Diskussionsthread - Manica rubida - Haltungsbericht von Reber

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Diskussionsthread - Manica rubida - Haltungsbericht von Reber

Beitragvon Reber » 29. Oktober 2013, 16:00

Ich wurde von Matze darauf hingewiesen, dass so ein Thread zu meinem Bericht für Lob, Tadel, Diskussion usw. noch nützlich wäre, merci!

Voilà!

Hier geht es zum Haltungsbericht.
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Beitragvon Krabbeltierfan » 30. Oktober 2013, 02:06

Hallo Reber,

schön, dass du einen Haltungsbericht machst!
Viel Erfolg mit deiner Kolonie!

Ich habe mir zudem erlaubt, deinen Haltungsbericht und deinen Diskussionsthread gegenseitig zu verlinken.

Grüße
Krabbel
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Beitragvon Reber » 30. Oktober 2013, 11:25

Hallo Krabbel,

hier wird man echt gut umsorgt. Besten Dank für deine Wünsche und das Einfügen der Links!
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Beitragvon Boro » 8. November 2013, 09:33

Ich würde die Temperatur weiter herunterfahren und zwar zügig. In der Natur ist die Art bereits in Winterruhe. Dass die eine od. andere Larve reif zur Verpuppung ist, sollte an der Vorgangsweise nichts ändern.
M. rubida ist nicht nur eine "Flachlandart", sondern kommt auch im Gebirge bis auf fast 2000 m Höhe (!) vor u. ist auf Kälte gut vorbereitet und auf die Winterruhe angewiesen.
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Beitragvon Matze » 8. November 2013, 09:44

Hallo Reber,
das sich jetzt noch eine Larve verpuppt hat ist theoretisch super. Allerdings zu einem falschen Zeitpunkt ;).
Da die Kolonie noch sehr klein ist würde ich der Puppe die Zeit zum schlüpfen geben und sobald diese geschlüpft ist geht es in die Winterruhe. Die Temperatur würde ich so beibehalten allerdings bis zur richtigen Winterruhe immer durchgehend Insekten und Honig bzw. Zuckerwasser anbieten.
Da ich keine Erfahrungen mit dieser Art habe kann ich nicht garantieren, dass meine Variante die beste ist. Vielleicht meldet sich hier ja noch jemand, der schon Erfahrung mit dieser Art hat.

Interessant wäre zu erfahren, welche genaue Kategorie von Winterruhe zu Manica rubida passt? Sie scheinen ja eher exogen-heterodynamisch zu sein oder irre ich mich?
Meine Haltungsberichte: Messor barbarusund Messor minor hesperius
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Beitragvon Reber » 8. November 2013, 15:28

Hallo Boro und Matze,

danke dass ihr euch Zeit genommen habt! Dass ihr mir widersprüchliche Ratschläge gebt, erleichtert mir die Entscheidung allerdings nicht gerade.;)

Mir ist klar, dass Manica rubida mit Kälte gut klar kommt und in der Natur zwingend eine Winterruhe braucht. Auch bin ich grundsätzlich dafür, die Winterruhe bei heimischen Arten einzuhalten. Nur reut es mich jetzt die Puppe und allenfalls reife Larven dem Winter zu opfern – die kleine Kolonie kann jede Ameise brauchen.

Andererseits wird sich eine verkürzte Winterruhe wohl auch nicht grade positiv auf die Tierchen auswirken. Wenn ich die Temperatur so belasse und weiter füttere, besteht die Gefahr, dass sich nicht nur die Puppe, sondern auch die Larven weiter entwickeln, sich also weitere verpuppen und ich mit der Winterruhe am St. Nimmerleinstag beginnen kann.

Laut Ameisenwiki gehört Manica rubida zu den „endogen-heterodynamisch“ Arten.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob meine Ameisen das wissen. :)


Bis zu den Temperatursenkungen von 25/20 °C aud 18/15 °C haben sie trotz der Jahreszeit furagiert als wäre Hochsommer.
Als ich die Temperatur gesenkt und die Nahrungszufuhr gedrosselt habe, gab es zuerst Anzeichen zur Winerruhe: Sie haben den Nesteingang verbaut, sich ruhiger verhalten und vermutlich Brut verfüttert (es hat nur noch ganz wenig). Allerdings hat sich dann auch eine Larve verpuppt und die Gyne ging höchstpersönlich zur Futtersuche in die Arena. Mittlerweile verhält sich die ganze Truppe (zumindest tagsüber) wie vor der Winterruhe...
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Beitragvon Gast » 8. November 2013, 17:35

[font=Times New Roman]18/15 °C ist auf jeden Fall noch zu hoch gewesen; das sind Frühlings- oder Herbsttemperaturen, oder Werte, die auch im Hochsommer öfter für ein paar Tage oder auch 1-2 Wochen herrschen können: Woher sollen die Ameisen also „wissen“, dass sie in Winterruhe gehen sollen?[/font]

[font=Times New Roman]Ich will mal versuchen, zu erklären, wie ein Temperaturverlauf die „gewünschte“ Auswirkung haben kann.[/font]
[font=Times New Roman]ACHTUNG: Das Folgende ist rein hypothetisch, d. h. noch nie genau experimentell untersucht worden! Es basiert nur darauf, dass Ameisen bei natürlichen Temperaturgängen eben tatsächlich rechtzeitig (für das jeweilige Klima) in Winterruhe gehen, bzw. im Frühjahr wieder ihre Aktivitäte aufnehmen.[/font]

[font=Times New Roman]Stoffwechselvorgänge, biochemische Vorgänge in den Körpergeweben, sind in starkem Maße abhängig von der jeweils herrschenden Temperatur. Bei niedriger Temperatur tut sich wenig bis nichts. Damit ein „Signal“, zum Beispiel „niedrige Temperatur“, eine entsprechende Reaktion im Körper auslösen kann, muss wieder eine so hohe Temperatur erreicht werden, dass der Organismus z.B. Frostschutz-Substanzen synthetisieren oder bestimmte Hormone ausschütten kann, oder dass Larven ihre Hämolymphe „eindicken“, entwässern können.[/font]
[font=Times New Roman]Das „Signal“ (niedrige Nachttemperatur) muss in mehrfachem Wechsel mit der für die „Reaktion“ notwendigen höheren Temperatur auftreten, damit der Organismus sich „dauerhaft“, eben für die ortsübliche Zeit der Winterruhe, darauf einstellen kann. (Im Frühjahr läuft es umgekehrt, bis zur Beendigung der Winterruhe).[/font]

[font=Times New Roman]Es bringt also überhaupt nichts, wenn man die Ameisen aus Zimmertemperatur in 15-18°C stellt, und dann eine Woche später in 5-10°C, und sie dann über Monate darin belässt: Das „Signal“, z. B. die 5°C, kann nicht „beantwortet“ werden, da der Organismus bei nur 5-10°C nicht in der Lage ist, die nötigen physiologischen Änderungen vorzunehmen.[/font]

[font=Times New Roman]So weit meine Hypothese dazu, also die Überlegung, weshalb das so gerne empfohlene Herabsetzen der Temperatur über nur 2-3 Stufen (womöglich für jeweils nur 2-3 Tage) kein echtes Einwintern bewirken kann. [/font]

[font=Times New Roman]Im Laufe meiner langjährigen Haltung und Zucht einheimischer Ameisen, sowie solcher aus ähnlichen Klimaverhältnissen (Nordafrika – Atlasgebirge, Nordamerika, Australische Alpen) hat es sich eben bewährt, die Tiere grundsätzlich in täglichen Temperaturrhythmen zu halten, wobei sich Unterschiede von mindestens 10°C zwischen Tag und Nacht als wirksam erwiesen haben. (Im Sommer sind die Tage länger: Man gibt die höhere Temperatur z. B. über 14 Stunden, die niedrigere für 10 Stunden; im Herbst und Frühjahr können höhere und niedrigere Temperatur für je 12 Stunden eingehalten werden).[/font]
[font=Times New Roman]Dabei wurden die einzelnen „Stufen“ über mindestens je zwei Wochen geboten. Im Sommer wurden die höheren Rhythmen (15/25°C, für manche Arten auch 20/30°C) geboten, so lange die Tiere intensiv Brut aufgezogen haben und bis z. B. die jungen Geschlechtstiere Schwarmverhalten gezeigt haben. Dann folgten 2-3 Wochen bei 10/20°C, gefolgt von der eigentlichen Überwinterung bei 0/10°C über 4-5 Monate. – Manche Arten konnten auch nach einigen Wochen 0/10°C dauerhaft für Monate bei ca. -1/+1°C „gelagert“ werden. Es würde zu weit führen, das jetzt für Dutzende von Arten zu detaillieren. [/font]
[font=Times New Roman]Für die Hobby-Haltung genügt es, sich an den natürlichen Temperaturverläufen zu orientieren. – Was ich schon seit Jahren predige. ;)[/font]

[font=Times New Roman]Warnung: Durchschnitts- oder Mitteltemperaturen geben kaum Anhaltspunkte für das, was die Ameisen wirklich erfahren![/font]
[font=Times New Roman]Das gilt sowohl für Tagestemperaturen (Mitteltemperatur 15°C ganztägig wirkt ganz anders als etwa 10°nachts und 20° tags), als auch noch mehr für Monatsmittel, wie sie in den üblichen Klimadiagrammen angegeben werden. Unter einem Stein, dicht unter unbewachsener Bodenoberfläche, oder in Totholz können bei Sonneneinstrahlung > 35°C ereicht werden, während die Lufttemperatur bspw. nur 15°C beträgt.[/font]

[font=Times New Roman]MfG,[/font]
[font=Times New Roman]Merkur[/font]
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Beitragvon Reber » 8. November 2013, 18:32

Danke Merkur!

Wenn ich dich richtig verstanden habe, sind in meinem Fall jetzt vor allem tiefere Nachttemperaturen und eine längere Eingewöhnungszeit nötig, damit die Tiere die Signale richtig deuten können und auf Herbst umstellen. Weil ich sie vorher bei „sommerlichen“ Temperaturen gehalten habe, die Temperaturunterschiede (Tag/Nacht) zu gering sind und die Eingewöhnungsphase bisher zu kurz, haben sie nicht wie von mir (fälschlicherweise) erwartet reagiert (für sie könnte es sich um eine Schlechtwetterperiode handeln).

Mal schauen wie ich das hinkriege...

Und ich hab das bisher noch nie bemerkt, weil meine anderen Ameisen auf die „innere Uhr“ gehört haben und/oder sowieso draussen untergebracht sind. :facepalm:
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