Diskussionsthread HB Camponotus nicobarensis

Diskussions- und Frageforum für bestehende Haltungserfahrungen.

Diskussionsthread HB Camponotus nicobarensis

Beitragvon Joe1x89 » 12. November 2017, 18:22

Hier kann nach belieben diskutiert werden. Den entsprechenden Haltungsbericht findet ihr hier:
https://www.ameisenforum.de/hb-camponotus-nicobarensis-t57300.html
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Re: Diskussionsthread HB Camponotus nicobarensis

Beitragvon Harry4ANT » 12. November 2017, 20:23

Hi,
interessante Anlage :)


Bzgl. der Kohlehydrate brauchst du dir keine Sorgen machen. Der Bedarf ist, wie schon vermutet, einfach sehr gering bei einer noch so kleinen Kolonie.
Ich selber biete auch Invertzucker Lösung (RG mit Watte) oder Honig /Ahornsirup pur an.

Ich würde eventuell die Heizmatte für die Arena deaktivieren oder runterregeln. In der Arena ist alles ab ca. 20 Grad Bodentemperatur (darf nachts auch mal etwas darunter gehen) meines Erachtens OK.
Dann wird auch das Nest (hier dann eventuell die Heizmatte wieder anbringen um punktuell ruhig ca. 30 Grad zu erreichen) attraktiver.
Das Nest auch (mind. bis zum Einzug) komplett abdunkeln, nicht nur rote Folie.
Eventuell kannst du den Schlauch auch für die Anfangsphase kürzen und später wieder verlängern ?

Die Arena halte ich bei solchen Arten komplett trocken - vermeidet buddeln und ist auch viel hygienischer, auch in Bezug auf Futterreste, Schimmel und Schädlinge. Wobei du ja die Springschwänze und Asseln drinnen hast, die wieder ein gewisse Feuchte benötigen.

Adoption kann funktionieren bei nicobarensis, kann aber auch schief gehen und im schlimmsten Fall ist ein großer Teil der Damen tot oder verletzt inkl. Gyne(n).
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Re: Diskussionsthread HB Camponotus nicobarensis

Beitragvon Joe1x89 » 13. November 2017, 18:48

Hey Harry4ANT,

vielen Dank für die schnelle Unterstützung - klasse ;)
ich habe deine Tips gestern umgesetzt und konnte sehr schnell positive Erfolge verzeichnen:

Der verkürzte Schlauch wurde sofort belaufen - bis ins Nest hinein...heute Morgen war dieser mit 5 Ameisen besetzt. Auch die Temperatureinstellung habe ich geändert - auch das vielleicht ein Grund wieso der Nestblock interessanter wird.

Danke auch für die Info mit dem Kohlehydratbedarf - Ahornsirup wurde bei mir jedoch auch liegen gelassen...aber solange der Invertzucker mit Begeisterung angenommen wird, ist ja alles gut ;)

Der Nestblock (also die obere waagerechte Nestkammer) ist dauerhaft mit Pappe abgedeckt - mit roter Folie wollte ich eigentlich gar nicht arbeiten und die anderen senkrechten Kammern dunkel ich bei "Freischaltung" ab.

Dann lasse ich es lieber mit der Adoption, 2 Gynen sollten reichen auch dieses Nest zu füllen. Danke.

MfG
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Re: Diskussionsthread HB Camponotus nicobarensis

Beitragvon Kalinova » 27. Mai 2018, 12:52

Ich finde es sehr Lobenswert, dass du hier einen so selbstkritischen Beitrag verfasst.
Davon können sicher viele zukünftige Ameisenhalter provitieren. Es wäre schön wenn du uns weiter auf dem Laufenden hältst.

Zum Thema Polygynie könnte dieses Thema für dich interessant sein: geringe-polygynie-vs-hohe-polygynie-t56009.html
Es könnte (wenn ich das Thema noch richtig im Kopf habe) also sein, dass die Königinnen ihr volles potential erst ab einer gewissen Volksstärke entfalten. Das ist auch bei monogynen Völkern so, je besser eine Königin versorgt wird umso produktiver ist sie. Ob Polygyne Völker also schneller Wachsen hängt von vielen Faktoren ab, ich sehe (mit meinem aktuellen Wissensstand) aber die Ausfallsicherung und die höhere mögliche Maximalgröße eines Volkes als eher ausschlaggebende Punkte für die evolutionäre Entwicklung der Polygynie an. Ausführlich mit dem Thema befasst habe ich mich jedoch nicht, daher kann ich mich hierbei auch Irren. :)

Zum Thema Pygmäen und ihre Lebenserwartung gab es auch mal einiges zu lesen, nur habe ich den Link dafür jetzt auf die schnelle nicht gefunden. Es ging darum das Pygmäen tatsächlich eine höhere Lebenserwartung haben als spätere Arbeiter. Ich vermute in deinem Fall aber auch Stress als Ursache, da ist ja einiges Schief gelaufen.

Ertrunkene / festgeklebte Ameisen kann man recht häufig wiederbeleben. Im Falle von Honigleichen (oder ähnlichem) Tröfchenweise mit Wasser duschen und Restwasser mit einem Küchentuch aufsaugen. Bei Wasserleichen kommt dann nur das Küchentuch zum Einsatz. So wiederbelebte Ameisen werden oft auch von der Kolonie wieder aufgenommen und erstmal gründlich umsorgt. Man sollte jedoch sehr vorsichtig mit den scheinbar toten Tieren umgehen, da sie keine Körperspannung mehr aufweisen und dadurch womöglich auch leicht verletzt werden können.

Gruß Kalinova
Meine erste Ameise: Lasius niger -> weisellos abgegeben für Chthonolasius Gründungsversuch
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Re: Diskussionsthread HB Camponotus nicobarensis

Beitragvon Joe1x89 » 27. Mai 2018, 13:34

Vielen lieben Dank für die schnelle Rückmeldung.

Ein sehr interessanter Beitrag, auf den Du dich beziehst. Das werde ich mir mal in Ruhe zu Gemüte führen. Natürlich war auch die Ausfallsicherheit bei einer Königin ausschlaggebend mit 2 Gynen zu starten.
Ich bin mir auch bewusst, das ich mit etwas mehr Ruhe und weniger Aktionismus bessere Ergebnisse erzielen müsste. Das Hobby benötigt echt viel Ausdauer und Selbstdisziplin.

Ich hätte wohl eher gedacht das Pygmäen eine geringere Lebenserwartung haben. Also man erkennt bei der Kolonie schon recht gute Größenunterschiede bei den Arbeiterinnen - und die Ameisen, die nicht durch Ertrinken gestorben sind, waren ausschließlich kleinerer Natur.

Das mit dem Abwaschen und "wiederbeleben" von verklebten Arbeiterinnen hat auch das ein oder andere Mal geklappt. Bei manchen kam aber jede Hilfe zu spät.

Erstmal vielen Dank für deine Denkansätze und dem Feedback :)

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Re: Diskussionsthread HB Camponotus nicobarensis

Beitragvon OdinsRabe » 27. Mai 2018, 16:28

Hi Joe1x89,

also erstmal Respekt, was du da für deine Ameisen geschaffen hast ;-)

Kurz zu mir ich hab mir auch C. Nicobarensis anfang Januar angeschafft, meine Kolonie hat mittlerweile mehr als 50 Arbeiterinnen (leider schwer zu zählen) + 1Gyne, viele Eier, Larven und Puppen. Danke auch an das Forum wo ich alle Tipps herbekommen hab, besonderes dank auch an Harry der mir dank seiner Erfahrung bisher immer auf meine Fragen eine Antwort geliefert hat.
Ich bin übrigens auch an einer Schokoschabenzucht, die bisher noch nicht so recht ins laufen gekommt ist aber ich bleib weiterhin dran.

Mein Beileid zu den ganzen misserfolgen, aber auch ein danke das du so offen und ehrlich darüber berichtest. Womit du sicher dem einen oder anderen Halter hilfst geholfen hast.
Was ich so bei deinen Fotos gesehen hab, ist das sicher ein Paradise für eine große Kolonie (wie du auch schon geschrieben hast) ohne die Fehler die du erwähnt hast bzw. wenn man sie beheben kann, echt cool ;-). Ich bin gespannt wie es weiter geht, wenn es dann mal läuft sollte es ja mit 2 Gynene extrem schnelles Wachstum geben.

Bei einer Whatsapp Gruppe wäre ich gerne dabei, hört sich interessant an

Grüsse Odin

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Re: Diskussionsthread HB Camponotus nicobarensis

Beitragvon Joe1x89 » 27. Mai 2018, 16:59

Auch Dir herzlichen Dank für das Feedback,

ich bastel gerne und wollte eigentlich von Anfang an etwas Interessantes als Blickfang im Wohnzimmer stehen haben. Das 15/+2 Ameisen in so einem großén Gebilde natürlich verloren wirken, brauch ich glaub ich gar nicht zu erwähnen. Umso größer ist natürlich der Graus, wenn die Kolonie einfach nicht wachsen möchte.
War schon drauf und dran mir parallel eine zweite Kolonie zu holen - was aber aber meinen Misserfolgen mehr als fahrlässig wäre. Ausserdem steht das meinem Ziel entgegen, nur eine Truppe zu halten, dieser aber den größtmöglichen Platz zur Verfügung zu stellen. Bei youtube gibt es ja diverse Videos zu extrem großen Kolonien dieser Art.

Bei den Schokoschaben hatte ich Anfangs auch Startschwierigkeiten. Hab Sie über den Winter im Keller auf einer Heizleitung gehalten, mit extrem schwankenden Temperaturen. Die Oothekablage hat trotzdem gut funktioniert. Doch diese sind m.E. sehr empfindlich gegen Trockenheit. Nach Ablage sind diese halt komplett von Umgebungsumständen abhängig. Nachdem ich die Ootheken abgesammelt und in feuchtwarme Umgebung (schwimmende Grillschale auf Heizmatte) gelegt habe, funktionierte es auf einmal. Es gehen bei weitem noch nicht alle Ootheken auf, aber absolut ausreichend viele zur Sicherung des weiteren Bestands.

Wie groß war Deine Kolonie im Januar? Und kannst du eine ungefähre Angabe machen wie lange die Entwicklungszeit vom Ei zum Imago dauerte? Im Internet habe ich leider keine genauen Informationen zu nicobarensis gefunden. Hab bis jetzt Vergleichswerte von anderen Camponotus angenommen.

Sollte die Idee noch bei anderen Anklang finden, können wir die Aktion ins Leben rufen ;)
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Re: Diskussionsthread HB Camponotus nicobarensis

Beitragvon OdinsRabe » 27. Mai 2018, 17:51

Ich hab auch einen Haltungsbericht angefangen im Januar
"Camponotus nicobarensis Haltungsbericht"

Es waren am Anfang 9Arbeiterinnen 2 oder 3 Eier und wie oben schon geschrieben mittlerweile unzählige Eier, Larven und Puppen.
Hab den Haltungsbericht nicht mehr weitergeführt, da ich leider keine guten Fotos hinbekomme. Die Nahaufnahmen werden leider nichts und mit Blitzlicht will ich sie nicht stören.
Meine Leben immernoch im RG, ich hab ihnen ein Nest angeboten und will den Ameisen die entscheidung überlassen. Ich hab gelesen das sie es recht eng mögen und sich dadurch sicherer fühlen. Ich hab ihnen ein zweites RG angeboten und das eine abgedeckt mit Karton und das andere ohne Abdeckung. Sie haben sich für die offene variante entschieden und es scheint sie nicht besonders zu stören (ruhiges Verhalten). Allerdings bei einer noch kleineren Kolonie denke ich schon das sie sich für das dunklere RG entschieden hätten. Ich hab ihnen einfach Zeit gegeben, sie wenig gestört, mit einer Spritze Invertzucker gegeben (Anfangs Zuckerwasser, doch mittlerweile Invertzucker ist leichter verdaulich), alle zwei Tage Insekten (auch mal ein Stück Fleisch Fisch... Roh) gegeben und die Temp. beobachtet. Hab eine Zeitschaltuhr dran, ich versuch max. 28°C hin zu bekommen und nachts senke ich es um ein paar Grad.

Das mit den Schokoschaben und die niedrige Luftfeuchtigkeit könnte bei mir auch ein Problem sein, da es in meinen Räumen recht trocken ist, mal schauen wenn das nun mit den isolierten Eierpakte (die ich beheize) nicht funktioniert, werde ich mal dein Tipp gerne Versuchen.

Vom Ei bis zur Ameise dauert es ca. 1 Monat, selbst hab ich das nicht beobachtet, da meine Kolonie anfangs abgedeckt war und ich sie nicht groß stören wollte. Hab das irgendwo mal gelesen ;-)
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