Camponotus ligniperdus - Haltungsbericht / Erfahrungen zum X-ten

Unterfamilie: Formicinae

Camponotus ligniperdus - Haltungsbericht / Erfahrungen zum X-ten

Beitragvon Nimo » 3. Oktober, 2012, 12:50

Und noch ein Haltungsbericht zu Camponotus ligniperdus... :sleep:

Huhu, ich bin der Neue und will hier Singen... na ja, das vielleicht besser nicht, aber doch ein wenig zu meinen Ameisen schreiben. Der Grund warum ich mich entschlossen habe den X-ten Bericht zu schreiben ist der, dass ich, nachdem ich mich sorgfältig über die Haltung informiert habe, doch ein paar Dinge vorher nicht gefunden habe, die mich ein wenig nervös gemacht haben als die Damen dann da waren.

Einen Diskusionsthread wollte ich erst einmal nicht eröffnen, weil ich denke, dass zu dem Thema Camponotus ligniperdus bereits genug diskutiert wurde. Wer schwerwiegende Haltungsfehler bemerkt soll mir bitte eine PM schreiben. Dafür schon einmal schönen Dank.

Erster Eintrag :

Die Damen sind nun schon seit Ende August in mein Formikarium (30*20*20) eingezogen. Ich habe das Reagensglas mit Alufolie umwickelt und hineingelegt.

Bekommen habe ich :
1 Gyn
4 Pygmäen
1 Ei (da beim Versand noch mehrere Puppen, Larven und ein paar Eier mitgeschickt wurden lt. "des Händlers meines Vertrauens", muss ich leider davon ausgehen, dass diese aufgrund des Stress beim Tranport verspeist wurden)

Nachdem ich das Reagenzglas geöffnet habe, habe ich ein wenig Honig pur angeboten der auch gleich von zwei Arbeiterinnen aufgenommen und großzügig an die Gyn und die anderen beiden Pygmäen verteilt wurde.

Tagsüber gab es, nach der ersten Honigaufnahme, nur wenig Bewegung im Formikarium, was sich aber immer so ab 20°° Uhr abends änderte. Eine Pygmäe ist immer ein paar Stunden unterwegs und erkundet alles sehr sorgfältig, auch das zur Verfügung gestellt Ytongnest wurde schon am zweiten Tag genauestens und ausgiebig unter die Lupe genommen (eine Pygmäe = 1,5 Stunden jeden Winkel in dem Ytongnest befühlert), aber es war wohl zu groß, eingezogen sind sie nicht (habe ich auch nicht erwartet).

Nach der Anfangseuphorie hat sich dann erst mal nicht viel getan, außer das aus dem Ei ein Larve geschlüpft ist… die entwickelt sich sehr, sehr langsam, aber es ist ja auch schon spät im Jahr und ich halte die Temperatur so um 15° - 20°. Aufgrund der einen kleinen Larve, habe ich angefangen abgebrühte Mehlwürmer anzubieten… beim ersten Mal wurde auch gleich sehr gierig und mit zwei Arbeiterinnen angefangen den Mehlwurm auszuhöhlen. Anscheinend war Ihnen der Ort aber zu gefährlich und so wurde ein Teil des Mehlwurms ins Reagenzglas getragen und dort weiter bearbeitet. Am nächsten Morgen lag das eine Stück Mehlwurm schön säuberlich ausgehöhlt vor dem Reagenzglas (brave Tierchen :) ). Eine Woche später habe ich noch mal einen Mehlwurm angeboten, der wurde aber keines Blickes gewürdigt und lag nach 2 Tagen pechschwarz und unberührt auf dem Futterplatz.

Mein Plan ist, nach Abstimmung mit jemandem der sich da besser auskennt, die Temperatur trotz Furagierens weiter runter zu kühlen (Formikarium wird in`s Gartenhaus umziehen) und, wenn sich die Damen dann eng zusammenkuscheln, das Reagenzglas zu verschließen und bis März im Kühlschrank zu lagern. Allerdings werde ich noch einen Zwangsumzug einleiten, da das Tranportreagenzglas zwar noch voll Wasser, aber die Watte komplett ausgetrocknet ist , was für das Überwintern schlecht sein sollte. Denn wie liest man so schön : „Die zwei häufigsten Ursachen für das Sterben einer Kolonie im Winter sind, ertrinken oder verdursten.“ Um aber Stress zu vermeiden, habe ich das frische Reagenzglas ebenfalls mit Alufolie umwickelt und direkt neben das „alte“ Transportreagenzglas gelegt. Wenn sie also Umzugswillig sind, könnten sie auch ohne viel Stress umziehen. Da ich aber das eventuelle Verdursten vermeiden möchte, gibt es zu gegebenem Zeitpunkt einen Zwangsumzug.

So, das war nun erst mal alles, sollte noch etwas Tolles passieren, werde ich noch mal schreiben, ansonsten geht’s in der neuen Saison mit Bildern meines Formikariums, welches ich im Winter noch mal komplett umbauen und verschönern wollte, weiter.

Gruß aus dem hohen Norden

Nimo

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Camponotus Ligniperdus - Haltungsbericht / Erfahrungen zum X-ten

Beitragvon Nimo » 4. Oktober, 2012, 20:02

So, nun habe ich doch heute schon den Zwangsumzug eingeleitet… wollte nicht warten bis sie in dem dreckigen und trockenen Reagenzglas die Winterruhe beginnen.



Die Gyn war sehr, sehr aufgeregt als ich sie vorsichtig aus dem Reagenzglas schüttelte, aber schon nach ein paar Minuten ist sie in das neue Reagenzglas eingezogen. Es tat mir total leid… das arme Ding, aber so langsam beruhigen sich alle wieder.


Hoffe die Damen nehmen es mir nicht all zu übel…
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AW: Camponotus ligniperdus - Haltungsbericht / Erfahrungen zum X-ten

Beitragvon Nimo » 13. Oktober, 2012, 19:29

War wohl nichts mit letzter Beitrag dieses Jahr :)

Also, die Ameisen sind nun auf 10° - 14°° runtergekühlt und haben sich mit ein paar Seramissteinchen den Eingang vom Reagenzglas etwas kleiner gemacht... aber Bewegung ist auch kaum noch vorhanden... wenn das so bleibt, dann schicke ich sie ende nächster Woche in den Kühlschrank.
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AW: Camponotus ligniperdus - Haltungsbericht / Erfahrungen zum X-ten

Beitragvon Nimo » 9. März, 2013, 11:18

So, habe die kleinen heute wieder aus dem Kühlschrank geholt, das Jahr startet also wie folgt :

1 Gyn
4 Pygmäen
1 Minilarve (die hoffentlich den Winter überstanden hat)

Habe erstmal Honigwasser angeboten und dann schauen wir mal weiter...

Ich halt Euch auf dem Laufenden
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AW: Camponotus ligniperdus - Haltungsbericht / Erfahrungen zum X-ten

Beitragvon Nimo » 22. März, 2013, 20:21

Honigwasser haben sie ganz gut angenommen... musste am selben Abend noch ein paar Tropfen nachgeben, weil der erste große Tropfen innerhalb weniger Minuten aufgenommen und verteilt wurde. Waren wohl ziemlich hungrig :) Habe diese Woche nun schon den zweiten Mehlwurm gegeben und das kommt auch super an. Komischerweise waren Mehlwürmer letztes Jahr nicht so der Hit, die haben sie meist links liegen gelassen... aber na ja, scheinbar ändert sich der Geschmack.

Habe auch mal angefangen Protein Jellys zu geben, bis jetzt habe ich damit aber wenig Erfolg... "Frischfleisch" ist aktuell scheinbar einfach leckerer :)

Der Gaster der Gyne ist in den letzten Tagen auch ziemlich groß und an der Seite glasig geworden. Da ich jetzt eine Woche in den Urlaub fahre, hoffe ich mal, dass das erste Eipaket dann schon da ist wenn ich wieder komme. Die Minilarve hat den Winter wohl auch ganz gut überstanden, zumindest ist sie diese Woche ein gutes Stück gewachsen. Das wird dann hoffentlich die erst die unter meiner Obhut zu Welt kommt... aber da habe ich ja noch eine kleine Weile.

Bis zum nächsten mal...
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AW: Camponotus ligniperdus - Haltungsbericht / Erfahrungen zum X-ten

Beitragvon Nimo » 1. April, 2013, 10:18

So, aus dem Urlaub zurück und was darf ich Berichten....? Das erwartetet Eipacket ist da [font=Wingdings]:)[/font]. Da die Ameisen letzte Woche ja eine zwang`s Honigwasserdiät machen mussten und ich keine Mehlwürmer fütter konnte, dachte ich, tu ich Ihnen mal was Gutes… gab also gleich zwei Mehlwürmer, aber genommen haben sie genau gar nichts. War gut gedacht, aber leider nicht gewünscht.

Was mich allerdings ein wenig wundert ist, ist das das Honigwasser, welches ich in einer kleinen Flasche gemixt habe, schimmlig geworden ist, trotzdem ich es im Kühlschrank aufbewahrt habe. Die Falsche war ordentlich, mit heißem Wasser, ausgespült um kurzes aufkeimen von Einwänden Einhalt zu gebieten. Riecht jetzt wie Honigmeet, trinken werde ich es wohl dennoch nicht. ;)

Bis zum nächsten Mal

P.S.: Danke für die fleißigen Rechtschreibverbesserer… ist nicht grade meine Stärke, sorry.
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AW: Camponotus ligniperdus - Haltungsbericht / Erfahrungen z

Beitragvon Nimo » 11. April, 2013, 15:29

Seit 21.03. ist nun das Eipacket da... aber getan hat sich leider noch nichts, zumindest nichts was ich erkennen kann. Ich habe irgendwo im Netz folgendes gefunden :

Camponotus ligniperdus


  • Arbeiterinnen
    • Ei zu Larve: ca. 9-16 Tage
    • Larve zu Puppe: ca. 10-14 Tage
    • Puppe zu Imago: ca. 12-24 Tage
    • Insgesamt: ca. 1-2 Monate
Ich bin jetzt schon (im schlechtesten Fall) bei 20 Tagen und es sieht auch nicht so aus, als wenn sich etwas ändert.

Vielleicht ist das den Temperaturen geschuldet? Da das Formikarium am Fenster steht, habe ich Nacht´s und früh Morgen`s häufig auch mal nur 10° bei den aktuellen Aussentemp. und tagsüber auch zum Teil nur 15°.

Da ich, nach wie vor, keinen Diskusionsthread eröffnet habe und wenn ich mit meiner Temperaturvermutung total daneben liegen, könnte sich ein besser Wissender / Wissende :) ja vielleicht erbarmen und sich per PM melden. Aktuell sieht die Gyn so aus, als wenn das nächste Eipacket auch bald kommt… Was dann aber wieder nicht zu verschiedenen Infos passt die ich im Netz gefunden habe… da Stand :“Camponotus ligniperdus legt nur 2 mal im Jahr ein Eipacke. Einmal nach der Winterpause und dann noch mal Ende des Sommers“. Ob das nun richtig ist oder nicht, lasse ich mal dahin gestellt. Aber was anders habe ich auch nicht gefunden.

Essen tun sie eigentlich vernünftig… Mehlwurm (aber nur leicht angeknabbert) und viel Honig… hoffe ich habe jetzt nicht eine unbefruchtete Gyn erhalten. :(

Falls ich nichts höre... erst mal bis zum nächsten Mal.
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AW: Camponotus ligniperdus - Haltungsbericht / Erfahrungen zum X-ten

Beitragvon Deepthought » 11. April, 2013, 22:14

Hi Nimo,
mach dir keine Sorgen, ich habe das lange Warten gerade hinter mir: Erst nach 27 Tagen (!) schlüpfte die erste Ameise, ich dachte schon, es läuft was falsch (siehe meinen Haltungsbericht), aber es scheint so, dass die Zeiten, die man in der Literatur findet, nicht besonders genau sind. Auch die Phase vom Ei zur Larve dauert bei mir augenscheinlich deutlich länger als 9 - 16 Tage, obwohl ich 22 Grad im Zimmer habe. Insbesondere sind die Maximalzeiten für meine Ligniperdus-Kolonie nicht maßgebend.

mfg
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