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Colophonius: Studenten-Ameisen (10. Januar 2013, 17:00)

Hallo wertes Forum,
nachdem ich hier eine Weile mitgelesen habe, habe ich mich jetzt auch mal dazu entschieden, mich hier anzumelden.

Ich studiere jetzt seit drei Semestern und habe seit langer Zeit erstmals keine "Haustiere" mehr und überlege, mir Ameisen anzuschaffen. Ich habe bisher ein Kaninchen gehabt und längere Zeit verschiedene Aquarien, die mal mit einheimischen Fischen, mal mit Schnecken, mal mit Flusskrebsen oder auch mal mit klassischen Aquarienfischen besetzt waren, aus der Schule hatte ich zwischendurch mal 4 kleine Stabheuschrecken bekommen, die am Ende etwa 150 Stück waren. Dies ist allerdings auch meine einzige Erfahrung bei der Haltung von Insekten.

An Ameisen interessiert mich vor allem die Organisation des Staates, die Nahrungsbeschaffung und ihr Verhalten im Allgemeinen und zur Haltung habe ich jetzt verschiedene Berichte über Ausbruchsschutz, Fütterung, Winterruhe etc. gelesen, brauche aber noch spezifischere Informationen, bevor ich eine etwaige eigene Kolonie "ins Leben rufe".

Meine Bedenken sind vor allem folgende:

1. Mein handwerkliches Geschick.
Ich bin handwerklich so begabt, dass ich einen Duschschlauch wechseln kann, einen Fahrradreifen flicken und einen Nagel in die Wand schlagen kann, damit erschöpft sich auch mein Können, d.h. ich wäre wohl nicht ohne weiteres in der Lage "komplizierte Eigenarbeiten" durchzuführen.

2. Mein Studentenbudget
Als Student ist man ja nicht sonderlich reich, d.h. die Haltung sollte nicht mehr als 5-10€ pro Woche kosten. Je weniger, desto besser. Wäre sowas realisierbar? Und wieviel muss ich anfangs für eine angemessene Ausrüstung in etwa investieren?

3. Der Platz
Wieviel Platz benötigt eine Ameisenkolonie mit allen drum und dran? Und wo ist ein guter Standort für die Kolonie? Ich könnte evt. einen Platz im Flur schaffen und hätten ansonsten eine (dann) freie Kommode in Fensternähe (welches allerdings immer abgedunkelt ist, da der Rollo kaputt ist)

4. Die Winterruhe
Soweit ich alles verstanden habe, kommen für Einsteiger und Interessenten wie mich am ehesten einheimische Arten in Frage. Diese benötigen ja auch eine Winterruhe, die ich natürlich auch im Sinne der artgerechten Haltung ermöglichen will. Ich habe eine Art unterirdische Garage, also eine Garage, die quasi unterm Haus ist, die aber nur durch ein Gitter abgetrennt ist. Dort kann es doch durchaus mal "etwas" kälter werden, eine genaue Temperatur kann ich allerdings nicht sagen. Der Keller ist leider warm.
Edit: mir fällt gerade ein, dass mein Kellerraum ein Steckdosenplatz hat. Ich müsste aber die Hausverwaltung fragen, ob ich dort einen Kühlschrank über den Winter aufstellen könnte.

4. Die Art
Gerade, da ich wenig Platz habe, wäre ja eine eher kleine Kolonie praktisch. Wie ich gelesen habe, soll Temnothorax nylanderi relativ klein und vor allem kälteunempfindlich sein, wäre diese Art geeignet?

5. Der Aufwand
Wieviel Zeit nimmt die artgerechte Pflege eines Formicariums in Anspruch? Muss ich und wenn ja, wie oft, das Formicarium säubern?

6. Sonstiges
Gibt es sonst noch etwas, was ich UNBEDINGT wissen muss?

Danke euch allen im voraus,
Colophonius

Edit 2:
Bitte seid ehrlich, wenn ihr meint, dass man unter solchen Bedigungen Ameisen nur unzureichend halten kann, sagt das!

Tera_Nova: AW: Studenten-Ameisen (10. Januar 2013, 17:30)

[font=Book Antiqua]Guten Abend,[/font]
[font=Book Antiqua]Ich würde ja sagen, ,,jede Erfahrung ist eine Erfahrung´´. [/font]
[font=Book Antiqua]1.) Das ist soweit okay, es gibt genug Nester die entweder bereits fertig sind, oder wo man nur noch den Deckel drauf legen muss.[/font]
[font=Book Antiqua] [/font]
[font=Book Antiqua]2.) 5-10€ ist bei dauerhafter Haltung, bei kleineren Kolonien sehr gut realisierbar. Eigentlich können sie die ganze Zeit lang, sofern die Zeit vorhanden ist, Futtertiere sammeln. Zuckerwasser/Honig und Wasser ist ja ziemlich billig (bzw. in großen Mengen lange Zeit benutz bar.)[/font]
[font=Book Antiqua]Die gesamt Kosten einer Anlage kommt auf die Art an, aber ich würde dir einfach mal sagen, so ca. 30-40€ mind. werden es schon sein. [/font]
[font=Book Antiqua] [/font]
[font=Book Antiqua]3.) Mit allem drum und dran, es ist uns nicht möglich so etwas vorher zu sagen, man könne es erst sagen, wenn eine Art bekannt ist. Jede Art hat eine unterschiedliche Kolonie Größe.[/font]
[font=Book Antiqua] [/font]
[font=Book Antiqua]4.) Die Möglichkeit ist sehr gut, interessant, aus meiner Sicht, wäre aber vlt. noch wie kalt es etwa dort ist. [/font]
[font=Book Antiqua]4. Art) Bitte Gattungsnamen groß und Artennamen klein, also Temnothorax nylanderi . Eine Art die ich dir empfelhen würde. Sie bildet kleine Kolonie, kostet nicht sehr viel und ist sicherlich sehr interessant. [/font]
[font=Book Antiqua] [/font]
[font=Book Antiqua]5.) Je nach Kolonie Art und Größe Abhängig, von 5-10 min. [/font]
[font=Book Antiqua] [/font]
[font=Book Antiqua]Das wäre soweit erst mal meine Antwort, [/font]
[font=Book Antiqua]Gruß und einen schönen Abend [/font]
[font=Book Antiqua]Tera_Nova[/font]

Dr.Manhattan: AW: Studenten-Ameisen (10. Januar 2013, 17:31)

Moin, also aus meiner sehr Subjektiven Sicht:

1. Durch etwas Handwerk kann man sehr gut Geld sparen, so sind z.b. Aquarien deutlich preiswerter, wenn man selber das Loch für den Verbindungsschlauch bohrt, als wenn man selbiges mit Loch irgendwo bestellt.
Das andere wäre das Nest welches gut gebaut werden kann, aber Ytong ist recht einfach zu bearbeiten, vondaher sollte das keine unlösbare Aufgabe werden.

2. Die wenigsten Kolonien haben einen so hohen Futterbedarf, dass du mehr als Eine Packung Heimchen alle 2 Wochen+ kaufen musst, Messor sind noch preiswerter, da es hier auch eine Tüte (Bio) Körner aus dem Supermarkt macht, welche dann mehrere Wochen hält, selbst bei etwas größeren Kolonien)
(in Bezug auf Punkt 4: Bei etwas exotischeren Arten, kommen noch Heiz/Strom kosten hinzu...)

3. Naja, das ist eventuell am schwierigsten, da du sie leider nicht auf den Schreibtisch stellen kannst, denn sie brauchen doch etwas ruhe... einfach mal umschauen, wo du einen ruhigen Platz findest. Von dem Platz ausmaßen her: kommt absolut darauf an, welche Kolonie du halten möchtest, aber mal ein Bsp: Ein 60L Becken kann schon für eine ziemlich große Kolonie Platz bieten, wenn du den Ytong, in den Boden/als Lauffläche integrierst.

4.
könntest ja auch deine Eltern Fragen, ob du die kleinen eventuell bei denen in den Keller, in den Garten etc. stellen darfst, ansonsten gibt es auch Arten die zwar nicht zu den Typischen Anfängerarten gehören, aber trotzdem wenig Anforderungen stellen, Fehler verzeihen und vorallem: im Winter zwar eine pause einlegen, mit niedrigeren Temperaturen, aber eben keine Temp unter 10°C benötigen: somit keine Kühlschrank benötigt.

4.2: Kenne die Art nicht, sry

5. Säubern: eig. nur die Futterreste wieder herrausnehmen und ab und zu den Müllhaufen, den die meisten Kolos anlegen, verkleinern.

6. Kommt dann, sobald du dich für eine Art entschieden hast.

Freundliche Grüße

Colophonius: AW: Studenten-Ameisen (10. Januar 2013, 18:50)

Hallo

Danke zunächst schonmal für eure schnellen und informativen Antworten.
Wenn man die Ameisen auch in den Garten stellen kann, wäre ja auch sicher auf meinen Balkon für die im Winter platz. Ich habe nur Angst, dass die erfrieren, aber manche Ameisenarten vertragen ja Temperaturen von -20°C, die hier im Münsterland doch höchst ungewöhnlich sind.


Ich habe, beim recherchieren, Fotos von Formicarien gesehen, die quasi wie ein Terrarium aufgebaut waren, nur, dass sich in einer Ecke ein "bearbeiteter" Ytong-Block befand.
Ich fand das doch recht schön. Was spricht dagegen? Dafür könnte ich doch auch theoretisch eins meiner alten Aquarien (60 bzw. 120l ) verwenden?
Edit: Mir fällt gerade ein, dass das 120l Becken so 'ne be...scheidene 3d-Folie hinten hat, also wohl ziemlich ungeeignet sein sollte.

Kann man ein solches Terrarium auch überwintern? Wenn ja: wie?

Vielleicht noch zum Verständnis:
Ich möchte gerne eine Art, die man überwintern kann, da ich abends immer ausgiebig lüfte. Ich mag es, bei Temperaturen von 14-18°C nachts zu schlafen, ich glaube aber nicht, dass den Ameisen solche Temperaturschwankungen gut tun würden, oder? Im Sommer wäre das ja wiederrum kein Problem...

Dynamythe: AW: Studenten-Ameisen (10. Januar 2013, 20:07)

Hallo und herzlich willkommen Colophonius!

Man kann wohl sagen, dass ich die exakt selben Erfahrungen vor Ameisen gemacht habe. An meine Stabschrecken und Guppy's erinnere ich mich gern zurück *hust*
Nundenn
Zu Anfang sei dir gesagt, dass du, wenn du dir eine kleine Gründerkolonie (kaufst), du nicht vor einem unüberwindbaren Mammutprojekt stehst. Sobald alle Grundvoraussetzungen* für deine Kolonie vorhanden sind, kann man bei Einheimischen etwas durchatmen.
*: Futter
Frische Proteine (selbstgefangene Fliegen z.B.), Frische Kohlenhydrate (Honig)
Wasser
Arena
angemessene Größe, Ausbruchsschutz, (+ deine frei gewählte Einrichtung)
Nest
angemessene Größe, Abgedunkelt, befeuchtet / integrierter Wasserspeicher

___
-Wenn du dir jede Woche tatsächlich 5€ weglegst, dann wirst du die ersten zwei Jahre einen guten Vorrat anlegen, im dritten Jahr stagnieren und im Vierten davon zehren - so in etwa.

-Anschaffungskosten liegen ganz an dir. Du kannst in der Natur Einrichtung für die Arena suchen, die Arena muss kein Aquarium sein, das Nest - na gut Reagenzgläser wären schon nicht schlecht - kaufst du eine Kolonie, dann ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem. Eine Federstahlpinzette und Paraffinöl zugegebenermaßen.
Vielleicht aber auch ein Designer-Glaskasten mit Unterschrank, gekaufte Styroporrückwände, echte, vielleicht auch rare Kakteen für die Einrichtung, echter Namibiasand - ein gekauftes Ytong-Nest und die 200€ klingeln im Portemonaie... du weißt, auf was ich hinauswill :)
Deine Umsetzung entscheidet, wieviel es kostet.

4. Die Art
Temnothorax nylanderi ist in der Tat kein großer Platzverbraucher - ich denke, wenn man es bei dieser Art belässt und diese dann rundumpflegt, könnte es dir vielleicht schon etwas "zu wenig" sein. Eine ausgewachsene Kolonie kommt mit 15x15 Grundfläche aus, das Nest können zwei Hälften einer Haselnuss sein - also tatsächlich klein.


Du scheinst ja durchaus eingelesen zu sein, daher sind dir einheimische Vetreter ja bereits geläufig
Formica fusca (!) , bin ich großer Freund von, was man sieht sind interessante, angemessen große Ameisen, die ab 50+ Individuen auch aktiv furagieren - dafür aber sehr "stoßempfindlich" - pass auf mit dem Bass ;)
Lasius niger / flavus - Meine ersten sind Lasius flavus - die Gelben haben mein Herz erobert, aber sehr klein und leben unter der Erde, ganz so viel Action ist das vielleicht nicht - L. niger klein und aktiv, dafür benötigt es aber ein paar Individuen
Myrmica rubra - Auf ordentliche Befeuchtung des Nestes geachtet ähnlich hübsch anzusehen wie F. fusca
Camponotus ligniperdus - Stattliche Ameisen mit Kasten ( Minor / Major ), ebenfalls sehr interessant anzuschauen, erhöhter Platzverbrauch

Alle Einheimischen werden überwintert. Temperaturschwankungen gibt es im April ja ebenso zwischen Tag und Nacht , das macht ihnen nichts aus.

Schau dir Haltungsberichte an, viele, viele davon - dann kommt das Verständnis, dass du mit einem 60l Aquarium gut 2 Jahre (Gründerkolo) klarkommen kannst (wenn nicht länger - artabhängig), dass es mit einem halben Mehlwurm gut und gerne mal getan ist für eine Woche, solang die Kolonie klein ist und so weiter...

Ich habe, beim recherchieren, Fotos von Formicarien gesehen, die quasi wie ein Terrarium aufgebaut waren, nur, dass sich in einer Ecke ein "bearbeiteter" Ytong-Block befand.
Dieser kann (je nach Machart) ja auch wieder rausgehoben werden, solang dieser Extraglas besitzt (und nicht nur mit dem Terraseitenglas abschließt) und als Nest vollständig ist, kannst du ab Oktober auch nur das Nest im Winterruhenlager verstauen.
Ansonsten muss das Ganze eben in den Keller.
Daher befindet sich das Ytong-Nest sehr gern extern, zum "Abstöpseln" fertig für die Winterruhe - für große Kolonien die bevorzugte Variante, weil sich dann auch mehr Platz in der Arena bieten lässt - im Endeffekt liegt es mal wieder an dir

Abschließend von meiner Seite noch ein Verweis auf eine Ameisenhaltertugend , die gute alte Geduld . Neuen Ameisenhaltern fällt nach dem Kauf doch manchmal auf, wie jede Ameise einfach mal im Nest hockt und anscheinend nichtstut, wenn man hineinschaut - oh weh. Es dauert eben seine Zeit, dafür wird man, wenn man das Auge für das Kleine hat, auch reichlich belohnt werden!

liebe Grüße, Dyna

AndyundMandy: AW: Studenten-Ameisen (10. Januar 2013, 20:10)

Hi,
die 3D Folie ist im Aquarium angebracht?Also eine Rückwand im Becken.
Wenn sie nicht zu hässlich ist, könntest du sie eventuell sogar drin lassen.Kommt halt darauf an, aus was für einem Material sie ist.Alle offenen Stellen abdichten, damit keine Ameise hinter kommt.Sollte gehen.
Ansonsten kann man solche Rückwände meist auch wieder entfernen, was allerdings mit ein wenig Arbeit verbunden ist.

Ein ganzes Terrarium zu überwintern, ist meist recht schwer.Nimmst du als Nest z.B ein freistehenden Ytong, kannst du, sowie alle Ameisen drin sind, den einfach entfernen und zum überwintern, an einen geeigneten Platz stellen.
Manchmal passt so ein Ytong Nest auch in den Kühlschrank.Bei ca 5 bis 6 Grad durchgehend, ist das, z.B für eine Lasius niger Kolonie, perfekt.
Meine Jungkolonie, vom letzten Jahr, liegt im Moment in einem Reagenzglasnest im Kühlschrank, allerdings kann ich es kaum erwarten, das die Winterruhe vorbei ist.

14- 18 Grad sind zum Überwintern, zumindest für einheimische Arten, zu viel.10 Grad sind in etwa schon Höchstgrenze.Ein Paar Minusgrade halten sie aber auch aus, wenns nicht zu hart wird.

Man könnte die Ameisen auch überwintern lassen, indem man ihr Nest in eine Styropurbox packt und auf den Balkon stellt.Wird es zu kalt da drin, kann man öfters mal, je nach Kälte, eine warme Wasserflasche hineinstellen.

Nochmal zu deinem Eröffnungsthread:
Handwerklich begabt, muss man nicht unbedingt sein.Arenabau und Nestbau, sind nicht soooo schwer.Anleitungen dazu gibts ja zu Hauf hier im Forum oder im Internet.

Colophonius: AW: Studenten-Ameisen (10. Januar 2013, 20:36)

Hallo

Danke für die weiteren Antworten.

Ich habe mal noch weiter zum Ytong-Nestbau recherchiert und diese Anleitung gefunden. Wenn ich alle anderen Anleitungen richtig verstanden habe, müsste ich jetzt nur noch eine Glasscheibe oder ähnliches vor die Gänge kleben und den Schlauch in die Arena führen lassen.
Muss der Ytongstein dann in einen Extra-Behälter oder kann ich den einfach so stehen lassen?

Wenn ich die Ameisen überwintern lassen würde, müsste ich dann doch nur den Schlauch von der Arena lösen (wie sorge ich dafür, dass keine Ameisen "zurückgelassen" werden?), mit Watte verstopfen und dann "einlagern", oder?

Wenn ja: wie befestige ich den Schlauch, sodass ich ihn einerseits abnehmen kann und andererseits keine Ameise entwischt?

Und noch eine Frage:
Ich sehe immer wieder, dass die Ytong-Nester bewässert werden müssen. Woran erkenne ich, dass es zu feucht oder zu trocken im Nest ist?


@Dynamythe:
Gibt es eine grobe Formel zur Berechnung der ungefähren benötigten Größe der Arena?


Und noch eine (sehr peinliche Frage)
Sind Camponotus ligniperdus die Ameisen, die im Wald oft durch ihre hohen Hügel auffallen?

Dynamythe: AW: Studenten-Ameisen (10. Januar 2013, 21:39)

Ja, eine Glas/Acryl-scheibe dicht davor, Ränder mit Silikon (ohne Gefahrenstoffe) festgemacht und wenn möglich auch um die kammern herum, damit sie sich nicht etwaig zwischen Glas und Ytong einklemmen, Brut dort lagern und dann nicht herausbekommen o.ä.
Weiterhin bei kleinen Arten darauf achten, den Porenbeton doch nochmal mit Gips zu überpinseln - Porenbeton... in den Poren kann sich Brut verlieren.

Noch furagierende Arbeiterinnen können mit einer Pinzette aufgesammelt und ins Nest gepackt werden - so viele sollten nichtmehr draußen rumspazieren Ende Herbst, prüfen ob ausreichend Verpflegung für die Winterruhe gegeben wurde...
Watte ordentlich fest, ansonsten wird sie herausgeschoben.

Der Schlauch kann mittels Beckenverbinder am Becken und mittels Heißklebepistole (z.B.) am Nest befestigt sein. (kann man aufkratzen), fällt mir jetz auf die schnelle ein...

Ich sehe immer wieder, dass die Ytong-Nester bewässert werden müssen. Woran erkenne ich, dass es zu feucht oder zu trocken im Nest ist?
Der Stein wird ein paar Graustufen dunkler - bevor jemand einzieht Trockenübungen (oder Feuchtübungen^^) durchführen.

Gibt es eine grobe Formel zur Berechnung der ungefähren benötigten Größe der Arena?
Diese Formeln... :D Studenten...

Es kommt auf die Größe der Ameisen und die Zahl derer an, und die Art... mir haben nur Haltungsberichte geholfen, um mir den Dimensionen klar zu werden ^^

Formica s. str. für den Hügelbau
PS: Fix nachgegoogelt hätte dir die Offenbarung dieser so schamvollen und äußerst peinlichen Frage erspart bleiben können.

lg Dyna

Colophonius: AW: Studenten-Ameisen (10. Januar 2013, 22:39)

Hey

Danke nochmal für die weitere Antwort. Das Forum ist ja echt klasse!
Wielange würde denn ein 60cm Kantenlänge-Becken für Formica fusca reichen?

Ich habe das Gefühl, dass größere Ameisen, gerade hinsichtlich des Ausbruchschutzes, doch einfacher sind und Camponotus ligniperdus braucht ja offenbar viel Platz, den ich leider (noch) nicht habe.

Wann könnte ich denn mit der Kolonie anfangen, noch ist ja Winter? (Bis dahin sollte ich dann auch alles zusammengestellt und gebaut haben)

DermitderMeise: AW: Studenten-Ameisen (10. Januar 2013, 23:48)

Wielange würde denn ein 60cm Kantenlänge-Becken für Formica fusca reichen?
Kommt ganz darauf an wie du die Tiere versorgst (viel Eiweiß/wenig Eiweiß), wie eilig sie es mit der Brutaufzucht haben (kann individuell verschieden sein) und wie warm es bei dir ist. Bei mir sicherlich mehr als drei Jahre, aber hier scheint es auch recht kühl zu sein (17-18 °C ca.). Schau dir am besten ein paar Haltungsberichte an, dann weißt du wie (verschieden) es laufen kann.
Und noch ein kurzes Wort zum Lüften: Das ist natürlich kein Problem; Tägliche Temperaturabsenkungen im Bereich von 10-15 °C sind für unsere einheimischen Ameisen ganz selbstverständlich, besonders im Frühjahr und Herbst. Es ist sogar deutlich naturnäher als all die einheimischen Kolonien immer bei 20 °C im Wohnzimmer zu halten - was offensichtlich trotzdem gut funktioniert...

Ich habe das Gefühl, dass größere Ameisen, gerade hinsichtlich des Ausbruchschutzes, doch einfacher sind und Camponotus ligniperdus braucht ja offenbar viel Platz, den ich leider (noch) nicht habe.
Zu Anfang nicht, später (nach wenigen Jahren) schon.

Wann könnte ich denn mit der Kolonie anfangen, noch ist ja Winter? (Bis dahin sollte ich dann auch alles zusammengestellt und gebaut haben)
Im März-April wäre ein guter Zeitpunkt, dann erwachen die einheimischen Arten zum Leben (mit Ausnahme der Waldameisen, die schon früher loslegen, aber aus naheliegenden Gründen - Naturschutz - nicht oft gehalten werden).

Dann wünsche ich gutes Gelingen - halte uns auf dem Laufenden! :)


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