Manica rubida - Haltungserfahrungen

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Frank Mattheis
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#1 Manica rubida - Haltungserfahrungen

Beitrag von Frank Mattheis » 1. Februar 2006, 18:17

Seit vorgestern ist f√ľr meine Manica-K√∂nigin (Dank an Micha an dieser Stelle :rolleyes:) der Winter vorbei. Sie war den Winter √ľber auf dem Balkon, hier √ľberstand sie Temperaturen bis minus 10 Grad. Vorgestern gegen 12 Uhr holte ich sie aus ihr Versteck, sie war in einem Glas untergebracht, dass seinerseits als Absicherung gegen allzu abrupte Temperaturschwankungen in einen grossen Erdk√ľbel eingegraben war. Innerhal von 6 Stunden erw√§rmte ich sie langsam von etw 0 Grad auf Zimmertemperatur, um 18 Uhr liess ich sie in ein Beobachtungsnest in einem kleinen Terrarium einziehen. Jetzt war sie bereits ausreichend beweglich und agil.
Vorher musste ich ihre Gr√ľndungskammer im Glas vorsichtig freilegen und dabei darauf achten, dass nichts von ihrer Brut versch√ľttet und verloren geht.
Sie hat nun vier grosse Larven und, was mich besonders erstaunte, etwa zehn Eier. Diese Eier muss sie während der Winterpause gelegt haben, Anfang November, als ich sie einwinterte, hatte sie nur ihre Larven.
Bereits am ersten Abend suchte sie mit ihrer Brut den w√§rmsten Punkt im Nest auf, die obere Kammer, das Nest wird von schr√§g oben mit einer Rotlichtlampe angestrahlt. Hier m√∂gen Temperaturen um die 25 Grad herrschen. In den n√§chsten Tagen werde ich diese Temperaturen langsam auf 30 Grad weiter erh√∂hen. Dabei wird sie nat√ľrlich immer die Gelegenheit haben, sich bei Bedarf in tiefere und k√ľhlere Bereiche des Nestes zur√ľckziehen zu k√∂nnen.
Am zweiten Tag verliess sie hungrig das Nest, naschte an Zucker und trug eine winzige Babygrille ein.
Es scheint ihr sehr gut zu gehen, was mir zu einiger Hoffnung Anlass gibt. Die Art war in der Haltung immer besonders schwierig und heikel. Zwar erweisen sich die K√∂niginnen immer als langlebig und durchhaltend, jedoch sind die Arbeiter oft fr√ľh verstorben.
Mit den neuesten Hinweisen von Boro, Micha u.a. wird es nun besser gehen. F√ľr diese Art scheinen einige Umst√§nde besonders wichtig zu sein. Z.B. hohe Temperaturen w√§hrend des Brutzyklus in Bereichen des Nestes, strikte Einhaltung einer ausreichenden Winterpause, bei der offensichtlich wirklich tiefe Temperaturen √ľber gewisse Zeitr√§ume n√ľtzlich sind.
Ich werde demnächst einige Bilder einstellen.
Gr√ľsse, Frank.

domenic
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#2 RE: Manica rubida. Koloniegr√ľndung.

Beitrag von domenic » 2. Februar 2006, 20:27

Hallo Frank, ich möchte meinen Bericht zu Manica rubida deinem anschliessen:


Wie es scheint, sind √ľber Manica rubida noch nicht so viele Erfahrungen niedergeschrieben, wie bei anderen Arten und manche Halter berichten von Problemen betreffend der Haltung, dass die Kolonien jeweils nie sehr alt wurden.
Habitate:
Ich selbst interessierte mich schon seit jeher mehr f√ľr Knotenameisen und hielt als erste Kolonien Myrmica-Arten. Irgendwann stie√ü ich dann auf Manica und traute meinen Augen nicht, eine derart grosse, rote Knotenameise hatte ich zuvor noch nie gesehen, ich war hin und weg, diese Art musste ich haben! Ich begann sofort in der Literatur der heimischen Ameisen nachzuschlagen, um herauszufinden, welches die nat√ľrlichen Habitate von Manica sind, meine erste Begegnung mit ihr war n√§mlich in einem St√§dtchen am Bodensee, inmitten auf dem Dorfplatz, also unm√∂glich, dort ein Nest auszugraben. Die n√§chste Begegnung fand bei einem Einkaufszentrum statt, das Nest befand sich in einer Blumenrabatte, welche mit Steinplatten umfasst war, auch dort konnte ich sie nicht ausgraben.
Heute nach √ľber 15 Jahren kenne ich das Verbreitungsgebiet dieser Art ziemlich genau und weiss, wo sie zu finden ist: Die Habitate sind vielf√§ltig und doch haben sie irgendwie alle einen gemeinsamen Nenner. Man findet Manica sowohl im Flachland als auch bis zur montanen Stufe. Sie bewohnen von Sand bis Fels alle Bodentypen, Bedingung ist nur, dass keine dichte Vegetation vorhanden ist und dass der Boden nie ganz austrocknet. So findet man sie in sandigen Flusslandschaften, in Parkanlagen, in lichten Waldgebieten mit karger Bodenvegetation, Kiesgruben, Strassenr√§ndern, Truppen√ľbungspl√§tzen, und nat√ľrlich in den Bergen bis hinauf zur montanen Stufe. Charakteristisches der Nester sind die kraterf√∂rmigen Ausw√ľrfe um die Eing√§nge.
Meine erste Manica-Kolonie grub ich in der S√ľdschweiz, an einem Flussufer, aus. Dieser Ameisenstaat pflegte ich √ľber 8 Jahre lang, er enthielt w√§hrend der ganzen Zeit nur immer eine K√∂nigin. Diese brachte Hunderte, ja gar Tausende von Nachkommen hervor.
Die Grösse der Arbeiterinnen variiert zwischen 5 - 9 mm, die Königin erreicht 12 mm, ebenso die Männchen, während man die kleinen Arbeiterinnen auf den ersten Blick mit Myrmica rubra verwechseln könnte, so sind die grössten doch sehr eindrucksvoll. Die Farbe reicht von hellorange bis rubinrot, manchmal auch mit dunklen, fast schwarzen Partien, die Männchen sind schwarz.
Obschon die Tiere sehr wehrhaft sind und ihr Giftstachel wirkungsvoll, sind es friedliche Tiere, welche nur im unmittelbaren Nestbereich aggressiv werden.
Verhalten:
Nun k√§me das schwierigere Kapitel, das Verhalten der Tiere, welches viele Geheimnisse in sich birgt. Wie es scheint, ist Manica rubida sowohl in freier Natur als auch in der Haltung st√§ndig mit Graben besch√§ftigt und man fragt sich warum. Selten sieht man Tiere, welche aktiv im Terrain nach Futter suchen oder gar welches eintragen. Ich verbrachte sehr viel Zeit in der Beobachtung dieser Tiere in freier Natur und doch kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, wonach die Tiere st√§ndig sch√ľrfen. Ich denke, es gibt daf√ľr mehrere Gr√ľnde: Ein Grund wird sein, dass sich Manica die Nahrung auch √ľber den Untergrund verschafft, doch was f√ľr Nahrung? Insektenlarven, W√ľrmer, w√ľrde dazu auch ihr starkes Gift von Nutzen sein? M√∂glich w√§re es. Vielfach stehen Manica-Kolonien auch in harter Konkurrenz mit diversen Formica-Arten, die Nester sind an einigen Standorten in unmittelbarer N√§he, oberirdisch scheinen die schnellen und in Gruppen agierenden Formicas im Vorteil gegen√ľber Manica, doch wie sieht es im Untergrund aus? Ich k√∂nnte mir vorstellen, dass Manica vielleicht auch die Nester anderer Ameisen angr√§bt und sich so versorgt. In den engen G√§ngen ist Manica im Vorteil: Formica kann sich nicht in Gruppen auf einzelne Manicas st√ľrzen, 1 gegen 1 hat Formica gegen den Giftstachel keine Chance, Manica besitzt zudem ein Stridulationsorgan, welches auch f√ľr uns h√∂rbar ist und mit welchem m√∂glicherweise im Untergrund eine rasche Alarmierung von Artgenossen m√∂glich macht. Ich habe sehr oft bei Nestern an den Kraterr√§ndern viele √úberreste von anderen Ameisen gefunden, deshalb meine Vermutung. Es wird aber ganz bestimmt nicht so sein, dass Manica artfremde Nester unterirdisch √ľberf√§llt und vernichtet sondern es w√§re eher ein punktuelles Vorgehen, das dann wieder abgebrochen wird, doch wie gesagt, das ist meine pers√∂nliche Vermutung. M√∂glich w√§re auch eine Trophobiose mit Wurzell√§usen. Das Graben dient jedenfalls nicht nur der Nestvergr√∂sserung, so viel steht fest, denn es werden auch Krater und G√§nge ausgehoben, welche zu keinem Nest f√ľhren, in diese k√∂nnten auch andere Ameisen und Insekten krabbeln, welche in den Gangsystemen von den wehrhaften Manicas √ľberw√§ltigt, get√∂tet und als Futter in die Kolonie gebracht w√ľrden.. Solche Scheinnester dienen aber auch dazu, foragierenden Jungk√∂niginnen die M√∂glichkeit zu bieten, in bezugsbereites Nest einzuziehen. An einigen Standorten, vorzugsweise in der Ebene, bildet diese Art riesige polykalische Koloniensysteme mit mehreren Hauptnestern, in welchen jeweils K√∂niginnen vorhanden sind. Die Nester in den montanen Bereichen sind oft kleiner und enthalten nichts so viele Individuen, je nach Futter und Standort √§ndert sich auch die Gr√∂sse der Arbeiterinnen, ich konnte schon Nester beobachten, in welchen nur kleine Arbeiterinnen produziert wurden, w√§hrend in anderen vorwiegend Majoren lebten. Jungk√∂niginnen sind in der Lage, sich mit anderen Artgenossen zu verb√ľnden und so Zweignester zu bilden. Anfangs werden fremde K√∂niginnen von den Arbeiterinnen attackiert, diese setzen sich dann zur Wehr und dr√ľcken die Arbeiterinnen eng unter ihren eigenen K√∂rper, um so gegenseitig den chemischen Geruch zu adaptieren und schon nach kurzer Zeit dominiert die K√∂nigin die fremden Arbeiterinnen. Manica kann aber auch unabh√§ngig eine Kolonie gr√ľnden. Fouragierende K√∂niginnen findet man bei dieser Art in der S√ľdschweiz von Mai bis August, es ist auch nicht restlos gekl√§rt, wie sich die Geschlechtstiere paaren. Einerseits hege ich die Vermutung, dass sich Jungk√∂niginnen bereits in den Nestern mit M√§nnchen paaren, andererseits erfolgt die Paarung aber auch au√üerhalb des Nestes. Man findet selten K√∂niginnen mit Fl√ľgeln, viel h√§ufiger sieht man diese am Boden umherlaufen, die Fl√ľgel bereits abgebrochen, auch aktive M√§nnchen sind am Boden zu finden. Auch dieses Geheimnis wird wohl nicht so rasch gel√ľftet werden.
Zur Haltung:
Manica rubida ist nicht unbedingt f√ľr Anf√§nger geeignet, es ist aber auch keine schwer zu haltende Art. Meine Kolonie, welche ich √ľber Jahre pflegte, hielt ich in einem Gipsnest. Das Wichtigste ist, dass der Gips nie austrocknet darf, die Brut von Manica reagiert sehr empfindlich auf Trockenheit und stirbt rasch ab. Nebst dem eigentlichen Nest sollte unbedingt ein Auslauf mit gen√ľgend Sand vorhanden sein, damit die Tiere ihren Grabtrieb ausleben k√∂nnen, auch das Substrat der ‚ÄėArena‚Äô sollte nie ganz austrocknen. Da diese Ameise sehr aktiv ist und st√§ndig Schwerstarbeit leistet, ben√∂tigen sie ausreichend Zuckerwasser oder Honig, fehlt diese Nahrungsquelle √ľber l√§ngere Zeit, gehen die Arbeiterinnen zugrunde, weil ihnen ganz einfach der ‚ÄėTreibstoff‚Äô fehlt. An dieser Stelle fragt man sich vielleicht, wie sie in freier Natur an diese Nahrung gelangen. Manica ist keine eigentliche Blattlausz√ľchterin, hie und da werden Blattl√§use gemolken, meistens aber werden solche Futterquellen schon von Formicas gehalten und auch entsprechend aggressiv verteidigt, so dass die Knotenameisen davon fern gehalten werden. Vielleicht nehmen sie einfach noch den Honigtau auf, welcher nach der Ausscheidung zu Boden f√§llt. Was man auch weiss, ist dass Schmetterlingslarven adoptiert und aufgezogen werden, vielleicht decken sie ihren Bedarf an Kohlenhydrat √ľber die Ausscheidungen der Schmetterlingsraupen im Nest. Die Larven hingegen werden mit Eiweiss gef√ľttert, das heisst Insekten heranschaffen, tot oder lebendig. Wenn die Kolonie schon gr√∂sser ist, werden selbst sehr wehrhafte Tiere wie Wespen spielend √ľberw√§ltigt und zerlegt oder gar am St√ľck ins Nest geschafft. Manica kann innert sehr kurzer Zeit Scharen von Genossinnen mittels Duftspur aus dem Giftstachel rekrutieren, um Beute oder andere Ameisen zu erlegen und wegzuschaffen, vor einer Vergesellschaftung mit anderen Arten m√∂chte ich daher warnen.. Die Beute wird den Larven ganz oder in gr√∂sseren Brocken angeboten, dazu werden die Larven rund um die Beute platziert, so dass sie dann selbst√§ndig daran fressen, Eiweiss muss also nicht erst von den adulten Tieren aufgenommen und dann wieder hochgew√ľrgt werden.
Eine Herausforderung w√§re die Produktion von Geschlechtstieren in Gefangenschaft. Dazu m√ľssen dem Hauptnest weitere Nestanlagen angeh√§ngt werden, so dass Eier und Larven entfernt von der K√∂nigin aufgezogen und von Arbeiterinnen speziell gef√ľttert werden k√∂nnten. Befindet sich die Brut im Mutternest, unterdr√ľckt die K√∂nigin, vermutlich mit chemischen Stoffen, die Entwicklung von Geschlechtstieren. Dies k√∂nnte auch ein Grund sein, weshalb die Tiere so intensiv graben, damit sie eben nebst dem eigentlichen Nest noch weitere Anlagen verf√ľgen, in welchen Geschlechtstierbrut aufgezogen werden kann.
Wichtig scheint mir auch die √úberwinterung des Volkes, mindestens drei Monate sollte die Winterruhe dauernd bei Temperaturen unter 10¬įC. Auch im Winter ist stets darauf zu achten, dass Nest und Auslaufbecken nicht vollst√§ndig austrocknen, ein Teil der Arbeiterinnen √ľberwintert n√§mlich in den Stollen au√üerhalb des Nestes und m√∂glicherweise auch Brut, aus welchen Jungk√∂niginnen hervor gehen sollten. Auch ist immer Zuckerwasser oder Honig anzubieten, die Arbeiterinnen bewegen sich selbst bei K√§lte und ben√∂tigen auch dann noch Kohlenhydrate. Anders ist es beispielsweise bei heimischen Camponotus-Arten, wo die Individuen eines Volkes eng beieinander in eine Art Winterstarre fallen.
Wenn man Manica rubida selbst beschaffen will, so sollte man sich in den Morgen- oder Abendstunden einfach im Terrain aufhalten, wo diese Art verbreitet ist, mit Gewissheit wird man auf eine fouragierende K√∂nigin stossen. Es ist v√∂llig unn√∂tig, eine bestehende Kolonie auszugraben, dabei macht man nur sehr viel kaputt, ohne vielleicht wirklich auf das Nest zu stossen. Manica ist eine Pionierameise, Lebensr√§ume in denen sie vorkommt sind ohnehin schon selten, da sollte man nicht noch unn√∂tig Nester durch Ausgrabungen zerst√∂ren! Es reicht eine K√∂nigin zu fangen, die man dann wie beschrieben f√ľttert, sie beginnen sofort mit der Eiablage in Gefangenschaft, wenn man sie unter passenden Bedingungen h√§lt.
Falls ihr einmal eine polykalische Superkolonie bestaunen wollt, so verrate ich jetzt den Standort einer solchen, welche auch leicht zu finden ist: Die meisten Leser dieses Forums sind wohl aus Deutschland und kennen die Nord-S√ľdachse der Schweiz ebenso. Wenn ihr das n√§chste Mal auf der S√ľdseite des Gotthardstrassentunnels im Stau steckt, dann w√§hlt unbedingt die √úberholspur. So k√∂nnt ihr n√§mlich auf dem Gr√ľnstreifen zwischen den richtungsgetrennten Fahrbahnen eine riesige, vermutlich vollst√§ndig zusammenh√§ngende Manica rubida Kolonie entdecken, mit unz√§hligen Kratern. Diese Kolonie ist einige hundert Meter lang und sehr beeindruckend, auch hier fragt man sich einmal mehr, von was die Ameisen hier leben, da sie scheinbar so gut gedeihen. Nat√ľrlich solltet ihr nicht in der Nachmittagssonne dort durchfahren, bei praller Sonne bleiben die Manica in den Nestern.

Gr√ľsse
Domenic

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#3

Beitrag von Boro » 2. Februar 2006, 20:47

Hallo Frank!
Freut mich, dass Dir die Zucht von Manica r. gelungen ist. Neben Polyergus sind sie ja meine erklärten Lieblinge. Mein Volk, das im Herbst nicht zur Ruhe kommen wollte (davon hab ich berichtet!) schlummert jetzt noch, vor März will ich sie nicht "aufwecken". Ich kontrolliere das Nest jede Woche, es steht im Keller bei derzeit 5 Grad. Und man glaubt es kaum, sogar bei dieser Temperatur habe ich ein Exemplar entdeckt, das sich außerhalb des Ytong-Nestes befand. Vor lauter Kälte konnte sie sich kaum bewegen, aber sie hat trotzdem zuvor eine Leiche aus dem Nest gezerrt.
Ich kann den Fr√ľhling kaum erwarten, im Mai geh ich auf die "Pirsch":In einem Flussbett sammle ich des √∂fteren nach dem Schw√§rmen einige Dutzend K√∂niginnen und transportiere sie in h√∂here Regionen, solange sie noch kein Nest gegr√ľndet haben. Nach jedem Hochwasser sind n√§mlich alle Nester in den flussnahen Uferzonen immer wieder vernichtet worden.
Mein Nest werde ich dann im Fr√ľhjahr in die Freiheit entlassen. Aber das dauert noch, seit Ende November liegt durchgehend jede Menge Schnee und seit einer Woche gibts auf dem W√∂rthersee eine 10km lange Eislaufbahn!.
Leider noch winterliche Gr√ľ√üe von Boro

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Frank Mattheis
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#4

Beitrag von Frank Mattheis » 3. Februar 2006, 14:33

Toller Bericht, Domenic, dem ist nichts hinzu zu f√ľgen... 8o Und es ist gut, dass Du deinen Bericht hier einf√ľgst, w√ľrd mir sowieso w√ľnschen, dass die Berichte zusammengef√ľgt werden, wenn sie eine Art betreffen und thematisch zusammenpassen. Damit w√§re die Sache √ľbersichtlicher.
Lieber Boro, gez√ľchtet hab ich die Manica nicht, das Tier stammt aus dem Freiland. Sie wurde im vergangenem Sommer in der Schweiz eingefangen.
Ich bin aber jetzt guter Dinge mit ihr, danke Deiner, Michas und Domenics Berichte hoffe ich, dass die Haltung gelingen möge.
Gr√ľsse, Frank.

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#5 Manica ausgewintert

Beitrag von Michael Schoen » 7. M√§rz 2006, 16:21

Hallo Frank nun ist es auch bei mir soweit ich habe meine Manicas ausgewintert , heut ist so zusagen der erste w√§rmere Tag f√ľr seit Ende September eingewinterten Manica Jungk√∂niginnen . Sterbef√§lle waren zum Gl√ľck nicht in der Winterruhe vorgekommen , so das die √ľberwinterten K√∂niginnen mit ihren Larven und den ersten Arbeiterinnen jetzt langsam wieder zum t√§glichen Gesch√§ft √ľbergehen .
Die ersten Arbeiterinnen haben sich heut schon √ľber eine geteilte Puppe eines Mehlk√§fers hergemacht .


Weiteres und einige Bilder folgen .

Gr√ľ√üe Michael Sch√∂n
Haltet Eure Ameisen verantwortungsbewusst ! Sch√ľtz somit unsere einheimische Fauna ( bitte schaut in den Infektionsthread ! ), bietet den Tieren eine artgerechte Haltung an!
Tragt so mit euren Wissen einen Teil zum Naturschutz bei .


Hobbyimker + Ameisenhalter
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#6

Beitrag von Boro » 7. M√§rz 2006, 18:39

Freut mich sehr, dass es so viele Manica-Fans gibt. Ist ja auch kein Wunder, man kann ihr Treiben besonders gut beobachten:
1. wegen ihrer Größe und der auffallenden Farbgebung. Junge Tiere sind tatsächlich wunderschön orange gefärbt, mit zunehmendem Alter werden sie dann rot bis rotbraun.
2. handelt es sich in jedem Fall um sehr sch√∂ne Insekten, vor denen sich niemand zu "grausen" br√§uchte, eher sollte man sich vor dem Stachel in Acht nehmen. Ihre K√∂rperform kann als sehr gelungen bezeichnet werden, im Verh√§ltnis zur K√∂rperl√§nge sind die Beine im Vergleich etwa mit den Formica-Arten etwas k√ľrzer geraten, was zur Folge hat, dass sie sich deutlich langsamer bewegen und bei dichter Bodenvegetation Schwierigkeiten in der Fortbewegung bekommen.
3. sind es eher friedliche Insekten, die nur bei Störung des Nestbereiches aggressiv werden.
Noch etwas: Man sollte nach M√∂glichkeit (anl√§sslich der Bergung) kein Nest zerst√∂ren. In ihrem Verbreitungsgebiet findet man im Mai bei sch√∂nem Wetter am sp√§ten Vormittag viele Jungk√∂niginnen nach dem Schw√§rmen. Sie laufen durch die Gegend um nach einer Nistgelegenheit zu suchen. Nachdem sie ihre Nestgr√ľndung nicht klaustral vornehmen, sind junge K√∂niginnen auch noch sp√§ter h√§ufig beim Fouragieren zu beobachten.
Die ersten Arbeiterinnen sind richtige Minor-Arbeiterinnen, von einer Myrmica auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden!
Beste Gr√ľ√üe vom Manica-Fan Boro

domenic
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#7

Beitrag von domenic » 7. M√§rz 2006, 22:32

Ich bin völliger gleicher Meinung wie Boro, auch ich bin ein absoluter Manica rubida - Fan.
Kolonien von Manica rubida auszugraben w√§re wirklich eine S√ľnde und zudem auch dumm! Man findet die Jungk√∂niginnen zu den von Boro genannte Zeitpunkten problemlos, zudem legt eine Jungk√∂nigin in Gefangenschaft sofort Eier, man braucht ihr nur etwas Honig oder Zuckerwasser anzubieten, die Larven ben√∂tigen dann viel Eiweiss in Form von Insekten.
Wenn die Gr√ľndung einer Kolonie mit einer einzelnen K√∂nigin nicht funktioniert, dann bringt es meiner Meinung nach auch nichts, eine Kolonie auszugraben, viel mehr werden dann Haltungsfehler gemacht, die auch eine Kolonie auf die Dauer nicht verkraftet.
Manica ist zwar in den entsprechenden Habitaten teilweise sehr häufig doch sollte man bedenken, dass dieser Lebensraum auf spezifische Standorte beschränkt ist, es ist deshalb wirklich nicht klug Kolonien dieser Art auszugraben und so zu zerstören.

Domenic

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Frank Mattheis
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#8

Beitrag von Frank Mattheis » 11. M√§rz 2006, 21:21

Ich will mich der allgemeinen Schw√§rmerei f√ľr diese sch√∂ne Ameise anschliessen und gestehe, auch ich bin ein Fan... :o
Auch dem, was Boro und Domenic zum Ausgraben und teilweisen Zerst√∂ren bestehender Manicakolonien sagten, will ich mich anschliessen. Solche Pl√ľnderungen sollten bei allen heim. Ameisen m√∂glichst unterbleiben (nat√ľrlich gibt es manchmal triftige Gr√ľnde, dann aber kann man auch schonend vorgehen...), sie schaden immer den Kolonien und selten gelingt dann die anhaltende Haltung in Gefangenschaft solcher Wildf√§nge.
Gr√ľsse, Frank.


Dieser Haltungsbericht wurde beendet und ist daher geschlossen.

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