Die richtige Art finden

Die richtige Art finden

Beitragvon Cookie91 » 10. Dezember 2018, 14:25

Hallo ich bin der neue :)
und ca. der Tausendste der fragt :o
Ich möchte mir seit einiger Zeit meine erste Kolonie zulegen und informiere mich dementsprechend.
Allerdings habe ich für mich noch nicht festgelegt welche Art ich halten möchte.
Daher würde ich gerne euer Wissen nutzen um die passende Art zu finden,
da es für mich durchaus schwer ist erst jede Art zu googlen und alles darüber zu lesen
um festzustellen ob es eine Art ist die ich halten möchte oder nicht.

Ich plane die Kolonie in einem Terrarium zu halten, also mit Erde und Pflanzen. Ja ich weiß das ich die Ameisen dann nicht ständig sehen kann
aber das ist auch ok so. Ich weiß auch nicht ob es eine Art gibt die meinen Wünschen entspricht aber vllt. kannt ihr ja eine :) .

Also als erstes sollte sie nicht zu anspruchsvoll in der Haltung sein ich möchte mich keinesfalls mit der ersten Kolonie selbst überfordern.
Zudem hätte ich gerne eine Polymorphe Art (hoffe das Wort ist richtig platziert :D ). eine kurze bis nicht vorhandene Winterruhe wäre schön aber nicht zwingend.
Als letztes sollte sie im Allgemeinen nicht zu klein sein (ja ich weiß Ameisen sind klein :p ) wie z.B. die Pharaoameise, die wie ich finde selbst für Ameisenverhältnisse sehr klein ist :p .

Auch wenn es sich etwas falsch anfühlt eine Art Wunschliste über ein Tier zu erstellen hoffe ich ihr erkennt meine Absicht und könnt mir helfen.
Zudem falls ich irgendwelche Begriffe falsch verwendet habe, Entschuldigt bitte ich bin noch nicht sooo vertraut mit all dem und gelobe Besserung :) .

MfG
Rene
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Re: Die richtige Art finden

Beitragvon Serafine » 10. Dezember 2018, 16:33

Wie groß soll/darf die Kolonie denn am Ende werden bzw. wieviel Platz hast du insgesamt?
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Re: Die richtige Art finden

Beitragvon Cookie91 » 11. Dezember 2018, 09:23

Also wünschenwert wäre ein Terarium mit Maximal 60x40 cm Grundfläche. Aber auch 80x40 wäre möglich
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Re: Die richtige Art finden

Beitragvon Roteameise » 11. Dezember 2018, 11:40

Bei klein bleibenden Kolonien fällt mir Camponotus fallax ein, diese sind zu dem auch nicht zu klein ;)
Eine andere Art Gattung die du in kleinen Terrarien auf Dauer halten kannst sind Temnothorax.
Diese sind aber sehr klein.
Kannst dich ja mal bei beiden rein lesen, beide sollen einfach zu halten sein.
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Re: Die richtige Art finden

Beitragvon Cookie91 » 11. Dezember 2018, 12:52

Danke sehr ich werd mir die beiden mal ansehen und mich etwas belesen :)
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Re: Die richtige Art finden

Beitragvon Serafine » 11. Dezember 2018, 12:58

Cookie91 hat geschrieben:Also wünschenwert wäre ein Terarium mit Maximal 60x40 cm Grundfläche. Aber auch 80x40 wäre möglich

Okay, das grenzt die Sache schonmal erheblich ein (die meisten Ameisenarten werden nämlich viel größer als so ein Becken fassen kann).

Die wichtigesten Fragen sind im Prinzip:
- Maximaler Platzbedarf?
- Wie groß/klein dürfen die Ameisen sein? (Ameisen gibt es grob von 1mm bis 20mm, manche sind auch noch größer)
- Sollen sie möglichst pflegeleicht sein?
- Eher ruhige oder eher sehr aktive Ameisen?
- Winterruhe, schwache Winterpause (reduzierte Aktivität wie bei mediterranen Ameisen) oder garkeine Winterruhe?

Die von RoteAmeise vorgeschlagenen Temnothorax wären eine Option. Das sind recht kleine Ameisen (2,5-3,5mm), die sich extrem einfach zu halten sind und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Die Völker bleiben sehr klein (bis ca. 200 Arbeiterinnen) und entwickeln sich für ihre Größe recht langsam (so 2-3 Jahre dauert es schon bis die Kolonie ausgewachsen ist). Sie bilden keine typischen Ameisenstraßen und auch der Wuselfaktor hält sich in Grenzen, finden Futter aber sehr schnell. Auf ihre eigene langsame Art sind sie sehr aktiv. Helles Bodensubstrat (helle Sand-Lehm-Mischung) ist bei so kleinen rötlichen Ameisen zu empfehlen, v.a. auf rotem Untergrund sind die praktisch unsichtbar (auch die Futterschale sollte weiß sein). Laubstreu geht als (zusätzliches) Bodensubstrat auch, da sieht man die Ameisen halt etwas schlechter.
Temnothorax brauchen keine befeuchteten Nester, es muss nur eine Wasserquelle (am besten ein Reagenzglas mit Strohhalmzugang, das hält dann auch 6-12 Monate) vorhanden sein. Diese Ameisen nisten in kleinen hohlen Objekten und graben nicht.
Harry4ANT hat ein sehr schönes Temnothorax-Setup (natürlich kann man die auch in einem größeren Becken halten):
https://up.picr.de/34531805dr.jpg https://up.picr.de/34531806cz.jpg https://up.picr.de/34531807si.jpg https://up.picr.de/34531808pg.jpg

Eine Alternative mit größeren Ameisen wären bestimmte Camponotusarten, die es auch nur auf wenige Hundert Arbeiterinnen bringen, wie Camponotus turkestanus oder Camponotus japonicus (beide Arten halten keine Winterruhe).
Da müsste man im Zweifelsfall eventuell noch mit ca. 1-1,5m Schlauch eine günstige Plastikbox (~5€) anschließen und ein RG mit Wasser reinlegen, falls es zum auftreten von "totlaufen" kommen sollte (ältere Arbeiterinnen versuchen weiter vom Nest nach Nahrung zu suchen, wenn sie das nicht können versuchen sie es manchmal so lange bis sie vor Erschöpfung tot umfallen). Das sollte aber kein Problem sein, die Box muss nicht groß sein und lässt sich bestimmt noch irgendwo reinschieben).
Auch sind Camponotus (besonders als Jungkolonie) tendenziell halt eher nachtaktiv.

Formica fusca wäre auch noch eine Option, die brauchen aber ein externes Nest (am Anfang eine kleine Box mit RG, später ein richtiges externes Nest oder eine Box mit mehreren RGs), weil sie so schreckhaft sind, dass oft die ganze Kolonie durchs Becken rennt, wenn man den Deckel öffnet (das ist prinzipiell nicht so schlimm, in der Natur machen sie das auch oft, weil sie regelmäßig von anderen Ameisenarten wie Formica sanguinea oder Polyergus sp überfallen werden, aber es sollte halt nicht ständig passieren).
Außerdem sind sie extrem lauffreudig und brauchen auf Dauer mehrere Boxen, die über Vinylschläuche verbunden sind (hier kann man leicht tricksen indem man den Schlauch 1-2x ums große Becken wickelt, auch müssen die einzelnen Boxen nicht allzu groß sein). Mit einer maximalen Koloniegröße von 2000 (gelegentlich auch 4000) Arbeiterinnen bleiben die auch noch recht übersichtlich.
Formica fusca ist im Gegensatz zu Temnothorax sehr lauffreudig, sehr neugierig und sehr aktiv (außerdem tagaktiv, nicht wie Camponotus, die oft erst rauskommen wenn man das Licht ausmacht), zudem vermehrt sich die Kolonie rasend schnell wenn man sie mit genug Proteinen zuwirft. Auch was die Umweltbedingungen angeht sind sie nicht sehr pingelig und fast so pflegeleicht wie Lasius niger.

Von Lasius niger würde ich übrigens abraten, das sind vielleicht für die ersten 2-3 Jahren niedliche kleine Mogwais (und schon da sind sie echte Ausbruchskünstler), spätestens wenn sie die 10.000er-Marke überschritten haben verwandeln sie sich aber endgültig in extrem ausbruchsfreudige, hyperaggressive Gremlins, die einen enormen Aufwand betreiben um benachbarte Kolonien anzugreifen (siehe Safiriels Messor, die werden noch immer regelmäßig angegriffen obwohl die Lasius niger mittlerweile auf dem (bzw. im) Balkon nisten, einen Weg ins Haus finden und zwei Räume durchqueren müssen, um zu ihnen zu gelangen). Auch ist die maximale Koloniegröße von 50.000 Arbeiterinnen für viele einfach nicht mehr kontrollierbar.

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