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Groooveman: Protein Alternativen (8. Januar 2012, 11:17)

Habt ihr irgendwelche Alternativen für Proteinzufuhr bei Ameisen ?
Hab leider keine Heimchen da und kann auch in nächster Zeit keine kaufen weil der Weg so weit ist. :D

Fabey93: AW: Protein Alternativen (8. Januar 2012, 11:38)

Wie wäre es mit Fisch? Sehr Proteinhaltig. Oder gekochtem Eiweiß?
Es gibt ja vieles, das Proteine enthält. Schau einfach mal in deine Küche :)

chris1994: AW: Protein Alternativen (8. Januar 2012, 11:41)

Hallo

Du kannst zB. Ei verfüttern. Das ist proteinhaltig, wird gern genommen und ist einfacher zu besorgen als Heimchen.

Als Futtertiere müssen es nicht umbedingt Heimchen sein. Andere Insekten (Fliegen, Schaben, Spinnen etc.) eignen sich auch prima und sind im eigenen Garten, im Wald oder Stadtpark zu fiden. Natürlich nicht jetzt im Winter. Ist mehr als Tipp für nächsten Frühling/Sommer gedacht.

LG

NIPIAN: AW: Protein Alternativen (8. Januar 2012, 12:38)

Hoi,

und von Fisch und Ei immer nur brav soviel verfüttern, wie gerade gebraucht wird, eher etwas weniger. Die ins Nest eingetragenen Brocken dienen sonst der Schimmelbildung.

Institor: AW: Protein Alternativen (8. Januar 2012, 13:06)

Hi.

Ich persönlich benutze tiefgefrorene Bienen-Drohnen.
Mein Arbeitskollege ist Imker und der besorgt mir die ab und zu.
komme damit sehr lange aus und werden sehr gut angenommen.

Oder fahr doch mal in ein Angel-Geschäft.Da bekommst die Fliegen-Larven.Die halten sich im Kühlschrank sehr gut.selbst verpuppt werden sie sehr gerne angenommen.und wenn sie sich verpuppu haben hast du immer noch Fliegen die du auch verfüttern kannst^^ xD

Groooveman: AW: Protein Alternativen (8. Januar 2012, 13:46)

Danke für die Tip´s aber ich werde wohl zum Zoofachmarkt müssen weil es Hier auch kein Angelgeschäft in der nähe gibt. Eier sind mir wegen der hohen Feuchtigkeit auch zu gefährlich. Also bleibt nur noch ne kleine Plastikbox mit Heimchen.

Anonymous: AW: Protein Alternativen (8. Januar 2012, 14:09)

Hallo!

Oder gekochtem Eiweiß? Gekochtes Eiweis wird wohl eher weniger angenommen. Ameisen tun sich meist schwer "feste-trockene" Nahrung aufzunehmen.

Aus diesem Grund soll man ja auch Futterinsekten nicht kochen, sondern nur überbühen.

Insekten haben kein "Blut" sondern Hämolymphe. Die Hämolymphe ist bei Insekten das Transportmittel für Nährstoffe und Hormone, Sauerstoff gelangt über die Tracheenatmung an die benötigten Stellen.

Beim Kochen entsteht eine Denaturierung der Hämolymphe!

Man kann alle Insekten an Ameisen verfüttern die nicht unter Naturschutz stehen, oder auf der Liste bedrohter Tierarten.

Giftige oder ungenießbare, gar für die Ameisen gefährliche Insekten, da evtl. Jäger, sollte man natürlich auch nicht verfüttern. Spinnen können Jäger oder giftig sein. Marienkäfer, Wanzen sind z.B. ungenießbar. Allgemein Insekten mit einer auffälligen Färbung sollte man meiden.

Neben Insekten kann man natürlich auch ungekochtes Ei verfüttern, natürlich nur in geringen Mengen. Flüssiges Ei hat den Vorteil das es nicht ins Nest eingetragen werden kann (nur im innern der Ameise:)) es muss vor Ort aufgenommen werden. Was natürlich dei Schimmelgefahr vorbeugt. Wobei das Eigelb mehr Eiweiß besitzt als das Eiklar.

Der Experimentierfreude hinsichtlich des Nahrungsangebots sind keine Grenzen gesetzt. Insofern man halt giftige, ungenießbare oder gefährliche Nahrung ausgrenzt. Ich persönlich setze mit jedoch Grenzen. Ich verfüttere einfach nur Heimchen. Evtl. bei riesigen Kolonien würde ich auch mal einen Ausschweifer wagen.

So viel ich weiß gibt es außerdem Erkenntnisse das Ameisen aus bestimmten Situationen/ Umständen heraus unterscheiden, ob sie bei Insekten Männchen oder Weibchen bevorzugen. Ich bin der Meinung mal etwas darüber gelesen zu haben, finde es aber leider nicht mehr.

Proteine können auch zeitweise ihre Ergänzung, wenn denn von der Ameise angenommen über Proteinjellys finden.

Puh, also das Thema ist ja fast unerschöpflich, wenn man möchte wohl auch sehr spezifisch und wissenschaftlich. Doch die Wissenschaft ist für mich in Bezug auf die Haltung von Ameisen eher zweitrangig. Das überlasse ich lieber anderen.

LG Imago

Cephalotus: AW: Protein Alternativen (8. Januar 2012, 19:04)

Wundert mich, dass noch niemand nach der Ameisenart gefragt hat... eine nicht gerade unwichtige Sache, um die Frage zu beantworten. Denn meine Messor-Kolonien z.B. bekommen regelmäßig Fischflocken gefüttert. Diese werden eingetragen, eingespeichelt und dann verfüttert. Enthalten 45% Protein, Heimchen meist nur um die 20%. Werden sogar an die Larven weitergegeben und diese zeigen dann eine minimal bunte Darmfärbung auf :).
Auch meine Aphaenogaster tragen diese ein O_o. Ponerinen u.ä. können damit natürlich nix anfangen.
Eigelb kann man auch nur halb fest kochen, dann einfach vom etwas festeren etwas hinlegen. Meine Messor fressen es!
Nüsse, sofern sie angenommen werden (Pheidologeton, Pheidolen, Messor), aber auch Körner (Pheidologeton, Pheidolen, Messor) enthalten viel Protein. Die meisten wissen halt nicht, dass Walnüsse 14% Eiweiß und Erdnüsse stolze 25% Eiweiß haben!

Grüße
Ceph

SimonU: AW: Protein Alternativen (9. Januar 2012, 10:36)

Hallo!

Gekochtes Eiweis wird wohl eher weniger angenommen. Ameisen tun sich meist schwer "feste-trockene" Nahrung aufzunehmen.

Aus diesem Grund soll man ja auch Futterinsekten nicht kochen, sondern nur überbühen.

LG Imago


Hallo Imago,

ich finde deine Nachricht recht interessant und würde gerne wissen wo du den Unterschied zwischen kochen und überbrühen ausmachst.

Bisher habe ich meine Futtertiere (Mehlwürmer, Fliegen, Spinnen) mit kochendem Wasser übergossen und ca. 30 sekunden in dem Wasser gelassen. Schneidet man die Insekten anschließend durch, ist die Masse im Inneren gestockt.
Meine Lasius [color="Red"]n[/color]iger haben die Futtertiere trotzdem angenommen und sind im ersten Jahr von 5 auf ca. 50 Arbeiterinnen gewachsen.

LG Simon

Groooveman: AW: Protein Alternativen (9. Januar 2012, 10:42)

Überbrühen

Überbrühen bedeutet, dass ein Objekt (Futtertiere, Formicarieneinrichtung) für wenige (max. 10) Sekunden mit kochendem Wasser übergossen oder in kochendes Wasser gehalten wird. Dies dient dem Vernichten von für die Ameisen potentiell schädlichen Kleinstlebewesen (z. B. Milben ) und dem Töten der Futtertiere selbst.
Beim sogenannten Abbacken sollten die Objekte (hier insbesondere die Formicarieneinrichtung) für wenige Minuten in den auf mind. 100-120 Grad vorgeheizten Backofen gegeben werden. So kann sichergestellt werden das in Wald und Wiese gesammelte Einrichtungsteile keine Schädlinge in das Formicarium einbringen.
Eine Kritik an dieser Methode ist, dass beim Überbrühen oder Abbacken der Formicarieneinrichtung die gesamte Mikrofauna zerstört wird, was die Schimmelbildung erleichtern kann. Beim Überbrühen von Futtertieren können nicht hitzebeständige Stoffe verändert, beispielsweise Proteine denaturiert werden. Dies scheint sich jedoch nicht negativ auf die Ameisen auszuwirken. Proteine werden generell durch Erhitzen (Kochen, Braten) denaturiert, aber auch bei der normalen Verdauung durch Enzyme. Sie müssen zur Verdauung ohnehin in ihre Aminosäuren zerlegt werden.



http://www.ameisenwiki.de/index.php/%C3%9Cberbr%C3%BChen


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