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Automatix: Koloniegröße drosseln ?? (15. Februar 2013, 23:40)

[font=Century Gothic]Hallo Ameisen-Freunde,

ist es möglich die Größe einer Kolonie zu drosseln, sprich die Kolonie nicht über eine bestimmte Anzahl von Individuen kommen zu lassen und wenn ja, welche Maßnahmen/Vorkehrungen gibt es diesbezüglich? Wenn ja, welche Art Auswirkungen sind zu befürchten?

Liebe Grüße, Automtix! :)[/font]

Matze: AW: Koloniegröße drosseln ?? (16. Februar 2013, 00:08)

Hallo Automatix,

[font=Century Gothic]ist es möglich die Größe einer Kolonie zu drosseln, sprich die Kolonie nicht über eine bestimmte Anzahl von Individuen kommen zu lassen und wenn ja, welche Maßnahmen/Vorkehrungen gibt es diesbezüglich? Wenn ja, welche Art Auswirkungen sind zu befürchten?
[/font] Falls du keine Arbeiterinnen Absammeln und töten willst ist es kaum bis gar nicht möglich die Arbeiterinnenzahl auf einem Niveau zu halten. Es gibt in einigen Haltungsberichten Versuche das Wachstum der Kolonie zu verlangsamen und dies ist auch möglich durch weniger Nahrungszugabe. Dazu kannst du einfach ein paar längere Haltungsberichte durchlesen oder die Suchfunktion hier benutzen.
Besonders viele Proteine werden für die Aufzucht der Larven benötigt und wenn man diese weniger zur Verfügung stellt ist das Wachstum der Kolonie geringer. Außerdem kann man die Temperaturen etwas kühler machen oder so verändern, dass es ebenfalls etwas hilft beim Drosseln. Jedoch ist das alles immer nicht ganz so einfach, da bei zu großen Verschlechterungen der Haltungsparameter die Kolonie im ungünstigsten Fall auch eingehen kann. Außerdem ist zu beachten, dass die Ausbruchsgefahr größer ist, umso schlechter die Haltungsparameter sind.
Kurz gesagt eine Drosselung des Wachstums ist machbar. Jedoch interessiert es mich, wieso du das genau fragst. Für mich ist es ja gerade Interessant eine große Kolonie zu haben. Außerdem ist für mich ein gutes Wachstum ein Zeichen, dass die Haltungsparameter stimmen und es der Kolonie gut geht.

Viele Grüße
Mathias

DermitderMeise: AW: Koloniegröße drosseln ?? (16. Februar 2013, 00:50)

Guten Abend,
das Haus empfiehlt heute Abend folgendes Menü:
Wie lässt sich die Koloniegröße sinnvoll kontrollieren?
;)

Ameise1: AW: Koloniegröße drosseln ?? (16. Februar 2013, 13:49)

Ich finde es immer ziemlich schwachsinnig wenn hier von Kolonie Drosslung die rede ist.

Man weis doch schon beim Erwerb der Ameisen wie groß eine Kolonie werden kann. Also entweder eine Art wählen die kleine Kolonien bildet oder die Ameisenhaltung ganz sein lassen !

Wenn ich mir jetzt Fische zulege (die ja meist als Jungtiere in der Handlung angeboten werden) und weis die werden über 30cm groß steck ich sie doch auch nicht in ein 60cm Aquarium nur weil sie darin etwas kleiner bleiben !

Sorry musste ich einfach mal schreiben weil mich das jedes mal ziemlich aufregt!

Martin

Streaker87: AW: Koloniegröße drosseln ?? (16. Februar 2013, 14:26)

@Ameise1:

Du regst Dich umsonst auf. Wer Ameisen halten möchte wird sich früher oder später mit dem Thema der Überbevölkerung beschäftigen müssen. Wenn ich das richtig sehe, hast Du bisher keinen bebilderten Haltungsbericht hervorgebracht, bist demnach in Deiner Aussage nicht "angreifbar". Deine artgerechte Haltung bei L. niger (bis 50.000) und L. fuliginosus (bis 2.000.000) würde mich brennend interessieren.

Eine Drosselung des Koloniewachstums mittels Proteindiät ist allemal besser als die Ameisen abzusaugen, zu verfüttern oder anderweitig zu dezimieren. Diese Diät hat keinerlei Nachteile für die Kolonie. Wo ist das Problem, wenn ich meine C. fellah Kolonie in zwei Jahren nur auf 2.000 statt 4.000 kriege und nun konstant halte, weil ich weniger füttere und eine zweimonatige Ruhephase einhalte? Camponotus Kolonien anderer Halter haben nach über fünf Jahren nicht mal die 1.000 überschritten.

DermitderMeise: AW: Koloniegröße drosseln ?? (16. Februar 2013, 19:29)

Hallo Martin,
deine Meinung ist bekannt, Aufregung bringt uns hier, genauso wie anderswo, aber nicht weiter. :)

Ich sehe das (inzwischen) etwas pragmatischer: Ein Ameisenstaat funktioniert als ein Organismus; die Funktionen sind über viele Individuen verteilt. Bei einem gewöhnlichen Haustier, z. B. Hund, Hamster oder Zierfisch ist das natürlich anders; trotzdem füttert man diese Tiere gewöhnlich nicht bis sie an Verfettung sterben (einige machen's doch... aber darum soll es hier nicht gehen). Anders herum sind mir einige Hunde begegnet, die einen bis zwei Tage in der Woche fasten mussten, und soweit ersichtlich hat ihnen das nicht geschadet, weil es ihrem Naturell entspricht.
Ameisenstaaten sterben zum Glück nicht an Verfettung, es gibt eine artabhängige Mindestgröße ab der Geschlechtstiere aufgezogen werden (die meistens natürlich nicht bekannt ist); was darüber hinaus geht ist Bonus und sichert in der Natur die eigene Überlebens- und Fortpflanzungsfähigkeit. Man könnte sogar weiter gehen und sagen: Wir regeln die Fortpflanzung unserer Haustiere seit jeher für sie durch gezielte Verpaarung oder deren Verhinderung, inkl. Sterilisation oder Kastration; wenn man einem Hamster also seinen "Schwarmflug" verweigert indem man ihn einzeln hält und sich einfach nicht fortpflanzen lässt - ist das dann nicht genauso "verwerflich"? :confused: Die Vergleiche hinken einigermaßen, das ist mir klar; aber man muss sich auch bewusst machen, dass eine Ameisenkolonie 3000 oder 10000 Arbeiterinnen beinhalten kann und trotzdem "ausgewachsen" ist; wenn man vor die Tür geht und dort zufällig ein paar große Kolonien von Camponotus herculeanus einsammelt, dann schwankt deren Größe auch beträchtlich:
Camponotus herculeanus: meist zwischen 2000 und 6000 Arbeiterinnen, maximal >12000 (in Nordamerika)
- trotzdem wird es den "kleinen" Kolonien deswegen nicht unbedingt schlecht gehen.

Und bitte im Hinterkopf behalten: Es geht hier nicht darum, dass man eine Kolonie von Lasius niger dauerhaft in einem Temnothorax-Kleinstformikarium halten will (30 cm-Fisch in 60 cm-Aquarium).

Um nochmals auf die Eingangsfrage einzugehen:
Wenn ja, welche Art Auswirkungen sind zu befürchten?
Neben den im weiter oben verlinkten Thema genannten kurzfristigen - es werden vermutlich keine Geschlechtstiere aufgezogen oder "nur" Männchen.

Ameise1: AW: Koloniegröße drosseln ?? (17. Februar 2013, 03:07)

Entschuldigt wenn das heute mittag etwas "schroff" war. Bin da gerade erst aufgestanden (schlaf sonst nie so lange:irre:) und war noch etwas im Tee.

Das mit der Proteindiät habe ich offen geasgt bei meinem ersten Post garnicht in betracht gezogen. Wie gesagt war noch nicht ganz auf der höhe.

EInfach das oben geschriebene vergessen und weiter schreiben. :)

Und Streaker. Ich halte keine L. niger und es ist denke ich für eine Privatperson eher sehr schwer machbar eine ausgewachsene L. fuliginosus Kolonie Artgerecht zu halten (gut vllt. eher als bei Atta und Co.). Da ich all meine Kolonien die ich derzeit halte aus Gynen die ich hier gefangen habe hoch gezogen habe wäre es irgendwann auch möglich (nötig?) sie auszusetzen. Zum Glück umfasst meine Kolonie derzeit erst um die 2k Arbeiterinnen. Und Platz wäre noch ausreichend da.;)

Martin

Gripsnest: AW: Koloniegröße drosseln ?? (18. Februar 2013, 11:30)

Vor etlichen Jahren hatte ich mal eine sehr große Pheidole pallidula Kolonie. Der Wachstum war rasant und ich wollte ihn eindämmen.

Hierzu habe ich mir dann Gedanken gemacht, wie es in der Natur abläuft. Wenn eine Kolonie neu gegründet wird und Nahrung im Überfluss vorhanden ist, wird sie irgendwann trotzdem an ihre Grenzen stoßen, weil Konkurrenten in Form von anderen Staaten schon vor Ort ist.

Zur Zeit der Pheidole hatte ich außerdem eine relativ große, tropische Camponotus spec..

Mit etwas Fantasie wird man sich zusammenreimen können, was mein Plan war.

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Becken gab es dann noch ein weiteres Formicarium, welches ich mit den beiden Kolonien verband. Allerdings war der Schlauch vom Pheidolebecken so schmal, dass selbst die kleinste Camponotus nicht hindurch kam.

Als sich die beiden Arten zum ersten mal trafen, gab es eine sehr geringe Todeszahl unter den Pheidole, die natürlich weit unterlegen waren und sich sehr schnell zurückzogen. Danach trauten sie sich nie weiter, als in den Schlauch.

Das Wachstum der Pheidole wurde in der Tat geringer und es kam kaum noch zu Ausbruchsversuchen.

Eine sehr radikale Lösung, aber Naturnah, wenn man mal davon absieht, dass die Arten, die sich hier getroffen haben, von unterschiedlichen Kontineten stammen.