Haltungsbericht ReliAnt's Lasius brunneus

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User3165

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#9

Beitrag von User3165 » 10. Juni 2018, 21:52

ReliAnt hat geschrieben:Nutzt Du in den Rocher-Boxen noch einen Ausbruchsschutz? Ist Dein Bodengrund einfach nur Sand oder ist der irgendwie gebunden?


Ja, ich habe den Rand mit einer dünnen Schicht Ausbruchsschutz von Antstore, Paraffinölbasis, bestrichen. Bei Kunststoff habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass es öfter erneuert werden muss, da das Öl
je nach Material in geringem Maße auch aufgesaugt wird... Die Kolonien sind zum Glück noch klein genug, als dass ich mit da Sorgen machen müsste beim Füttern ;)

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ReliAnt

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#10

Beitrag von ReliAnt » 21. Juni 2018, 17:06

21.06.2018 (Start + 25 Tage): ~10 Eier, 5 Larven, 16 (!) Puppen

IMG_0063.JPG

Aus den Puppen werden bald die ersten Imagos schlüpfen, da bin ich sicher.
Es sind 16 Stück an der Zahl.
Bisher war ich unter dem Eindruck, dass in etwa 3-5 erste Pygmäen herangezogen werden - 16 übertrifft alle meine Vorstellungen.

Wenn ihr das heutige Bild der Gyne jedoch vergleicht mit jenem vom Start (erste Seite dieses Beitrags), dann fällt sofort ins Auge, dass der Gaster regelrecht zusammengefallen ist. Habe dazu bewusst die Kamera mal auf den Gaster fokussiert.
Die Gyne hat auch heute einen weniger vitalen Eindruck gemacht, also habe ich mich dazu entschieden, zuzufüttern und habe einen kleinen Wattebausch mit einem Tropfen Zuckerlösung sowie zwei tote Drosophilas ins RG gegeben. Am Wattebausch war sie gleich zugange.

Ich hoffe sie hat sich nicht übernommen!

Nach dem Schlupf der ersten Arbeiterin setzte ich sie sofort in ihr neues Habitat, welches ja (wie einige bereits wissen) jenes werden wird:

topic58187.html
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#11

Beitrag von Unkerich » 22. Juni 2018, 14:59

Hi,
Eine wirklich zügige Entwicklung!
16 Pygmäen wären schon ganz ordentlich, hatte mal eine Lasius cf. niger, die hat mit 22 Pygmäen echt den Vogel abgeschossen :D . Und das ganz ohne zuzufüttern, ihre Gaster sah am Ende auch eine Ecke kleiner aus, als das bei deiner Gyne der Fall ist. Daher denke ich, dass ein Zufüttern wohl nicht nötig gewesen wäre, zumal sie bei Bedarf auch Teile der Brut wieder hätte verwerten können.
Aber schaden wird ihr es wohl auch nicht ;)

Bin gespannt, wie sie sich weiterentwickelt!
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#12

Beitrag von Gast » 22. Juni 2018, 18:11

Eine wunderschöne Art, die leider viel zu wenig gehalten wird.

Vielen Dank für diesen tollen Bericht.

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#13

Beitrag von ReliAnt » 24. Juni 2018, 21:34

24.06.2018 (Start + 28 Tage): ~10 Eier, 8 Larven, 13 Puppen, 3 Arbeiterinnen
IMG_0070.JPG
Ein schneller Schnappschuss, nachdem es nun amtlich ist.
Wollte eigentlich nur kurz nach der Gyne und ihren Eiern schauen, aber da erkannte ich: Die ersten drei Arbeiterinnen sind geschlüpft und sehen putzmunter aus!
Das macht dann weniger als einen Monat von der Eiablage bis zur fertig entwickelten Erstarbeiterschaft :)

Habe nun im RG zugefüttert und werde sie spätestens am Dienstag in ihr neues Nest setzten.

@Sebantian: Nun da ich sie mit eigenen Augen sehe (auch wenn es nur Pygmäen sind): Ja das stimmt - Gyne wie Arbeiterinnen sind wirklich sehr schön.
Die Pygmäen sind jedoch sehr klein - als Größenvergleich dient die Drosophila auf dem Bild :eek: :p
Aber es bleibt dabei: Sie sind bildhübsch.

@Unkerich: Ja, da fehlt mir der Erfahrungsschatz um cool zu bleiben bei dem Anblick des Gaster vom 21.06.2018.
Heute ist er wieder deutlich praller.
Noch 13 Puppen - auf gehts in die 10.000 :clap:
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#14

Beitrag von ReliAnt » 1. Juli 2018, 11:38

01.07.2018 (Start + 35 Tage): ~5 Eier, 3 Larven, 3 Puppen, 15 Arbeiterinnen

Der kleinen Kolonie geht es hervorragend und es sind in den letzten Tagen 12 Arbeiterinnen zusätzlich geschlüpft! :eek:
Gesamtkoloniestärke nun am 35igsten Tag nachdem das erste Ei gelegt worden ist: 15+1 und Brut in allen Stadien.
Wenngleich ich beobachten kann, dass die Brut wohl schubweise gelegt wird.

Habe Sie vor einigen Tagen in Ihr neues Habitat gelegt und seitdem verlieren sie Tag für Tag die Scheu.
Hier könnt ihr ein Foto sehen:
IMG_1571.JPG

Es fällt erst auf vergrößerten Bildern richtig auf, wie schön diese Art eigentlich ist.
Jemand von euch hier hat es bereits geschrieben: "Eine wunderschöne Art, die leider viel zu wenig gehalten wird".
Das ändere ich hier nun :)

Für euch hier nun aktuelle Bilder. Ihr könnt gern die Mannschaft durchzählen - unglaublich im Vergleich mit meinen Camponotus nicobarensis :D :a: :a:

IMG_0096.JPG
IMG_0101.JPG
Schaut euch mal den Gaster der einen Arbeiterin an, wie schön zweifarbig und prall gefüllt der ist :clap: love-it

P.S.: So richtig knackscharf werden die Bilder dann wieder, wenn ich nicht durch Plexiglas und RG fotografieren muss auf 30 cm Entfernung, also nach dem Umzug in das Nest.

Hier nochmals der Link zum Nestvideo für die Interessierten: kombi-nest-fur-weniger-als-5-bilder-video-t58187.html
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#15

Beitrag von ReliAnt » 11. Juli 2018, 15:50

11.07.2018 (Start + 45 Tage): ~20 Eier, 20 Larven, 4 Puppen, 12 Arbeiterinnen

Nun, da die Kolinie ein zweites Mal umziehen musste aus diesem Grund,

modulares-formicarium-zum-selberbauen-t58411.html

sind einige Tage vergangen.

Der Kolonie geht es prächtig in Ihrem neuen Nest.

Bis vor kurzem sah es im Nest so aus:
IMG_1633.JPG
IMG_1641.JPG


Die fleißigen Arbeiterinnen haben es sich jedoch spontan eines Tages quasi über Nacht gemütlich gemacht mit den zur Deko gedachten Steinen :)
IMG_1645.JPG
JRVM9132.JPG


Und hier ist ein aktuelles Bild der Kolonie in Nahaufnahme in das ich mich verliebt habe :p
Nach der Anzeige des Bildes im separaten Fenster kann es noch weiter vergrößert werden!<br />Erstaunliche Details an den nur 2,5mm großen Tieren werden sichtbar.
Nach der Anzeige des Bildes im separaten Fenster kann es noch weiter vergrößert werden!
Erstaunliche Details an den nur 2,5mm großen Tieren werden sichtbar.


Bitte: Schaut euch mal an wie putzig die Arbeiterin im Vordergrund aussieht :braver:
Und wie groß der Berg Brut ist, auf dem sie hockt!
Die Entwicklung scheint schubweise zu erfolgen und ich freue mich auf die nächste Welle :behappy:
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#16

Beitrag von ReliAnt » 15. Juni 2019, 12:23

15.06.2019 (Koloniealter ca. 1 Jahr): ~200 Arbeiterinnen

Es ist schon einige Zeit her, dass ich zur Kolonie berichtet habt aber ihr geht es gut und sie floriert :behappy:

Die Kolonie hat von November 2018 bis März 2019 im Kühlschrank bei ca. 5°C überwintert und ist danach recht zügig aus dem Winterschlaf erwacht.
Eingewintert wurden die Lasius brunneus mit ca. 40 Arbeiterinnen und einer Menge Brut - vornehmlich Eier und Larven.

Diese haben wie häufig zu lesen (zumindest was überwinternde Eier angeht, überwinternde Larven eher bei Myrmica) mit überwintert und sind in der neuen Saison sehr schnell geschlüpft.
Das hat zu einem schlagartigem Wachstum auf ca. 150 Arbeiterinnen geführt.

Mittlerweile hat sich auch noch eine weitere Welle frischer Arbeiterinnen dazugesellt und ich schätze die Anzahl auf ca. 200 Tiere.

Nach der Winterruhe habe ich die Kolonie auch in ihr neues Nest eingesetzt, das Ihnen eine Heimat für die nächsten 1 bis 2 Jahre sein soll.
Sie leben noch im RG und sind bisher nur zur Erkundung in das integrierte Hügelnest gezogen.
Immerhin wird dieses nun ab und an betreten und schonmal "möbiert" mit Steinchen - denke sie haben den potentiellen neuen Nistort mindestens mal zur Kenntniss genommen :p

Ich füttere die Kolonie ca. alle 2-3 Tage und habe in der Zwischenzeit vieles ausprobiert inklusive der gelegentlich zu lesenden Bhatkar-Diät...

Nachfolgend einige Eindrücke wie das Set-Up und die Kolonie aussieht.
Closeup L. brunneus.jpg
Arena L brunneus.jpg
Rückseite Nest L brunneus.jpg
IMG_6323.jpg
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