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chemol: Kolonie überlebt Winterruhe nicht (10. März 2013, 21:50)

Hallo liebe Ameisenfreunde/-innen.

Ich habe leider leider feststellen müssen dass meine beiden Königinnen die Winterruhe nicht überlebt haben. (Ich habe zwei Königinnen, weil ich ursprünglich vor hatte einem Freund eine Kolonie im Frühling zu schenken - nicht weil ich nicht genug Kolonien haben kann.)

Ich bin echt ratlos was schief gegangen ist. Ich weiß nicht genau welche Temperatur, aber mein Kühlschrank ist wärmer als ich es von anderen Kühlschränken gewohnt bin. Ich habe beide Kolonien regelmäßig gewässert, aber beide nicht gefüttert, da ich gelesen habe, dass Flüssigkeit im Magen den Ameisen in der Winterruhe schaden kann.

Meine erste Gyne (Eris) ist bereits über ein Jahr alt und hat entsprechend schon einen Winter in der Obhut des Antstore überlebt. Meine zweite Gyne (Philotes) habe ich selbst eingesammelt und ist daher erst ein halbes Jahr alt. Philotes hatte kurz vor der Winterruhe ein mysteriöses Massensterben unter ihren Kindern zu beklagen gehabt. Nur 2 der 22 hatten überlebt, daher bin ich von ihrem Verscheiden nicht so richtig überrascht.

Überraschend ist aber das Ende von Eris. Auch von ihren Kindern habe ich seit der Winterruhe keins mehr gesehen.

Sehr, sehr traurig das Ganze.
Wenn ihr mir Tipps geben könnt, was ich falsch gemacht habe, kann ich solche Fehler in Zukunft besser vermeiden.

liebe Grüße,
chemol.

AIS: AW: Kolonie überlebt Winterruhe nicht (10. März 2013, 22:02)

Guten Abend chemol ,

das ist wirklich traurig, vor Allem weil beide Königinnen schon gegründet haben. Ich vermute mal es handelte sich um die typische Einsteigerart Lasius niger ?

Eine sichere Ferndiagnose zu geben wird nicht möglich sein, es gibt zu viele mögliche Gründe für das Ableben der Königinnen.

Was mich allerdings stutzig macht, du schriebst du hast die Königinnen regelmäßig gewässert - Worin hast du sie überwintern lassen?

Ein Reagenzglas ist hierfür erste Wahl, bewässern (dabei kann viel schief gehen) ist dann nicht nötig und man hat einen guten Überblick ob alles in Ordnung ist.

LG, AIS :)

chemol: AW: Kolonie überlebt Winterruhe nicht (11. März 2013, 19:54)

Ja, sorry, hatte ich vergessen: beide Lasius niger.

Philotes hat in einem Reagenzglas überwintert, da dort allerdings der Wassertank ausgetrocknet war und ich die Kolonie nicht zum Umziehen in ein neues RG gekriegt habe, habe ich einfach wöchentlich einen Wassertropfen an den Eingang des Nestes gelegt. Eine Überschwemmung ist nicht passiert.

Eris hat in einem gewöhnlichen Formicarium in der Nestwand überwintert. Da habe ich sie am Ende schließlich ausgegraben.

Im Formicarium hat sich etwas Schimmel gebildet, also habe ich wohl zu viel gewässert. Aber Schimmel sollte den Imagines doch eigentlich ncihts anhaben können, oder?

Dankbar für alle Hinweise,
chemol.

DermitderMeise: AW: Kolonie überlebt Winterruhe nicht (11. März 2013, 23:39)

Aber Schimmel sollte den Imagines doch eigentlich ncihts anhaben können, oder?
Nein, gesunden Ameisen eigentlich nicht - es ist dann ja auch zielsicher die andere Königin verstorben... :-/
Woran es liegt kann dir wohl niemand so richtig sagen, wie AIS schon andeutete; ich könnte mir aber vorstellen (Spekulation, keine Diagnose!) dass der Tropfen/Woche zu wenig Wasser war, speziell in Verbindung mit dem "wärmer als gewohnten" Kühlschrank. Mir ist im Kühlschrank eine Gründerkolonie von Lasius fuliginosus/niger vertrocknet, obwohl das neue Reagenzglas direkt gegenüber lag; sie machten sich weder die Mühe zum Wasser zu gehen noch nach welchem zu suchen noch machte ich mir Gedanken darüber. :( Seitdem gibt es bei mir Überwinterungen nur noch unter hoher Luftfeuchte (z. B. feuchtes Papier als Bodengrund).

Leghorn: AW: Kolonie überlebt Winterruhe nicht (12. März 2013, 00:36)

Ich schliesse mich hier mal an. obwohl ich noch nicht sicher bin.
Meine beiden Lasius niger sind jetzt aus der Winterruhe und die war wohl sehr Verlustreich.
Bei der grossen Kolonie (200-300 Arbeiterinnen) hat zum Glück die Königin überlebt, dafür haben gut 80-90% der Arbeiterinnen den Löffel abgegeben.
Die kleinere Kolonie (50-100 Arbeiterinnen) ist bis jetzt nicht aus dem Sandnest aufgetaucht. sieht eher ausgestorben aus und richt auch nicht sehr gut. Da warte ich ab, hab aber wenig Hoffnung.
Desweiteren gibt es noch die dänische Königin, Formica fusca wars glaube ich, die ist noch im Kühlschrank. Die werde ich diese Woche aus der Winterruhe holen. Hoffenntlich kommt die Kleine durch!

Imilius: AW: Kolonie überlebt Winterruhe nicht (13. März 2013, 00:40)

Hi chemol!

Manchmal weiß man woran es lag und manchmal bleibt es leider ein Rätsel.

Vielleicht hilft dir dieser >>Link<< weiter.

Was dort auffällt, ist, dass nach der Winterruhe viele Kolonien das Zeitliche segnen. Das richtige und regelmäßige Bewässern des Nestes, würde mit Sicherheit einige Kolonien vor dem Tod retten.

Gruß Imilius

hormigas: AW: Kolonie überlebt Winterruhe nicht (13. März 2013, 01:07)

Liebe Ameisenfreunde der Einheimischen Arten,
In 14 Tagen geht es los, kein Kummer, wir lieben Usere Kolonien.
Jedem passiert ein Desaster.
Gutes Gelingen

chemol: AW: Kolonie überlebt Winterruhe nicht (13. März 2013, 02:17)

Danke für die Infos und die Aufmunterung.

Ich werde mir jetzt auf jeden Fall mal ein Fuechtigkeitsmesser für das Formicarium besorgen. Dann kann ich die Bewässerung viel besser regeln.

Was sind denn gute Werte?

DermitderMeise: AW: Kolonie überlebt Winterruhe nicht (13. März 2013, 08:44)

Hallo chemol,
einfacher als einen der zumeist recht unzuverlässigen Feuchtigkeitsmesser zu installieren ist es, im Nest ein Feuchtigkeitsgefälle anzubieten; im Reagenzglas stellt es sich automatisch ein: direkt vor der Wasserwatte = sehr feucht, direkt an der Ausgangsverschlusswatte: recht trocken. Die Ameisen suchen sich dann den Bereich aus der ihnen am besten passt.

Wenn der Wasservorrat erschöpft ist, kann man sich damit behelfen die Ausgangsverschlusswatte zu befeuchten und alle paar Tage zu kontrollieren; dabei aufpassen dass sich der Verschluss nicht unter der Wassereinwirkung verformt, dann könnten Ameisen ihren Weg heraus finden.

Da du nach konkreten Werten gefragt hattest mache ich einen Versuch:
Arena: um 50-60 % rel. Luftfeuchte, evtl. auch mehr - das sind Werte die man praktischerweise in vielen Haushalten haushalten schon vorfindet
Nest: 70-90 % (Feuchtigkeitsgefälle)
Die bevorzugte Nestfeuchte ist aber abhängig von den unterschiedlichen Entwicklungsstufen (Eier, Puppen, Larven) und natürlich auch artabhängig ; so würde ich ein Nest von Myrmica rubra nicht mehr ohne direkten Wasserzugang konstruieren, eines von Camponotus herculeanus (holzbewohnend) dagegen nur mit deutlich geringerer Feuchtigkeitseinwirkung.