Infizierter Ameisenneuling bittet um Hilfe

Einsteiger und Interessenten können hier ihre Fragen stellen.

Infizierter Ameisenneuling bittet um Hilfe

Beitragvon Gillson » 12. März 2019, 20:41

Schönen Guten Abend,
ich war vor Jahren hier schon mal angemeldet und hatte mich damals schon über Ameisen informiert. Nun war ich vor kurzen in Kenia wo mir eine > 20 mm große Ameise durchs Badezimmer gekrabbelt ist ;) Kurz gesagt ich bin wieder infiziert... ;)
Dummerweise bin ich genauso überfordert wie infiziert. Es gibt so viele Möglichkeiten was Tiere und Equipment betrifft ...
Daher hatte ich gehofft ihr könnt mir bei Fragen und möglichen Ideen vielleicht helfen. Ich wäre sehr dankbar dafür!
Derzeit besteht noch viel Platz, um Arenen etc aufzustellen. Allerdings kann es gut sein das ich durch Nachwuchs bald mein Arbeitszimmer verliere :(.
1. Wie gehen Ameisen mit Tageslicht um? Wäre es möglich Farm und Arenen in den Keller zu stellen? Im Zweifel hätte ich auch jede Menge Kram wie UV Lampen, Tageslichtröhren etc. da. (hab auch noch Leguane)
Es ist immer so ein Punkt man möchte natürlich Tiere haben die was besonderes sind oder können. Das führt dann dazu das man sich noch weniger entscheiden kann. ;(
Von einer Freundin wurden mir Camponotus-Arten empfohlen die sie wohl erfolgreich hält. Vielleicht könnt ihr mir auch die ein oder andere Art schmackhaft machen?
Wichtig wäre mir:
    - Tagaktiv/Abendaktiv - bitte nix was sich erst bewegt wenn man das Licht ausmacht :)
    - Gerne aktiv jagende Tiere (durch meine Leguane habe ich eh immer jede Menge Wüstenheuschrecken da.. fressen die die überhaupt?)
    - Größe >~6 mm ?
    - Da meine Leguane schon immer Winterruhe halten wäre ne Art ohne recht praktisch.
    - Ich muss keine tausende Tiere in einem Jahr haben, aber es wäre schon schön wenn sie angenehm wachsen :).
    - Eine Art die man im Handel am besten auch mit ein paar Arbeiterinnen bekommen kann. Ich denke dies ist für den Start eines Neulings etwas einfacher.
    - Und jaa das gewisse Besondere!! :) Doofer Punkt oder? ;)
Praktischer Weise arbeite ich in einem Betrieb der Glasherstellt deswegen wäre es mir vielleicht sogar möglich gewisse Dinge selber zu bauen.
2. Vielleicht ne Glaubensfrage aber Farm und Arena besser trennen oder zusammen?
3. Wie und wieviel muss so eine Farm bewässert werden?
Ich hoffe ihr seit so nett und helft mir bei meinen Fragen und dem Start in die Ameisenhaltung.
Danke auf jedenfall mfg Gillson
Gillson
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Re: Infizierter Ameisenneuling bittet um Hilfe

Beitragvon Safiriel » 13. März 2019, 18:32

Tjaaa. Erstmal willkommen zurück.

Ne große afrikanische Ameise. Eine. In Kenia klingt das nach "Sugarants", wobei die das dort nicht so genau nehmen, aber immer schien es irgendeine nicht näher spezifizierte Camponotus zu sein, wenn sie es "Sugarant" nannten.
Die Dir ja schon empfohlen wurde. Gibt es einheimisch mit und aus der ferne ohne Winterruhe. Groß sind sie gern und je nachdem bilden sie auch Media und Majore aus, da wären wir dann bei dem Besonderen. Was du besonders findest, musst du allerdings selbst entscheiden. Irgendwie hat jede Art ihre Besonderheiten und nicht umsonst hat selbst unsere heimische Lasius niger ihre Liebhaber, obwohl oder gerade weil sie hier auf jedem Bürgersteig anzutreffen ist.

Das mit dem Licht ist eine Glaubensfrage, aber ich gehöre zu denen die das Nest immer abdunkeln, weil es in der Natur auch dunkel (in Erde/Baumstamm etc) liegt.

Nun ist es so, dass es oft die gleichen Arten sind, die keine Winterruhe halten, und die sich sehr schnell vermehren. Große Ameisen entwickeln sich meist zunächst langsamer, wobei "langsamer" bei einer afrikanischen Art mit konstant hohen Temperaturen, gegenüber einer einheimischen mit Winterruhe noch immer rasant sein kann.

Das Nest (ob Farm oder nicht) würde ich immer von der Arena getrennt halten. Dann muss man im Zweifelsfall nicht alles austauschen. Sehr schön lässt sich ein Nest auch in eine Arena stellen/legen. Du kannst ja mit Glas umgehen, dann kannst du bereits vorher Bohrungen anlegen.
Der Grund ist der: Größere Kolonien brauchen längere Laufwege. Krabbeln Dir die Kleinen irgendwann ständig die Scheibe hoch, kannst du das Nest aus der Arena nehmen und mit einem Schlauch mit der Arena verbinden.

Wie viel bewässert werden muss, ist von zu vielen Parametern abhängig. Größe, dicht verschlossen oder nicht, Wassertank oder nicht, Temperatur und so weiter.
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Re: Infizierter Ameisenneuling bittet um Hilfe

Beitragvon Sir Joe » 13. März 2019, 21:21

Safiriel hat geschrieben:Das mit dem Licht ist eine Glaubensfrage, aber ich gehöre zu denen die das Nest immer abdunkeln, weil es in der Natur auch dunkel (in Erde/Baumstamm etc) liegt.


Ich glaube Gillson meinte mit seiner Frage weniger ob es nötig ist das Nest abzudunkeln, sondern vielmehr ob Ameisen UV-Strahlung benötigen ;)

Die Antwort lautet im Allgemeinen nein wie hier im Thread schon mal geklärt wurde, die Ameisen können also unbesorgt auch im Keller gehalten werden und wenn dieser unbeheizt ist, bietet das sogar gerade im Winter noch einige Vorteile.

Schöne Grüße,
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Re: Infizierter Ameisenneuling bittet um Hilfe

Beitragvon Gillson » 14. März 2019, 00:01

Vielen Dank für die nette Wiederaufnahme und danke für die Antworten bisher ;)

Ja wie Sir Joe richtig verstanden hat.. meinte ich eigentlich, ob die Tiere insgesamt das Tageslicht sehen sollten oder ob sie auch komplett im Dunkeln leben könnten. Aber gut hab ich soweit dann verstanden das es nicht unbedingt ein Problem ist.

Zum Thema "besonders" war genau sowas gemeint :)wie Media und Major. Um einfach mal Begriffe rein zuwerfen: besonders krasse Jäger, Soldaten, Stachel mit hoch tödlichem Gift ;)(war nur Spaß) oder ähnliches.

Was mir noch Fragezeichen über den Kopf erzeugt.. überall sieht man recht kleine Arenen in so Anfänger Videos. Was sollte man den an Platz haben für sagen wir 5000 Camponotus herculeanus (oder auch 10000).

Kann man sowas gut über Schläuche regeln oder benötigen die eine Arena von 150*40*40? ;) Wie groß wird die Farm bei sowas?
Kann man die Population über die Fütterung und Platzangebot steuern? So das es vielleicht nur 2000 Stück werden und wenn man dauerhaft das gleiche füttert bleibt es so? Oder werden die dann aggressiv und versuchen massiv zu wachsen im Notfall mit Ausbrüchen wo sie Futter suchen können?
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Re: Infizierter Ameisenneuling bittet um Hilfe

Beitragvon gruenemacht » 14. März 2019, 10:27

Ich werfe mal wieder meine Camponotus rufoglaucus feae in den Raum, kannst dich ja mal schlau machen ob die zu dir passen würden, trifft zumindest bis auf das Jagdverhalten alle deine Punkte.
- keine winterruhe
- bei mir sehr aktiv
- recht große Ameisen (sehr schöne Majore)
- bilden laut Angaben kleine Kolonien (bei mir sind es nach etwas 1 1/2 Jahren allerdings schon +700)
- sind meistens rund ums Jahr zu erwerben

Zum jagen man ich nichts sagen, habe nur 1x etwas lebendiges rein getan, das hat nicht lange gedauert bis es erlegt war, ansonsten bekommen sie von mir nur totes Futter.


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Re: Infizierter Ameisenneuling bittet um Hilfe

Beitragvon Gillson » 18. März 2019, 20:27

Hallo zusammen,

gruenemacht hat mir Camponotus rufoglaucus feae schon recht schmackhaft gemacht. :)

Da sie nicht verschickt werden können gibts wohl nächsten Monat sogar nen Städtetrip nach Berlin :).

Nun steht für mich die Planung an und ich bin so ein wenig unsicher. Ich möchte wenn eine Kombi also Arena mit integrierten Nest bauen. Nun wächst diese Art ja nicht schnell .. soll ich sie vorher lieber in einem kleinerem Becken aufziehen oder direkt das große Nest anbieten??

mfg Stephan
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Re: Infizierter Ameisenneuling bittet um Hilfe

Beitragvon Saskia80 » 20. Mai 2019, 10:05

Hallo,

ich habe die Camponotus rufoglaucus feae nun 1,5 Jahre und das die Kolonie langsam wächst stimmt nicht. Im Vergleich zu einheimischen Camponotus-Arten wächst die Kolonie am Anfang rasend - auch wegen der fehlenden Wintteruhe. Meine Kolonie hatte mit 20-30 Arbeiterinnen begonnen und sie haben nun nach 1,5 Jahren schon ihre "maximale" Koloniegröße erreicht. Inzwischen ist das Wachstum der Kolonie vergleichsweise langsamer geworden. Nach der Erfahrung würde ich persönlich direkt zum größeren Becken bei dieser Art greifen.

Gruß Saskia
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Re: Infizierter Ameisenneuling bittet um Hilfe

Beitragvon Serafine » 20. Mai 2019, 13:51

Gillson hat geschrieben:Was mir noch Fragezeichen über den Kopf erzeugt.. überall sieht man recht kleine Arenen in so Anfänger Videos. Was sollte man den an Platz haben für sagen wir 5000 Camponotus herculeanus (oder auch 10000).

Es gibt nicht so viele Leute die wirklich große Kolonien halten und auch noch einen Haltungsbericht darüber schreiben. Viele sind auch irgendwann überfordert und versuchen ihre Ameisen klein zu halten, sammeln regelmäßig Arbeiterinnen ab oder verkaufen sie an Leute, die eine große Kolonie wollen (was die dann machen wenn die Kolonie weiterwächst ist die andere Frage).

Das ist momentan der Platz den meine geschätzten 5000 Camponotus barbaricus einnehmen. Da ist noch Luft nach oben, sie bekommen demnächst noch zwei Nester und mehr Schrimpsröhren, auch in den Reagenzgläsern der zweiten großen Arena ist noch etwas Platz - ich versuche aber auch immer etwas voraus zu sein was den Platzbedarf angeht, das hält die Ameisen davon ab auf dumme Ideen zu kommen.
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Erne hat auch eine schöne Seite über Messor barbarus, bei der man auf ein paar Bildern die ganze Anlage sieht.
https://ameiseninfos.de/html/messor_barbarus.html

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