Bau meines Wüstenformicariums

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Bau meines Wüstenformicariums

Beitragvon GizZm0 » 10. August 2012, 10:14

[font="Georgia"][SIZE="5"]GizZm0's Formicarium[/SIZE]
[SIZE="3"]Thema: Mittelmeer / Algarve / Südportugal
Geplant für: Messor barbarus
Becken: 60x30x30 cm
Nest: Ytong
Merkmale: Terrariensand, echte und künstliche Pflanzen[/SIZE]

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Heute möchte ich damit beginnen, von meinem Formicarium zu berichten. Ich habe die letzten Tage daran gearbeitet, sodass jetzt auch meine Ameisen einziehen können. Zum Zeitpunkt ist das Becken aber noch nicht hundertprozentig fertig - es fehlt noch etwas Deko und ein sauber abgeschlossener Deckel.

Das Nest

Das Ytong-Nest hatte ich immernoch von meinem ersten Projekt. Ich hatte es damals für meine Lasius niger Kolonie gebaut, die aber trotz explosionsartigem Wachstum ihr Reagenzglas partout nicht verlassen wollten. (Siehe Vorgeschichte zu meinem Haltungsbericht)

Hier findet ihr den Baubericht zu dem Ytongnest.

Das Becken

Das Becken ist ein ehemaliges Aquarium mit den Maßen 60x30x30cm.
Ich habe es in der Wanne gründlich gesäubert, mit Klebeband einen oberen Rand abgeklebt und diesen dann mit PTFE behandelt. Dieses habe ich 1 / 80 mit Wasser verdünnt und nach dieser Anleitung mit einer Kanülenspritze aufgetragen.

Zusammenbau

Nach dem das PTFE an den Ecken vollständig abgetrocknet war, habe ich das Becken an seinen zukünftigen Standort gestellt.
Dann kam das Nest an die Ecke:

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Da die Plexiglasscheiben des Ytongnestes und die Glasscheibe des Beckens nicht 100% anliegen, kam es beim letzten Aufbau dazu, dass Sand zwischen die beiden Schichten gerieselt ist und ein Teil der Kammern verdeckt hatte.
Um das dieses mal zu verhindern, wollte ich die Ritzen mit etwas verstopfen - Auch um die Ameisen davon abzuhalten, in diese Ritzen zu klettern.
Es musste aber etwas sein, dass man auch wieder ab bekommt, damit ich das Nest in der Winterruhe ggf. rausnehmen kann.
Ich kam auf die Idee Wachs zu benutzen. Das ist ab einer bestimmten Temperatur gut verformbar, wird dann aber schnell fest. In der Zahntechnik wird viel mit Wachs gearbeitet und aufgrund der guten Modeliereigenschaften und der Farbe habe ich mich für Bisswall wachs entschieden. Der sieht so aus:

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Dieses habe ich im Wasserbad erwärmt und in die richtige Form gebracht. Dann habe ich es entlang der Nestkante angebracht und anmodelliert.

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Danach kam schon der Sand. Man muss bedenken, dass schon die ganze Zeit die PTFE Front fertig war und unter keinen Umständen berührt werden durfte. Das war manchmal wie Doktor Bibber und auch den Sand musste ich in kleinen Portionen sehr vorsichtig einfüllen. Das habe ich übrigens mit einem Bierkrug mit Henkel gemacht - geht prima;)

Dann wurden die Dochttränke und die Pflanzen eingesetzt. Hier der Link zur Dochttränke.

Für die Pflanzen hatte ich mir folgendes überlegt:
Ich habe kleine Plastikschnapsgläser gekauft (50c im Ausverkauf), und diese mit Seramis gefüllt. Die Pflänzchen mit Wurzel dabei reingehalten um das ganze irgendwie festzubekommen.

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Voilà!

Lichtschutz

Viele hier im Forum setzen ja rote Folien ein, um den Ameisen ein dunkles Nest zu ermöglichen und dennoch gut Einblick zu bekommen.
Ich hatte mir Gedanken gemacht, wie man sowas auch hübscher gestalten könnte und den Ameisen dennoch ein abgedunkeltes Nest bieten könnte.
Die Idee war eine "externe Steinerweiterung" aus Pappmache:

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Die Grundform dafür habe ich aus Pappe geschnitten und mit Klebeband fixiert.

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Dann habe ich darauf mit Zeitungspapier eine "Felslandschaft" grob vormodelliert und alles wieder mit Klebeband fixiert.
Danach habe ich mit Klopapier und Kleber das Pappmache gefertigt.
Dazu habe ich Holzleim und Wasser 1:1 gemischt und mit einem Pinsel die Klopapierschicht aufgetragen. (Art Attack lässt grüßen;))
Statt Holzleim und Wasser geht wohl auch (noch besser) Tapetenkleister. Aber Holzleim war in rauen Mengen vorhanden.

Wenn man dabei eher das Klopapier auftupft anstatt es zu streichen entsteht eine interessante Struktur, die man für eine felsartiges Gebilde gut gebrauchen kann.

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Wenn die erste Schicht richtig durchgetrocknet ist, kann man mit der 2. Schicht beginnen:

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Und weils so schön war, macht man das mindestens noch ein drittes Mal, vielleicht sogar ein viertes Mal, solange, bis alles schön weiß ist und keine Zeitung mehr zu sehen ist.

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Dann kommt das Bemalen. Ich habe Acrylfarbe genommen weil das schön deckt und erst einmal grundiert:

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Und wenn das dann auch getrocknet ist, kann man noch ein paar Farbnuancen mit Trockenbürsten auftragen.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich kein Experte bin und die Technik auch bloß so weitererzähle, wie ich es in diesem Forum verstanden habe:

Ich benetze den Pinsel leicht mit der gewünschten Farbe (flacher Pinsel), streiche ihn dann auf Zeitungspapier aus bis nicht mehr so viel Farbe kommt und gehe dann leicht streichend über die Strukturen.

Wenn man das mit verschiedenen Farbtönen macht, (am besten immer die neue Farbe mit der "alten" Grundfarbe zusätzlich mischen) dann bekommt man oft recht akzeptable Ergebnisse.

Leider hat sich die Konstruktion während der gesammten Prozedur leicht verzogen, sodass kein rechter Winkel mehr da ist. Daran hätte man natürlich vorher denken können^^. Am besten wäre es, man baut anfangs irgendwas festes in den Winkel um dieses immer zu halten.

Bei mir passt es derzeit nicht 100% drauf aber ich werde es wahrscheinlich noch mit Klettverschluss an der Scheibe fixieren, sodass es sich richtig anschmiegt. (Wo bekomme ich Klettverschluss her?)

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Jetzt fehlen noch ein paar Dinge, ich hoffe ich kann diese aus meinem Ägyptenurlaub mitbringen. Mal sehen was ich so finde.
Außerdem kommt noch ein richtiger Glasrahmendeckel aus einem divseren Shop zum Einsatz. Derzeit tut es noch der Aquariendeckel, der auch schönes Licht und richtige Temperaturen erzeugt.
Außerdem ist noch ein Rückwandposter in Planung. Aber das erst, wenn wieder etwas Geld da ist.

Natürlich werde ich alle baulichen Entwicklungen hier reinschreiben.
Wie meine Ameisen auf ihr neues Zuhause reagieren, erfahrt ihr hier.
Bei Fragen und Anregungen könnt ihr gern hier reinschreiben!

lg der GizZm0


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AW: Bau meines Wüstenformicariums

Beitragvon Dr_Karrissen » 10. August 2012, 15:55

Heyho GizZm0,

ein schöner Bericht!

Allerdings sieht der Sand ziemlich fein aus! Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Ameisen schnell Probleme bekommen darauf zu laufen, beziehungsweise noch größere Probleme beim Körner sammeln haben, da sie aufgrund der feinen Sandkörner, welche sie dann beiseite wimmeln, keinen Halt finden und nicht voran kommen.
Wie sieht es bei dir aus? Kommen deine Messor barbarus gut mit dem Substrat klar oder haben sie die gleichen Probleme?

Klettverschluss - Bastelladen/Näh-Geschäft/Shop um die Ecke (nachfragen - zur Not bestellen).



lg, doc


Edit: Entschuldige, ich sollte besser erst lesen und dann schreiben. ;)

GizZm0 hat geschrieben:Ja, hatte auch erst Angst, dass er zu fein sein könnte, aber bisher krabbeln sie prächtig und schnell.

http://www.ameisenforum.de/251478-post7.html
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