Manica rubida aus der Sicht eines Halters

Unterfamilie: Myrmicinae

Manica rubida aus der Sicht eines Halters

Beitragvon Erne » 30. Mai 2014, 23:33

Eine Ameisenart die, wie nachzulesen als eher als schwer zuhalten gewertet wird.
Ist das so?
Die besondere Ansprüche stellt an Feuchtigkeiten, trifft das zu?

Wo Fragen in den Foren nachzulesen sind, was an Futterversorgung für diese Tiere angebracht ist?

Interessante Ameisen, die bei uns selten sind, als gefährdet einzustufen sind, aus meiner Sicht.

Meine Haltung dieser Art ist anfangs nur gescheitert.
Ob es daran lag, das ich Königinnen, kleine Völker erworben hatte,
die nicht in Ordnung waren oder die in den Foren nachzulesenden Haltungsparameter,
anfangs von mir übernommen und praktiziert, keine erfolgreiche Haltung dieser Ameisen ermöglichten, kann ich nicht beantworten.

Wenn Ihr mehr lesen wollt, trage hier ein paar Informationen zusammen.
Die Euch möglicherweise helfen könnten, diese Ameisen auch zu halten.
Bilder, Videos, ein paar Informationen.

Grüße Wolfgang

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AW: Manica rubida aus der Sicht eines Halters

Beitragvon Reber » 31. Mai 2014, 13:05

Für mich keine Frage: Ein informativer Manica-Thread von dir würde mich (und ich denke mal viele andere auch) sehr freuen!
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Beitragvon Erne » 5. Juni 2014, 17:49

Die erste Frage, die sich stellt, was ist als Nest für eine gründende Königin passend?
Na ja nicht unbedingt, da diese Ameisen oftmals in Reagenzgläsern geliefert werden, wurde euch die Entscheidung schon abgenommen.
Möglicherweise habt Ihr damit schon ein Problem mitgekauft, das eine erfolgreiche Gründung in Frage stellt.
Wie bekannt gründen Manica rubida semiklaustral.
Ein Reagenzglas muss offen sein, damit die Königin heraus kann, um Futter zu suchen.
Ein offenes Reagenzglas stellt besondere Ansprüche an den Wattestoffen der den Wassertank verschließt.
Passt der nicht (zu dicht) wird es schell zu trocken im Reagenzglas und es wird nichts mit einer Gründung.
Ihr Nest muss nicht richtig feucht sein, leicht feucht reicht.

Auch Königinnen dieser Art graben und wühlen schon besonders gerne.
So bleibt es nicht aus, dass sie einen mit Erde oder Sand fast verschlossenen Reagenzglaseingang einfach wieder frei graben.
Besser ist es da schon den Reagenzglaseingang, bis auf ein kleines Loch, dicht und fest zu verschließen.
Ein Holzstopfen lässt sich gut dafür anfertigen.
Ein fast verschlossener Reagenzglaseingang hilft, um die nötigen Flüchtigkeiten zu halten.

Dürfen nestsuchende Königinnen wählen, bevorzugen sie keine Reagenzgläser.
Freiwillig gehen sie da selten rein.
Ein paar Tage im Reagenzglas einsperren hilft meistens.

Ein kleines Nest aus Gips gefertigt, mit einer kleinen Kammer, die zudem noch mit Lehm eingestrichen ist, akzeptieren sie als Gründungsnest eher.

Nestwechsel ist bei dieser Art kein Problem, Gründerköniginnen machen da keine Ausnahme.
Wird so ein Nest einer Gründerkönigin angeboten, die in einem Reagenzglas lebt, zieht diese gerne um in ein kleines Gipsnest.

Gipsnester zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie einfach nachbefeuchtet werden können und somit jederzeit die Nestfeuchtigkeit verändert werden kann.
Um das Nest vom umgebenden Bodensubstrat zu isolieren, ist eine Ummantelung mit z. B. Alufolie eine passende Möglichkeit.

Als Bodensubstrat ist grober Sand oder feiner Kies prima geeignet.
Darin können sie graben, ohne die Möglichkeit sich einzugraben.

Im Gegensatz zum Nest darf die Arena trocken sein und als Luftfeuchtigkeit ist unsere normale Wohnraumfeuchtigkeit passend.
Eine gute Anlagenbelüftung ist lebensnotwendig für diese Ameisen.

Wo wir schon bei den Feuchtigkeiten sind, kann auch gleich ein weiterer Haltungsparameter mit angesprochen werden, die Temperatur.
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sie höhere Temperaturen brauchen, im Nest um die 30°C.
Das ist zu viel des Guten, wenn es in euren Wohnräumen nicht zu kalt ist, wird keine zusätzliche Wärmequelle benötigt.
20 – 25°C reichen aus um diese Ameisen erfolgreich zu halten.

Klappt eine Gründung nicht auf Anhieb, ist noch nichts verloren.
Selbst wenn schon erste aufgezogene Arbeiterinnen verloren gehen, legen Königinnen wieder Eier und versuchen es weiter.
Auch eine dazwischenliegende Winterruhe, ohne Larven und Arbeiterinnen, hält sie nicht davon ab, einen weiteren Gründungsversuch zu starten.

Was habe ich jetzt noch vergessen?
Denke, das Futterangebot für eine Gründerkönigin ist ein weiteres wichtiges Thema.
Zudem wann und wie oft gefüttert werden muss.

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AW: Manica rubida aus der Sicht eines Halters

Beitragvon Erne » 6. Juni 2014, 23:33

Vorab einen kleinen Überblick, was werden kann, mit der Haltung dieser Art.








Wie das hinzubekommen ist, später mehr.

Zurück zum Thema.
>>das Futterangebot für eine Gründerkönigin ist ein weiteres wichtiges Thema.
Zudem wann und wie oft gefüttert werden muss.
>>

Ist kein wirkliches Problem.
Wenn eine Königin Futter braucht, verlässt sie ihr Nest und sucht nach Futter.
Was an Futter sucht sie?
Da müsst Ihr als Halter ran um das abzuklären.
Ist gut, wenn Ihr Nesteinblicke habt, um einschätzen zu können, wonach eine Königin sucht, wenn sie ihr Nest verlässt.

Ohne Eier, Larven sucht sie gelegentlich nach Kohlenhydraten.
Falls Ihr die Nestfeuchtigkeit nicht hinbekommen habt, auch nach Wasser.
Das eine Königin selber, durch Wasser eintragen dafür sorgt, ein zu trockenes Nest passend zu bekommen, ist nicht.

Diese Ameisen können Flüssigkeiten nur langsam trinken/aufnehmen.
Sie verweilen lange, bis sie das Nötige getrunken haben.
Purer, zäher Honig passt eher nicht.
Wenn Ihr Honig anbieten wollt, gut mit Wasser verdünnt.
Meine Beobachtung, sie stehen eher auf Zuckerwasser.

Gibt es Larven, wird es interessant.
Je nach Anzahl und Größe der Larven muss ein Insekt her.
Darf so ein Insekt noch laufen können oder ist eher was Abgebrühtes angesagt?

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AW: Manica rubida aus der Sicht eines Halters

Beitragvon Erne » 28. Juni 2014, 20:34

Kleine Zwischensequenz.
Diese Ameisen können richtig viel Futter gebrauchen.
Ist erstmal ein größeres Volk aufgezogen, kommt bald die Überlegung, wo ausreichend Futter herbekommen?
Kohlenhydrate ist ja noch mehr als einfach.


Die Insektenversorgung ist schon eher eine Herausforderung.
Zum Glück sind sie als größeres Volk nicht wählerisch und nehmen fast alles.
Mehlkäferlarven.


Mehlkäferpuppen.


Im geringen Umfang geht auch zerkrümeltes Eigelb.


Fliegen stehen ganz oben auf dem Speiseplan.




Auch vor Puppen andere Ameisenarten machen sie nicht halt.


Heinchen was immer da ist.


Was sie hier futtern, kann ich nicht mehr feststellen.


Hier sind sie auf dem Holzweg.

Wird eher als Eindringling angegriffen.

Kirschen, nicht unbedingt ihr Ding.

Werden schnell zugesandet

Kommt auch gut, Drohnenpuppen unserer Honigbienen.



Eine Beute, die sich nicht unbedingt einfach transportieren lässt.
Macht nichts, da packen einfach mehrere Arbeiterinnen mit an.
Zerren und ziehen, bis so ein Teil im Nest ist.
Problematisch kann so ein Transport werden, wenn es durch einen Schlauch geht.
Eine Drohnenpuppe rutscht da nicht besonders und ein ordentlicher Ameisenstau ist angesagt.
Was sie nicht mehr weiter transportiert bekommen, wird einfach Vorort so lange zerlegt bist es wieder voran geht.

Grüße Wolfgang

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AW: Manica rubida aus der Sicht eines Halters

Beitragvon Erne » 25. Juli 2014, 20:24

Es ist ein ganz besonderer Moment bei der Ameisenhaltung, einen Schwarmflug mit zu erleben.

Der Satz hört sich doch gut an oder nicht?
Ja, nur wie ist das hinzubekommen, welcher Einsatz/Pflege steckt dahinter?
Dass alles ohne jegliche Garantie, das am Ende ein Schwarmflug, in der Haltung zu beobachten ist, überhaupt Geschlechtstiere aufgezogen werden.

Ihr denkt jetzt, konnte ich schon mehrfach bei meinen Ameisen beobachten.
Ich schreibe, kommt auf die Art an.

Mit einer Königin angefangen, ist einiges an Aufwand erforderlich um Manica rubida soweit aufzuziehen, das ein Schwärmen zu beobachten ist.
Gute Voraussetzungen zu schaffen, dass eine Gründerkönigin gleich möglichst viel Nachwuchs aufzieht.



Was diese Königin zusammengebracht hat, ist ordentlich.
Vorab war meine Frage ob sie lebendes Futter brauchen.
Nein, das erwischen sie nicht, frisch getötete Insekten sind ein Garant, diese Art erfolgreich aufzuziehen.
Nicht zu vergessen, die Königinnen dieser Art sind durstig, ein kleiner Tropfen Zuckerwasser entgeht ihnen nicht.



Ein paar Parameter beachtet, wie bei jeder anderen Ameisenart auch, ist Manica rubida nicht schwer aufzuziehen, zu halten.
Dann kommen die Momente wie dieser.



Grüße Wolfgang

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Beitragvon Erne » 11. September 2014, 19:04

[b]Heute habe ich 3 Videos für Euch.[/b]

Manica rubida sind nicht besonders wählerisch, was ihr Futter betrifft.
Bei größeren Völkern ist es eher das Motto, immer her damit.
Was sie nicht schleppen können, zerlegen sie gleich vor Ort.
Alles Unbrauchbare, Flügel, Beine wird abgebissen.




Hier erbeuten sie einen Mehlwurm.

[youtube]8msR1bqe98U [/youtube]

Hier scheinen sie nicht so richtig was mit anfangen zu können.
Dabei dürften ihnen Blattläuse doch nicht unbekannt sein.

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Beitragvon Erne » 12. September 2014, 22:06

Was ist denn nun, sind Manica rubida einfach zu halten oder nicht?

Wenn Ihr weiter zurückschaut in diesem Thread, im Beitrag #6 vom 25.7.2014 seht ihr eine Gründerkönigin von diesem Jahr in einem kleinen Gipsnest,
wo sie sich abmüht, ihren ersten Nachwuchs aufzuziehen.
Für Euch als Halter nicht nur eine spannende Phase,
die Königinnen dieser Art sind überaus aktiv, ihr müsst sie nur dabei erwischen.
Sondern auch eine wichtige Phase, wo Ihr beeinflussen könnt, wie schnell Ihr zu einem großen Volk dieser Art kommen könnt.

Eine gute Futterversorgung ist wichtig und bewirkt eine Entwicklung, die gute Voraussetzungen schafft,
um nach der Winterruhe ein größeres Volk auswintern zu können, das richtig durchstartet.

Jetzt schreibt der "gute Futterversorgung", was meint er damit?
Wichtig ist eine durchgehende Futterversorgung, heute konnte ich keine Fliege fangen, geht nicht.
Immer wenn die Königin länger in der Arena herumläuft, fehlt was.
Versucht sie sogar auch noch an den Scheiben raufzukrabbeln, ist richtige Futternot oder was keiner hoffen will, ihr Leben geht zu Ende.

Was an Futter erwartet so eine Gründerkönigin von ihrem Halter als Futter?
Da schließt sich gleich eine weitere Frage an, soll es eine Gründung mit am Ende wenigen Arbeiterinnen werden oder soll es richtig vorangehen?
Auch mit 2 - 3 Arbeiterinnen bis zur Einwinterung ist nichts verloren.
Selbst wenn nach der Winterruhe keine Arbeiterin mehr übrig ist,
die Königinnen, wie Ihr schon gelesen habt, sind Selbstversorger, solange sie leben, kann noch was gehen.

Für eine durchschnittliche Entwicklung reicht so ziemlich alles, was sie so einfangen lässt.
2- 3 Fliegen, Mücken in der Woche reichen dafür.

Soll es besser vorangehen, mehr Arbeiterinnen aufgezogen werden, wird reichlich Protein gebraucht.
Fliegenweibchen, Mückenweibchen sind angesagt, magere Männchen eher nur Normalkost.
Saftige Miniheimchen gehen auch noch.
Die in letzter Zeit als Futtertiere gern genommen Schokoschaben, in Miniformat sind auch gut brauchbar.

Vergesst puren Honig, bringt für die Haltung dieser Art keinen richtigen Fortschritt.
Verdünnter Honig geht zur Not noch.
Diese Ameisen bevorzugen Zuckerwasser, Mischung Zucker/Wasser 1 zu 3, passt gut.

Es ist nachzulesen das es diese Art feuchter braucht, damit bin ich bei der Haltung dieser Art nicht vorangekommen.
Ein leicht feuchtes Nest reicht, die Arena kann sogar auch mal richtig trocken sein.

Post #6 und was ist heute?
Wenn ich sie alle erwischt habe, sind es jetzt 17 Arbeiterinnen und ein Blick in ihr Nest macht richtig Freude.





Das könnten bis zur Winterruhe an die Hundert Arbeiterinnen werden.
Zudem scheinen sie noch keine Lust auf eine Winterruhe zu haben, ihre Königin legt weiterhin Eier.
Auch sind sie umgezogen in ein größeres Gipsnest.
Umzug, nicht umziehen wollen, bei dieser Art ist das kein Thema.

Zum Abschluss noch Bilder von einem anderen Volk, wo gerade viele Arbeiterinnen schlüpfen.




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