KFKA - Kurze Fragen, kurze Antworten

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Re: KFKA - Kurze Fragen, kurze Antworten

Beitragvon User3165 » 14. Mai 2018, 09:55

Guten Morgen!

Ich halte nun schon einige Wochen Ausschau nach Camponotus Gynen. Nun wollte ich mich nur kurz erkundigen, ob es dabei irgendetwas spezielles zu beachten gibt, oder ob sie sich genau so wie viele andere Arten finden lassen (in meinem Fall Spaziergänge auf asphaltierten Wegen in Wald- und Wiesennähe). Gegründet wird ja unter anderem eher auf Bäumen/in Holz, ist das richtig? Landen sie vorher trotzdem eher am Boden oder bleiben sie gleich oben, wenn sie im Blätterdach hängen bleiben?

Habe gestern ein Männchen in einer Buchenhecke gefunden, als ich dabei war, Skorpionsfliegen zu fotografieren, Schwarmzeit ist also definitiv...

Liebe Grüße,
Gabs
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Re: KFKA - Kurze Fragen, kurze Antworten

Beitragvon Aesanar » 14. Mai 2018, 10:15

User3165 hat geschrieben:Guten Morgen!

Ich halte nun schon einige Wochen Ausschau nach Camponotus Gynen. Nun wollte ich mich nur kurz erkundigen, ob es dabei irgendetwas spezielles zu beachten gibt, oder ob sie sich genau so wie viele andere Arten finden lassen (in meinem Fall Spaziergänge auf asphaltierten Wegen in Wald- und Wiesennähe). Gegründet wird ja unter anderem eher auf Bäumen/in Holz, ist das richtig? Landen sie vorher trotzdem eher am Boden oder bleiben sie gleich oben, wenn sie im Blätterdach hängen bleiben?

Habe gestern ein Männchen in einer Buchenhecke gefunden, als ich dabei war, Skorpionsfliegen zu fotografieren, Schwarmzeit ist also definitiv...

Liebe Grüße,
Gabs


Camponotus sind nie in hohen Lagen am Gründen, das sind keine arborealen Ameisen. Nester und Gründerkammern bis maximal drei Meter über dem Boden.

Gynen sind oft in Totholz oder morschen Stümpfen zu finden. Schau da mal nach Löchern, die ein bisschen "Sägemehl" außen rum haben, da hat sich eventuell eine Gyne eingegraben.

Ansonsten wie alle dealaten Gynen: Erdloch, Glück oder "wer sucht, der findet (nicht)" :D

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Re: KFKA - Kurze Fragen, kurze Antworten

Beitragvon Maddio » 14. Mai 2018, 12:22

Aesanar hat geschrieben:Camponotus sind nie in hohen Lagen am Gründen, das sind keine arborealen Ameisen. Nester und Gründerkammern bis maximal drei Meter über dem Boden.


Es gibt sehr wohl zahlreiche arboricole (=baumbewohnende) Camponotus-Arten, bspw. Camponotus fallax. Den Begriff arboreal gibt es i.Ü. nur im Englischen, im Deutschen ist der Fachbegriff wie gesagt arboricol bzw. arborikol.

Edit: Siehe auch
https://www.ameisenwiki.de/index.php/Arboricol

https://www.ameisenwiki.de/index.php/Camponotus_fallax

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Re: KFKA - Kurze Fragen, kurze Antworten

Beitragvon User3165 » 14. Mai 2018, 20:06

Okay, dankesehr^^ dann werde ich wohl einfach weiter gelegentlich aufmerksam meinen Blick gen Boden richten ;)

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Re: KFKA - Kurze Fragen, kurze Antworten

Beitragvon bemeise06 » 14. Mai 2018, 20:57

Wie töten Ameisen eigentlich ihre Beute, wenn sie jagen?
Bei Lasius niger konnte ich das beobachten, dass die Insekten sich plötzlich nicht mehr bewegt haben. Wie machen die das?
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Re: KFKA - Kurze Fragen, kurze Antworten

Beitragvon ReliAnt » 14. Mai 2018, 21:13

Am gängigsten: Abbeißen oder Durchbohren von Körperteilen, Injektion von Wehrsekret mit dem Giftstachel, Ansprühen mit Wehrsekret, Injektion von Wehsekret in Bisswunde, explodieren des Hinterleibs als Selbstmord mit Freisetzung großer Mengen Wehrsekret.

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Re: KFKA - Kurze Fragen, kurze Antworten

Beitragvon Serafine » 14. Mai 2018, 21:22

Viele Ameisen (Myrmica, Tetramorium, Solenopsis, Ponerinen, Myrmecia) haben einen Stachel mit dem sie Gift injizieren können, die genaue Zusammensetzung variiert von Art zu Art (einige Arten wie Solenopsis invicta können ihr Gift durch wackeln des Hinterleibs auch wie einen Sprühnebel verstäuben).
Formicine Ameisen (Lasius, Formica, Camponotus) und ein paar andere Gattungen benutzen ätzende Ameisensäure oder Terpene, die auf Arthropoden und kleinere Tiere zudem wie Chlorgas wirken (verätzen die Atemorgane).
Ein paar wenige Ameisen (Crematogaster) besitzen einen pinselartigen Stachel mit den sie das Gift auf Beute verstreichen können, wo es dann aufschäumt und sich weiter verteilt.
Und ein paar wenige Ameisen (Messor) benutzen einfach nur ihre Kiefer.

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Re: KFKA - Kurze Fragen, kurze Antworten

Beitragvon User3165 » 24. Mai 2018, 22:26

Heyho, ich hätte wieder ein paar Fragen^^

1. Welcher Ausbruchschutz funktioniert am besten bei Kunststoff?
Ich benutze den Ausbruchschutz vom Antstore (auf Paraffinölbasis) bei all meinen Formikarien, trotzdem erwische ich immer wieder mal eine kleine mutige Formica cf. fusca Arbeiterin, die draußen rumklettert. Sie scheinen irgendwie durch die Gaze im Deckel zu passen... aber dafür müssen sie trotzdem über den Ausbruchschutz. Kann der Kuststoff das Öl aufsaugen? Wäre eine Talkumschicht hier besser geeinget?

2. Schwärmen einheimische Camponotus ssp. öfter als einmal? Da ein Nachbar vor ca. eineinhalb Wochen bereits eine Camponotus herculeanus Gyne gefangen hat, fand bereits ein Schwarmflug statt. Ich bin sehr oft abends draußen und fotografiere, bis jetzt hatte ich jedoch noch nicht das Glück, eine Königin zu finden. Auch scheint sich das Aprilwetter auf den Mai verschoben zu haben, sodass die Wetterbedingungen bisweilen nicht wirklich ideal waren. Wie wahrscheinlich ist ein weiteres Schwärmen? Wird in einer Kolonie generell öfter zum großen Abheben aufgerufen oder gehen die bei passenden Bedingungen all-in?

3. Wie sieht es in Deutschland aktuell mit Dolichoderus quadripunktatus aus? Ich finde sie in meiner unmittelbaren Umgebung (Bayern, so süd-östlich wie nur möglich) tatsächlich öfter als Camponotus-Arten, und es handelt sich sicher nicht um kleine Kolonien...

Hoffe das ist noch ok für "Kurze Fragen - [...]"

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