Lasius niger seit 2008 - der rückwirkende Bericht

Unterfamilie: Formicinae
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#41 Re: Lasius niger seit 2008 - der rückwirkende Bericht

Beitrag von Skia » 12. Februar 2015, 14:37

17.05.2010

Ca. 80 Puppen alleine auf der (sichtbaren) Vorderseite des Schlauches, dazu noch Larven. In Hochzeiten (z.B. spätnachmittags) ist die Arena überfüllt. Da das von mir bestellt Material zwischenzeitlich unterwegs ist, kann ich am Wochenende endlich bauen.

Die Farm habe heute mit rund 15 ml bewässert. Sie wirkt sehr feucht, ich glaube, das Seramis unten glänzt (bzw. noch mehr glaube ich, ich lern's nie! :o )

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#42 Re: Lasius niger seit 2008 - der rückwirkende Bericht

Beitrag von Skia » 12. Februar 2015, 15:18

27.05.2010

Vor drei Tagen wurden die Inseln eingeweiht.

Konzept: 3x Ausbruchsschutz: Vaseline-/Ölschicht auf beiden Untersetzerrändern, dazwischen Wasser. Der Verbindungsschlauch von der alten Glasarena zur Insel wird dabei ein Stück durch's Wasser geführt, damit die Ameisen nicht über den Schlauch ausbüxen können. Ein Draht am Schlauchende führt dann auf die Insel. Die Inseln selber sind über ein Stöckchen verbunden (s.a. Foto)
Realität: Wider Erwarten können die Ameisen auf der Vaseline-/Ölschicht laufen, wenn auch scheinbar mit Unbehagen. Liegt vermutlich dran, dass der Untergrund waagerecht und zudem rauh ist. D.h. es laufen immer wieder Ameisen auf den Rändern, auch außen. Ein großer Schwachpunkt sind zudem der Schlauch zur Arena. Hier krabbelten immer wieder Tiere drauf, die von dort auf den Rand der großen Untersetzer bzw. (zum Großteil) ins Wasser fielen.
Die hintere Insel hat zudem einen sehr schmalen Rand, dort fielen auch so immer wieder Tiere ins Wasser.

1. Abhilfeversuch: verstärkte Öl-/Vaselineschicht. Erfolg vordere Insel: gut, allerdings auch hier vorher kaum Tote (2 oder 3). Da der Inselinhalt komplett in der Schale liegt, ist der Rand offenbar kaum attraktiv. Insel hinten: gegen 0. Evtl. gibt's hintenrum (d.h. nicht am Schlauch) weniger Opfer

2. Abhilfeversuch: statt über den um den Schlauchrand gewickelten Draht erfolgt die Verbindung Schlauch/Insel nun über eine durch den Schlauch gezogenen Schnur. Der "Aufstieg" außen am Schlauch wurde zudem über eine weitere Öl-/Vaselineschicht blockiert. Das Ergebnis war kontraproduktiv: es waren gehäuft Tiere am Schlauch und somit auch im Wasser oder auf dem Rand des äußeren Untersetzeres.

3. Abhilfeversuch: Schnur wieder weg, Schlauchaufstieg zusätzlich mit Öl-/Vaseline beschmiert. Das zum Schlauch weisende Radeck wurde dagegen weitgehend von Öl-/Vaseline befreit (Idee: kein Abrutschen neugieriger Ameisen). Das ganze war erfolgreich: keine Toten mehr, es funktioniert.

Insgesamt kosteten die Inseln in den ersten 2 Tagen ca. 30 Tieren das Leben, eine Reihe weiterer Tiere konnte ich noch rechtzeitig aus dem Wasser fischen.

Ansonsten werden die Inseln sehr gut angenommen. Sie wurden schon entdeckt, bevor ich richtig die Schnur durch den Schlauch ziehen konnte. Der steile Aufstieg vom Tisch, auf dem die Inseln stehen, zur Glasarena/Farm oben im Regal ist kein Problem. Selbst Futterbrocken werden hochgetragen. Es herrscht ganztägig Betrieb, Schwerpunkt ist die jeweilige "Futterinsel".
Endlich war auch mal eine ungestörte Reinigung der Glasarena möglich. Das Einbringen/Entfernen der Näpfe ist nun ebenfalls unproblematisch, allerdings habe ich zwischenzeitlich auch mehr Näpfe (d.h. wenn einer noch voll belegt ist, muss ich diesen nicht rausnehmen sondern kann einen anderen verwenden).
Lediglich der Müll (leere Pinky-Puppenhüllen etc.) wird gerne auf den klebrigen Inselrändern abgelegt. Die neue Tränke (senkrechtes Glasröhrchen nach dem Prinzip einer Vogeltränke) hat sich auch bewährt, es gibt keine Ersoffenen mehr unterm Schwamm.

Im Verbindungsschlauch Glasarena/Farm liegt ein großer Puppenhaufen, die ursprünglich dort lagernden Larven sind mittlerweile ebenfalls verpuppt. Ich rechne bald mit dem nächsten Schwung junger Ameisen.
Die Farm wirkt jetzt eher feucht, der Ton glänzt, ich kann's aber nicht wirklich einschätzen.... Die sichtbaren Gänge wurden kaum ausgebaut, werden auch kaum genutzt. In einem wurde offenbar Müll abgeladen (da steckt was Schwarzes fest). Ameisen sind eher noch auf der Oberfläche sichtbar, allerdings dank Erdaufhäufung vorne an der Scheibe nur noch, wenn man schräg von oben reinschaut.

Futter: Honig früh und abends (sonst ist alles weg bzw. komplett eingetrocknet). Proteine überwiegend in Form von Pinky-Puppen (aufgrund eines nicht ganz wie geplant gelaufenem Fütterungsexperimentes habe ich kaum noch Larven, sondern fast nur Puppen) und aufgetaute Heimchen. Pinky gibt's bis zu 5 Stück, Heimchen ca. 3/Tag.
Da das Wetter nun zumindest zeitweise besser ist (der Frühling ist extrem kalt und verregnet) gab's ab und zu auch mal eine Fliege oder eine Spinne.
Da ich 1x/Woche ganztägig unterwegs bin, gab's an diesem Tag in letzter Zeit nur Honig, kein Fleisch. Am nächsten Tag sind sie dann umso gieriger bzw. es scheinen auch mehr auf Futtersuche zu sein als sonst.
Ab und zu schmeiße ich Trauerfliegen (?, die kleinen aus den Blumentöpfen) auf die Insel, sie werden erfolgreich gejagt!
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#43 Re: Lasius niger seit 2008 - der rückwirkende Bericht

Beitrag von Skia » 12. Februar 2015, 15:36

12.06.2010

Es gab wieder Tote, allerdings weniger, als vorher. Ca. 1 /Tag, allerdings unterschiedlich verteilt. Ich bin hin und hergerissen, was ich machen soll, da die Inseln ansonsten gut angenommen werden und gut bevölkert sind. Ich werde es wohl so lassen und im Winter gründlich nacharbeiten. Zwischenzeitlich haben ich um die inneren Untersetzer einen ca. 5 cm hohen Plastikstreifen gezogen und mit Öl-/Vaseline bestrichen, damit sie garnicht erst ans Wasser kommen (s. Bild, leider hab ich kein besseres). Leider klappt das ganze nicht so wie geplant: da ich es nicht schaffe, die Streifen dicht miteinander (sie sind leider kürzer als der Inselumfang) und am Untersetzer zu befestigen, gibt's immer wieder Lücken. Wenigstens konnte ich den schwierigsten Punkt entschärfen: an einer Stelle krabbelten immer wieder Tiere unter dem undichten Plastik durch und stürzten ins Wasser. Dort habe ich einen Stein ist Wasser eingelegt, so dass der Übergang nun Untersetzer --> Stein --> Wasser ist. Seitdem gibt's dort keine Toten mehr.
Ab und zu sind auch Tiere auf den Rändern der äußeren Untersetzer oder auf dem durch das Wasser gezogenen Schlauch etc.

Vor einigen Tagen habe ich die Plastikhülle mit Pritt-Bastelkleber nochmals befestigt: kurze Zeit später hing ein ganzer Pulk am Leim als wären sie drogenabhängig. Festgeklebt war aber keine. Die gleiche Aktion ein paar Tage später brachte jedoch keinen Effekt.

Im Schlauch zur Farm lagern jede Menge Puppen, zudem auch zahlreiche frischgeschlüpfte "Geisterameisen". Die geben offenbar richtig Gas.

Das Nest ist jetzt offenbar auch besser befeuchtet, das Tongranulat glänzt. Ich habe gestern mal gar nix nachgefüllt, damit nicht zu naß wird (die alte Leier ....).

Heute habe ich im Mehl eine Mehlmottenlarve gefunden und auf die Insel gelegt. Eine Minute später hing bereits ein ganzer Haufen dran. Der "Kampf" dauerte allerdings einige Zeit, bestimmt mehrere Minuten. Leider konnte ich nicht alles beobachten, da ich nebenher am Kochen war; ich hatte nicht gedacht, dass sie die Made so schnell finden. Die Fotos dazu sind leider misslungen.
Faszinierend zu beobachten, allerdings grenzt das ganze auch an Tierquälerei: in der Natur hat die Made die Chance, nicht entdeckt zu werden, im Gehege ist sie faktisch mit dem Reinlegen tot.
Dank besserem Wetter (jetzt endlich Sommertemperaturen) konnte ich vor dem Haus immer wieder Mücken (so Art Mini-Kohlschnaken) fangen, die kommen sehr gut an.
Einen Teil meiner Pinky-Puppen habe ich überbrüht und eingefroren. Sie werden auch aufgetaut gerne genommen.
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#44 Re: Lasius niger seit 2008 - der rückwirkende Bericht

Beitrag von Skia » 12. Februar 2015, 15:42

26.06.2010

Nach 19 Toten von 6.6.-18.6. habe ich am 19.6. die "Berginsel" (hintere Insel auf obigem Foto) abgekoppelt. Jetzt gibt's nur noch die flache Insel und seitdem keine Toten mehr.

Es ist eine riesige Puppenmenge vorhanden. Letzte Woche waren ca. 10cm Schlauch voller Puppen. Aktuell ist wieder Schlupfzeit (viele leere Puppenhüllen im Abfall). Für die Anzahl der Tiere ist die Außenaktivität relativ gering. Aktuell krabbeln ca. 40 Stück rum, und das kommt mir schon viel vor. Selbst letzten Donnerstag (nach einem Fleischdiät-Mittwoch) waren sie nicht übermäßig gierig am Futter, so dass ich nun generell etwas weniger Fleisch füttere. Heute gab's z.B. nur 1 mittelgroße Fliege und 1 Drosophila. Ich möchte sie nicht vollstopfen.

1 sichtbare Kammer im Nest ist nun immer mit Ameisen bestückt. Ab und zu auch in den anderen Gängen Tiere sichtbar, dass mehr gegraben wird, konnte ich jedoch nicht feststellen. Sie scheinen sich eher auszubreiten. Der schwarze Knubbel in einem Gang (Abfall??) ist seit Wochen unverändert.

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#45 Re: Lasius niger seit 2008 - der rückwirkende Bericht

Beitrag von Skia » 13. Februar 2015, 10:16

15.07.2010

Ich war am Monatsanfang 1 Woche im Urlaub. Das mit dem Katzenfutter hat wunderbar geklappt. Leider gab's/gibt's auch wieder Tote: lt. meinem Tiersitter täglich bis zu 4 Stück. Bei mir sind's jetzt so 1-2/Tag. Die meisten schwimmen ím Wasser, ein paar hängen am Plastikstreifen, manche liegen einfach verkrümmt am Rand der Untersetzer oder auf dem Silikonstreifen, der das Öl vom runterlaufen abhalten soll, also Ölopfer.
Seit 03.07 herrscht hier eine Bullenhitze. Da diesen Sommer das Haus saniert wird und ich deswegen nur eingeschränkt lüften kann, ist's in der Wohnung nochmal extra warm und stickig. Ich frage mich daher, ob deswegen der Drang zum Wasser bzw. die Suche nach einem Ausweg besonders hoch ist.
Ich habe nun auf die Insel einen Napf mit Watte und Wasser gestellt. Grade wenn's heiß ist, sitzen auch immer wieder welche drauf. Vielleicht hilft's ja zumindest ein bißchen. Mittelfristig strebe ich mittlerweile eine Lösung ohne Wassergraben an, d.h. ich will im Winter umbauen.

Die Puppen werden immer noch im Schlauch zur Farm gelagert, seit gestern nicht nur kurz vorm Nesteingang, sondern auch weiter unten, wo am nachmittag die Sonne hinkommt.

Vor einigen Tagen habe ich vor die rote Folie noch eine Pappwand gestellt. Seitdem halten sich deutlich mehr Tiere in den sichtbaren Gängen auf. Im oberen Teil wachsen neue Sandhaufen, offenbar wird also auch weitergebaut.

Futter: Honig 2-3x/Tag (bzw. nur 1x, dann aber doppelte Portion), je nach Appetit. Insekten gibt's 6x/Woche, je ca. 4 Pinky-Puppen oder 4 Heimchen. Dazu kleine Mücken, Spinnen, Fruchtfliegen, Mehlmotten, je nachdem, was sich ergibt.
Heute gab's eine dicke Fliege, angeboten in der Glasarena kurz vorm Schlauch. Einer der ersten Entdecker wirbelte sofort herum und schoss in den Schlauch, hin und her, wie ein kleines Kind, dass eine Riesenentdeckung gemacht hat. Die Truppen rückten dann auch aus, die Fliege ging weg wie Schnitzel mit Pommes nach einer anstrengenden Wanderung.
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#46 Re: Lasius niger seit 2008 - der rückwirkende Bericht

Beitrag von Skia » 13. Februar 2015, 10:33

20.08.2010

Es gibt wenig Neues. Der Puppenberg hat sich seit einiger Zeit abgebaut, nur ein winziger Haufen ist übrig. Fleisch wird aber weiterhin genommen, deshalb gehe ich davon aus, dass Larven da sind.
Vor einigen Tagen hatte ich Mehlmottenlarven im Mäusefutter. Zudem walzen sich durch einige unserer Biotonnen vor dem Haus jetzt Fliegenmaden (noch nie war Futterbeschaffung so einfach :) ). Die habe ich jeweils lebend verfüttert. Das Verhalten der Ameisen erscheint mir dabei allerdings etwas seltsam: oft rennen die Ersten eher vor der Made weg, oft wird sie auch erstmal ignoriert bzw. nicht wahrgenommen. Die Reaktion scheint umso heftiger zu sein, je aktiver die Made ist. Hatte 2 drin, die eine war etwas "matschert" bzw. sah wie halb verpuppt aus; die konnte ich am nächsten Tag unversehrt wieder rausnehmen. Ich habe den Eindruck, dass seit dem Lebendfutter mehr Ameisen draußen unterwegs sind als vorher. Das kann aber auch täuschen bzw. an anderen Faktoren liegen (Brut, Temperatur....).

Vor 2 Tagen habe ich das erste Mal seit 2-3 Wochen wieder bewässert. Das Tongranulat hat bislang immer feucht geglänzt. Es scheint alles okay zu sein.

Letzte Woche gab's immer wieder Ausreißer. Schließlich bemerkte ich, dass sie die Watte und Klebebandsperre zwischen Farm und Bewässerungsschlauch (letzterer ist leider etwas dünner, als der Durchmesser des Anschlusses an die Farm) überwunden hatten. Auch konnten sie wohl mit ihrer Sandaufschüttung den Farmdeckel so weit anheben, dass sie oben rauskamen.
Ich habe jetzt nochmals Watte rund um den Schlauch gepackt und festgeklebt (natürlich hingen dann auch wieder Ameisen im Klebeband....), den Deckel draufgedrückt und Öl/Vaseline in den Spalt geschmiert. Bis jetzt funktioniert's.

Auf dem Abfallhügel findet sich seit einiger Zeit immer mehr Sand. Der Verbindungsschlauch zur Farm ist dafür mittlerweile fast sandfrei. Scheint sie irgendwie gestört zu haben, der Sand im Schlauch.

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#47 Re: Lasius niger seit 2008 - der rückwirkende Bericht

Beitrag von Skia » 13. Februar 2015, 10:44

03.09.2010

Ich habe in Müllfeld am hinteren Inselrand entdeckt. Dort in einem Spalt zwischen Plastikrand und Untersetzer liegen v.a. leere Pinky-Puppen, 1 Heimchenteil sowie Öl- und Wasserleichen. Der Plastikrand ist hier nicht dicht, das Silikon, mit dem ich ihn festgemacht habe, hat sich gelöst. Daher wohl die Wasserleichen. Auch einige Puppenhüllen liegen auf der Insel verteilt. Ich hatte mich schon gewundert, dass die Müllhalden in der Glasarena nicht mehr wachsen. Allerdings füttere ich auch überwiegend auf der Insel. Die Teile werden meist nicht eingetragen, sondern an Ort und Stelle verwertet. Ich schneide sie aber auch nicht mehr so klein wie früher. "Leichtteile" wie Schnaken werden weiterhin abgeschleppt.
Seit fast 2 Wochen füttere ich fast nur Pinky-Puppen und Heimchen. Letzte Woche gab's nochmal eine kräftige Dosis Lebensmittelmottenmaden (diesmal aus meinem Tee....) und Schnaken (die hatten extrem Saison). Am besten kamen die Schnaken an. Die Reaktion auf die Maden war unterschiedlich, von eher Flucht über Ignoranz bis Zupacken. Ich hatte den Eindruck, dass die kleineren Maden eher angenommen werden als größere.

Der Verbindungsschlauch zur Farm ist mittlerweile komplett leer (keine Puppen, kein Sand), dort lagern auch nur noch wenige bis gar keine Tiere. In der Farm sind mittlerweile dank der Pappwand viele Gänge sichtbar, aber keine Larven/Puppen etc, nur Erwachsene. Die Königin ist/war auch nicht zu sehen. Da aber Fleisch genommen wird, gehe ich davon aus, dass Brut da ist. Ich hoffe, ich erkenn's am Abfallhaufen (leere Puppenhüllen), wenn wieder welche schlüpfen.
Allerdings werden manche der Pinkyys nicht mehr ganz ausgehöhlt, was allerdings auch daran liegen kann, dass die doch relativ schnell hart werden. Ich werde das Futter jetzt etwas reduzieren, auch als Vorbereitung auf den Winter. Mein neuer Balkon (Haus wurde saniert) soll Anfang Oktober kommen. Hoffentlich klappt das, sonst bekomme ich ein Problem beim Einwintern.

Generell habe ich den Eindruck, dass die Kolonie nachts deutlich aktiver ist als bei Licht.
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#48 Re: Lasius niger seit 2008 - der rückwirkende Bericht

Beitrag von Skia » 13. Februar 2015, 11:29

11.09.2010

Gestern habe ich eine interessante Entdeckung gemacht: beim Aufräumen auf der Insel lag eine vertrocknete Made, und zwar definitiv keine leere Hülle. Es handelte sich um ein etwas größeres Exemplar, deswegen tippe ich auf Lebensmittelmotte. Offenbar wurde die nicht erbeutet. Das passt auch zu der (lebenden!) eingesponnenen Made, die ich vor einigen Tagen in der Glasarena fand.
Zudem habe ich mal das Futtereintragen beobachtet. Testobjekt: aufgetaute, zerkleinerte Heimchen, angeboten auf der Insel. Das Futter wurde nur zögernd genommen (allerdings war am nächsten Tag doch alles weg) und nicht ins Nest, sondern in ein Loch im Boden (die Insel ist mit Gips ausgegossen, der jedoch stellenweise bröckelt) in die Nähe des Aufganges Richtung Glasarena/Farm geschleppt. Dort hielten sich auch einige Tiere auf. Ob es sich nur um ein Loch im Boden handelt oder ob ein Gang bis unter den Gips durchführt, ist nicht feststellbar: ich habe am nächsten Tag vorsichtig mit einem Holzspieß reingestochert. Es fühlte sich zwar an, als würde der Gang enden, das Ende kann aber auch nur eine Biegung gewesen sein. Diesmal waren keine Tiere in dem Loch.

Heute gab's mal wieder Fleischmaden (klein) und 1 Stechmücke: alles wurde begeistert und schnell genommen und ins Nest abgeschleppt. Die Maden waren lebend, erstaunlich, wie schnell die kleinen die niederkriegen.

Meine Schlüsse: Lebensmittelmottenmaden und Aufgetautes ist weniger attraktiv. Wobei's bei den Mottenmaden auch an der Größe liegen kann, nicht unbedingt an der Tierart. An den Heimchen haben sie sich evtl. überfressen, oder die sind zu abgehangen (mittlerweile hat die Box im Tiefkühlfach eine deutliche Reifschicht, keine Ahnung, ob sich das auf die Qualität auswirkt). Das Loch in der Insel dient wohl der Futterverarbeitung, um das ganze nicht bis zur Farm schleppen zu müssen. Als Außenstelle zum Nest, Puppenlager etc. dürfte es nicht verwendet werden, da
- strohtrocken
- heute nicht besetzt: Brut müsste ja eigentlich bewacht werden
- ich noch nie einen Transport von Brut auf die Insel beobachten konnte
- Puppenhüllen immer nur in der Glasarena zu finden sind

Ansonsten: Ich habe den Eindruck, dass etwas weniger Honig als bisher verbraucht wird, 1 Schälchen reicht auf den ganzen Tag. Derzeit schlüpfen wieder Jungtiere (es liegen frische Hüllen rum), direkt sichtbar ist dazu aber leider nix. Der Schlauch zur Farm ist immer noch leer, nur weniger Tiere lagern vor dem Eingang. Zudem sind die Ameisen nachts deutlich aktiver als tagsüber.

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