Sajikii's Logbuch

Erfahrungen in der Haltung europäischer Ameisen.

Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 1. April 2016, 10:03

Update:

Von den Hobbocks-Kolonien gibt es nicht viel zu berichten. Futter wird immer fleißig angenommen und wie immer spielen die Messor Verstecken mit mir. Bloß die kleinsten Minor-Arbeiterinnen schicken sie immer in den Außendienst, aber die entgehen meinen Habichtaugen nicht ;).

So wie es aussieht, gab es kurz einen Modetrend bei meinen Gründerkolonien. Die Gyne Pannonia samt ihrem Gefolge, wie auch die fugax-Gyne, sind aus ihrem RG-Nest ausgezogen und suchten lieber ein Versteck unter dem Steckmoos-Boden. Die Pannonia haben rund 20 Larven mittlerweile, die fugax-Gyne kleine Bruthäufchen. Soweit so gut.
Die Tetramorium sp. Gyne wurde samt ihrem RG aus dem Behälter geholt und separiert. Ihr RG bekam einen Wattepropf als Verschluß, mit einem in Zuckerwasser getränkten Wattestäbchen. Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Die Serviformica clara kamen stattdessen in den nun leeren Behälter. Es fand also ein sinnvoller Wechsel statt, die Pygmäen sind eh schon laufwütig.

Die flavus-underground-Kolonien zeigen heuer irgendwie mehr Aktivitäten in den anderen Kammern. Alle drei Kolonien suchten bevorzugt die Wassertankkammer auf, sehr wenig war an den Honigbatterien. Überall sind eine ordentliche Menge an kleinen Larven zu sehen, bei der nächsten Rundfütterung wird das erste Mal heuer auch mit Insekten gefüttert. Ich bin jetzt schon gespannt, welchen Hunger sie zeigen werden.
Microheimchen oder Drosophila wären toll, hab' ich aber nicht. Mal schauen was ich so passendes finden werde...

LG
Sajiki

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Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 22. April 2016, 13:17

Sind zwar keine guten Fotos geworden, zeigen aber die aktuelle Fütterung:
Dateianhänge
vagus 1.jpg
Camponotus vagus
pallidula.jpg
Pheidole pallidula

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Re: Sajiki's Logbuch

Beitragvon Kaktus » 22. April 2016, 13:37

Sajiki hat geschrieben:Update:

Von den Hobbocks-Kolonien gibt es nicht viel zu berichten. Futter wird immer fleißig angenommen und wie immer spielen die Messor Verstecken mit mir. Bloß die kleinsten Minor-Arbeiterinnen schicken sie immer in den Außendienst, aber die entgehen meinen Habichtaugen nicht ;).

...


Das sieht doch alles gut aus, das mit den Messor kenne ich auch.
LG der Kaktus
Zuletzt geändert von Sajikii am 22. April 2016, 14:01, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Bitte in Zukunft hier nur Beiträge mit nützlichen Input posten - lieben Dank! :)
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Re: Sajikii's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 30. April 2016, 13:50

Update:

Was für ein wunderschöner Sonnentag heute was?
Nach all dem Neuschnee und eiskalten Nächten wo es sämtliche Pflanzen arg erwischt hat...

Heute war wieder Zeit für eine Runde Raubtierfütterung!

Details zu den Kolonien?
Nun ja, bei den Camponotus vagus scheint alles gut zu laufen. Wie immer schlagen sie sich ihre Kröpfe bis zum Rand voll und zeigen keine Müdigkeit dabei ihre Futterinsekten schleunigst in das sichere Nest zu transportieren.
Was ich auch immer ganz nett finde ist, dass man sie oft im Steckmoos knabbern hört. Man muss auch sagen, besonders bei Kolonie A sieht stellenweise das Moos aus wie ein Schweizer Käse. Ich denke, ihnen gefällt dieses stabile Material sehr, erinnert sie gewiss etwas an Holz. Liebend gerne würde ich ihre "Naturkammern" sehen können, aber das wird wohl ewig im Verborgenen bleiben. Doch... das macht mir nichts aus.
Heute scheint die Sonne besonders kräftig durch die Dachfenster, hier sonnen sie sich dann auch in großen Gruppen und betreiben nebenher gemütlich die Trophallaxis.
Was auch ganz witzig ist... vagus ist scheinbar Meister im Futterinsekten verwerten. Die Überreste bleiben mir verwehrt bzw. ist weit und breit kein Abfallhaufen zu sehen. Ganz im Gegensatz zu pallidula ;)

Die Pheidole pallidula überraschen mich immer wieder aufs Neue.
Es wirkt auch so als würden sie sich gut entwickeln, zumindest der Hunger ist wirklich immer wieder unstillbar.
Zuckerwasser wird nach wie vor gerne gefressen, und so wie es aussieht, haben sie ihren Neststandort im Steckmoos fixiert. Es gibt jetzt rund drei aktive Nesteingänge, die aber nur geöffnet werden, wenn es große Beute gibt. Solche Beobachtungen bzw. Verhalten kenne ich gut aus der Natur.
Allerdings vermute ich schon, dass sie das Beobachtungsnest auch bewohnen.

Was die Messor barbarus angeht... ja... die haben mich heute überrascht!
Das letzte Futterinsekten (etwas besonderes) wurde erstaunlicherweise komplett verzehrt, ich finde keine einzigen Überreste.
Auch ist heute vermehrt Außenaktivität zu beobachten. Mit einem Blick konnte ich sieben Arbeiterinnen erkennen (Minor- und Mediaarbeiterinnen) die wohl genährt wirkten und auch irgendwie immer in Richtung Beobachtungsnest liefen und irgendwo wieder verschwanden. Wie bei jedem Hobbockvolk, vermute ich auch hier, dass es eine Verbindung vom selfmade-Nest zum Beobachtungsnest existiert. Zumindest die Beobachtungen lassen darauf schließen.
Ich bin schon ein schräger Vogel... da lege ich Beobachtungsnester an, und habe fast nie reingeschaut. :D
Die Zeit wird schon noch kommen, irgendwann *gg*.

Die Serviformica clara haben seit einiger Zeit ein klares Wort gesprochen: RG-Nest zu!
Bis zum oberen Rand mit Moosklümpchen verbaut, wollen sie so ihre Ruhe verschaffen. Kein Problem ^^
Die kleinen Futterinsekten verschwinden immer wieder, also werden sie sich wohl bei Nacht raus trauen.
Gestört habe ich sie schon ewig nicht mehr, ich denke aber, ihre Brutentwicklung geht gewiss voran.

Die Gyne Pannonia (Camponotus vagus) macht mir immer wieder mehr Freude. Allein diese Idee, dass sie aus dem RG-Nest unter die Steckmoosplatte umsiedelten... herrlich! Ich muss zwar ab und an das Moos befeuchten, aber ansonsten kann ich wunderbar ihre Entwicklung beobachten. Da hatte ich wirklich Glück mit dieser Gyne, nachdem sie letztes Jahr durch die Hitzeperiode im Sommer einige Verluste hinnehmen musste... so bringt sie jetzt ihre volle Kraft zum Vorschein: Über 10 kleine Larven und 4 mittelgroße Larven, sowie einen physogastrischen Zustand, das ich eigentlich nur von Camponotus ligniperdus und Lasius niger so kenne. Sprich, es werden wohl erneut ordentlich viele Eier folgen!

Die Solenopsis fugax Gyne wurde seit der Umsiedlung in ihr neues Becken nicht mehr gestört.
Ich werde aber wohl in den nächsten Wochen einen Blick wagen müssen, um bei den ersten Pygmäen, die ich hoffentlich finden kann, auch dann zeitgemäß an die erste Fütterung denke.
Ähnlich verläuft es bei der Tetramorium sp. Gyne. Absolute Ruhe. Allerdings habe ich hier die Angst, dass sie eine Neugründung nicht schaffen wird. Leider.
Dateianhänge
vagus.jpg
C. vagus
pallidula.jpg
P. pallidula

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Re: Sajikii's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 4. Mai 2016, 13:18

News:

Ja, was höre ich denn da gerade? Absolute Stille herrscht im Raum, und irgendwie vernahm ich plötzlich so ein "bekanntes" Kratzgeräusch :D. Tatsächlich, die Pygmäen der Gyne Pannonia bearbeiten das Steckmoos. Einfach nur herrlich! Und da sagt noch einer, Ameisenhaltung wäre geräuschlos *gg*.

Weitere Bastelideen die ich in nächster Zeit in der Formicariengestaltung miteinbringen möchte:

- der Einsatz von Trocken-Steckmoos
- der Einsatz von Doppelstegplatten

Grundsätzlich macht es bei der Zweckentfremdung von Steckmoos für die Ameisenhaltung nur Sinn, wenn man das Naß-Steckmoos verwendet (nimmt Wasser auf). Allerdings kam ich kürzlich auf die Idee, dass Trocken-Steckmoos (wasserabweisend) eigentlich auch ihre Vorteile hat. Anfangs dachte ich sofort an die Messor-Haltung, hier könnte man problemlos fixe, trockene Stellen einrichten.
Außerdem gibt es bei Trocken-Steckmoos wesentlich mehr Farbauswahl, auch ganz nett eigentlich.

Und was die Doppelstegplatten angeht... ist ja eigentlich auch schon ein "alter Hut", so wie zum Beispiel, dass man Schraubenkoffer als Nest verwendet. Kürzlich wechselte ich schon stark verbleichte, alte und spröde Doppelstegplatten (wir hatten mal einen wilden Hagel im Jahre Schnee, viel Originalglas ging kaputt dabei) mit Neuen im Glashaus aus. Und bei dieser Arbeit wurde mir eigentlich wieder bewusst, dass man damit auch in der Ameisenhaltung gewisse Dinge basteln oder Methoden erfinden könnte.
Man kann dieses Material eigentlich mit einem scharfen Messer bzw. Cutter gut zurecht schneiden und so viele Ideen umsetzen. Ich dachte da zum Beispiel an Straßen bzw. Verbindungselemente, falls man mal auf die Schläuche und Röhre verzichten kann/will.
Oder ich könnte meine "Honigbatterien" (siehe Lasius flavus - Undergroundstudie) perfektionieren und damit eine neue Fütterungsmethode testen.

Mal schauen was dieses Jahr noch so an Bastelzeit mit sich bringt.
Ich wollte mit diesem Beitrag einfach meine Ideen mit euch teilen (womöglich habe ich damit das eine oder andere "Rad neu erfunden", aber naja) und ja, freue mich auf die ersten Ergebnisse.

LG

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Re: Sajikii's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 4. Mai 2016, 18:19

Update:

Auch Bierdeckel können von winzigen Ameisen nach richtiger Bearbeitung ohne Ertrinkungsgefahr aufgesucht werden :D
Dateianhänge
Tränke.jpg
Bierdeckel in Sonnenform geschnitten bzw. verbogen, als Zuckerwassertränke

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Re: Sajikii's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 5. Mai 2016, 14:09

Update:

Es gibt schlechte Neuigkeiten.
Heute habe ich nach der Fütterung seit langem wieder die fugax-Gyne kontrolliert, dabei musste ich feststellen das sie aus mir unerklärlichen Gründen verstarb.
Auch die Tetramorium sp.-Gyne zeigt keine Anzeichen für eine zweite Gründung. Das ist wohl auch nur noch eine Frage der Zeit...
Mir tut es Leid um die beiden Ameisen, es kann wohl aber nicht immer alles so gut laufen in der Haltung.
R.I.P.

Dennoch am Ende des Beitrages noch erfreuliche Nachrichten:
Seit der Umsiedlung führte ich heute die erste und sehr schnelle RG-Nestkontrolle bei den Serviformica durch, die mir wirklich ein wunderbares Bild lieferte. Wie man aus einem älteren Foto (weiter oben im Threadverlauf) erkennen kann, haben sie zwei Kammern. Die hinterste, engere Kammer direkt beim Wassertank, wurde randvoll mit Puppenkokons voll geschlichtet. Nur ein paar Pygmäen hockten noch knapp darauf. In der vorderen Kammer war die Gyne mit den restlichen Pygmäen sowie einen kleinen Bruthaufen.
Es geht also wunderbar mit der Kolonieentwicklung voran, ich freue mich jetzt schon auf den neuen Schwung Arbeiterinnen, dann wird wohl auch etwas mehr in der Arena los sein.

Und zu guter Letzt noch ein paar Wörter zu meinen Lasius flavus:
Die älteren Larven haben endlich an Größe gewonnen. Bei einer Kolonie fand ich auch schon eine Kokonpuppe!
Das Nestsystem wird gut belaufen, wie auch bei der Kontrolle der Futterkammern muss ich schon immer darauf achten, dass keine Ameise verloren geht, nachdem ich das Röhrchen wieder an das System anstecke.
Hier muss man nochmal wiederholt betonen, dass all meine flavus, seit dem ich sie nach dem Schwarmflug eingefangen habe, so gut wie kein Stück Protein in Form von Futterinsekten aufgenommen haben. Bisher wurde immer nur Honig und Zuckerwasser gefressen, sonst nichts.
Wie hier nur die Brut wachsen kann, wundert mich immer mehr. Scheinbar braucht die flavus-Brut wesentlich weniger Proteine als es bei anderen Ameisen üblich ist?

LG

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Re: Sajikii's Logbuch

Beitragvon Sajikii » 11. Mai 2016, 18:03

Update:

Heute musste es nach der Fütterung schnell gehen, die Gyne wurde leicht nervös als sie merkte, dass ich sie ablichten möchte :D
Die Gyne Pannonia, ich bin wirklich stolz auf sie... der Bruthaufen wird immer mehr, seht aber selbst:

pannonia.jpg
Gyne Pannonia

Bitte verzeiht die schlechte Bildqualität, so spontan wie ich das Foto machen wollte, so jonglierte ich auch mit Mini-Formicarium und Kamera wagemutig herum *gg*.

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