Plagiate/negative Kaufempfehlungen zu Ameisenliteratur - Göt

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Plagiate/negative Kaufempfehlungen zu Ameisenliteratur - Göt

Beitragvon Gast » 11. April, 2013, 11:30

Götz von Berkstein 2010: Ameisenarten in unserer Heimat.

http://www.antstore.net/shop/Literatur---Filme/Fachliteratur/Buch--Ameisenarten-in-unserer-Heimat.html
44 Seiten, € 38,90

Dazu in Wikipedia: Plagiatsverdacht:
Nur zu Eurer Info: Teile diverser Ameisen-Artikel wurden von dem Autor Götz von Berkstein 1:1 (Teilweise sogar mit den Bildern) in dem Buch Ameisenarten in unserer Heimat: Ein Nachschlagewerk zur Ameisenvielfalt in unseren Regionen veröffentlicht. Das scheint bei dem Autor System zu haben und betrifft noch diverse weitere Veröffentlichungen. Weiteres dazu bei Wikipedia:Weiternutzung/Mängel/Print#Ameisenarten_in_unserer_Heimat:_Ein_Nachschlagewerk_zur_Ameisenvielfalt_in_unseren_Regionen--Unimog404 (Diskussion) 17:21, 15. Dez. 2012 (CET)


Ganze 44 Seiten aus der Wikipedia für fast 40 EURO.
Hier ist ein weiterer Kommentar wohl überflüssig! :mad:

MfG,
Merur
Gast
 


AW: Götz von Berkstein 2010: Ameisenarten in unserer Heimat.

Beitragvon Gast » 11. April, 2013, 18:06

Zusatzinformation:
Direkt über dem Eintrag zu den "Ameisenarten unserer Heimat" in der Wikipedia finden sich weitere Besprechungen zu Büchern desselben Autors:

Götz von Berkstein: Europäische Süßwasserfische. Enzyklopädie der Europäischen Süßwasserfische. Books On Demand Verlag, Norderstedt 2011, ISBN 978-3839185698.

Bei Amazon ist Blick ins Buch möglich.
1:1 eine Kopie der Wikipedia Artikel, noch nicht mal den Satzbau oder die Gliederung verändert.

Götz von Berkstein: Buch der Flugzeugbauer. Die Luftfahrtindustrie und deren Produkte. Books On Demand Verlag, Norderstedt 2011, ISBN 978-3842384033.
Bei Amazon ist Blick ins Buch möglich.
z.B. S. 126 bei Google Books ist eine 1:1 Kopie von Antonow An-32. Auch sind diverse Bilder z.B. von Airbus A300 übernommen.--Unimog404 (Diskussion) 13:20, 14. Dez. 2012 (CET)

Merkur: Ich habe mal bei Google nach der Person "Götz von Berkstein" gesucht, da mir ein Ameisenfachmann dieses Namens nicht bekannt ist.
Entweder ist der ein Tausendsassa, der in kurzer Zeit zahlreiche Bücher über ganz unterschiedliche Themen verfasst, oder er ist eine fiktive "Person", unter deren Namen ein Verlag auf fragwürdige Weise "Bücher" produziert.:mad:
Ihr solltet das selbst mal überprüfen um Euch ein Bild zu machen.
Anscheinend ist es eine neue Masche, auf die man besser nicht hereinfällt!

Wer mehr dazu weiß, sollte sich hier bitte zu Wort melden!

MfG,
Merkur
Gast
 


AW: Götz von Berkstein 2010: Ameisenarten in unserer Heimat.

Beitragvon NIPIAN » 11. April, 2013, 18:56

Hoi,


das Prinzip ist einfach: über Book on Demand (BoD) hat man die Möglichkeit, eigene Bücher zu schreiben und einzureichen. Das geschieht weitestgehend ungeprüft, siehe hier: http://www.bod.de/buch-veroeffentlichen.html.

Auf diese Art und Weise kann man Geld verdienen, indem man im Internet frei verfügbares Material verwertet, ohne großartig Zeit zu investieren.

Nett gemacht, von der Type, die hinter dem Pseudonym steckt. Zwar nicht besonders intelligent, aber man kann sich dennoch Geld verschaffen.
Weshalb ist das vom Verkäufer nicht quer gelesen und bemerkt worden?

Danke Merkur!
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AW: Götz von Berkstein 2010: Ameisenarten in unserer Heimat.

Beitragvon DermitderMeise » 11. April, 2013, 21:04

Hallo,
NIPIAN hat geschrieben:Weshalb ist das vom Verkäufer nicht quer gelesen und bemerkt worden?

naja, vermutlich weil es nicht die Aufgabe des Verkäufers ist zu überprüfen ob jemand plagiiert hat, sondern eher die des Verlegers und in erster Linie des Autors selbst, natürlich. Der Verkäufer möchte verkaufen; siehe die Bücher dieses sehr produktiven Menschen auf Amazon... Trotzdem schießt man sich selbstverständlich ins Bein, wenn man auf der einen Seite Artikel von Qualität anbieten möchte und auf der anderen dann Wikipedia-Auszüge verkauft. Die sind oft nicht schlecht, aber in vielen Fällen eben weit weg von "korrekt" wie wir ja wissen. Dagegen sind Neuauflagen von Uralt-Publikationen direkt tadellos. ;)

Abseits der Armseligkeit ein "Buch" ohne weiteren Kommentar zum Verkauf anzubieten, das der Ausdruck eines stetig wachsenden Online-Projektes ist und daher bei Drucklegung schon veraltet, könnte man dem Pseudo-Autoren und evtl. auch dem Verlag (? - zur Info: ich bin kein Rechtsanwalt) rechtlich ganz hervorragend an den Karren fahren, solange der Bildnachweis/Lizenznachweis nicht den jeweiligen Lizenzbestimmungen entsprechend ausfällt, dann wird für jedes widerrechtlich verwendete Bild eine marktübliche Gebühr + ein Mehrfaches an Strafe fällig; beim Text ist es leider/zum Glück (? - Ansichtssache...) nicht so einfach. Das darf man ruhig als Hinweis sehen, also wer darin ein Bild von sich findet... Dafür existiert unser schönes UrhG schließlich.
Kaufen werde ich es mir jedenfalls nicht um das herauszufinden, aber über ein Rezensionsexemplar würde ich mich natürlich sehr freuen. :)

Inwiefern Verkäufer davon rechtlich betroffen wären weiß ich nicht, werde Martin Sebesta aber gleich über diese Diskussion informieren.
Der Antstore sollte eindeutig mehr darauf achten in was für Gesellschaft er sich begibt, denn viele Fotografen haben - m. E. oft zu Recht - so gar keine Skrupel alles zu verklagen was nicht bei drei auf den Bäumen ist.
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AW: Götz von Berkstein 2010: Ameisenarten in unserer Heimat.

Beitragvon Gast » 11. April, 2013, 21:11

Danke, NIPIAN!

So weit war ich mit meinen Recherchen noch gar nicht gekommen.
Der BoD-Seite entnehme ich, dass man da auch auf ehrliche Weise ein Buch produzieren kann, ganz ohne plagiierten Inhalt.
Hat gegenüber einem „normalen“ Verlag den Vorteil, dass man keine Beschränkungen hinsichtlich Seitenzahl hinnehmen muss, und dass man wirklich das schreiben kann, was man selbst möchte, ohne Veränderungswünsche von Herausgeber oder Lektorat berücksichtigen zu müssen. Vielleicht schlage ich selbst da mal zu; habe schon länger ein Manuskript liegen :).

Zu Deiner Frage betr. v. Berkstein: Ameisenarten in unserer Heimat: „Weshalb ist das vom Verkäufer nicht quer gelesen und bemerkt worden?“ kann ich nur auf einen Thread verweisen, in dem der Verkäufer in einem ähnlichen Fall Aufklärung leistet:
http://www.antstore.net/viewtopic.php?f=6&t=18485

Derselbe Verkäufer bietet auch an: Buch: Ameisen - v. Prof. Dr. Otto Scheerpeltz
Zu diesem „Buch“ gab es 2005 eine Diskussion, sogar mit dem Verleger selbst:
http://www.ameisenschutzwarte.de/forum/viewtopic.php?f=27&t=106&p=519&hilit=Scheerpeltz#p519 (ab Beitrag 4 vom 1. Okt. 2005).

Das ist das, woran ich mich im Moment erinnere.

Das "Geschäftsmodell" des Herrn v. Berckstein ist jedenfalls eine für mich neue Art, die geistige Leistung Dritter auf parasitäre Weise zu nutzen. Ob das in die Kategorie "Sozialparasitismus" passt? - Und es ist ein starkes Argument dagegen, geistige Leistung zum Nulltarif in Wikis zu stecken. Das mal nur nebenbei.

MfG,
Merkur
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AW: Götz von Berkstein 2010: Ameisenarten in unserer Heimat.

Beitragvon DermitderMeise » 11. April, 2013, 21:53

Hallo Merkur,
hast du meinen zwischengeschobenen Beitrag zur Kenntnis genommen? Wir haben uns überschnitten.

Merkur hat geschrieben:Und es ist ein starkes Argument dagegen, geistige Leistung zum Nulltarif in Wikis zu stecken. Das mal nur nebenbei.

Ist es? Die Autoren die in der Wikipedia schreiben, machen das im vollen Bewusstsein dass ihr Text kommerziell verwendet werden kann und darf, die Lizenz der Wikipedia erlaubt das. Voraussetzung für die legale Verwendung ist eben eine entsprechende Anerkennung und Einhaltung der Lizenzbestimmungen der Wikipedia und der entsprechenden Bilder (die in der Lizensierung abweichen können); wenn man da nicht aufpasst wird es immer noch teuer - und plagiiert wird so oder so, sogar :D in Dissertationen - wie wir inzwischen alle wissen.
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AW: Götz von Berkstein 2010: Ameisenarten in unserer Heimat.

Beitragvon Martin H. » 11. April, 2013, 23:02

Merkur hat geschrieben:
...Und es ist ein starkes Argument dagegen, geistige Leistung zum Nulltarif in Wikis zu stecken. Das mal nur nebenbei.
"Wissen ist die einzige Ressource, die sich vermehrt, wenn man sie teilt!"
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AW: Götz von Berkstein 2010: Ameisenarten in unserer Heimat.

Beitragvon NIPIAN » 11. April, 2013, 23:51

Hoi,


"Wissen ist die einzige Ressource, die sich vermehrt, wenn man sie teilt!"
Na, dann sollte man es aber tunlichst vermeiden, Unternehmen direkt an der Finanzierung und dem Mitspracherecht von Universitäten zu beteiligen.

Ansonsten denke ich, dass hier ordentliche Arbeit geliefert worden ist, was die Aufklärung bezüglich des ominösen Büchleins anbelangt!
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