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Hawkeye: Die ewig-wandernde Arbeiterin (2. Mai 2019, 11:54)

Hiho,

Nach langem hin und her habe ich am Montag meine erste Kolonie erhalten: eine süße-kleine Jungkolonie Camponotus herculeanus.
Ich bin mir im Moment noch nicht 100%-tig sicher, wie gut es ihnen geht, aber das muss sich erst mit den Tagen zeigen.

Derzeit leben sie in ihrem Ankunftsreagenzglas mit gut gefülltem Wassertank, verdeckt mit Alufolie.

Was mich etwas verwirrt ist, dass eine einzelne Arbeiterin seit Dienstag fast permanent in der Arena herumläuft. Die arme versuchte wohl zuerst recht renitent an der Wand hoch zu klettern, wobei sie sich ziemlich mit Talkum bedeckt hat.

Es stehen dem guten Volk zwei kleine Quellen von Honig und Honigwasser, ein Frischwasserbehältnis, Proteine in Form einer getöteten Junggrille sowie verschiedenste Bausubstrate zur Verfügung.

Deswegen verwirrt mich das Verhalten der Arbeiterin arg: Wieso läuft sie tagelang überall in der Arena herum? :irre:

Ich habe gestern einmal kurz ins Reagenzglas geschaut und dort die anderen 3 Arbeiterinnen und die Gyne mit einem Ball Eier gesehen. Auch holt eine Arbeiterin hin und wieder Flüssigkeit vom Eingangsbereich des Reagenzglases... Nur die getalkumte Arbeiterin ist etwas ungewöhnlich.

Erne: Re: Die ewig-wandernde Arbeiterin (2. Mai 2019, 13:20)

Ein Futterangebot ist vorhanden, also kein Grund auf die Suche zu gehen und herumzulaufen.
Das Herumlaufverhalten ist oftmals bei kranken oder Ameisen die bald sterben zu beobachten.
Sie versuchen sich von ihrem Volk zu entfernen.
Das sie dazu in der Haltung keine Möglichkeit haben, wissen diese Ameisen nicht.
Sie versuchen es weiterhin bis sie sterben.
Die Ameise könnte beim Transport zu Schaden gekommen sein.

Grüße Wolfgang

Serafine: Re: Die ewig-wandernde Arbeiterin (2. Mai 2019, 15:16)

Was mich etwas verwirrt ist, dass eine einzelne Arbeiterin seit Dienstag fast permanent in der Arena herumläuft. Die arme versuchte wohl zuerst recht renitent an der Wand hoch zu klettern, wobei sie sich ziemlich mit Talkum bedeckt hat.
Die Arbeiterin befindet sich im sterben und versucht, wie von Erne sehr schön erklärt, sich von ihrem Nest zu entfernen. Das ist für Camponotus normales Verhalten.

Ich hatte das Problem am Anfang mit meinen Camponotus barbaricus auch, Abhilfe war allerdings erstaunlich leicht - einfach eine zweite Arena (billige Plastibox mit ein paar kleinen Lüftungslöchern im Deckel und etwas Sand/Sand-Lehm als Bodensubstrat reicht) mit ca. 1 Meter Vinylschlauch an die Hauptarena anschließen, noch ein Reagenzglas mit Wasser rein und abdecken, fertig. Die älteren Arbeiterinnen wandern dann (zumindest meistens) dorthin ab und sitzen im Reagenzglas bis sie tot umfallen (häufig fangen sie ca. einen halben bis einen Tag vor ihrem Tod an in der Box rumzurennen, aber der Spuk ist dann schnell vorbei).

Hawkeye: Re: Die ewig-wandernde Arbeiterin (3. Mai 2019, 23:48)

Die Arbeiterin ist auch in einem als Nestalternative angebotenen Reagenzglas verstorben.

Ich habe sie herausgenommen und ausführlich begutachtet, konnte aber keine Auffälligkeiten abseits des Talkums ausmachen.
Also hoffe ich einfach mal, dass sie während des Transport nicht sichtbare Schäden abbekommen hat (oder sowas O.o)

Im Moment erscheint mir das Volk ausgesprochen ruhig, hoffe mal, dass das ein gutes Zeichen ist und werde meine 'Inspektionen' immer weiter runterfahren.

Denke mal, dass ich erst wieder Grillen verfüttern werde, wenn die erste Arbeiterin zum Furagieren hervorkommt. Honig werde ich erstmal weiter täglich frisch anbieten. Frischwasser ist selbstverständlich.

Edit:
So ... jetzt mache ich mir wirklich Sorgen: Eine weitere Arbeiterin scheint sich ihrem Ende zu nähern, denn sie hat auch begonnen ihre Interesse dem emporklettern zu glatter Wände zu widmen ._. Ich konnte von der Seite heute kurz auf die Gyne lucken (yay ohne invasive Eingriffe XD) und sie hat immer noch einen beachtlichen Ball Eier vor sich. Hoffen wir mal, dass der rechtzeitig schlüpft o.o

Edit 2.0:
Wenn die Sonne morgens auf einen kleinen Bereich meiner Fensterbank Sonne wirft, stelle ich die Arena deckellos dorthin. Interessanterweise ist die Ameise auf einmal viel munterer geworden und am Ende sogar wieder zurück ins Reagenzglas gehuscht...