Stechen, beißen oder pinkeln

Stechen, beißen oder pinkeln

Beitragvon Irina » 10. Februar 2019, 19:25

Als Kind wurde mir beigebracht, dass Ameisen pinkeln. Das hat mich jetzt genauer interessiert und ich habe ein bisschen gegoogelt, das Ergebnis möchte ich hier zur Information schreiben.

Rote Waldameisen verspritzen aus dem Hinterteil Säure, dies bis zu 15 cm weit. Aber als Pinkeln kann man dies nicht bezeichnen. Wenn die Ameise ihren Feind erreicht, beißt sie erst zu und dann spritzt sie Säure in die Wunde.

Die Knotenameise dagegen kann stechen. Jetzt muss ich nur noch googlen, was eine Knotenameise ist. Ich hoffe mein Beitrag interessiert euch.
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Re: Stechen, beißen oder pinkeln

Beitragvon Serafine » 11. Februar 2019, 02:05

Ameisen pinkeln schon, das sieht dann aber eher so aus.
poop.jpg

Bei meinen Camponotus wird das hart wie Stein, Messor dagegen haben oft sehr schmierige und ölige Ausscheidungen.

Knotenameisen sind eine große Verwandschaftsgruppe (genauer gesagt eine Unterfamilie) innerhalb der Ameisen - ungefähr so wie Füchse, Kojoten und Wölfe jeweils Untergruppen der Hunde sind.
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Re: Stechen, beißen oder pinkeln

Beitragvon Irina » 11. Februar 2019, 08:51

Pinkeln die auch zur Abwehr? Kenne mich gar nicht aus.
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Re: Stechen, beißen oder pinkeln

Beitragvon Erne » 11. Februar 2019, 14:43

Hallo Irina,
prima das Du diese Thematik ansprichst.
Das Ameisen pinkeln wird sich sicherlich aus allgemeinen Beobachtungen der Bevölkerung ableiten.
Wobei mit „Pinkeln“ auch nicht die Ausscheidungen gemeint sind, die nach der Verdauung von Futter mehr oder weniger flüssig abgegeben werden.
Wie solche Ausscheidungen aussehen können, wird auf dem Bild von Serafine eindrucksvoll sichtbar.

Was der Volksmund als „Pinkeln“ deutet, ist das Verspritzen von Ameisensäure, gut zu beobachten bei Formica rufa.
Dabei handelt es sich nicht um Produkte des Darms aus der Verdauung resultiertend, sondern um eine Flüssigkeit die in der Giftdrüse gebildet wird.
Ameisen setzen Säure ein um sich zu verteidigen, ihre Beute zu lähmen oder zu töten.
Ein Verhalten was bei Ameisen der Subfamilia (Unterfamilie) Formicinae (Schuppenameisen) zu beobachten ist.

Ameisen mit Stachel sind in der Subfamilia (Unterfamilie) Myrmicinae (Knotenameisen) zu finden.
Z. B. unsere einheimische Myrmica rubra gehört zu diesen Ameisen.
Soweit der Stachel bei diesen Arten noch nicht verkümmert ist, können diese mitunter sehr schmerzhaft stechen.

Myrmica rubra ist z. B. eine dieser Arten die noch gut stechen können.
Messor barbarus dagegen stechen, wegen eines verkümmerten Stachels, nicht mehr.

Beißen können viele Ameisenarten.
Je nach Ausbildung ihrer Mandibeln (Mundwerkzeuge) mehr oder weniger kräftig.
Werden eingesetzt zur Verteidigung, zum Beutefang und zur Zerkleinerung, sowie zum Materialtransport bei Bauarbeiten.
Bei Ameisen aus der Unterfamilie Formicinae auch zu beobachten, dass sie Beutetiere beißen und in Bisswunden Ameisensäure spritzen.

Grüße Wolfgang

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Re: Stechen, beißen oder pinkeln

Beitragvon Sebantian » 11. Februar 2019, 15:19

"pinkeln" bedeutet ja umgangssprachlich urinieren. Das Urinieren heißt in der Biologie Miktion, also die Harnentleerung. Miktion kommt bei allen Säugetieren vor. Bei Insekten, Vögeln, Reptilien nicht, da sie keine Harnblase besitzen und folglich auch nicht urinieren = pinkeln können.

Die Frage kann also mit einem schlichten "nein" beantwortet werden.
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Re: Stechen, beißen oder pinkeln

Beitragvon Serafine » 11. Februar 2019, 18:58

Zumal Urin ja auch eine recht spezifische Flüssigkeit ist, die in erster Linie zur Stickstoffausscheidung dient (klappt das nicht, dann sammelt sich die stickstoffhaltige Harnsäure im Blut an, was den Blut-pH-Wert ins saure verschiebt, was wiederum dazu führt dass die Harnsäure im Blut kristallisiert, was wiederum überaus schmerzhafte Gelenkentzündungen verursachen kann - der Volksmund nennt das dann Gicht).

Ameisen scheiden einfach alles aus dem Darm aus (sie trennen also nicht zwischen pinkeln und dem größeren Geschäft) - wie der Kot genau beschaffen ist hängt von der Ernährung der Ameisenart ab.

@Erne Zu erwähnen wäre noch, dass auch einige Ameisen die nicht zu den formicinen Arten gehören ihre Giftdrüsenprodukte auf Reichweite einsetzen können. Solenopsis invicta beispielsweise erreicht das wohl durch das ausscheiden eines Gifttropfens an der Stachelspitze, der dann durch heftiges wedeln des Hinterleibs als Sprühregen in der Umgebung verteilt wird.
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