Lasius niger - Farm "Ja wo laufen sie denn?"

Unterfamilie: Formicinae
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Safiriel

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#1 Lasius niger - Farm "Ja wo laufen sie denn?"

Beitrag von Safiriel » 19. Juni 2014, 15:25

ColphoniusÂŽB-Kolonie, deren Werdegang bislang in seinem HB mitverfolgt werden konnte, hat ein neues zu Hause.
Hier sein Bericht :guckstdu: http://www.ameisenforum.de/lasius/50855-lasius-cf-niger-colophonius-haltungsbericht.html

FĂŒr alle Neueinsteiger hier der Link zu der Artbeschreibung fĂŒr Lasius niger :guckstdu: http://www.ameisenforum.de/artbeschreibungen-steckbriefe/lasius-niger-t31588.html?ltr=L

Warum also noch ein Bericht?
Es gibt relativ wenige Farmen und ich habe auch noch die ein oder andere Idee was ich mit diesen Minikrabblern anstellen werde.

Die Ankunft
Geliefert wurde die Kolonie in einem Reagenzglas, in Rohrisolierung, diese in Styropor gebettet. Als Überraschung noch der Strohhalmausgang und ein kleiner Brief. So weit die tolle Überraschung IM Paket.

LEIDER haben wir aber auch eineN BrieftrĂ€gerIn. Ich habe die Person noch nie gesehen, und das ist fĂŒr uns beide auch besser so. Ich wohne auf der Haupteinkaufsstaße meines Ortes, ĂŒber einem Ladenlokal. HaustĂŒre und BriefkĂ€sten liegen in einer Toreinfahrt. "BrieftrĂ€gerIn" scheint uns nicht zu mögen. Damit ĂŒberhaupt mal Post ankommt, muss der Adressat buchstabengenau der Aufschrift auf dem Kasten entsprechen.
Was "BrieftrĂ€gerIn" nicht davon abgehalten hat, das lebende Paket ungeachtet der TĂŒre oder des Briefkastens auf dem BĂŒrgersteig zu hinterlassen. Gottlob haben alle Autofahrer es geschafft drum herum zu fahren.

Bestandsaufnahme
Verglichen mit meiner Camponotus herculeanus sind sie WINZIG. Wann immer ich von dem einen Formicarium ins andere schaue, denke ich wieder die Lasius niger seien geschrumpft.

Meine Idee das Wachtum der Kolonie zu protokollieren habe ich direkt mal ad acta gelegt. ZÀhlen ist unmöglich. Im Reagenzglas befindet sich eine Ameisenkugel, ich könnte höchstens per Foto ein paar zÀhlen und dann mit Hilfe von Volumenberechnung und OberflÀchenberechnung eine AnnÀherung errechnen. In Anbetracht der Brut und der Königin hoffnungslos.
[color="purple"]SchÀtzwert:[/color]
1 unsichtbare Gyne
30-40 Arbeiterinnen
mindestens je 10 Puppen, Larven und Eier

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#2 AW: Lasius niger - Farm "Ja wo laufen sie denn?"

Beitrag von Safiriel » 19. Juni 2014, 16:26

Der Diskussionsfaden:http://www.ameisenforum.de/lasius/52134-diskussion-zu-lasius-niger-ja-wo-laufen-sie-denn.html#post365496

Das Übergangsformicarium...

...ist die spĂ€tere Arena. Es ist eine Kunststoffaufbewahrungsbox mit den Innenmaßen 25x35cm. Es gibt einen Deckel, den wir aber nach Möglichkeit nicht verwenden möchten. Außerdem hat der Deckel noch keine BelĂŒftung eingebaut.

Erste AktivitÀten
Das Reagenzglas steckt noch immer in seiner Isolierung mit Strohhalmausgang. Um ein wenig "Nesteinblick" zu erhalten liegt etwa 1cm davon unbedeckt. Eine gute Entscheidung.
Ein Stein (fĂŒr Ameisen: Felsen) erleichtert den Einstieg.

Die ersten Arbeiterinnen mussten den Paraffinfilm direkt gestern Abend testen, kehrten aber immer genau auf Höhe des Films um. Ein gutes GefĂŒhl, um ohne Deckel schlafen zu gehen.
Eine halbierte Fliegenpuppe wurde verschlungen (etwa 7 Arbeiterinnen waren damit beschĂ€ftigt), Wasser schien fĂŒr 1-2 auch ganz interessant. Kohlenhydrate hingegen... maximal 1 Interessent. Die Liebe fĂŒr Fliegen scheint sich hier zu bestĂ€tigen.

Erste BauaktivitÀten
Um ihnen wenigstens etwas Möglichkeit der Landschaftsgestaltung zu geben, habe ich einen kleinen Haufen Aquarienkies in einer Ecke aufgeschichtet. Mal sehen, ob sie den gebrauchen können, dachte ich.
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Ja, tun sie. Was von weitem aussieht wie eine Ameisenstraße, ist eine Straße aus Kies. Mein Kieshaufen war gestern aber noch viel grĂ¶ĂŸer. Auf dem zweiten Bild sieht man gut, was damit passiert: Es wird ins Nest getragen.

Hier ein kleiner Überblick ĂŒber das derzeitige Territorium:
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Das Reagenzglas habe ich wie man sieht gedreht, so hÀlt es besser an dem Felsen.

Ausbruch 1 + 2 :nono:

Ja wo laufen sie denn? Jeweils heute Morgen gegen 11:00 Uhr und 14:30 Uhr lief eine Arbeiterin AUF dem Formicarienrand herum. Den DeckelĂŒberhang konnten die beiden nicht ĂŒberwinden. Ich habe sie wieder zurĂŒckgeschoben.

Nach dem ersten Ausbruch habe ich den Paraffinrand nicht erneuert, sondern nur noch einmal trocken abgewischt. Ich vermutete zu viel Paraffin. Nach dem zweiten Ausbruch habe ich einen Tropfen nachgelegt, und mein Schatz noch einmal zwei weitere Tropfen eine halbe Stunde spÀter, da es ihm zu trocken erschien.

FĂŒr Tipps bin ich dankbar.

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#3 AW: Lasius niger - Farm "Ja wo laufen sie denn?"

Beitrag von Safiriel » 19. Juni 2014, 16:59

Update: Ausbruchsversuch 3

So lange ich nicht in Sichtweite bin, muss wohl doch der Deckel drauf.
SpÀter mal werde ich auf Talkum oder PTFE umsteigen.

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#4 AW: Lasius niger - Farm "Ja wo laufen sie denn?"

Beitrag von Safiriel » 19. Juni 2014, 19:41

Ich schon wieder!

Suizidversuch durch Ertrinken

Oder besser gesagt: Erkleben.
Eben hing eine regungslose Ameise in dem einen halben Tropfen Rohrzucker/Wasser - Gemisch. Dieses war jetzt erheblich fester als gestern. Ich vermute die Verkleinerung des Tropfens ist eher der Verdunstung verschuldet als dass so viel getrunken wurde.

Also:
- Ameise herausgefischt
- in einem Deckel mit einem großen Tropfen Wasser erschlagen
- sie in dem Wasser geschwenkt bis sie nicht mehr an der Pinzette klebte
- die anderen Neugierigen vertrieben, die unbedingt in dem neuen Dings ertrinken wollten
- Ameise herausgefischt
- schien verletzt und behindert zu sein, ich dachte eine Antenne fehlt
- Ameise klebte beim Putzversuch an sich selbst fest
- erneutes Bad
- im Wasser zappelnd klar zu erkennen: Alle Antennen und Beine vorhanden
- als sie aufhörte zu zappeln auf einen Teelöffel Salz gelegt

Ab jetzt wurde es spannend! Anscheinend klebt sie noch immer, das Salz klebt nĂ€mlich an ihr fest. Putzt sie sich die Mandibel, klebt Salz am Gaster. Putzt sie den Gaster, kippt sie um. Ist es Zufall, oder hat die Erklebte um Hilfe gerufen? Hilfe kam, allerdings keine besonders kluge. Putzen hĂ€tte vermutlich ausgereicht, aber statt dessen wurde das Salz angegriffen. Dann flitzte die Helferin auf direktem Weg zum Nesteingang und wieder zurĂŒck zur Suizidalen. 2x. Vermutlich hat sie eine Duftspur gelegt. Leider ohne Erfolg. Andere Kolleginnen haben sich nicht zur Mithilfe bewegen lassen.
Statt dessen hat die Helferin der Suizidalen noch zwei Salzkörner entfernt, und sah die Hilfe nun als beendet an. Blöd nur, dass die Suizidale noch immer geteert und gefedert ist. Es fÀllt ihr schwer geradeaus zu laufen. Ich traue mich nicht, sie noch einmal unterzutauchen. Inzwischen hat sie das Salz auch verlassen und ich habe sie aus den Augen verloren.
Entweder sie ist wieder wohl auf, oder wird im Nest gesundgepflegt. Sollte ich sie noch einmal entdecken (oder eine Tote finden) werde ich Bericht erstatten.

Die Zuckerlösung habe ich noch weiter herunterverdĂŒnnt, damit das hoffentlich nicht noch einmal passiert.

Auf diesem Weg möchte ich mich dafĂŒr entschuldigen, dass ich noch immer "Lasius niger" statt "Lasius cf. niger" schreibe. Es wĂ€re richtiger, nur habe ich mich bis jetzt noch nicht umgewöhnen können.

Die Gyne wurde letztes Jahr gefunden, die Kolonie ist also in ihrem zweiten Jahr.

Einen Namen hat sie auch bekommen: Katharina (die Große). Sie regiert das Zarenreich. Nachdem meine erste Gyne Drina Viktoria heißt und spĂ€ter mal das viktorianische Empire fĂŒhren wird, war das nur logisch. Ironischerweise ist Viktoria doppelt so groß wie Katharina. Ironischerweise war Katharina eine große Frau, Königin Viktoria dagegen etwa 1,50m klein.

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#5 AW: Lasius niger - Farm "Ja wo laufen sie denn?"

Beitrag von Safiriel » 21. Juni 2014, 17:22

Fußball oder Ameisen gucken?
Bei meinen "Kleinen" ist heute absolut tote Hose. Sie sind wohl nach der Puppe satt und neue Proteine habe ich ihnen auch nicht unter die Nase gehalten. Einzig meine neue Erfindung, der WM-Futteromat 2014,
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der zur Flagge wegen der Farbe passend heute mal mit verdĂŒnntem ZuckerrĂŒbensirup gefĂŒllt ist.

Das Spiel Deutschland gegen Ghana haben die Ameisen fĂŒr Deutschland mit 2:0 entschieden. Sie sind eindeutig zum deutschen Flaggenball gelaufen. Was? Bestechung mit ZuckerrĂŒbensirup? Kann gar nicht sein! :ironie:

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#6 AW: Lasius niger - Farm "Ja wo laufen sie denn?"

Beitrag von Safiriel » 22. Juni 2014, 17:27

Die deutschen Tore haben meine Kleinen also gestern richtig vorausgesagt. HĂ€tte ich doch mal auch die ghanaische Flagge in die Arena gegeben, vielleicht hĂ€tte ich dann gestern nicht so eine Überraschung erlebt?

Vielleicht sollte ich erwÀhnen, dass es keine weiteren Ausbruchsversuche gab.
Ob es daran liegt, dass
a) die Kolonie nicht mehr so aufgeregt ist, weil sie sich eingewöhnt hat (Gruß an Colophonius, der diese Erfahrung an dieser Kolonie schon gemacht hat)
b) ich gelernt habe mit dem Paraffin umzugehen
oder c) der Kunststoff anfangs tatsÀchlich das Paraffin aufgesaugt hat, und nun gesÀttigt ist,
kann ich nicht beurteilen. Ich tippe aber auf eine Mischung aus a) und c). Jedenfalls klettern sie auf ihrer Einrichtung rum, die WĂ€nde scheinen sie aber nicht mehr zu interessieren.

Ich habe mir heute mal die MĂŒhe gemacht, die Ameisen auf dem (leider unscharfen) Bild des Reagenzglases kurz nach der Ankunft zu zĂ€hlen.
Ich denke, ich muss meine SchÀtzung revidieren. Ich schÀtze nun etwa [color="Purple"]55[/color] Arbeiterinnen. Die Brut war auf dem Bild leider gar nicht zu erkennen, weil sie unter den Arbeiterinnen lag.

Also:
[color="purple"]
1 Gyne
ca. 55 Arbeiterinnen
nicht geschÀtzte Brut in allen Stadien)[/color]


Gesehen habe ich bisher davon maximal 7 zur gleichen Zeit (Fliegenpuppe gefĂŒttert). Zu aktiveren Zeiten sind es vier gewesen. Gestern und heute nur zwei. Wasser und Kohlenhydrate stehen immer zur VerfĂŒgung, die nĂ€chsten Proteine gibt es allerdings erst bei vermehrtem Furagieren frĂŒhestens morgen.

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#7 AW: Lasius niger - Farm "Ja wo laufen sie denn?"

Beitrag von Safiriel » 23. Juni 2014, 20:07

Von wegen heute vielleicht FĂŒtterung, die haben sich selbst gefĂŒttert!

Das hier
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habe ich in der Arena drapiert. Das ist eine Fliegenpuppe zwischen zwei Zahnstochern unter einem Napf. So kann die Fliege nicht weg, wenn sie schlĂŒpft und ist angreifbar.

Anscheinend hat sie genau das gemacht, als ich auf der Arbeit war. Hier die Spuren des Gemetzels:
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Übrigens haben sie die Fliege bereits komplett ausgelutscht. Vielleicht sollte ich doch mehr fĂŒttern?

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#8 AW: Lasius niger - Farm "Ja wo laufen sie denn?"

Beitrag von Safiriel » 24. Juni 2014, 06:59

Die fĂŒttern sich wirklich selbst!

Heute Morgen fand ich eine weitere Fliege in der Arena. Auch völlig ausgelutscht. Wie haben sie die denn gefangen? Hochgesprungen? Angeflogen?
War wohl eher ein GlĂŒckstreffer!

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