Drucker kaputt? Oder doch nicht?

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Drucker kaputt? Oder doch nicht?

Beitragvon swagman » 20. Februar 2011, 18:16

Vor kurzem kam auf Arte eine Doku über geplante Obsoleszenz, also die künstliche Veralterung von Produkten.
Klar hab ich davon schon mal gehört, aber dass es so schlimm ist wusste ich bis dahin auch nicht.

Da ging z.B. ein handelsüblicher Drucker nicht mehr und von einer Reparatur wurde abgeraten, stattdessen sollte ein neues Gerät gekauft werden. Später stellte sich heraus das bewusst ein Chip eingebaut ist, welcher die Anzahl der Drucke speichert und ab einer bestimmten Anzahl den Drucker sozusagen abschaltet. Dem Kunden wird geraten einen neuen zu kaufen, da die Reparatur zu teuer wäre.
Nach langer Suche konnte dann doch jemand gefunden werden der, zum bekämpfen solcher Machenschaften, eine kostenlose Software anbietet mit deren Hilfe der Zähler im Chip wieder auf Null gestellt wird.
Wurde gemacht und siehe da, der Drucker läuft wieder.

Oder die Glühlampe. In Amerika gibt es eine Lampe die schon seit 108 Jahren leuchtet!!! (Die-ewige-birne) Doch es wurde ein Kartell gegründet das die Lebensdauer von Lampen auf möglichst 1000 – 2500 Stunden beschränken soll. Dabei gibt es genügend Patente um langlebigere Lampen herzustellen. Aber damit lässt sich ja kein Geld mehr verdienen. Das schlimme ist nur, man weiß es schon seit Jahrzehnten dass die Wirtschaft so arbeitet.

Also lieber Ressourcen vernichten und unsere Umwelt mit Müll und Giften zerstören, aber Hauptsache es findet weiterhin Wirtschaftswachstum statt.
Das unser Plantet aber nur eine begrenzte Möglichkeit an Wachstum und Rohstoffen hergibt, wird völlig ignoriert denn noch lässt sich ja Geld machen.

Am schlimmsten fand ich persönlich ja besonders, wie leicht man sich doch manipulieren lässt. Man merkt nicht mal wie man verschaukelt wird. Da wird die Lebensdauer eines Akkus mit voller Absicht beschränkt, und man soll dann ein neues Gerät kaufen da der Akku nicht ausgewechselt werden kann.
Klamotten gehen schneller kaputt, da der Stoff absichtlich so behandelt ist dass nur eine begrenzte Haltbarkeit gewährleistet ist.
Da wird Werbung gemacht, wie toll die Leistung einer Glühlampe ist, dabei könnte sie auch Jahrzehnte lang brennen.
Auch das Auto muss immer das neuste sein, dabei ist es doch nur ein Transportgerät und mit einer veralteten Technik noch dazu.
Der Drucker ist angeblich Kaputt, dabei ist nur die Anzahl der Drucke vorherbestimmt, damit man auch ja einen neuen Kauft.
Oder man braucht das neueste Handy, obwohl das Alte nicht mal kaputt ist und noch super funktioniert.
Für den Fernseher muss es aber auch der neueste Flachbildschirm sein.
Dabei konnte alles auch ewig lange haltbar sein. Aber man soll ja immer das neuste und tollste haben. Selbst das Konsumverhalten wurde uns von der Wirtschaft nach und nach so beigebracht. :mad:
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AW: Drucker kaputt? Oder doch nicht?

Beitragvon Ossein » 20. Februar 2011, 18:35

Also, swagman, dem Gesetz der Entropie nach, muß alles vergehen und wird es auch unweigerlich.

Und trotzdem hast Du natürlich vollkommen recht!

Meine Großmutter hatte eine Waschmaschine, die 30 Jahre lief - unvorstellbar für die Waschmaschinen in der Preiskategorie, die ich mir leisten kann.
Und da berühren wir halt auch den Umstand, dass vieles einfach auch viel billiger geworden ist - es können sich deutlich mehr in Deutschland mehr leisten, als beispielsweise in den Fünfzigern oder Sechzigern.
Und wieviele Arbeitsplätze damit verbunden sind, dass wir gedankenarm und verantwortungslos einkaufen, als wären die Ressourcen unendlich!

Oder auch in den Achtzigern, in denen nur einzelne Jugendliche sich den echten Walkman leisten konnten und dieser dann oft auch erstaunlich lange hielt. Im Gegensatz dazu hat man die mp3-Player nicht deswegen neu gekauft, weil sie kaputt waren, sondern, weil der Speicherplatz größer und das Display/der Schnickschnack der neuen Geräte besser waren...
Das I-Phone könnte 100 Jahre funktionsfähig bleiben, die meisten würden ihn gerne nach ein/zwei Jahren wieder durch ein neues, besseres, fähigeres I-Phone ersetzen.*

Es ist aber, bei allem Frust über das Konsumverhalten unserer Gesellschaft, immer die Entscheidung des Einzelnen etwas dagegen zu tun und andere davon zu überzeugen, dass wir alle mit Selbstbescheidung und Besinnung auf das Wichtige besser fahren.

Und sonst vor die Wand.

LG, Ossein.

*ein Grund mehr Apple höchst kritisch zu hinterfragen...
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AW: Drucker kaputt? Oder doch nicht?

Beitragvon Moya » 20. Februar 2011, 23:55

Wobei Apple noch eines der grünsten Unternehmen ist, da es ökologische Standards weit übertrifft, die gesetzt sind. Nichtsdestotrotz macht es natürlich auch hier die Masse an Produkten, die natürlich schlecht für unsere Umwelt ist. Da passt das Auswechseln von Telefonen, die noch super funktionstüchtig sind und nicht ersetzt werden brauchen natürlich super ins Konzept.

Und da sind wir auch schon wieder beim Thema. Das Geld muss verschwinden, dann wird es unserem Planeten auch bald besser gehen. Das monetäre System ist einfach grundlegend zum Scheitern verurteilt, so wie es nunmal funktioniert.

Produkte, die langlebig sind und Automation gibt es heute schon zuhauf. Benzinfreie Antriebe gibt es schon seit Jahrzehnten in universitären Patenten entwickelt. Umgesetzt werden sie natürlich nicht, denn sonst macht man sich die Kooperation aus Automobilwirtschaft und Mineralölkonzernen platt, die Arbeitsstellen halten muss.

Kurzum: Siehe meinen Avatar!
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AW: Drucker kaputt? Oder doch nicht?

Beitragvon paxi » 21. Februar 2011, 10:03

Moya hat geschrieben:Und da sind wir auch schon wieder beim Thema. Das Geld muss verschwinden, dann wird es unserem Planeten auch bald besser gehen. Das monetäre System ist einfach grundlegend zum Scheitern verurteilt, so wie es nunmal funktioniert.

Hi Moya!

Was unser ungedecktes (bzw. schuldengedecktes) Fiat-Geld betrifft, stimme ich dir zu. Knackpunkt ist der Zins(eszins), daher kommt der ständige Zwang zum Wirtschaftswachstum mit solchen Auswüchsen wie selbst-terminierenden Drucken. (Puh, Kurve zum Thema grad noch gekriegt;)) Sehr anschaulich erklärt z.B. hier:


Die wirklich tollen und durchdachten Ideen vom VenusProject erinnern mich ein wenig an das StarTreck-Universum.;) Leider halte ich die Umsetzung für ähnlich utopisch wie den Warp-Antrieb.
Im bevorstehenden Kollaps wirds erstmal ums nackte Überleben gehen(*) und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass unsere Sklavenhalter sich so einfach die Zügel aus der Hand nehmen lassen oder der notwendige Bewusstseinswandel auf breiter Basis stattfindet. Leider...

LG, paxi

(*) Schon darauf vorbereitet?;)
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AW: Drucker kaputt? Oder doch nicht?

Beitragvon bettwurst » 23. Februar 2011, 00:56

Wobei Apple noch eines der grünsten Unternehmen ist, da es ökologische Standards weit übertrifft, die gesetzt sind.


Also das möchte ich aber mal in aller Deutlichkeit in Frage stellen. wer hat dir denn so einen Blödsinn erzählt?
Es gibt etliche Berichte in denen sich Apple vor einem Umweltranking drückt. Bestimmt nicht weil deren Produkte
umweltfreundlich sind. Deren Geräte sind Wegwerfgeräte (Bsp. iPod) und von Foxconn mal ganz zu schweigen...

@paxi: Das ist auch ein schönes Beispiel bzgl. des Zinses (Quelle: Das Geldsyndrom - Helmut Creutz)
Fall 3 und 4 zusammen dürfte hierbei die Realität ganz gut widerspiegeln.

Welche Folgen können Ersparnisbildungen haben?
Auch den Folgen von Ersparnisbildungen soll auf einem begrenzten Raum bei überschaubaren Größen nachgegangen werden.
Stellen wir uns dazu eine Insel mit zehn Bewohnern vor, von denen jeder jeden Monat für 2000 Mark Leistungen in den Markt
einbringt und auch für 2000 Mark nachfragt. Nimmt man weiter an, daß das Geld zweimal im Monat umgeschlagen wird, dann sind
für die Abwicklung aller Geschäfte auf der Insel insgesamt 10000 Mark erforderlich. Werden diese regelmäßig ausgegeben,
ist der Kreislauf auf der Insel stabil, ebenso die Konjunktur. Jeder kann im gleichen Umfang Leistungen absetzen, wie er selbst nach-
fragt. Bei gesättigtem Bedarf ist ein Wirtschaftswachstum nicht erforderlich.
Spielen wir jetzt einmal den Fall durch, daß einer der Inselbewohner, der wie alle anderen 2000 Mark im Monat für Leistungen
einnimmt, selbst nur für 1800 Mark nachfragt, also 200 Mark jeden Monat übrigbehält. Welche Folgen können aus dieser Ersparnis-
bildung entstehen?

Fall 1- Der Sparer verschenkt die übrigen 200 Mark regelmäßig: Gibt der Beschenkte die 200 Mark ebenso regelmäßig aus, wird
der Inselmarkt weiterhin in vollem Umfang geräumt. Der Beschenkte fragt gewissermaßen stellvertretend jene Leistungen
nach, die der Sparer über seinen eigenen Bedarf eingebracht hat. Langfristig nimmt der Wohlstand des regelmäßig Beschenkten ge-
genüber allen anderen zu, der des Schenkenden fällt zurück.

Fall 2 - Der Sparer verleiht die übrigen 200 Mark regelmäßig : Die Situation für den Inselmarkt wie auch die Wohlstandsver-
schiebung ist die gleiche wie im Fall 1. Aufgrund der offenen Rückzahlungsforderung entsteht jedoch für den Verleiher ein von
Monat zu Monat wachsendes Guthaben und für den Leiher eine entsprechend anwachsende Schuld. Nach einem Jahr sind diese
Größen bereits auf 2400 Mark angestiegen, nach zehn Jahren auf 24000 Mark. Das heißt, nach zehn Jahren sind die Geldguthaben
und die Geldschuld 2,4ma1 so groß wie die ganze auf der Insel umlaufende Geldmenge, die ja 10000 Mark beträgt.

Fall 3 - Der Sparer verleiht sein übriges Geld gegen Zinsen : Für den Inselmarkt, den Geldumlauf und die Konjunktur ändert
sich vorerst (!) auch hier nichts. Jedoch muß der Leiher nicht nur die spätere Rückgabe des Geliehenen versprechen, sondern dar-
über hinaus jeden Monat an den Geldgeber eine „Leihgebühr“ bezahlen. Diese kann er nur aus seinem Monatseinkommen ab-
zweigen. Bei einer Verzinsung von zehn Prozent beträgt dieser Leihzins nach einem Jahr 20 Mark im Monat, nach zehn Jahren
200 Mark. Diesen ständig steigenden Zinslasten stehen beim Verleiher ständig steigende Zinseinnahmen gegenüber. Lebt er weiter
so sparsam wie bisher, kann er, zu den monatlich bereits erübrigten 200 Mark, zusätzlich einen immer größer werdenden Betrag
aus den Zinseinnahmen verleihen.

Fall 4 - Der Sparer sammelt seine Überschüsse zu Hause an : Damit werden dem Geldkreislauf auf der Insel jeden Monat
200 Mark entzogen. Nach zehn Monaten hat der Sparer bereits 2000 Mark bei sich angesammelt, ein Fünftel der gesamten umlau-
fenden Geldmenge. Nach 50 Monaten, also gut vier Jahren, befindet sich rechnerisch alles Geld auf der Insel in der Hand des Spa-
rers. Natürlich kommt es nicht so weit, da der von Monat zu Monat zunehmende Geldmangel bereits lange vorher die Inselwirtschaft
zusammenbrechen läßt.

Die Folgen davon könnt ihr HIER nachlesen.
Ich fand das Buch übrigens sehr interessant.
.
Die Natur gibt es leider im voraus. Bezahlt wird später!
.
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AW: Drucker kaputt? Oder doch nicht?

Beitragvon Icon » 1. März 2011, 00:53

Die angesprochene Dokumentation ist nun in voller Länge auf YouTube zu finden, siehe hier: http://www.youtube.com/watch?v=Ji8mUF1EIvk

Besonders eindrucksvoll finde ich, dass die Glühbirne bereits 2 Videokameras "überlebt" hat.

Gruss
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