche Tote zu beklagen gehabt. Ein paar unnatürlich durch Ausbruch und ausserhalb verendet.

Aber wenn du erst so wenig Arbeiter hast würden mich diese Verluste auch sehr treffen. Ich würde sie wenn es geht erstmal umsiedeln oder Zwangsumsiedeln falls es schonend nicht möglich ist.

Bei meinen C. vagus hatte ich auch ein Sterben - dies war aber ein Pilz im Kork soweit ich das beurteilen kann. Nachdem ich alles trocken legte und den Kork dezimierte gab es kein Sterben mehr. Sie gedeihen nun... muss echt mal meine Haltungsbericht updaten :))) aber das Wetter ist derzeit so schön und sitz in der Arbeit schon immer vorm PC...

Du schaffst das.

LG Corsair

RealKolo: AW: Notfall plötzliches Ameisensterben (17. Juni 2011, 13:28)

Danke für die Hilfe.

Folgendes gibt es zu berichten:
Auf Grund der Rückmeldungen habe ich geprüft ob sich vielleicht irgendwo Schimmel bildet. Da das Nest recht neu ist, war ich eher skeptisch. Im Nest an der Scheibe ist unten ganz leicht etwas Kondenzwasser zu erkennen. Das Nest hat nur einen Ein-/Ausgang (15mm*ca. 90mm) Dieser endet in einen senkrechten Schacht auf dem ein Tonkörper gesetzt wurde (Vulkan).

Nun habe ich vermutet dass der Schacht (in dem die Ameisen ja wohnen weil sie nicht durch bis ins Nest gegangen sind und der von ihnen beidseitig mit Seramis verschlossen wurde. ) das Nest nicht belüftet und es daher im Nest irgendwo zu Problemen kommt. Ich habe den Vulkan abgenommen und damit den Schacht verkürzt. Dadurch fühlten sich die Ameisen offenbar gestört und sind sofort nach hinten ins Nest gelaufen. Eier und Larven im Gepäck und Königin im Gefolge. Nun sind 9 Arbeiterinnen + Königin im Nest und 2 Arbeiterinnen im Becken unterwegs (träge und lahm).

Zudem habe ich das erneuerte RG in der Arena als Alternative angeboten. Für den Fall dass mit dem Nest irgendwas nicht OK ist und sie umziehen könnten. Das RG ist in roter Folie und etwas abgedeckt. Jedoch für mich einsehbar, so dass ich sehen kann ob sie umgezogen sind.

Im Nest ist nun Leben und ich kann sehen dass noch ein Volk da ist dass es zu schützen gilt. Ich will ihnen nun Ruhe gönnen und hoffe dass sich alles besser belüftet. Der Schacht ist jedoch weiter vom Seramis verstopft. ich hoffe das richten die kleinen selbst.

Die Webcam ist live dabei. Link siehe oben

syafon: AW: Notfall: plötzliches Ameisensterben (17. Juni 2011, 15:01)

Hallo RealKolo,

gute Beschreibung deines Problems. Sehr ausführlich, allerdings was ich noch an Informationen vermisse sind konkrete Werte zur Luftfeuchtigkeit sowie zur Häufigkeit der Bewässerung und Menge.

Du hast geschrieben, dass es im Nest Kondenswasser gibt. Das ist schon mal bedenklich, da es auf eine total gesättigte Luft im Nest hindeutet. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit könnte eigentlich alles erklären. Sie wollen da eigentlich nicht rein (daher der Auszug), und die Luftfeuchtigkeit wurde schon des öfteren als Auslöser von Arbeiterinnensterben "diagnostiziert". ;)

Camponotus ligniperdus mag es nach meiner Erfahrung (und auch der von Imago und anderen) sehr trocken. Ich befeuchte meinen Ytong alle 4 Tage mit 25 ml Wasser und sie entwickeln sich prächtig.

Sollte es an der r.F. liegen, leg das Nest komplett trocken und lass mal die Feuchtigkeit für 1-2 Wochen aus dem Nest entweichen. Biete ihnen eine externe Wasserquelle an und wenn das Nest wieder komplett trocken ist und dann fang je nach Größe (ich befeuchte ewa 30 ml/dm³ alle 4 Tage) vorsichtig wieder an zu befeuchten.

lg
syafon

RealKolo: AW: Notfall: plötzliches Ameisensterben (17. Juni 2011, 15:16)

Danke für Deinen Tipp.
Ich habe jetzt 2 tage nicht mehr bewässert. Hatte das Bewässerungsbecken in den ersten Tagen stehts gefüllt, damit es gut durch zieht. Womöglich war es zu viel.
Das Kondenzwasser ist wirklich nur minimal als beschlagene Scheiber in den unteren 1-2 cm des Nestes zu sehen, obwohl der Porenbetonstein oben (also am Wasserbecken) deutlich dunkler ist. Ich nahm also an dass es noch OK sei.

Aber nun werde ich die Bewässerung zurück nehmen und warten wie es sich entwickelt.

Auf Grund einiger Beiträge hier im Forum hatte ich Bedenken was die Belüftung angeht. Das Nest ist nahezu dicht and er Scheibe und es hat nur einen (langen) Eingang. Ändern kann ich dies nun leider nicht mehr.


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