Haltungsbericht Camponotus nicobarensis von Razzaf

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Re: Haltungsbericht Camponotus nicobarensis von Razzaf

Beitragvon Razzaf » 24. Juli 2018, 13:57

Hallo everybody,

einige Wochen ist es nun her, seitdem ich den letzten Bericht gepostet habe. In der Zwischenzeit, hatte ich das Reagenzglas an das "neue" Ytong-Nest angeschlossen und die kleine Kolonie ist umgezogen. Der Umzug hatte reibungslos innerhalb der ersten Nacht geklappt. Nach dem Umzug habe ich dann ein kleines Stück Schlauch verwendet, um die Kolonie zu füttern.

Hier zwei Bilder des Ytong-Nestes nach dem Einzug:

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In den letzten Tagen dann, habe ich mich daran gemacht den kleinen eine Arena zu bauen. Vorgestern bin ich mit dieser fertig geworden und habe auch gleich das Nest mit Hilfe des kurzen Schlauchstückes mit der Arena verbunden. Anfangs waren die kleinen sehr ängstlich und haben sich nicht heraus getraut. Doch nach einigen Stunden, sind dauerhaft zwei der Arbeiterinnen durch die Arena gewuselt. Vor allem das Stück Totholz haben sie mit großem Interesse erkundet. Damit ihr wisst von was ich spreche, hier ein paar Bilder der Arena.

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Der Boden der Arena besteht aus einem Sand/Lehm/Gips Gemisch, welches ich auch schon für zwei andere kleinere Nest/Arena Kombis in der Vergangenheit genutzt habe. Er sieht sehr gut aus und ist leicht zu bearbeiten, außerdem passt er zu meinem "Wüsten"-Layout meiner Meinung nach ganz gut rein.

Anfangs war ich einfach nur froh, dass sie sich in dem Ytong-Nest und der Arena anscheinend sehr wohl fühlen. Doch dann heute Morgen der Schock. Das Nest ist leer. Ersteinmal Panik. Der erste Gedanke der einem in diesem Falle kommt ist erstmal "Sind sie ausgebrochen ?". Auch nach 5 minütigem Absuchen der Arena mit dem bloßen Auge, konnte ich nicht eine einzige Arbeiterin finden. In der Hoffnung, dass sie einfach nur unter dem Stein oder dem Totholz leben, habe ich vorsichtig beides einmal angehoben um zu schauen, ob meine Vermutung stimmt. Fehlanzeige. Nun war meine Panik riesig. Ich wusste nicht wo meine Kolonie ist. Nachdem ich dann alles wieder so eingerichtet hatte, wie es vorher war, die Erleichterung. Durch das Bewegen des Holzes habe ich sie anscheinend aufgeschreckt, und 3 der Arbeiterinnen kamen auf einmal aus einem Loch im Totholz hervorgekrabbelt. Nun war ich mir sicher ... sie sind in das Holz umgezogen. Zum einen war bzw. bin ich erleichtert, zu wissen, dass sie nun dort im Totholz leben, zum anderen habe ich nun keinerlei Nest Einsicht mehr und kann nicht beurteilen, wie es der Kolonie geht. Immerhin sehe ich nun immer mal wieder eine einzelne Arbeiterin in der Arena rumlaufen.

Nesteingang.jpg
Hier seht ihr den Eingang zum Hohlraum des Totholzes, was nun anscheinend das Nest ist.


Um ehrlich zu sein, habe ich keinen blassen schimmer, wie die beiden Gynen es geschafft haben, dort hinein zu kriechen. Das Loch ist doch sehr klein. Nichts desto trotz werde ich sie in dem Totholz lassen und keine Zwangsumsiedlung vornehmen. Ich bin der Meinung die kleinen wissen am besten, was das richtige für sie ist und wenn sie in das Stück Totholz ziehen, wird es ihnen dort wohl besser gefallen als in meinem Ytong-Nest. Wahrscheinlich war ihnen dies viel zu groß. Dennoch bin ich sehr optimistisch, dass wir in naher Zukunft auch wieder eine Einsicht in das Nest haben werden. Da das Stück Holz nicht gerade das größte ist, und die Wachstumsrate der Kolonie ziemlich groß ist, gehe ich davon aus, dass sie schon bald erneut in ein neues Nest umziehen müssen, weil ihnen das aktuelle zu klein wird. Ich werde das Ytong-Nest an die Arena angeschlossen lassen, und hoffen, dass sie sobald sie nicht mehr genug Platz im aktuellen Nest haben, in dieses wieder zurückziehen. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem laufenden halten und versuchen immer mal wieder kleine Updates zu bringen.

Nun dann, bis zum nächsten Update und euch allen viel Erfolg mit euren eigenen Kolonien ! :bananadancer: :clap:

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Re: Haltungsbericht Camponotus nicobarensis von Razzaf

Beitragvon Razzaf » 2. Januar 2019, 15:30

Hallo zusammen,

lange lange Zeit habe ich nichts von mir hören lassen. Das soll nun ein Ende haben.
Leider gab es auch nicht wirklich viel neues zu berichten. Anfangs nachdem die Kolonie in das Stück Holz gezogen war, sah es so aus als würden sie sich gut entwickeln.
Es sind dauerhaft 2-3 Arbeiterinnen durch die Arena gerannt und haben diese Erkundet. Kleinere Protein Quellen wie z.B. Drosophilas oder kleine Mehlwürmer, wurden direkt gepackt und in das Nest gebracht. Doch nach einigen Wochen hörte dies auf. Ohne dass ich etwas an den Haltungsparametern geändert habe, lag ca. alle 3-5 Tage eine tote Arbeiterin in der Arena. Anfang Dezember letzten Jahres hatte ich mich dann dazu entschlossen, das Holz auseinander zu brechen und nachzuschauen was mit den kleinen los ist. Erst war der Schreck groß. Es waren lediglich zwei Arbeiterinnen und die beiden Königinnen die ich dort vorfand. Nichts desto trotz war ich glücklich, dass es wenigstens die Gynen geschafft hatten. Dass es noch zwei Arbeiterinnen waren, die auch überlebt hatten, hat mich dann doch um so mehr gefreut. Da leider keinerlei Brut vorhanden war, habe ich eine "Notumsiedlung" gestartet und die kleinen in ein frisches RG gepackt, es mit Alufolie verdeckt und offen in die Arena gelegt. Immer wieder kamen die Arbeiterinnen in den vergangenen Wochen aus dem RG gekrabbelt und haben sich an dem Honigwassser, welches ich ihnen bereitgestellt hatte bedient. Die Proteine die ich ihnen anbot, haben sie leider immer liegen gelassen. Meine Vermutung war, dass immer noch keine Brut vorhanden war und somit keine Proteine benötigt werden. Also beschloss ich mich nun vor ein paar Tagen die Abdeckung des RGs zu entfernen und einmal nach dem rechten zu schauen. Was ich sah war nun ja nennen wir es "okay" es war keinerlei Brut vorhanden, aber immerhin lebten sowohl beide Gynen als auch die beiden Arbeiterinnen noch. Ich hatte die Vermutung,dass das Mikroklima im RG selbst, einfach nicht stimmte. Also hatte ich mir kurzerhand den Sand und das Lehmpulver geschnappt und es mit ein wenig Wasser zu einer Masse vermischt. Damit habe ich anschließend den Eingang vom RG so bearbeitet, dass der Eingang nun nur noch so groß ist, dass auch die Gynen durchpassen. Als ich dann wieder anfing das RG bzw die Arena in der das RG liegt zu beheizen, sah man schon nach ca. 1 Stunden den Effekt, den die Verengung des Eingangs mit sich brachte. Die Luftfeuchtigkeit im RG stieg und es bildete sich Kondenswasser an der Innenseite im RG. Da dies natürlich eine viel zu hohe Luftfeuchtigkeit war, verschob ich die Heizmatte ein wenig, um die Arena etwas weniger zu heißen, nach ein paar Stunden verschwand das Kondenswasser wider und es bildeten sich lediglich an manchen Stellen ganz kleine Tropfen im RG. Damit war ich zufrieden. Nun konnte bzw. kann ich mir sicher sein, dass die Luftfeuchtigkeit bzw. allgemeine Feuchtigkeit im RG hoch genug ist, um dort Brut aufzuziehen. Ich glaube, dass auch im Holznest in welches sie vorher gezogen waren, die Feuchtigkeit einfach viel zu gering war. Trotz, dass ich ihnen einen dauerhaften Zugang zu Wasser über ein RG gewährleistet hatte. Nun heißt es wieder warten und hoffen, dass die Parameter im RG nun stimmen und ich schon bald wieder die erste Brut zu sehen bekomme. Im nächsten Beitrag der bald folgen wird, werde ich euch dann auch noch das ein oder andere Bild zukommen lassen.

Bei Ideen und Anregungen, wie ich die Kolonie wieder aufgepäppelt bekomme, gerne in meinem Diskussionsthread einen Kommentar da lassen. :)



Gruß
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