Sajikii's Logbuch

Erfahrungen in der Haltung europäischer Ameisen.

Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 27. Januar 2016, 13:21

News:

Ich weiß nicht, irgendwie erinnern mich die Hobbock-Formicarien an diese altrömischen Toiletten. :rolleyes: :D
Aber es ist irgendwie auch witzig, wenn man nur mehr aus der Vogelperspektive die Tiere beobachten kann, hat einen Freilandbeobachtungs-Charakter, das mag ich :D.

Sowohl die pallidula als auch die vagus Kolonien scheinen sich mittlerweile richtig eingelebt zu haben. Sämtliche Ritze und Öffnungen entlang der Glasscheibe (die auf'm Beobachtungsnest liegt) werden mit Steckmoosstückchen verschlossen, auch der offizielle Nesteingang wurde angepasst. Die pallidula nutzen ihn so wie in der Natur, sie öffnen ihn nur, wenn sie die großen Futterinsekten reinschleppen wollen, danach wird wieder geschlossen. Ihr kleiner Haupteingang liegt an einer Ecke des Nestes, man sieht auch gut die hoch besetzte Wächterinnenaufstellung. Auch furagieren die drei Kolonien die meiste Zeit, oder sind einfach am scouten. Die hohen Hobbockwände gefallen ihnen gut, da haben sie echt viel Lauffläche.

Bloß die barbarus... ja ja, da haben sie mir wirklich einen Streich gespielt. Ich sehe nur mehr vereinzelt ein paar Minor-Arbeiterinnen herumlaufen, mehr nicht. Kein Nahrungseintrag, gar nix.
Nur der Aushubhaufen wird immer größer, und mittlerweile keimen schon ein paar Samen, also ja... es wird bunt ^^. (ob ich die Kleinen umsiedeln muss?)
Aus diesem Grund habe ich jetzt spontan mal drei neue Grundkenntnisse für die Verwendung von Steckmoos festgelegt:
- nicht geeignet für Ernteameisen jeglicher Gattung (außer man bietet ihnen streng geteilte Nestteile an, nicht nur einen Behälter)
- Springschwänze müssen dazu
- man kann den Stand der Feuchtigkeit anhand des Gewichtes des Hobbocks wunderbar bestimmen und einschätzen, da ja in diesem Falle das trockene Gesamtgewicht extrem leicht ist

Und zum Schluß noch ein Foto der Camponotus vagus Kolonie A. Seit rund vier Tagen beobachte ich ein wirklich interessantes Verhalten... rund sieben bis zehn Arbeiterinnen versammeln sich immer genau mittig auf der Holzplatte des Beobachtungsnestes, ABER NUR wenn das Licht aus war. Das Foto selbst wurde ein paar Minuten später gemacht, da liefen sie wieder verstreuter herum und die mysteriöse Gruppenbildung war wieder aufgelöst :D.
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Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 4. Februar 2016, 23:33

Update:

Heute erhielt ich endlich die zwei Zuchtansätze von Springschwänzen, die auch sofort in die Hobbock-Formicarien aufgeteilt wurden.
Erstaunlicherweise bekam ich hier wirklich stark besetzte Zuchtansätze, ich bin wirklich begeistert.
Jetzt bleibt sicher alles gut sauber, und zu dem verstreuten Substrat werde ich wohl demnächst etwas Falllaub beimengen und gelegentlich die Urinsekten mit Gemüse beglücken.

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Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 12. Februar 2016, 11:13

Update:

Auch wenn die Ameisen noch so gerne in diesem Steckmoos herumwühlen, die Beigabe der mit Urinsekten geimpfte Erde war ein erneuter Auslöser für große Umbauarbeiten. Zuvor konnte man aber schon wirklich viele Bauaktivitäten beobachten, überall häuften und häufen sich immer noch die Steckmoos-Stückchen von den Grabungen, von jeder Seite kommen die Ameisen heraus und sogar die frei gelassene Wassertankstelle im Boden wurde für underground-Grabungen ausgenutzt. Besonders die vagus bohrten regelrecht Löcher ins Steckmoos, alles kein Hindernis für ihr Vorhaben.
Die Springschwänze selber werden mit ganz wenig Fischfutterchips bei Laune gehalten, es tummelt sich immer viel herum, bei Nacht wimmelt es oft nur noch von diesen kleinen Mondscheingeistern :p.

Beide Kolonien Camponotus vagus stehen offensichtlich dem Beobachtungsnest treu gegenüber, haben aber wie schon gesagt, viele weitere Grabungen vorgenommen. Die Pheidole pallidula sind ebenso dem Beobachtungsnest treu und führten augenscheinlich kaum andere Arbeiten im Moos durch. Nur die Messor barbarus tanzen komplett aus der Reihe... ich schrieb ja im vorletzten Bericht, Ernteameisen sind nichts mit Steckmoos... aaaaaber naja, mal schauen. Momentan sehe ich das wieder mit anderen Augen, weil aus dem "Friedhof" ohne jegliche Außenaktivität doch sich etwas getan hat, in letzter Zeit zumindest.
Für diejenigen Leser, die noch nicht wissen was sie gemacht haben: Nachdem sie anfangs das Beobachtungsnest bezogen, führten sie quasi fast im selben Atemzug bzw. über Nacht eine Umsiedlung durch, die bei der freien Wassertankstelle im Steckmoosboden, also quasi zwischen Moos und Hobbockboden, sich einnisteten. Dann war komplette Stille... auch der Körnerhaufen sah so unberührt aus. Und wie schon erwähnt, geschahen plötzlich erkennbare Dinge wie Aushubarbeiten und das raustragen von leeren Körnern. Auch das Heimchen gestern verschwand über Nacht, und sogar eine Grabung nach oben, quasi in Richtung Beobachtungsnest, wurde vollzogen. Da diese Ameisen es ja gern trockener haben, habe ich seit der letzten Wassergabe eine lange Zeit verstreichen lassen... und scheinbar passt das jetzt so, wie es gerade ist. Hier ist wohl eine dezente Wassergabe wichtig, übertreiben darf man da wirklich nicht, sonst besteht die unkontrollierte Gefahr (habe keine Einsicht ins Nest), dass ihre Kornkammer "kontaminiert" wird.

Unterm Strich, alles wohlauf, alle haben Hunger und entwickeln sich hoffentlich auch bruttechnisch schon gut.
In der Nacht ist es noch etwas kühler in diesem Raum, aber über Tag steigt es locker auf Zimmertemperatur. Sonneneinstrahlung durch die Fenster wie auch die Heizkörper machen schon vieles Wett.

Fotos habe ich leider keine... ich bin schon so gespannt wie es in den Beobachtungsnester wohl aussehen wird!? Die Zeit wird schon kommen, wo ich diesen Nestfrieden kurz mal stören muss :rolleyes: :p

LG
Sajiki

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Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 1. März 2016, 12:29

Update:

Obwohl wir heute wieder Neuschnee bekommen haben... so nutzte ich noch meine bisschen freie Zeit und holte die mitteleuropäischen Arten aus ihrer Winterruhe. Augenscheinlich sind alle Ameisen wohlauf, sowas freut mich natürlich besonders.

Die Gyne Pannonia bekam eines der drei großen Boxen als neue Bleibe, in die anderen zwei Boxen kamen die Solenopsis fugax-, wie auch die Tetramorium sp. Gyne. Hier sollten sich alle in Ruhe gut entwickeln können.
Erstmals gab es nur Zuckerwasser, wer meint die Arena erkunden zu müssen, wird auch somit fündig.

Alle drei Lasius flavus Kolonien sind in bester Verfassung.
Hier säuberte ich jeweils die Futterkammer (alte, unveränderte Heimchen ohne jeglichen Schimmel entfernt und die Honigbatterien neu aufgefüllt) und drückte die Watte der Wassertanks weiter ins Wasser, damit die Watte wieder gut im Saft steht.
Larven haben alle einen riesigen Haufen, ich bin wirklich begeistert.
Auch bin ich gespannt, wann sie endlich so wirklich Proteine brauchen werden... bisher brauchte jede Kolonie maximal ein ganzes mittelgroßes Heimchen, wenn überhaupt... erstaunlich.

Hm, was kann ich von den Hobbock-Kolonien erzählen?
Die pallidula-Kolonie hat ihre Grabaktivitäten erweitert, jetzt haben sie einen Haupteingang direkt bei der Hobbockwand, nicht unweit vom Beobachtungsnest entfernt. Hier wachen immer rund zwanzig Soldatinnen, und Hunger haben sie sowieso immer.

Die beiden vagus-Kolonien machen wie immer einen guten Eindruck. Gegraben wurde jetzt in letzter Zeit weniger, da reicht wohl gerade der vorhandene Platz. Sie sind mitunter immer die größten Zuckerwasser-Säufer.

Die barbarus-Kolonie spielt wie immer Verstecken, aber man sieht das was los ist, der Abfallhaufen wird nie kleiner, und scheinbar passt auch so die Futterversorgung. Auch wenn mir augenscheinlich viel entgeht, so bin ich guter Dinge.

Heute hab' ich seit der Besiedlung das erstemal wieder das Moos befeuchtet. Schon eine lange Zeit her, oder?
Im Sommer werde ich das sicher öfter machen müssen ;).

Soweit sogut,

LG
Sajiki

P.S.: Wie es das Schicksal so wollte... da griff ich einmal zur Digicam und schon ist der Akku leer... auweh.

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Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 25. März 2016, 16:32

Update:

Nicht nur mehr die Südeuropäer, sondern auch die Mitteleuropäer sind nun allesamt fleißig im Brutgeschäft und so wie es aussieht dürfte es keinen Halt für eine ordentliche Entwicklungskurve nach oben geben. Hunger ist immer da, und zum beobachten gibt es sowieso immer was. (Wie leider zu erwarten, zeigt ganz alleine nur die arme Tetramorium sp. Gyne keine Zeichen für einen Neustart, vlt. wäre eine Umquartierung besser?)

Ich schrieb ja mal weiter oben, dass ich zwei Kolonien herschenken werde... eine Lasius flavus hätte ich in Wien abgegeben, Serviformica clara wäre in Richtung Bayern gegangen. Ich arbeite aber nicht mehr in Wien, wie auch der Postversand war mir am Ende dann doch leider zuwider.
Es tut mir Leid für die beiden Burschen :(.

LG
Sajiki
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P.pallidula "altes Futter unterhaltet sich mit frisches Futter"

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Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon Gast » 25. März 2016, 18:08

Schön, dass Du das mal weiter testest mit dem Steckschaum. Ich konnte bei meinem Test auch keinerlei negativen Auswirkungen feststellen, obwohl mich diverse Leute vor den schlimmsten Folgen gewarnt hatten. Vor allem zwei große Vorteile hat das ganze gegenüber Sand

  • Wiegt fast nichts
  • Stürzt nicht ein

Einzig die Farbe hat mich etwas gestört (aber ja geschmackssache). Jetzt habe ich gesehen, dass es speziell für Tannengestecke speziellen Steckschaum gibt (der nimmt auch die Feuchtigkeit auf, ist aber etwas stabiler). Der hätte sogar eine sandähnliche Färbung: http://www.amazon.de/duplex-Steckschaum ... B00F9VH3DM

Evtl. werde ich den auch mal testen. Wäre sicher auch eine sehr gute Alternative in Ameisenfarmen.

Gast
 


Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 25. März 2016, 20:34

Also, ich kann auch momentan keine negativen Einflüße auf die Tiere erkennen. Die Ameisen entwickeln sich normal, verhalten sich normal, auch die Gründerkolonien in den RGs mit Steckmoos-Elementen zeigen eine völlig normale Entwicklung.
Die Vorteile des wirklich geringen Gewichtes, der sehr raschen Feuchtigkeitsaufnahme und langen Speicherung, die Tatsache das nichts einstürzen kann... alles Punkte die auch mir sehr gut gefallen.

Danke sehr für deinen Fund bzw. den Link zur anderen Färbung. Da meine Steckmoos-Bestellung eigentlich fast bis zur Genze in den Hobbocks verbraucht wurde, werde ich gewiss in Zukunft wieder eine Bestellung machen müssen. Und da werde ich wohl auch auf dieses helle Steckmoos zurück greifen... immerhin sieht man so auch die Ameisen besser!

Ich überlegte schon vor einigen Wochen, wie ich eine "interne Nesterweiterung" in den Hobbocks machen könnte. Sobald die Kolonien den alten Steckmoosraum komplett durchlöchert haben und stark belaufen, werden 1cm dicke Holzversträbungen aufgelegt und eine neue Ziegelreihe draufgesteckt. So könnten insgesamt bis zu drei Reihen in einen Hobbock passen, das wäre dann extrem viel Platz für eine ordentliche Kolonie.

Steckmoos ist so praktisch, in der Ameisenhaltung überall einsetzbar.
Jede noch so kleine Idee kann damit einfach umgesetzt werden. Es macht einfach Spaß!
Und richtig, eine Antfarm mit Steckmoos hab' ich mir auch schon einmal im Kopf ausgemalt, gewiss eine einfache Sache und wunderbar in der Pflege.

Was für mich aber mittlerweile als wichtig erscheint: Das Formicarium bzw. Beobachtungsnest sollte "atmen" können und mit Springschwänze geimpft werden.

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Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon trailandstreet » 25. März 2016, 21:15

Das helle Moos sieht schon besser aus, gerade, wenn man (meist) dunklere Ameisen hält. Irgendwie gefällt mir die Idee immer mehr und da könnte ich mir auch gut eine Farm vorstellen.
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