Manica rubida - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmicinae

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Beitragvon Reber » 30. Januar 2014, 21:45

Die dritte Pygmäe ist jetzt auch noch gestorben. Das Nest steht seit Mittag auf dem Fensterbrett bei ca. 10 °C. Die Königin und die letzte Mohikanerin wirken ganz normal und verharren bei der Brut. „Instinktmässig“ tendiere ich dazu , die „Kolonie“ notfallmässig auszuwintern.

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Beitragvon Reber » 31. Januar 2014, 18:21

Seit heute morgen sind die Ameisen im Warmen bei ca. 18°C (in der Nacht kommen sie dann wieder auf die Fensterbank). Das scheint ihnen zu gefallen, sie haben die Toten herausgebracht und direkt vor den Eingang der im Gipsnest integrierten „Miniarena“ gelegt. Dort konnte ich sie entfernen.

Bereits gestern hatte ich ein neues Reagenzglas mit Verdunkelung und frischem Wasser am Verbindungsschlauch angebracht. Aber weder Arbeiterin noch Königin machen Anstalten das Nest zu verlassen. Sie haben die Brut, um die sie sich liebevoll kümmern, ordentlich auf einen Haufen gelegt und den Eingang zur Arena mit Sandkörnern zugebaut.

Ich biete in der Arena Zuckerwasser und Drosophila an. Futter scheint sie aber (noch) nicht zu interessieren...
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Beitragvon Reber » 9. Februar 2014, 12:31

Nach 10 Tagen gibts bei mir nicht viel neues. Immerhin: Das Sterben hat aufgehört, Gyne und die letzte Pygmäe leben.

Tagsüber halte ich sie bei ca. 20 °C, in der Nacht müssen sie noch mit ca. 12 °C vorlieb nehmen. Bisher fressen sie (vermutlich) noch nichts, bzw. die Larven werden nicht gefüttert. Am Honig konnte ich sie nie beobachten und die Futtertiere, die ich im Abstand von drei Tagen frisch überbrüht anbiete, werden bisher nicht angerührt.
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Beitragvon Reber » 14. Februar 2014, 20:51

Sie fressen! Die ersten Fruchtfliegen wurden an die Larven verfüttert. Soweit bin ich ganz zuversichtlich und stelle jetzt auf "Normaltemperatur" um (Nacht 18°C / Tag 25°C).
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Beitragvon Reber » 19. Februar 2014, 03:43

Jetzt geht es schnell: Die Futterinsekten, die ich täglich anbiete, werden immer in der Nacht in Nest geholt und zwar von der Gyne höchstpersönlich. Daneben beteiligt sich die Dame auch an Aufräum- und Bauarbeiten – und ich glaube, sie hat bereits wieder die ersten Eier gelegt. Leider kann ich das nicht mit sicher erkennen, da die Scheibe an der entscheidenden Stelle durch Kalk und Sandkörner verunreinigt, bzw. mit Wassertropfen beschlagen ist (wie die schlechten Bilder verdeutlichen - sorry). Sicher erkennen kann ich aber, dass sich mindestens drei Larven verpuppt haben.
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SchlechteSicht.JPG
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Beitragvon Reber » 21. Februar 2014, 23:03

Da der Blick ins Nest aufgrund der verschmutzten Scheiben zu keinen neuen Erkenntnissen mehr führte, habe ich heute für klare Verhältnisse gesorgt.
Zuvor hatte ich mich schon eine Weile über mich selber geärgert, weil ich den optimalen Zeitpunkt zum Frührahrsputz ungenutzt verstreichen liess (wäre nach der Winterruhe, mit trägen Ameisen, viel einfacher gewesen).
Es half nichts: Ich musste natürlich unbedingt vermeiden, dass eine Ameise beim Wiederaufsetzen der Scheibe zerquetscht wird (bei zwei Tieren ein überschaubares Risiko). Weiter wollte ich darauf achten, dass ich trotzdem schnell genug bin, damit keine Ameise abhaut und dann wieder eingefangen werden muss, weil das den Stress nur noch zusätzlich vergrössert hätte.

Also hab ich die Scheibe ganz vorsichtig angehoben, was dann leider – mit einiger Verzögerung zwar – doch bemerkt wurde. Die Ameisen sind dann aber zum Glück sofort runter in die Kammer geklettert, um sich Brut zu schnappen – schwubs, lag die Scheibe umgedreht wieder drauf. Diese konnte ich dann in aller Ruhe abwischen.
Neben Sandkörnern und Insektenresten fiel der Aktion auch eine Truppe Springschwänze zum Opfer, was aber überhaupt nicht schadet, denn die haben sich in der Zwischenzeit prächtig vermehrt.
Im Nest hat die Aktion zuerst für eine riesen Aufregung gesorgt. Aber nach ca.10 Minuten war davon nichts mehr zu merken. Inzwischen ist die Arbeiterin schon wieder damit beschäftigt, die Spalte zwischen Scheibe und Gips mit Sand vollzustopfen. Und die Feuchtigkeit damit, die Scheibe zu beschlagen...

Ich habe aber trotzdem wieder bessere Sicht und kann bestätigen, dass die Gyne schon wieder mit der Eiablage begonnen hat. Die Puppen sind übriges im Vergleich zur Arbeiterin deutlich kleiner. Es sind wohl weitere Pygmäen zu erwarten.
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Pygmäenpuppe.JPG
GynemitEipaket.JPG
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Beitragvon Reber » 16. März 2014, 20:14

Eigentlich wollte ich diesen Bericht ja erst wieder aktualisiern, wenn sich die Diskussion um die Zukunft des Forums geklärt hat. Leider zwingt mich jetzt ein dramatisches Ereignis zu diesem Eintrag.

Nach einer erfreulichen Entwicklung - 7 neue Arbeiterinnen sind in den letzten Tagen geschlüpft - ein Schicksalsschlag: Die Gyne ist heute um 13.00 Uhr gestorben!

Ich musste ihr Ableben leider mitverfolgen. Das arme Tier kroch ganz schwach im Gang Richtung Ausgang. Arbeiterinnen zogen sie daraufhin immer von neuem zurück in die Brutkammer. Die Gyne fiel dort wiederholt auf den Rücken, bis sie leblos liegen blieb.

Mittlerweile haben sie die Arbeiterinnen schon aus dem Nest getragen, es besteht keine Hoffnung mehr.

Woran sie gestorben ist, kann ich nicht sagen. Ob es an einer gefangenen und verfütterten Stubenfliege liegt, wage ich zu bezweifeln. Aber sonst habe ich jedenfalls nichts geändert...

Der Haltungsbericht wäre hier eigentlich am Ende. Eigentlich, weil ich es nicht übers Herz bringe, die kleine Kolonie samt Puppen, Larven und Eiern zu überbrühen.

Ich werde sie vorerst weiterpflegen und versuchen, eine neue Gyne nach dem Schawarmflug zuzusetzen, in der Hoffnung, dass sie vom weislosen Völklein adoptiert wird.
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