Wellenlänge für rote LEDs?

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Wellenlänge für rote LEDs?

Beitragvon antymorph » 24. April 2013, 23:52

Hallo,

weiß jemand von euch welchen Wellenlängenbereich die meisten Ameisenarten nicht sehen können?
Da Rote LEDs unterschiedliche Wellenlängenbereiche aufweisen, bräuchte ich einen Wert nachdem ich mich richten kann.
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Beitragvon DermitderMeise » 25. April 2013, 06:18

Hallo antymorph,
habe deine Frage aus dem KFKA ausgelagert, damit sie nicht so schnell verschwindet und noch von anderen Interessierten wahrgenommen wird.

weiß jemand von euch welchen Wellenlängenbereich die meisten Ameisenarten nicht sehen können?

Das weiß leider niemand genau, denn von den allermeisten Ameisenarten (oder auch Insektenarten) ist dazu nichts genaues bekannt - es gibt "zu viele" und Forschungsgeld ist knapp. Für Cataglyphis bicolor, die bekanntlich sehr gut sehen können, wurde aber festgestellt*, dass diese Art sich bis gut 600 nm Wellenlänge noch trainieren lässt, also anscheinend Licht sieht. Als Kompromiss von Sichtbarkeit für dich und Dunkelheit für die Tiere wäre dann wahrscheinlich etwas zwischen 600 und 650 nm mit Tendenz zur 650 geeignet.

Wenn du eh selbst bauen möchtest und Lust hast ein wenig herumzuprobieren würde sich eine kleine Testreihe anbieten... :)

*Robert Kretz 1979: A Behavioural Analysis of Colour Vision in the Ant Cataglyphis bicolor (Formicidae, Hymenoptera), J. Comp. Physiol. 131, 217-233
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Beitragvon makkeroni » 25. April 2013, 11:46

Hallöchen! Was für eine Testreihe ist das denn? Hast du die selbst angefertig??
Grüße !
Keiner ist unnütz, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen!
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Beitragvon DermitderMeise » 25. April 2013, 16:56

Hallo,
dabei handelt es sich nur um ein Gedankenspielchen und in absehbarer Zeit werde ich auch nicht dazu kommen mich mit der Umsetzung zu beschäftigen; daher wäre es super wenn das Leute angehen die schon Erfahrung mit LED-Belichterei-Eigenbauten haben. :)
Es könnte so aussehen: Ein Gipsnest, unterteilt in mehrere gleich große Kammern, von denen jede separat mit einem anderen LED-Spektrum belichtet wird - wenn ansonsten gleiche Bedingungen im Nest herrschen, sollten die Ameisen das Licht auswählen das sie am wenigsten sehen können.
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Beitragvon antymorph » 26. April 2013, 00:47

DermitderMeise hat geschrieben:Hallo,
dabei handelt es sich nur um ein Gedankenspielchen und in absehbarer Zeit werde ich auch nicht dazu kommen mich mit der Umsetzung zu beschäftigen; daher wäre es super wenn das Leute angehen die schon Erfahrung mit LED-Belichterei-Eigenbauten haben. :)
Es könnte so aussehen: Ein Gipsnest, unterteilt in mehrere gleich große Kammern, von denen jede separat mit einem anderen LED-Spektrum belichtet wird - wenn ansonsten gleiche Bedingungen im Nest herrschen, sollten die Ameisen das Licht auswählen das sie am wenigsten sehen können.


Dieser Artikel http://blog.wildaboutants.com/2010/04/01/ant-color-vision/
hat mich dazu veranlasst LEDs mit Anfangsspektrum bei 650 nm, peak bei 700 nm und Endspektrum bei 750 nm zu bestellen.
Datenblatt hier http://www.pollin.de/shop/downloads/D120499D.PDF
Es sind die L-934 HD von Kingbright.
Deine Versuchsanordnung werde ich mir soweit zum Vorbild nehmen.
Allerdings werde ich erst mal nur das genannte Produkt verbauen um Experimente mit der Lichtstärke zu machen.
Eine Bauanleitung kann ich dann auch machen. So könnten Experimente mit unterschiedlichen Arten unter gleichen Versuchsanordnungen gemacht werden.
Vielen Dank für die Anregungen!
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Beitragvon Sunmind » 26. April 2013, 11:20

Hallo Antymorph,

hast Du Dir die LED mal genauer angeschaut? Der LED-Typ, den Du Dir ausgesucht hast, glimmt nur ganz schwach... das ist gerade mal ausreichend um z.B. eine Statusanzeige zu realisieren...
Laut Datenblatt hat die L-934 HD gerade 1-5 mcd bei 10 mA. D.H. beim normalverbrauch der LED von 20mA hast du max 10mcd (micocandela) an Lichtstärke. Das reicht gerade aus, um im einem dunklen Raum ein Glimmen zu erkennen...(Vergleich: 1000mcd = 1cd = Licht das eine Kerze abstahlt). Also unter 700mcd brauchst Du gar nicht anzufangen, wenn Du mit der Lichstärke experimentieren willst...
Ich hab in meinem Nest die "LED Super-Bright Kingbright L-934SURC, Rot, 50 ° ,Gehäuseart 3 mm, 1000 mcd" genommen, und das reicht gerade mal so, um alles im Nest gut erkennen zu können... Mehr als 1000mcd würd ich aber auch nicht nehmen, schließlich wollen die Meisen ja nicht im Flutlicht wohnen... ;)
Die von mir verwendete LED hat den Peak bei 660 nm... da musst Du sehen, wie eng Du es da siehst... Achte bei deiner Wahl unbedingt auf die Lichtstärke... da hab ich schon den ein oder anderne Fehlkauf gemacht... (sind zwar nicht so teuer, aber man muss sich ja keinen Schrott bzw. ungeeignetes Material kaufen) Und IMMER einen geeigeneten Wiederstand mit einbauen und auf die richtige Polung achten, sonst bruzzelst Du Dir die LED weg...

Ich hatte gar nicht bedacht, dass das Thema LED hier im Forum auch auf Interesse treffen könnte... Ich hab diesen Winter einfach mal ein Nest mit roter LED Beleuchtung gebaut... sieht ganz passabel aus, wie ich finde... werde dann demnächst mal mein Formicarium vorstellen... ;)

Bei weiteren Fragen zum Thema LED helfe ich gerne weiter...
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Beitragvon antymorph » 26. April 2013, 13:12

Sunmind hat geschrieben:Hallo Antymorph,

hast Du Dir die LED mal genauer angeschaut? Der LED-Typ, den Du Dir ausgesucht hast, glimmt nur ganz schwach... das ist gerade mal ausreichend um z.B. eine Statusanzeige zu realisieren...
Laut Datenblatt hat die L-934 HD gerade 1-5 mcd bei 10 mA. D.H. beim normalverbrauch der LED von 20mA hast du max 10mcd (micocandela) an Lichtstärke


Das Datenblatt sagt ca. 2,5 mcd @ 10 mA
peak forward current 150 mA @ 0,1 ms pulsewidth
ansonsten 25 mA ich denke da sind bis zu 40 mA drin bevor die LED ausgeht.

Sunmind hat geschrieben: Also unter 700mcd brauchst Du gar nicht anzufangen, wenn Du mit der Lichstärke experimentieren willst...


Nach diesem Umrechner http://www.lumenrechner.de/ zufolge sind 700mcd bei 1mm Abstand und 60 Grad Abstrahlwinkel soviel wie 562693 lux.
Damit das Vielfache der maximalen Beleuchtung in den Versuchen auf der weiter oben Verlinkten Webseite:
"By doing choice tests (operant conditioning) with workers of Myrmica sabuleti in 2007, Marie-Claire Cammaerts was able to find that ants were slightly sensitive to red at high light intensity (10,000 lux), but not at low light intensity (600 lux). There seemed to be differences between scarlet red (which has a shorter wavelength) and dark red. Dark red was not detected at either intensity."
Letztendlich muß ich mir die Leuchtkraft mit eigenen Augen anschauen.

Besten Dank das Du mich darauf hingewiesen hast. Man müßte wohl eine Lösung finden die möglichst flächig eine homogene Lichtintensität aufweist. selbst 10 mcd machen bei 2mm Abstand noch 2010 lux.
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Beitragvon DermitderMeise » 26. April 2013, 20:39

Sunmind hat geschrieben:Ich hatte gar nicht bedacht, dass das Thema LED hier im Forum auch auf Interesse treffen könnte...

So schließen sich manche Kreise. :D Bei der "Rettung" aus der KFKA-Mühle hatte ich gehofft, dass Menschen wie du und antymorph hier weiter diskutieren... Danke für's Anbeißen! :)

antymorph hat geschrieben:Nach diesem Umrechner http://www.lumenrechner.de/ zufolge sind 700mcd bei 1mm Abstand und 60 Grad Abstrahlwinkel soviel wie 562693 lux.

Wg. der Erwärmung, über dich ich mir bei einer so "dimensionierten" LED allerdings mangels eigener Erfahrung keine Vorstellung machen kann, würde ich Leuchtmittel nicht so dicht an der Nestscheibe befestigen; besonders nicht wenn es sich um Plexiglas handelt. Kann allerdings vielleicht auch gewünscht sein? (Für einen guten experimentellen Aufbau müsste man diesen Aspekt umso mehr beachten.)

Wenn du/ihr Lust habt würde ich mich (und bestimmt auch weitere Leser) über Links zum LED-Selbstbau freuen, vielleicht auch über eine konkrete Anleitung und Bilder der praktischen Umsetzung; denn das erhöht die Wahrscheinlichkeit ungemein dass sich damit mehr Leute beschäftigen können und wollen. :)
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