Hornissen: Endlich bei mir!

Themen über andere Insekten und Spinnentiere.

Hornissen: Endlich bei mir!

Beitragvon Gast » 30. Juli, 2011, 09:25

Nun kann ich endlich auch bei mir ein Hornissennest verbuchen! Im Wochenend-Grundstück im Odenwald sah ich kürzlich, dass der Eingang eines „Vogelnistkastens“ verbaut war, und dass Hornissen ein- und ausflogen.

Die Bilder zeigen:
  • Den Kasten in einem großen, alten Mostapfelbaum.
  • Den Kasten mit Einflugloch im Detail. Die vorgebaute Nesthülle zeigt, dass der Kasten mit Brutwaben schon ziemlich voll sein dürfte.
  • Am Eingang herrscht ordentliches Gedränge. (Die kleine Fliege rechts hat vermutlich Böses im Sinn!)
  • Es ist schwül-warm, im Nest ist wohl dicke Luft: Eine Arbeiterin spielt flügelschwirrend den lebenden Ventilator.Bemerkenswert sind ein paar Daten zu dem „Nistkasten“.
Als wir 1990 das Grundstück kauften, war er schon da, wohl Jahre vorher vom Vorbesitzer angebracht. Er lässt sich nicht abnehmen oder öffnen, das Flugloch ist für die meisten unserer Vögel zu groß, auch das oben vorgenagelte Brettchen hat die Situation kaum verbessert. Hack- oder Nagespuren zeigen, dass sich Spechte oder Kleinsäuger (Siebenschläfer?) für das Ding interessiert haben. Ich hatte aber nie den Eindruck, dass irgendein Nest drin war.

In einem benachbarten Kirschbaum hatte ich vor Jahren eine eigens für Hornissen ausgebaute Weinkiste in etwa 4 Meter Höhe angebracht. Bezogen wurde sie von einer Außenstation eines Lasius niger-Volkes am Fuß des Baumes (Tausende von Puppen wurden dort gelagert!), aber nicht von Hornissen. Nach etwa 5 Jahren war der Kasten verrottet und wurde entsorgt.

Hornissen fliegen jedes Jahr in dem Gelände, und in einem Nachbarsgarten sah ich vor 2-3 Jahren auch schon mal das Einflugloch eines Nestes in einem hohlen Birnbaum, aber auf meinem Grundstück nisteten sie bisher nicht.

Jetzt kann ich mich auf die Apfelernte im Oktober freuen, der Baum hängt übervoll. Dazu muss ich mittels Leiter in den Baum steigen, bis über den Nistkasten, und mehrfach kräftig schütteln. Hornissenvölker leben in der Regel bis Ende Oktober, manchmal in den November hinein. Ich werde mir einen Imkerhut mit Schleier ausleihen müssen :).

Aber was tut man nicht alles. Bei mir sind die Tiere jedenfalls sicher vor menschlichen Eingriffen!

MfG,
Merkur
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Beitragvon syafon » 30. Juli, 2011, 10:20

Morgen!

Gratuliere zu dem Fund! Hornissen sind wirklich faszinierende Tiere.

Ich hatte letzten Sommer auch das Glück, ein Hornissennest in einem benachbartem Baum zu haben. Als ich an einem sonnigen Tag mal im Garten saß, konnte ich eine Arbeiterin beobachten, wie sie eine große Kreuzspinne direkt aus ihrem Netz schnappte und auf einem Blatt unseres Brombeerstrauchs tötete. Man hörte es richtig knacken, als sie zubiss. :D

Mir sind fast die Augen ausgefallen, als ich die Jagdtechnik gesehen habe, wie sie gezielt die Spinne fokusiert hat, und dann durch blitzschnelles Vorschnellen diese gepackt hat.

Bitte weiter berichten, wenns was interessantes gibt! :)

lg
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AW: Hornissen: Endlich bei mir!

Beitragvon Ameise1 » 30. Juli, 2011, 11:14

Herzlichen Glückwunsch Merkur,

Hornissen sind echt wunderschöne Tiere.
Hab seit 5 Jahren Hornissen im Garten aber das letzte Jahr und dieses Jahr hatte ich kein Glück. Vergangenes Jahr kam die Königin nichtmal dazu die ersten Arbeiterinnen groß zu ziehen da das Nest von Wachmottenlarven befallen war. Und dieses Jahr saß die Königin nur 3 Tage im Nistkasten und hat sich dann ein anderes Nest gesucht.

Viel spaß bei der ernte. Ich konnte bis jetzt jedes Jahr beobachten wie friedlich Hornissen sind. Ich konnte selbst direkt vor dem Nest stehen und die Tiere per Hand Zuckerwasser anbieten. Aber jedes mal gegen ende des Hornissenjahres wurden sie Aggressiv. Liegt sicher daran das es in dem Volk langsam drunter und drüber geht. Denn am Ende des Jahres schwindet der Einfluss der Altkönigin auf die Arbeiterin (sofern die Altkönigin überhaupt noch im Nest ist) und diese vernachlässigen dann meist die Brut oder verlassen das Nest. Vor 2 Jahren als ich das bereits verlassen geklaubte Nest öfnete (es lagen 3 cm Schnee und die Temperaturen lagen nachts unter Null °C) sah ich fast nurnoch JUngköniginen und Drohnen im Nest. Arbeiterinnen waren kaum noch vorhanden. Und ganz oben in einer ecke saß die Altkönigin. Ist schon erstaunlich wie sie aussah. Die Farben waren verblichen und der/das (?) Abdomen war fast Komplett braun. Auch die Flügel waren stark zerfressen.

Entschuldige das ich hier einen halben Roman schrieb aber kam gerade alles aus mir herausgesprudelt. :fettgrins:

Edit: Habe vergessen, dass die Haare der Altkönigin fast vollständig ausgefallen waren, habe mal gelesen, dass es der enorme Stress ist der sie die Haare und die farbe verlieren lässt.
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AW: Hornissen: Endlich bei mir!

Beitragvon KyneGyne » 30. Juli, 2011, 12:42

Sehr schöne Tiere!

Es ist immer wieder beeindruckend, ein ausgewachsenes Hornissennest zu beobachten. Wir hatten mal eins in einem nicht genutzten Klohäuschen im Grünen (die Dinger mit dem Herz in der Tür ;)). Das war am Ende geschätzte 70 cm hoch und ca. 40 cm im Durchmesser!

Eine traurige Geschichte: vor kurzem hatte eine Verwandte berichtet, dass bei ihr im Haus in einer leerstehenden Wohnung ein Hornissennest im Bad hing. Sie konnte es aber erfolgreich :furchtbartraurig: durch schließen des gekippten Fensters aushungern.

Es ist einfach schade, dass so viele Tiere wegen Vorurteilen oder fehlendem Wissen sterben müssen. :(

Ich wünsche deinem Hornissenvolk gutes Gedeihen und eine große Zahl an Jungköniginnen für's nächste Jahr!

Gruß
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AW: Hornissen: Endlich bei mir!

Beitragvon Astrid » 31. Juli, 2011, 12:12

Wir haben seit Jahren in unserem Hausdach Hornissen. Und haben uns erfolgreicht gewehrt, trotz Querelen mit unseren Nachbarn, sie zu entfernen. In unserem Garten ist ein kleiner Teich. Da holen sich die Hornissen ihren Flüssigkeitsbedarf.
Ich machte einmal eine interessante Beobachtung : An unserem Wintergarten rankt ein Wein. Und dessen Trauben wurden jährlich von unendlich vielen Wespen befallen. Bis die Hornissen bei uns einzogen. Ich saß im Wintergarten und konnte zusehen, wie sie auf die Wespen Jagd machen. Haben sie eine gefangen, beißen sie den Kopf ab und verspeisen den Rest so geschickt, daß dann auch noch die Wespenflügel abfallen. In der Regel machen bei schönem Wetter 10 bis 20 Hornissen Jagd auf die Wespen an den Trauben. Und in der Regel verlieren diese den Kampf. Unser Traubenertraag hat sich dadurch wesentlich gesteigert und die Hornissen haben ein bequemes und nahes Jagdrevier. Wir leben also fast schon in Symbiose :) Live and let live !
Und unseren nachbarn haben wir inzwischen klargemacht, daß die Hornissen nichts tuen. Sie sind bei weitem weniger agressiv als Wespen und so überaus nützlich !!
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AW: Hornissen: Fortsetzung

Beitragvon Gast » 6. August, 2011, 19:21

[font=Times New Roman]Nun kenne ich bereits drei Hornissennester in meiner Umgebung! Über lange Jahre war es bestenfalls mal eines.[/font]
[font=Times New Roman]Heute (6. August) waren wir zum Ernten auf unserem WE-Grundstück (Birnen, Zwetschgen, Brombeeren, Heidelbeeren). Die Hornissen im alten Vogelnistkasten haben ein paar weitere Taschen vor dem Eingang gebaut (Bild1)[/font]

[font=Times New Roman]Gestern (5. August), wir hatten jungen Besuch zu betreuen, war das Ziel eine kleine Kneipe im Wald bei Dieburg, mit einem großen Spielplatz. Recht idyllisch, aber meinen Bierdurst musste ich noch zwei Stunden pflegen, denn die Kneipe war zu. [/font]
[font=Times New Roman]Aber dann wurde es doch spannend: [/font]
[font=Times New Roman]Ein Fahrzeug eines Schädlingsbekämpfungs-Unternehmens fuhr vor, ein Mitarbeiter hüllte sich in wespendichte Kleidung (Bild 2) und begann, an einer Birke ein armdickes Rohr zu montieren.[/font]
[font=Times New Roman]Die Birke war mit Flatterband weiträumig abgesperrt: Darin wohnte ein Hornissenvolk![/font]

[font=Times New Roman]Wir erfuhren später von Ortsansässigen, dass bei einer Geburtstagsfeier ein paar Tage zuvor mehrere Gäste gestochen worden waren. Der Nesteingang lag kaum 1/2 m hoch am Fuß der Birke.[/font]
[font=Times New Roman]Nun war ein Knierohr in die ursprüngliche Nestöffnung geschoben worden und ein ca. 2 m langes Rohr wurde aufgesetzt und mit Rohrschellen am Stamm verschraubt. Seiteneingänge wurden mit Silikon abgedichtet (Bilder 3-6).[/font]
[font=Times New Roman]Die Hornissen bemühten sich erkennbar, trotz Abdichtung wieder einen Zugang in Höhe des ursprünglichen frei zu machen.[/font]
[font=Times New Roman]Aber mehr und mehr der Tiere benutzten auch den neuen Eingang am oberen Ende des Rohres. Als wir aufbrachen, etwa 1 ½ Stunden nach dem Aufsetzen des Rohres, sah ich bereits Hornissen mit Beute oben einfliegen.[/font]
[font=Times New Roman]Das Verfahren funktioniert also! – Ich kannte es noch nicht. [/font]
[font=Times New Roman]Eine Umsiedlung wäre hier unmöglich gewesen, aber man muss halt erfinderisch sein. Mit der neuen Nestöffnung stören sich die Hornissen nicht mehr an den weit unter ihnen agierenden Menschen![/font]

[font=Times New Roman]Es gab weitere Sensationen auf dem Spielplatz: Ein prächtiger Sägebock (Prionus coriarius) kreuzte auf, unmittelbar an dem Hornissenbaum. Er war verd… schnell (Bild7), aber wenig später erfreute er uns noch mit einer Flugschau rund um den Platz. Wunderbar![/font]

[font=Times New Roman]Ja, und dann krabbelte zu allem Überfluss noch eine entflügelte Königin von Camponotus truncatus, der „Stöpselkopfameise“, über einen der Biertische! – Schwül-heiß war es genügend an dem Tag, Schwarmwetter, aber ich hätte die Art in dem relativ dichten Wald bzw. dem lockeren Birkenbestand bei der Kneipe nicht erwartet! Leider war sie nicht für ein Portrait zu haben. Ob sie jetzt in einem Riss im Biertisch ihre Kolonie gründet?[/font]


[font=Times New Roman]MfG,[/font]
[font=Times New Roman]Merkur[/font]
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Beitragvon Ameise1 » 7. August, 2011, 20:33

Wunderschöne Tiere.

Und die BIlder sind super.

Martin
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AW: Hornissen: Endlich bei mir!

Beitragvon Boro » 8. August, 2011, 07:56

Sehr schöne Bilder und ein Hornissennest in einem Garten - ein Traum. In einem ehemaligen Nebengebäude hatten wir früher auch ein Nest. Durch wiederholte Beobachtungen waren die Tiere schließlich so "vertraut", dass ich bis auf fast 1m (ohne jede Schutzkleidung) herangehen konnte - natürlich langsam u. vollkommen "entspannt"!
L.G.Boro
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