Haltungsbericht: Lasius niger (Sommer 2016)

Unterfamilie: Formicinae

Re: Haltungsbericht: Lasius niger (Sommer 2016)

Beitragvon Chris Quinn » 16. September 2018, 16:23

Ich werde irre an den Ameisen! Es gab keine Spur von der Königin oder Brut, doch nun sind plötzlich wieder Puppen aufgetaucht, die bald reif zu sein scheinen; nicht viele, aber immerhin. Ist das nun ein letztes Aufbäumen bevor die Kolonie den Alterstod stirbt oder ein Zeichen für intaktes Kolonieleben? Dieses Wishiwaschi ist doch unwürdig...

Proteine werden gerne genommen und seitdem ich wieder einen Lichtschutz verwende, reagieren die Tiere auch wieder empfindlich, wenn ich ihn entferne.

Wenn die Königin tot sein sollte, dann habe ich mich gefragt, ob es am Lachs liegen könnte, den ich meinen Ameisen gerne gefüttert habe, und den sie immer mit viel Appetit gefuttert haben. Abgesehen davon, meine ich die Tiere mit artgerechten Futter versorgt zu haben.
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Re: Haltungsbericht: Lasius niger (Sommer 2016)

Beitragvon Chris Quinn » 23. September 2018, 16:54

Habe die olle Kiste, in der die Ameisen ihre Winterruhe verbringen sollen, ausgebessert und fertig gemacht. Ich werde nun anfangen sie langsam an kühlere Temperaturen zu gewöhnen, damit sie dann in die Winterruhe gehen können.

Bei der Gelegenheit habe ich mir das Nest nocheinmal ganz genau vorgenommen: das hat den Hühnerhaufen natürlich mächtig aufgeschreckt. Keine Spur von einer Königin, aber dafür konnte ich eine Larve finden. Das spricht dafür, daß noch nicht alles verloren ist. Vielleicht ist das alles Teil des Winterplans.

Proteine werden weiterhin angenommen und die Arbeiterinnen haben sämtlich sehr dicke Gaster.
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Re: Haltungsbericht: Lasius niger (Sommer 2016)

Beitragvon Chris Quinn » 21. Oktober 2018, 16:20

Die Ameisen sind in ihrer verdienten Winterruhe. Dazu habe ich sie Anfang Oktober erst tagsüber, dann auch nachts auf den Balkon gestellt. In dieser Zeit habe ich sie weiter mit Kohlenhydraten versorgt.
Als es nocheinmal warm wurde, habe ich ihr Nest im Kühlschrank deponiert, wo sie bleiben werden, bis die Temperatur auch am Tage regelmäßig unter 10 Grad fällt. Dann kommen sie wieder raus auf den Balkon in ihre geschützte Winterkiste.

Damit hat sich der Kreis dieses Ameisenjahr wieder geschlossen. In der letzten Saison haben sie das erste Mal Lebendnahrung erlegt und sind endlich in ein neues Nest umgezogen. Vermehrt haben sie sich natürlich auch ganz gut. Sie hatten eine neue und größere Arena erhalten. Ferner wurde die jüngere Kolonie an einen anderen Halter abgegeben.
Leider kann ich noch immer nicht mit Bestimmtheit sagen, ob die Königin verstorben ist oder nicht. Bei rationaler Abwägung der Tatsachen muß ich wohl davon ausgehen, daß sie tot ist; trotzdem hoffe ich auf ein gutes Ende und pflege die Kolonie so weiter als sei sie überlebensfähig.
Im nächsten Jahr soll die Arena weiter erweitert werden.

Wann immer sich die Gelegenheit bietet, halte ich Ausschau nach einer Temnothorax nylanderi Kolonie.

Gerne hätte ich noch ein BIld eingebunden, aber die Scheibe am Nest war zu beschlagen.

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Re: Haltungsbericht: Lasius niger (Sommer 2016)

Beitragvon Chris Quinn » 4. November 2018, 16:51

Habe die Ameisen aus dem Kühlschrank auf meinen Balkon verfrachtet. Es ist zwar nicht so kühl wie ich es mir wünsche, aber dort sind sie, meine ich, trotzdem besser aufgehoben.

Bilder gibt's wieder keine, wegen des feuchten Niederschlags. Aber ich konnte erkennen, daß sich die Tiere hauptsächlich in eine Kammerecke zurückgezogen haben. Nur eine handvoll Tiere liefen ganz langsam umher.
Außerdem haben sie das mit Sand verbaute Gangstück, von dem ich hoffte, daß sich darunter die Königin verberge, geöffnet. Man sollte meinen, daß ich nun Gewißheit habe, ob die Königin noch lebt oder nicht. Man sollte die Tiere nicht unterschätzen, antworte ich darauf: den Sand haben sie benutzt, um die Ecke, in der sie ruhen, etwas auszupolstern, was in Kombination mit der feucht beschlagenen Scheibe den Informationsgehalt eines Blicks ins Nest, trotz beleuchteter Lupe, auf schönes, weißes Rauschen mit einem Schuss Chitin reduziert.

Nicht zum ersten Mal fühle ich mich von meinen Ameisen gefoppt.
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Re: Haltungsbericht: Lasius niger (Sommer 2016)

Beitragvon Chris Quinn » 9. Dezember 2018, 16:37

Der heutige Kontrollblick ins Nest hat mir die Gewissheit verschafft, daß keine Königin mehr in der Kolonie vorhanden ist. Den Arbeiterinnen aber scheint es gut zu gehen.

Schade, daß es in absehbarer Zeit ein Ende mit ihnen haben wird. Die Königin lebte etwa 2 Jahre. Ihre Kolonie entwickelte sich zuerst gemächlich, aber spätestens in diesem Jahr, gab es eine beeindruckende Menge an Brut.

Eine Ursache für ihren überraschenden Tod kann ich nicht nennen.
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Re: Haltungsbericht: Lasius niger (Sommer 2016)

Beitragvon Chris Quinn » 7. April 2019, 10:55

Habe meine Rumpfkolonie aus der Winterruhe gescheucht: sie wirkten tatsächlich etwas träge, was nützlich war, denn so konnte ich ohne größere Aufruhr das Nest an die Arena anschliessen.

Es scheint, daß nur einzige Arbeiterin zu beklagen ist, die ich aber auch selber getötet haben könnte.

Nur ein paar Minuten hat es gedauert, bis die ersten Arbeiterinnen das Nest verlassen haben, um auf Erkundungstour zu gehen. Auffälligerweise haben sie sich nicht gleich auf die angebotenen Leckereien gestürzt, sondern haben wirklich erst die Lage gepeilt.

Aller Sorgfalt zum Trotze, gab es anfangs massive Ausbrüche. Dies hat mich aber nicht sonderlich beunruhigt, denn was kann eine weisellose Kolonie schon ausrichten, im Notfall gegen einen Staubsauger?
Die Ursach' waren ein unsauber aufgetragener Ölfilm und ein undichter Schlauchanschluß. Nun scheint es zu gehen. In den vorherigen Jahren gab es nie Schwierigkeiten dieser Art. Wie ich gelesen habe, könnte ein verstärkter Expansionsdrang mit eine Rolle spielen, der dem erwachten Volk ein gutes Revier nach der Winterruhe sichern soll, ehe die anderen Pennerinnen aufwachen.

Jetzt kann ich meiner Kolonie in aller Ruhe beim Eingehen zuschauen, denn eine neue Königin ist während der Winterruhe nicht aufgetaucht. Ich bin gespannt, wie lange sie durchhalten werden.
Ich hatte nicht den Eindruck, daß sie großen Hunger gehabt haben. Aber sie haben schnell eine Spinne ins Nest verfrachtet. Wegen ihres absehbaren Todes, habe ich ihnen nicht den ganz großen Arenenkomplex geboten, den ich in der letzten Saison geplant hatte: es wird schon gehen.

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Re: Haltungsbericht: Lasius niger (Sommer 2016)

Beitragvon Serafine » 7. April 2019, 14:32

Versuch doch im Sommer eine Adoption, das hat bei anderen Haltern schon oft geklappt, gerade wenn die Kolonie schon seit mehreren Monaten königinnenlos ist stehen die Chancen recht gut. Geht dann auch auf jeden Fall schneller und (wenn die Königin angenommen wurde) weniger riskant als ein kompletter Neustart. Alternativ, wenn dir ein Sozialparasit wie L. umbratus über den Weg läuft...
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Re: Haltungsbericht: Lasius niger (Sommer 2016)

Beitragvon Chris Quinn » 8. April 2019, 20:42

Prima Idee! Wenn Du meinst, daß es funktionieren könnte, dann werde ich versuchen eine Lasius niger Königin adoptieren zu lassen. Eine Sozialparasitin zu finden, traue ich mir nicht zu.
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