[Moral] Ameisen freilassen

Alle Themen, die in kein anderes Unterforum passen.
Antworten
Raptor
Einsteiger
Offline
Beiträge: 120
Registriert: 16. Juli 2008, 21:48
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 0

#1 [Moral] Ameisen freilassen

Beitrag von Raptor » 24. März 2012, 12:55

Hallo,

ich halte jetzt schon seit mehreren Jahren verschiedenste Ameisenarten bzw. habe letztes Jahr die meisten verschenkt/verkauft und halte nur noch meine Lieblingsart.
Mittlerweile ist es jedoch so, dass ich es mehr als eine Qual empfinde, sie eingesperrt in ihrem Formicarium zu sehen, da ich ihnen niemals alle Möglichkeiten bieten kann, welche ihnen die Natur bietet. Außerdem fände ich es spannender, ihre Entwicklung in der Natur beobachten zu können.
Ich spiele deshalb mit dem Gedanken sie frei zu lassen, habe allerdings bedenken das sie gegenüber den ansässigen Völkern keine Chance aufs überleben haben. Es handelt sich um eine Kolonie Pheidole pallidula, die über den Winter stark abgenommen hat aber hier im Süden etwa so häufig vorkommt wie Crematogaster sp..
Was nun?
Eingesperrt möchte ich sie nicht lassen, aber dem Tode aussetzen auch nicht.

Wie geht es da euch?
Was würdet Ihr machen?

Benutzeravatar
NIPIAN
Halter
Offline
Beiträge: 2443
Registriert: 7. September 2005, 17:57
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 4 Mal

#2 AW: [Moral] Ameisen freilassen

Beitrag von NIPIAN » 24. März 2012, 13:11

Hoi,


woher kommt das Volk? Und wo befindest Du dich? München ist nicht unbedingt als Heimatstandort für Pheidole spp. bekannt.

Benutzeravatar
Scarvia Ny-Mand
Fortgeschrittener Halter
Offline
Beiträge: 578
Registriert: 15. Juli 2009, 15:01
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

#3 AW: [Moral] Ameisen freilassen

Beitrag von Scarvia Ny-Mand » 24. März 2012, 13:19

Man sollte auch Punkt 4 aus dem Infektionsthread nicht unbeachtet lassen, selbst wenn die Arten heimisch sind:
Infektionsgefahr

Bei anderen Tieren habe ich zudem mal davon gelesen, dass man im allgemeinen eher davon abrät, weil man nicht weiß, ob das eigene Tier (die eigene Kolonie) überhaupt in der Natur überlebt hätte ohne einen Nachteil zu haben. Es kann immer sein, dass das Tier einen Nachteil entwickelt hat, der durch das behütete Aufwachsen bei einem Halter nicht auffiel (keine Fressfeinde, Versorgung mit einem halbwegs passenden Lebensraum/Nest ohne lange Suche, Versorgung mit Nahrung/Wasser).
Sowas kann natürlich auch weitergegeben werden, wenn die Tierchen noch dazu kommen sich zu paaren (einen Schwarmflug veranstalten).

Gerade wenn man moralisch an die Frage heran gehen will, sollte man soetwas sicherlich nicht unbeachtet lassen.
Scarvia ist auch beim Ameisenportal.eu :)

Benutzeravatar
Boro
Halter
Offline
Beiträge: 6156
Registriert: 28. März 2004, 19:00
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 9 Mal

#4 AW: [Moral] Ameisen freilassen

Beitrag von Boro » 24. März 2012, 18:51

Pheidole pallidula hat die nördlichsten, natürlichen Vorkommen am Südrand der Alpen, z. B. in Südtirol od. im Tessin. In D, auch in Süddeutschland ist sie nicht heimisch, eine Freilassung käme demnach einer Faunenverfälschung gleich. Es gibt aber seit Jahren Freilandkolonien im Rheingebiet und dort ist bisher nach meinem Wissen kein Schaden entstanden.
Ich weiß auch nicht, was du mit "hier im Süden" meinst, denn auch Crematogaster sp. ist in Mitteleuropa nicht heimisch.
Ich verstehe aber dein Problem, je länger ich Ameisen halte, desto mehr Verständnis habe ich für den Freiheitsdrang dieser Tiere. Sie sind eindeutig nicht für die Gefangensschaft "geschaffen"....
Da geht´s dir so wie unserem user Imilius, dem hatte ich vor Jahren ein Nest Camponotus vagus geschenkt (jetzt ist der Handel/Transfer gesperrt) und er hat mir die Ameisen im Herbst zurückgeschickt, damit ich sie im Ursprungsgebiet freilasse (!!) Das ist eine tolle Geste, in 1, 2 Wochen werden sie von mir der Natur zurückgegeben.
L.G.Boro

Antworten

Zurück zu „Off-Topic“