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Serafine: Re: Erkenntnis(se) des Tages (13. November 2018, 01:29)

Boah, das sieht ja echt fies aus :eek:

Gut zu wissen, dann lass ich mich mal besser nicht von meinen Barbaren kneifen, die haben ähnlich unangenehme Beißerchen (sind aber zum Glück bisher außerordentlich zahm).
mandibles.jpg

Ameisenstarter: Re: Erkenntnis(se) des Tages (19. November 2018, 18:31)

Die Paarung bei Mantiden ist so ne Sache. Mal klappt es, mal klappt es nicht. Mal wird das Männchen gefressen, mal nicht.

Diese Erfahrung durfte ich heute auch machen, als ich versucht habe meine zwei Phyllocrania paradoxa zu verpaaren. Für eine halbe Stunde lief alles gut, sie saßen beieinander, er dann auf ihr, hätte eigentlich ja anfangen können.

Ergebnis nach einer dreiviertel Stunde war:
Zerteiltes Männchen, Weibchen mit verstümmelter Tarse am linken Fangarm und keine Paarung.

Zumindest die Camponotus brasiliensis konnten sich freuen, die haben die obere Hälfte bekommen, welche Madame nicht mehr verspeisen wollte.
Bon appétit...

Safiriel: Re: Erkenntnis(se) des Tages (19. November 2018, 22:45)

Auf jeder Fortbildung trifft man einen, der alles und jeden kennt und weiß - und einen der alles anzweifelt und blöd findet, besonders wenn es neu ist.

Unkerich: Re: Erkenntnis(se) des Tages (28. Dezember 2018, 01:44)

Hartgekochtes (Hühner-)Ei an Solenopsis fugax zu verfüttern scheint reine Lebensmittelverschwendung zu sein, obwohl Brut (darunter auch Eier) doch eigentlich zu deren natürlicher Nahrung gehört :spin2:

898C16C1-D97E-45FE-A13B-B4AFF873545A.jpeg

14482844-E60B-4F1E-9189-E2B4272DA199.jpeg

Ameisenstarter: Re: Erkenntnis(se) des Tages (3. Januar 2019, 00:54)

Auch wenn es nur für ein paar Tage ist, Zeit getrennt von seinen Ameisen ist schon schwer. Die Ungewissheit darüber, ob während der Abwesenheit alles gut läuft ist allgegenwärtig.

So heißt es jetzt für mich noch 3 Stunden Bangen, obwohl ich doch eigentlich überzeugt bin, dass es keine Probleme gibt.


Liebe Grüße und gute Nacht :)

Unkerich: Re: Erkenntnis(se) des Tages (9. Januar 2019, 00:01)

Die Person, die auf die Idee kam, Mehlwürmer in normalen „Heimchenboxen“ mit tief liegenden Luftlöchern zu verkaufen, muss doch ernsthaft einen an der Klatsche gehabt haben... :fluchen: BAF7D265-AAB0-4F74-A9AD-45D487CF3976.jpeg

Ich weiß schon, weshalb ich meine Mehlwürmer normalerweise selbst züchte :rolleyes:

trailandstreet: Re: Erkenntnis(se) des Tages (10. Januar 2019, 15:17)

Immer wieder findet man Beiträge, in denen Halter ihren Wunsch äussern, gerne eine polygyne Art halten zu wollen, womöglich noch mit möglichst vielen Gynen.
Nun kann man aber zum einen davon ausgehen, dass eine fertile Königin völlig ausreicht um mit ihrem Nachwuchs den meist vorgegebenen Rahmen locker zu sprengen.
Zum anderen gibt es die verschiedensten Formen der Polygynie und es ist keineswegs gesagt, dass sich auch alle oder zumindest ein paar, wenn auch fertil und begattet, an der Nachwuchsproduktion beteiligen.
Untersucht wurde dies zB bei Dendrolasius fuliginosus und da ist es tatsächlich so, dass auch nur eine Gyne reproduktiv tätig ist.
Sollte es dann auch nur als "Backup" gedacht sein, falls eine Gyne stirbt, frag ich mich, was da bei allgemein gleicher Lebenserwartung und offensichtlich identischem Alter noch für eine Wendung bringen soll.
Liegen hier Haltungsfehler vor, wäre es wohl besser, diese möglichst zu beheben oder besser gleich zu vermeiden, als nur mehr Gynen im Hintergrund zu haben.
Was die Lebenserwartung an sich angeht, die ist bei manchen Arten locker im zweistelligen Bereich und das alleine ist für manchen schon mehr als genug.
Wie das eben heute so ist, will halt jeder möglichst schnell möglichst viel Erfolg sehen, ob das dann aber tatsächlich auch so ist, sei dahingestellt.

Maddio: Re: Erkenntnis(se) des Tages (10. Januar 2019, 18:55)

Untersucht wurde dies zB bei Dendrolasius fuliginosus und da ist es tatsächlich so, dass auch nur eine Gyne reproduktiv tätig ist.

Bei solchen faktischen Behauptungen bitte immer die entsprechende Studie mit verlinken, damit keine Falschinformationen verbreitet werden (wie es hier leider geschehen ist).

Ich gehe davon aus, du beziehst dich auf folgende Studie: Temporal variation in social structure and worker reproduction in the temporary social parasite Lasius fuliginosus (van Elst; Gadau; 2018)

https://www.researchgate.net/publication/326723488_Temporal_variation_in_social_structure_and_worker_reproduction_in_the_temporary_social_parasite_Lasius_fuliginosus_Hymenoptera_Formicidae

In der Studie wird tatsächlich gesagt, dass bei einem Großteil der untersuchten Kolonien, die Arbeiterinnen wahrscheinlich nur von einer Königin abstammen, aber eben nicht bei allen untersuchten Kolonien , so dass sich die Darstellung als Fakt verbietet:

Only two of 33 colonies in the studied population,
i.e., colonies Lfu 1 and Lfu 27, contained workers that
were derived from multiple queens. --> Seite 80

In zwei von 33 Kolonien fanden sich also Arbeiterinnen, welche nicht von derselben Königin abstammen. 2/33 entspricht 6,1 %, mMn ein nicht zu unterschätzender Anteil, besonders wenn man die geringe Stichprobe (n=33) in Betracht zieht.

Die Forscher bieten daraufhin verschiedene Hypothesen an, die das Vorkommen dieser Arbeiterinnen erklären könnten (neben der klassischen Polygynie), aber es sind eben nur Hypothesen, bewiesen ist damit noch nichts! Dies wird in der Studie auch genauso festgehalten, es braucht noch weitere Untersuchungen (Hervorhebungen durch mich):

Surprisingly, for a species that has large
and long-lived colonies, Lasius fuliginosus appears to be
predominantly monogynous and monandrous. However,
we did record some cases of polyandry and workers which
were derived from multiple queens in the study population.
Latter might be the result of queen adoption by orphaned
colonies, but this hypothesis needs further investigation.
Our data challenge the polygyny hypothesis in L. fuliginosus
as stated in the literature. Studies in more L. fuliginosus
populations will be necessary to unveil the predominant
queen number of this species. --> Seite 83

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass bei solchen faktischen Darstellungen kenntlich gemacht wird, auf welche Studie Bezug genommen wird und dass die Informationen vor Veröffentlichung eingehend geprüft werden, um der Verbreitung von Falschdarstellungen vorzubeugen.

LG Maddio

trailandstreet: Re: Erkenntnis(se) des Tages (16. Januar 2019, 14:00)

Sicherlich geht es um die Arbeit von Elst und Gadau "Faculatative polyandry, polygyny and worker reproduction"
Ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen, eine Diskussion dazu gibt es bereits.
Laut Seifert (2018), S. 294-295: Da sind es sogar 7,7 % aus 52 monodomen Kolonien, die Arbeiterinnen von mehr als einer Königin enthielten (2 Untersuchungen, darunter die von V. Elst & Gadau). - Hier wird aber auch spekuliert, dass eine Oligogynie vorliegen könnte, in den seltenen polydomen Kolonien.

Grundsätzlich aber sagt es auch nur aus, dass es bei kaum einer polygynen Art vollständig geklärt ist, wie polygyn sie nun tatsächlich ist und wieviele Gynen auch tatsächlich an der Reproduktion beteiligt sind, um was es schließlich ursprünglich ging. Nur um mal auf den Sinn mehrerer Gynen in der Haltung in Frage zu stellen.
Sonst wäre der Beitrag nämlich dort gestanden und nicht hier.

Maddio: Re: Erkenntnis(se) des Tages (16. Januar 2019, 20:18)

Hi trailandstreet,


Grundsätzlich aber sagt es auch nur aus, dass es bei kaum einer polygynen Art vollständig geklärt ist, wie polygyn sie nun tatsächlich ist und wieviele Gynen auch tatsächlich an der Reproduktion beteiligt sind, um was es schließlich ursprünglich ging. Nur um mal auf den Sinn mehrerer Gynen in der Haltung in Frage zu stellen.
Sonst wäre der Beitrag nämlich dort gestanden und nicht hier.

Das hat hier niemand in Frage gestellt. Ich habe in der Vergangenheit selbst bereits öfter darauf hingewiesen, dass z.B. die Brutproduktion nicht linear verläuft in Abhängigkeit von der Anzahl der Königinnen als einzigen bestimmenden Faktor, also die Annahme "meine Kolonie hat zwei Königinnen, und damit dann doppelt so viel Brut" meist nicht bestätigt werden kann.

Es ging mir schlicht um diesen einen Satz in deinem Beitrag:
Untersucht wurde dies zB bei Dendrolasius fuliginosus und da ist es tatsächlich so, dass auch nur eine Gyne reproduktiv tätig ist.

Dazu kann ich mich nur nochmal auf dieselbe Studie berufen, welche ich in meinem vorhergehenden Beitrag bereits erwähnte und welche du und Merkur ebenfalls anführen (Hervorhebungen wieder durch mich) :

Surprisingly, for a species that has large and long-lived colonies, Lasius fuliginosus appears to be
predominantly monogynous and monandrous.

appears to be - sie scheint vornehmlich monogyn und monandrisch zu sein.

--> Im AP heißt es in Berufung auf dieselbe Studie plötzlich "Lasius fuliginosus ist monogyn und monandrisch!"
Es gibt also eine gewisse Diskrepanz zwischen den Aussagen der untersuchenden Wissenschaftler (van Elst, Gadau) und dem Threadtitel im AP. Kann man sich jetzt aussuchen, ob man den Wortlaut der beiden Verfasser der Studie höher wiegt, oder den Wortlaut den ein Kommentator daraus macht. Für mich hat immer das Original (in diesem Fall die Studie und ihre Autoren) mehr Gewicht, zumindest bis eine neuere Studie alte Ergebnisse in Frage stellt.

Außerdem kommt noch das Wort predominantly hinzu, also der vorherrschende oder überwiegende Teil der Kolonien ist gemeint. Eine klare Abgrenzung zu durchgehend monogynen Arten, wie z.B. Lasius niger , wo es eben keine Ausnahmen gibt, sondern alle Kolonien strikt monogyn sind und die Arbeiterschaft stets nur von einer Königin abstammt; es auch keine "seltenen polydomen Kolonien" gibt.

Weiter:
However, we did record some cases of polyandry and workers which
were derived from multiple queens in the study population.
Latter might be the result of queen adoption by orphaned
colonies, but this hypothesis needs further investigation.

might be - Das Vorhandensein von Arbeiterinnen abstammend von mehreren Königinnen könnte das Ergebnis von Adoptionen (von Königinnen) in weiselosen Kolonien sein, aber diese Hypothese bedarf weiteren Untersuchungen .

--> Auch hier ist also nichts endgültig festgestellt oder bewiesen. Es könnte dafür auch ganz andere Erklärungen geben, es ist eben aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht endgültig geklärt.

Our data challenge the polygyny hypothesis in L. fuliginosus
as stated in the literature. Studies in more L. fuliginosus
populations will be necessary to unveil the predominant
queen number of this species.

Nach Ansicht der Autoren van Elst und Gadau müssen noch mehr Populationen von Lasius fuliginosus untersucht werden, um die überwiegend vorhandene Anzahl Königinnen dieser Art zu bestimmen.

--> Mit weiteren Studien kann sich die Faktenlage ändern, so dass ich einfach zu Geduld rate.

LG Maddio


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