Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Allgemeine Fragen und Themen über europäische Ameisenarten.

Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon BenVape » 6. August 2018, 22:25

Klingt logisch was ihr beide sagt. :)
Vermutlich bin ich einfach nur überfürsorglich.
Honig- bzw. Zuckerwasser werd ich vorerst gar nicht mehr anbieten, und das Angebot auf Körnerfutter, Proteine und Wasser (Kronkorken mit Wassergetränkter Watte bzw. die beim Antstore mitbestellte neue Tränke) beschränken.
:braver:
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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon Erne » 6. August 2018, 23:20

Zuckerwasser, Honigwasser, Honig, biete ich meinen Messor Völkern schon länger nicht mehr an.
Sie nehmen es selten und wenn doch, ist nachzuprüfen ob es nicht an Trinkwasser fehlt?
Zudem, was nur meine persönlichen Beobachtungen sind, erhöht es die Sterberate bei diesen Tieren deutlich.
Bin immer der Ansicht gewesen, dass nur mit zusätzlicher Insektenfütterung Messor richtig voran zu bringen ist.
Heute denke ich darüber nach, ob das nicht der falsche Weg ist?
Sicherlich bringt es eine gute Entwicklung, nur wie sieht es mit der weiteren Entwicklung solcher Völker aus?
Das Körner mit ihrem Inhaltsstoff „Stärke“ den Kohlenhydratebedarf von Arbeiterinnen und Larven
gut abdecken, steht für mich außer Frage.
Nebenbei angemerkt, Kohlenhydrate sind nicht nur der Treibstoff der adulten Tiere am Laufen hält auch Larven brauchen Kohlenhydrate.

Körner enthalten zudem viel Eiweiß, als Beispiel sei hier Weizen angemerkt.
Ohne Spelzen enthalten Weizenkörner 61 % Kohlenhydrate, 11,4 % Eiweiß, 13,3 % Ballaststoffe, 1,8 % Fett und 1 %

Nüsse geben noch mehr her an Eiweiß.

Noch meinen heutigen Erkenntnissen aus vielen Jahren Beobachtung, lassen sich Messor barbarus ganz ohne Insektenzütterung halten.
Auch beobachtet, dass sich damit keine rasche, sprunghafter Zuname an Arbeiterinnen erreichen lässt.

Grüße Wolfgang
.
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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon BenVape » 6. August 2018, 23:38

Das klingt interessant und durchaus logisch, Erne.
Nur, ist für Ameisen der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichem Protein wichtig?
Gibts da überhaupt nen Unterschied?
(bin kein "Ernährungsexperte", drum die vielleicht etwas dämliche Frage)
Nüsse sind aber auch keine schlechte Idee. Hab ich in nem Haltungsbericht auch schon mal gesehen dass Messoren da recht begeistert von sind.

Jedenfalls waren meine Mädels während ich auf Spätschicht geschwitzt hab recht fleißig.
Ist schon ein erster Gang und ein erster Ansatz einer Kammer erkennbar. :)
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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon BenVape » 7. August 2018, 08:14

LEUTE, wir sind VERLOREN! :(

Am Eingang vom RG tummeln sich 4 oder 5 Arbeiterinnen.
D.h. Ameisen halten jetzt auch schon konspirative Treffen ab.
Ganz klar der Auftakt zu einer großangelegten Meuterei! :gatling:

:irre:
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Siehe Eingang vom RG ;-)
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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon BenVape » 9. August 2018, 16:01

Schwitzende Grüße allerseits :fettgrins:

Meine Mädels leben noch.
Und wie es scheint gehts ihnen recht prächtig. :)

Allzuviel Neues gibts (leider) nicht zu berichten, geht halt alles so seinen Gang.
Die Grabungen im Nestbereich gehen weiter, wenn auch schleppend und ohne erkennbaren Masterplan.
Der erste Gang geht interessant gewunden vertikal, eine Kammer wurde noch nicht begonnen.
Die Damen sind ja noch jung, sie lernen es bestimmt noch.

Das frische Minor-Futter vom Antstore wird gut, aber eben nach Bedarf (d.h. sporadisch) angenommen.
Ein paar leere Samenhülsen bzw. Spelzen verraten aber dass sie es annehmen.
Das mitbestellte Protein-Jelly wurde nicht angerührt.
Aber für Krill kann ich mir künftig den Napf sparen, der wird binnen weniger Stunden geplündert, ins RG geschleppt und gefuttert.
Kein Wunder, nach Augenschein gibts mittlerweile recht viel Brut.
Heute früh ein scheinbar recht frisches Eierpaket entdeckt, dazu ein paar Larven (wovon eine erheblich größer ist als die anderen, könnte ne große Media werden) und eine weiße Puppe.
Die dunkle Puppe von vor ein paar Tagen konnte ich leider nicht mehr sehen, ist entweder gut versteckt, oder geschlüpft ohne dass ichs mitbekommen hab.

Leider sind meine Foto-Skills noch nicht gut angepasst, drum ist das eigentlich interessante (die Brut im RG) leider nur unscharf zu erahnen.
Aber zumindest sieht man dass meine Mädels ihren Aushub großzügig und großflächig verteilen.....
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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon BenVape » 11. August 2018, 09:32

Guten Mor-gääähn allerseits :)

Heute muss ich mal mit einem Geständnis anfangen.....
Ich HASSE Krabbelgetier!
Ernsthaft, wenn bei mir in der Wohnung was insektenartiges herumschwirrt oder krabbelt, krieg ich nen Blutrausch bis das Vieh möglichst brutal erschlagen ist.
Und ich halte Ameisen. :D
Sogar mit Begeisterung!
Meine Kolonie ist ja noch (sehr) klein, aktuell so ca. 20 Meisen und entspr. wenig "Akschnn" (frei nach A. Schwarzenegger), aber dennoch erwische ich mich immer öfter dabei meinen kleinen Lieblingen fasziniert, ja fast schon hypnotisiert zuzuschauen.
Find ich total faszinierend wie sich z.B. eine kleine Meise mit der Hülse von ner Kanariensaat, die gut anderthalb mal so groß ist wie die Meise selber, herumplagt und da wirklich hartnäckig bleibt.
Oder wie zwei Arbeiterinnen im RG-Nest ein Korn Kanariensaat zur Gyne schleppen und die direkt anfängt dem Korn die Hülse wegzubeißen.
Ich find das total toll. :)
Hätte mir vor nem halben Jahr jemand gesagt dass ich mal sowas schreib, hätt ich ihm zu einem offenbar dringend nötigen Aufenthalt in der Psychiatrie verholfen....
:D

Anyway,
heut isses mir endlich mal gelungen ein paar brauchbare Fotos von meiner Gyne und dem Bruthaufen zu machen.
Eier gibts einige, Larven aktuell so ca. 10 und an Puppen konnte ich eine kleine helle entdecken.
Man merkt auch dass die Chefin mit zunehmender Brut doch etwas nervöser und schreckhafter wird, ist aber m.E. nach alles im Rahmen.
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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon BenVape » 11. August 2018, 09:59

Die Unterbringung meiner Mädels hab ich mir auch mal durch den Kopf gehen lassen......

Momentan sind sie ja in dem Acryl-Formi untergebracht, bzw. in ihrem RG in dem Acryldingens.
Kundenberichten zufolge sollen sich da aber die Klebestellen nach einigen Monaten anfangen aufzulösen, weswegen ich die neuralgischen Stellen direkt bei Ankunft mit (halbwegs) transparentem Klebeband gesichert bzw. verstärkt habe.
Dennoch is mir das Acrylding nicht so recht geheuer, drum hab ich mich mal bisschen umgeschaut.

Meine Idee ist ein Modularer Aufbau aus 3 separaten Elementen:
- "Hauptnest" (Ameisen Starter Set L - 30x20 - Combi vom Antstore)
- "Brutnest" (https://www.amazon.de/gp/product/B07CTG ... JS8L&psc=1)
- "Futterarena" (Ameisenarena 20x10x10 vom Antstore)
Alles miteinander verbunden über Schläuche mit dem "Hauptnest" in der Mitte, dem "Brutnest" als linken Anbau und der "Futterarena" als rechten Anbau.

Die Idee dahinter ist:
- Im Brutnest kann die Königin mit ihrem Hofstaat und ihrer Brut ungestört und unabhängig von dem was in den restlichen Nestteilen abgeht residieren.
- Separates Brutnest lässt sich schön einfach beobachten und vor allem unabhängig vom Rest befeuchten.
- Das Hauptnest kann schön eingerichtet werden, z.B. mit dem Kaktus Vuka Holz vom Antstore als "3D-Element" (der Nestbereich ist ja etwas niedriger als der Deckel und irgendwann werden sich die Mädels nach oben durchgegraben haben, mit dem gitterförmigen Holzteil, schräg reingestellt, haben die Meisen quasi eine "Außentreppe")
- Nestbereich im Hauptnest kann ziemlich trocken gehalten werden und so gut als Vorratskammer genutzt werden.
- Die separate Futterarena ist dann quasi mein Arbeitsplatz, wo Futter und Wasser bereitgestellt werden und Abfall entsorgt werden kann, ohne die restlichen Nestteile zu stören (vor allem die Gyne mit Brut)
- Durch die Schläuche ist für reichlich Auslauf gesorgt

Was meint ihr zu meinen Ideen? :)
BenVape
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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon Kalinova » 11. August 2018, 11:27

Warum eine Nest-Arena Kombie als Nest, würde eine Farm da nicht genügen? Vermutlich hast du dir was dabei gedacht, so ganz schlüssig ist es für mich allerdings nicht.

Wenn du bei unterschiedlichen Anbietern kaufen möchtest, solltest du darauf achten, dass die Schlauchanschlüße und Ähnliches passend sind oder damit rechnen, dass du da nochmal Hand anlegen musst.

Auch kannst du dir überlegen ob im Schlauch noch eine Kletterhilfe platziert wird. Durch die glatte Oberfläche können manche Arten sich dort nicht so gut festhalten und überwinden Steigungen teilweise garnicht oder nur mit viel Mühe.

Für einen besseren Ausbruchschutz ist ein Rahmen empfehlenswert, besonders auch für das Nestbecken falls du da doch mal drin hantieren musst/möchtest. Anfangs vielleicht noch nicht dringend notwendig, mit steigender Volksgröße aber wirklich sinnvoll.

Schau ob du wirklich ein Starterset brauchst, dort sind viele Sachen enthalten. Aber wenn du nicht alles brauchst kommst du vielleicht günstiger wenn du dir das selbst zusammenklickerst.

Gruß Kalinova
Meine erste Ameise: Lasius niger -> weisellos abgegeben für Chthonolasius Gründungsversuch
Aktuelles Volk: Camponotus cosmicus

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