Messor barbarus aus Sicht eines Halters

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Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Sir Joe » 1. Dezember 2017, 18:05

Hallo Wolfgang,

wie hast du dir das mit dem Holznest eigentlich vorgestellt?

Ich meine selbst Y-Tong hält Messor barbarus nicht einmal davon ab, sich dort ab einer gewissen Volksstärke durchzubeißen, bei einem Holznest sollten sie doch leichtes Spiel haben. Du selbst testest ja gerade die Verwendung eines Beton/Gips Nestes, um den Härtegrad zu erhöhen. Wieso also nun dieses, durchaus gelungene aber eben ausbruchsanfällige, Holznest?

Schöne Grüße
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Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Erne » 1. Dezember 2017, 21:59

Das sie sich durchknabbern, damit könntest Du richtig liegen, auch wenn es nicht einfach sein dürfte.
Die Rückwand besteht aus 5-fach verleimten Sperrholz der härteren Art.
Seitenteile, Wände, Zwischenwände aus härterem Kiefernholz.
Mit Messor barbarus habe ich schon einiges erlebt, so dass ich auch davon ausgehen muss, das sie mit der Zeit irgendwo durchkommen.

Der Block ist so gebaut, dass ich ihn, ohne größeren Aufwand, mit Kunststoffplaten ummanteln kann.

Der Holznestteil ist ein Experiment, um zu schauen was sie überhaupt damit anfangen.
Für mich der Grund, nicht gleich eine Ummantelung mit zu bauen.

Grüße Wolfgang

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Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Sir Joe » 2. Dezember 2017, 19:35

Klingt interessant, hätte mich auch gewundert, wenn du keinen Plan B hättest. Dann dürfen wir also gespannt sein, wann es soweit ist.
Ich gehe davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit, bzw. Platzmangel ist, bis sich deine Kolonie aus dem Nest beißt, aber wer weiß, warten wir mal ab.
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Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Kalinova » 16. Dezember 2017, 12:27

Du meinst also sie haben sich im Rohr totgelaufen weil sie die die Orientierung verloren haben.
Finde die Theorie plausibel, auch ich konnte bei meinen Ameisen erahnen, dass sie sich an markanten Stellen orientieren. Zum Beispiel laufen sie eine Weile an der Scheibe entlang was recht planlos wirkt, aber sobald sie den Schlauchanschluss erreichen verschwinden sie zielstrebig darin. Im Schlauch selbst konnte ich keine Orientierungsschwierigkeiten bemerken, was nicht heißt dass es keine gibt, jedoch hilft vermutlich das Seil sowie die veränderte Steigung.
Vielleicht hilft es bereits, wenn du ihnen zukünftig ein solches Seil in die Röhre gibst, oder die Röhre eher um die Arena herum verlegst (oder woanders lang) anstatt direkt nebeneinander.

Ob es nun die "Sonne" auch als Orientierung dient, dazu kann ich nichts sagen. Immerhin bewegt sie sich in der Natur und ist von Ameisen wohl auch nur bedingt sichtbar, je nach Vegetation. Denn für so kleine Tiere ist sicherlich auch schon hohen Gras ein dichter Wald. Bei Wüstenameisen wurde es ja auch schon untersucht, diese nutzen wohl den Sonnenstand aufgrund mangelnder anderer Orientierungsmöglichkeiten. (ob es dazu weitere Untersuchungen gibt ist mir nicht bekannt)

Gruß Kalinova
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Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Serafine » 16. Dezember 2017, 12:48

Wie wäre es mit dem Versuch mal eine der Röhren abzudunkeln? Wenn sie sich an der Lampe orientieren müsste das eigentlich helfen.

Alternativ könne man eine Röhre komplett in durchsichtige grüne Folie einwickeln und die andere in blaue (oder rote) Folie und schauen was passiert. Auch geometrische Formen auf der Röhre wären denkbar - bei einigen Ameisen wurde ja schon nachgewiesen, dass sie z.B. Dreiecke und Quadrate erkennen können, weiß jetzt nicht ob Messor dafür gut genug sehen, aber z.B. schwarze Längsstreifen mit Klebeband müssten auch die erkennen können. Viele Ameisen orientieren sich ja zumindest in gewissem Maße am optical flow (wie Bienen), wenn der in beiden Röhren gleich aussieht kann das natürlich zum Problem werden.
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Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Erne » 16. Dezember 2017, 15:32

Keine Sorge, die Ameisen haben sich nicht totgelaufen.
Irgendwann sind sie auch an ihr Ziel gekommen.
Das Messor barbarus „ungeduldig“ werden wenn sie das was sie transportieren wollen, nicht weiter bekommen und dann einfach liegen lassen, ist auch immer wieder zu beobachten.
Es finden sich dann andere Arbeiterinnen, die den Transport fortsetzen.

Ich sehe auch keinen Zusammenhang, dass das Arbeiterinnensterben durch das Rohrsystem verursacht wurde.
Wenn sich das so gelesen hat, war meine Wortwahl unpassend.
Die aufgetretenen Todesfälle werden eine andere Ursache gehabt haben, konnte das leider nicht weiter ergründen.

Der Gedanke, die Röhren abzudunkeln, bzw. nur eine ist mir auch gekommen.
Habe es nicht gemacht, weil es mich interessiert hat, wie sich das weiter entwickelt.
Der Gedanke, dass es mit der Lichtquelle zusammen hängen könnte, ist mir gekommen bei der Beobachtung des Weges, den die Ameisen ohne direkte Sicht zur Lichtquelle zurücklegen.
Das letzte Drittel der Parallelröhre verläuft vor dem Nest, wo dass Lampenlicht nicht mehr hin scheint.

Rohrsystem -5.jpg

In dem Bereich sind keine Irritierungen der Ameisen mehr zu beobachten.

Beruht alle nur auf Vermutungen, kann durchaus auch andere Gründe haben.

Grüße Wolfgang
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