Gedanken über einen andersartigen Ausbruchsschutz

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Re: Gedanken über einen andersartigen Ausbruchsschutz

Beitragvon Gast » 18. November 2015, 11:46

Hallo Erne,
tolles Thema und super Versuch, ich lese voller Begeisterung mit.
Der Versuch soll ja zeigen, ich hoffe ich habe ihn richtig verstanden, daß Ameisen nicht angelockt werden, sondern abgehalten werden sollen,
diese Grenze zu überwinden.
Nun, jetzt stellt sich mir die Frage,
ist es jetzt die Wärme oder andere Wirkungselemente, die die Ameisen dazu bringen, auf den eingeschalteten Draht zu reagieren?
Ist es die Suche nach Wärme oder reagieren sie agressiv gegen eine Störung?
Mir ist das wichtig, da ja viele von mir wissen, daß ich Heizmatten so sehr liebe und genau das hatte ich vor einiger Zeit gemeint.
Leider wurde ich damals regelrecht für meine These (das Heizmatten nicht immer gut sind) auseinandergenommen und hatte keine Lust mehr darüber zu berichten.
Auch gab es Experimente, vor einigen Jahren in Florida, wo in den Fertighäusern solche Stromleitungen eingebaut wurden, gegen Termiten und Ameisen. Leider finde ich im Netz nichts mehr!
Bin richtig gespannt, wie es weiter geht und danke für Deinen Versuch.
Gruß Steffen

Gast
 


Re: Gedanken über einen andersartigen Ausbruchsschutz

Beitragvon Erne » 18. November 2015, 11:57

Das Ameisen Wärme wahrnehmen und auf diese reagieren, haben wir alle wohl schon beobachtet.
Stellt sich die Frage, wie groß Temperaturveränderungen sein müssen, damit sie noch wahrgenommen werden können.

In diesem Fall gehe ich nicht davon aus, das es zu einer Erwärmung kommt, die von diesen Ameisen wahrgenommen wird.
Der Draht ist aus Kupfer, Durchmesser 0,6 mm, ca. 30 cm lang, damit lässt sich der Widerstand des Drahtes berechnen.
Kupfer ist ein guter Leiter, ergibt nur einen sehr geringen Drahtwiderstand.

Angelegt ist eine Spannung von 18 Volt, die Arenatemperatur 24°C, Luftfeuchtigkeit 55%.
Mit diesen Daten könnte grob der Strom berechnet werden,
der durch den Draht fließen muss, um z. B. die Temperatur des Drahtes um 0,1°C gegenüber der Arenatemperatur zu erhöhen.
Rein aus Erfahrung, dürfte es ein nicht zu geringer Strom sein.
Damit ein Strom fließen kann, braucht es eine leitende Verbindung zwischen den Drähten.
Ist der Strom bekannt, der für die benötigte Erwärmung fließen muss, kann der Widerstand berechnet werden, den die leitende Verbindung haben muss.
Und jetzt kommen die Ameisen ins Spiel, sie sind es, die mit ihren Körpern diese leitende Verbindung zwischen den Drähten herstellen müssten.
Wie schon geschrieben, gehe ich davon aus, dass der Körper dieser Ameisen einen sehr hohen Widerstand hat.
Versuche mit dem Ohmmeter das nachzumessen, brachte nichts, kein Zeigerausschlag.
Wie vermutet besonders hochohmig.
Selbst wenn mehrere Ameisen die Drähte überbrücken,
bleibt der Widerstand ihrer Körper zusammen immer noch so hoch, dass kein Strom in der Höhe fließt, der für eine Erwärmung ausreicht.

Genug mit der Theorie, die Praxis bringt in diesem Fall mehr.
Auch wenn die LED einen guten Wirkungsgrad hat, wird sie leicht warm, mit den Fingern spürbar.
Dafür interessieren sich die Ameisen nicht sonderlich.

Meine Überlegungen sind es, ob es möglich ist, mit Spannung Ameisen in der Anlage zu halten.
Ein erster Tastversuch um Erfahrungen zu sammeln, angelehnt an den Bericht im Antstore-Forum.
Das Ergebnis ist deutlich.
Das Gegenteil ist eingetreten, diese Ameisen werden richtig angelockt und gehen aggressiv gegen die Spannung führenden Drähte vor.
Zudem überlaufen sie die Drähte auch, mit anderen Worten, mit einer Spannung von 18 Volt ist kein Ausbruchsschutz machbar.

Es gibt direkt keine Todesfälle.
Ob Schädigungen erfolgen, die erst später eintreten könnten, kann ich nicht beobachten.
Das Volk verhält sich wie sonst auch.

Grüße Wolfgang

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Re: Gedanken über einen andersartigen Ausbruchsschutz

Beitragvon Martin H. » 19. November 2015, 09:49

Hi,

evtl. wurde es schon erwähnt - habe mir jetzt nicht alle Beiträge angesehen:
Wenn ich mich recht entsinne, hatte mir ein Bekannter mal erzählt, dass ein großer Chemiekonzern seine Schabenzuchten (für die Insektizid Forschung) mit "Stromsperren" am Ausbruch sichert. => Ich würde mal in diese Richtung suchen, ob man da Infos zu findet wie diese Sperren aussehen.

viele Grüße
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Re: Gedanken über einen andersartigen Ausbruchsschutz

Beitragvon Lenny-NP » 20. November 2015, 19:47

Hi
Sehr interessantes Thema. :clap:
Zum Thema Strommenge die tödlich ist kann ich etwas beifügen.
Auf einem Weidezaun ist eine sehr hohe Stromspannung jenseits von 1000V, allerdings nicht wie eine Steckdose Wechselstrom sondern ein Weidezaun steht unter Gleichstrom und der Körper wird nur für den Bruchteil einer Sekunde unter Spannung gesetzt.
(Das alles sind nur Angaben die ich im Kopf habe allerdings irgendwann mal gelesen habe ich bin mir zwar sehr sehr sicher dass diese Angaben stimmen allerdings vorerst bitte nicht ausprobieren werde nochmal schauen ob ich was passendes finde)
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Re: Gedanken über einen andersartigen Ausbruchsschutz

Beitragvon Gast » 20. November 2015, 19:56

Wie wäre es eigentlich mit einer sich stark aufheizenden Barriere, könnte das Funktionieren? Ameisen sind ja durchaus in der Lage zu heiße Temperaturen zu erkennen, so gehen sie bei sehr starker Sonneneinstrahlung teilweise nicht mehr auf die heißen Terrasse Steinen. Auch meiden sie zu heiße Nestbereiche (z. B. wo die Heizmatte am wärmsten ist). Schwierig wirds wohl die Temperatur hoch genug zu regeln, so dass die Ameisen nicht auf diese Oberfläche laufen, aber gleichzeitig dafür zu sorgen, dass nichts ab brennt oder schmilzt ;)

Zum Thema Wärmewahrnehmung. Bei Atta vollenweideri hat man das untersucht, sie können Temperaturunterschiede von nur 0,005 °C wahrnehmen.

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Re: Gedanken über einen andersartigen Ausbruchsschutz

Beitragvon Erne » 20. November 2015, 22:33

Der Versuch, zwischen zwei leitenden Drähten eine geringe Spannung (18 Volt) anzulegen, um damit Ameisen daran zu hindern das sie ausbrechen
wie zu sehen, das wird nichts.
Bin gerade dabei, eine Schaltung zu bauen, die etwa 10000 Volt bringt, mit richtig wenig Energiegehalt.
10000 Volt im µ Ampere – Bereich.
Eine hohe Spannung, die wie gehabt in zwei Leiter Technik in den Bereich der Ameisen kommt.
Die Spannung versuche ich so hochohmig anzubieten, das die daraus resultierende Energie, auch für Ameisen nicht tödlich ist.

Wie wäre es eigentlich mit einer sich stark aufheizenden Barriere, könnte das Funktionieren?

Andy das ist eine Theorie die ich auch schon in Betracht gezogen habe, die durchaus was bringen könnte.
Wenn das was ich hier überlege, alles keinen brauchbaren Ausbruchsschutz bringt, knüpfe ich da an.

Wenn ich mich recht entsinne, hatte mir ein Bekannter mal erzählt, dass ein großer Chemiekonzern seine Schabenzuchten (für die Insektizid Forschung) mit "Stromsperren" am Ausbruch sichert. => Ich würde mal in diese Richtung suchen, ob man da Infos zu findet wie diese Sperren aussehen.

Martin habe mit Google versucht dazu was zu finden.
Bin nicht fündig geworden.
Falls Ihr da mehr Erfolg habt, verlinkt es hier.

Grüße Wolfgang
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Re: Gedanken über einen andersartigen Ausbruchsschutz

Beitragvon trailandstreet » 21. November 2015, 09:12

das mit dem heißen Draht hab ich auch schon überlegt. Die Kunst dabei ist wahrscheinlich, die ausreichende Temperatur zu finden. Ein glühender Draht wäre wohl zuviel des Guten und ausserdem braucht so etwas schon immens viel Strom.
Andererseits würde hier ein möglichst dünner Draht mit hohem Widerstand ausreichen.
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Re: Gedanken über einen andersartigen Ausbruchsschutz

Beitragvon Erne » 21. November 2015, 11:28

Der Energieverbrauch müsste genauer betrachtet werden.
Heizfolien mit z. B. 3 Watt, die machen schon ordentlich warm.

Gibt speziellen Widerstanddraht, davon 2- 3 Windungen um eine größere Öffnung verlegt, denke sowas könnte durchaus interessant sein.
So ein Draht muss nicht glühen (darf nicht glühen), 60°C könnten vielleicht schon reichen.
Dazu ein Temperatursensor, direkt am Draht mit einer passenden Regelung, möglicherweise ist sowas machbar ohne viel Energieverbrauch.

Grüße Wolfgang
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