Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Allgemeine Fragen und Themen über europäische Ameisenarten.

Re: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon trailandstreet » 26. Februar 2015, 12:30

Lasius und Formica halten sich noch recht ruhig. Auch die Manica hat ihren Eingang noch nicht geöffnet. Bei den Temnothorax sieht man fast immer welche auf der Eichel sitzen und Rind Leptothorax hab ich gestern sogar auf dem Deckel angetroffen.
Die Myrmica hab ich jetzt mal rausgenommen aus der Winterbox und ins Regal gestellt. Dort wurde ihnen auch ein Tröpfchen Honig kredenzt, den sie bereits annehmen. Eine hat sich sogar an der Tränke bedient.
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Re: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon Safiriel » 26. März 2015, 22:53

03/15

Das Leben ist schön mit Ameisen. Die Lasius niger sind schon wieder wach, die Tetramorium sp. legt noch immer keine Eier, und die Camponotus wintern gerade langsam aus.
Den ersten Ameisenhalterbesuch habe ich hinter mir und Granivore interessieren mich immer mehr. Die Bastelarbeiten sind fast abgeschlossen, nur die 6 Schläuche für die unterirdische Haltung muss ich noch anbringen.
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Re: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon Safiriel » 6. Mai 2015, 17:39

04/15
Die Lasius niger gedeihen prächtig in ihrer neuen Farm.
Die Camponotus herculeanus versorgen fleißig Brut, aber ich vermisse 3 von 4 Pygmäen.
Auch Lasius flavus hat eine reduktion an Arbeiterinnen um 50% zu vermelden, aber hier habe ich wenigstens eine Idee woran es liegt.
Tetramorium cf. caespitum, die nur 1x im Monat gestört wird, hat zwei Eierpakete gelegt.
Und es war schon klar, dass es eine fünfte Kolonie geben wird.

Fünf sind es nun also. Fünf Königinnen. Alle einheimisch (bzw. könnten auch hier leben), keine in einem Shop gekauft. Zwei gefunden und drei hier aus dem Forum geschenkt bekommen (1x habe ich Porto und RG bezahlt).
Inzwischen kenne ich zwei Forenmitglieder persönlich, bzw. vier, wenn ich die nicht aktiven mit zähle.

in wenigen Tagen endet ein aufregendes erstes Jahr mit Ameisen und Ameisenhaltern.
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Re: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon trailandstreet » 6. Mai 2015, 22:17

Oh, hab grad festgestellt, mein erstes Jahr ist auch schon rum. Wie doch die Zeit vergeht...
Hat gar nicht weh getan.
Die Kolonien sind jetzt nur noch neun (einheimisch und selbst gefangen)
Aber es bleibt interessant, man findet immer wieder etwas neues.
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Re: AW: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon Hunter_McN » 10. Mai 2015, 12:46

Safiriel hat geschrieben:Das ist eines der Dinge, die ich hiermit aufzeigen wollte: Es ist tatsächlich gerade am Anfang nicht leicht, bei einer Kolonie zu bleiben.
Manche können ja schon an keinem Schwarmflug Lasius niger vorbei gehen, ich will gar nicht wissen wie viele Kolonien so daheim landen.


Mein Cousin und ich haben uns bei Ebay schon 100 Reagenzgläser bestellt und werden beim Schwarmflug auch auf die Suche gehen!
ES IST EINE SUCHT!!
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Re: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon Safiriel » 23. Mai 2015, 00:28

Mein erstes Jahr mit einheimischen Ameisen ist rum! :geburtstag: Zeit für ein Resümee und dafür, dass andere diesen Faden weiter führen!

Stand der Kolonien:
Mit Camponotus herculeanus geht es wieder bergauf, eine 2. Arbeiterin ist geboren.
Lasius niger gedeihen prächtig und futtern was das Zeug hält.
Lasius flavus haben sich stark reduziert und mussten wieder in den Schrank ziehen.
Tetramorium cf. caespitum hat endlich Eier gelegt.
Ein mit Temnothorax nylanderi bewohnter Kiefer ziert meinen Esstisch. Diese Ameisen verbrauchen mit Abstand das meiste Wasser.

Meine Entwicklung:
Zunächst fällt auf, dass sogar ich ganze fünf Gynen angesammelt habe. Zudem hab ich mit meinen Austriern auch "Ausländer" dabei, die allerdings auch hier vorkommen.
Meine Einstellung in vielen Dingen hat sich etwas gelockert:
In der Wohnung erschlagene Motten und Fliegen werden nicht überbrüht. Lasius niger und Temnothorax nylanderi werden offen gehalten. Ich zähle keine Brut mehr. Das ginge auch nur noch bei den Camponotus. Ich habe aus Spaß mal Wachsmotten gekauft um denen mal was anderes zu geben.Ich vertraue den Tieren viel mehr. Hab ich mich erst eingemacht was wo passiert warum, bin ich da viel entspannter geworden. Nur eine Kontrolle in der Gründungsphase pro Monat? Wäre letztes Jahr undenkbar gewesen. Das Verhalten verschiedener Ameisen kann ich nun viel leichter beurteilen. Ich bin nicht sicher, ob ich nächstes Jahr noch immer keine Exoten habe. Granivore haben es mir angetan. Aber noch habe ich den größten Spaß mit Lasius niger. Die machen so viel Mist!
Kleinere Ausbrüche machen mir nun auch nichts mehr aus. Es dauert eben nur, bis man sie wieder eingefangen hat. Ansonsten hab ich nun allerlei Kleinkram für Ameisen rumliegen, und bin Stammkundin für komische Dinge in der Apotheke.
Moderatorin bin ich geworden, inzwischen ohne Angst davor, dass mir meine Kolonien zu viel oder zu groß werden. Im Vergleich sind Ameisen echt harmlos zu halten!

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Re: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon trailandstreet » 23. Mai 2015, 10:32

Ehrlich gesagt, ich müsste nachsehen, wann das erste Jahr bei mir rum war. So richtig angefangen mit der Haltung hab ich aber auch erst letztes Jahr. Ich hab ja damit begonnen, kleine Kolonien von Myrmica cf rubra einzufangen. Einmal hab ich eine Gyne und ein paar Arbeiterinnen aus einem alten Baumstrunk entnommen und die zweite Kolonie hab ich einem Ast am Boden gefunden, der praktisch mitten am Weg lag. Komplett mit damals drei Gynen. Die kleinen haben sich bei mir prächtig weiterentwickelt und weil es mir bis zum Schwarmflug von Lasius niger noch zu lange hin war, hab ich mir eine Messor barbarus Gyne zugelegt. Die ist inzwischen dabei, die ersten Majore aufzuziehen, wenn ich die großen Larven richtige deute.
Da zwischendurch ja immer wieder mal Zeit ist, und man ja sowieso oft in der Natur unterwegs ist, vor allem wenn man zwei bewegungsfreudige Jack Russel hat, bin ich im Laufe der Zeit noch zu einer Kolonie Leptothorax acervorum und zwei Temnothorax Kolonien gekommen. Die Leptos bewohnen eine halbe Walnuss und entwickeln schon wieder Geschlechtstiere wie es aussieht. Die kleine Temnothorax Kolonie, gerade mal ein Dutzend Mädels bewohnt nun ein Kunstnest und zieht auch brav kleine Temnos auf. Die zweite, größere Kolonie sprengt inzwischen die beiden Haselnusshälften mit ihrer Brut. ich glaub, der Trend geht eher zum Drittnest.
Im Sommer musste ich dann mal ein "paar" Ameisen aus einem Blumenkasten umsiedeln. Heraus kam eine Kolonie Formica cunicularia mit 9 Gynen, wobei sich eine dummerweise unter den Topf gelegt hat und ihr dieser doch zu schwer wurde. Das sind jetzt die, die bei mir angefangen haben, Nesterweiterungen in Gipsnestern anzulegen und die Myrmica machen es ihnen nach.
Sommer bis Herbst natürlich die Hauptschwarmzeit der nicht geschützten Arten bei uns. Da ging mir doch fast eine Formica rufibarbis ins Netz, da sie aber ihre Flügel behalten wollte, hab ich sie dann wieder entlassen und sie hat mich dann erst mal über das Steigvermögen eine Gyne aufgeklärt. So einen Start hätte ich nicht mal einer Wespe zugetraut.
Auf jeden Fall ließen die Lasius nicht lange auf sich warten und ich hab dann insgesamt 5 Lasius niger und zwei Lasius cf flavus eingesammelt, die fast alle erfolgreich gründeten. Eine verletzte Gyne hat dann aber die WR nicht überlebt, trotz meiner Hilfe. Zwei fielen in der Vorbereitung zur WR einer Maus zum Opfer, die sich dummerweise in meine EG-Wohnung verirrt hatte (das war noch meine alte Wohnung) so blieben nur noch zwei Kolonien übrig. Einer Gyne hab ich die restlichen Arbeiterinnen zugegeben und die durfte dafür auf meinen Balkon ziehn. Die andere bleibt zur Beobachtung im Formicarium. Die beiden L flavus ziehen in Pleometrose ihre Nachkommen auf und haben jetzt auch schon ein paar Puppen.
Wie es so kommt, wenn man dauernd nach Ameisen Ausschau hält und auch die Bäume danach absucht, dann findet man auch reichlich Temnothorax darauf, auch unter anderen Ameisen. Dass dann aber auch noch eine Gyne dabei ist, ist schon mehr als Glück. Diese verscucht nun schon seit letztem Jahr ein paar Ameisen aufzuziehen, aber irgendwie will es nicht klappen. Sie hatte schon zwei Larven, dann konnte ich wieder nur eine erspähen und Puppen hab ich überhaupt noch nie gesehen. Ich hoffe ja doch noch, dass es schön langsam noch was wird mit ihr.
Aber so ist es nun mal, es bleibt immer wieder spannend. Die Manica, die ich während eines Myrmica Schwarmfluges gefunden habe, hat es zB nicht geschafft, obwohl sie bis zuletzt sehr fit wirkte. Trotzdem lag sie am nächsten Tag tot im Formicarium. Möglicherweise hatte sie doch schon einen Vor-Schaden der mir nicht bekannt war.
Wie dem auch sei, das neue Jahr hat begonnen und bei uns hab ich bis jetzt trotzdem keine Camponotus schwärmen sehen. Man muss aber auch sagen, die Nester sind vorhanden, aber sehr dünn gesät.
Ich hab heuer aber schon zweimal eine F rufibarbis bei uns auf der Terrasse erwischt. Das Nest konnte ich noch nicht ausfindig machen, aber vielleicht erwisch ich heuer eine dealate Gyne.
Lasius niger und flavus haben wir genug auf dem Grundstück, auch Myrmica ruginodis und rubra. Da reichen mir meine Kolonien. Myrmica rubra habe ich im Frühjahr auch eine Microgyne gefunden. Die ich mit ein paar Puppen gepusht habe und sie als Kleinkolonie wieder vor der Haustür ausgestzt, mehr oder weniger unfreiwillig, denn die sind einfach aus ihrem schönen Bonsainest wieder ausgezogen, trotz Wassergraben, welcher aber kurzzeitig trocken lag. Das haben sie schamlos ausgenützt.
Im September, während der Schwarmflüge habe ich wieder eine Myrmica Gyne entdeckt. Diese ließ ich aber normal gründen und sie ging mit vier Arbeiterinnen in WR. Inzwischen machen sie fleißig weiter und entwickeln sich dementsprechend gut.
Was sonst noch kommen wird, da lass ich mich einfach mal überraschen. Wenn, dann werde ich nur "neue" Arten einsammeln und gründen lassen. evtl auch eine Sozialparasitäre Art wie Lasius umbratus oder gar L fuliginosus, welche ich zwar schon oft in Massen schwärmen sah, aber noch nie begattet gefunden habe. Camponotus wäre noch eine Option oder eben eine schöne Formica. Andererseits wäre ich aber auch einer Tetramorium nicht abgeneigt oder gar Solenopsis.
Wir werden ja sehen...

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Re: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon Ququknife » 18. Juni 2015, 21:49

Hallo liebe Ameisengemeinde,

mein erstes Jahr mit den den Ameisen hat erst begonnen, deshalb wurde ich dazu eingeladen, in diesem Thema meine ersten Erfahrungen und Eindrücke der Ameisenwelt festzuhalten.

Alles fing bei mir so an:

06.2015
Ameisen haben mich schon immer fasziniert, in der Hinsicht, wie mehrere Hundert bis 1000 Ameisen zusammenleben und sich gegenseitig helfen zu überleben und die Aufgaben unter den Ameisen fest verteilt sind.
Oft habe ich unterwegs die Ameisen in ihrem natürlichem Umfeld beobachtet, wie sie die Blattläuse melken um an ihren geliebten Honigtau zu kommen. Nur hatte ich noch nie einblick in das Nest, wie denn auch, diese sind ja meist tief unter der Erde. Dann ist mir die Idee gekommen, da es ja wirklich schon so ziemlich alles als Hobby betrieben wird, warum denn dann nicht auch die Ameisen? Habe mich ins Internet gehängt und habe mich erkundigt, bin dann auch auf dieses Forum hier gestoßen. Ich las mir einige Berichte durch, lernte viel über die einzelnen Verhaltensweisen der Ameisen, lernte wie man den Ameisen in den eigenen 4 Wänden ein schönes zuhause bieten kann.

Ich erfuhr, dass Lasius niger wohl die Ameisenart ist, die den Einsteigern empfohlen wird, da diese recht pflegeleicht sind. Ich wollte nicht auf den Schwarmflug warten, weil meine Neugierde dann viel zu groß war, also bestellte ich mir meine erste Lasius niger Königin mit ein paar Arbeiterinnen. Diese sind schon in ihr Gipsnest gezogen, das ich in einer Haribodose gebaut habe :)
Damit aber war meine Neugier noch nicht befriedigt, also war recht schnell klar, dass ich mir noch eine Königin hole, 2 von Lasius niger wollte ich aber nicht, also war meine 2. Königin eine Messor barbarus, diese ist gerade am Gründen, versorgt gerade ihre 2 gelegten Eier, man sagte mir, das sei normal, dass ab und an so wenig gelegt wird. Die Messor barbarus lebt in ihrem Reagenzglas-Nest und soll darin gründen.

DAmit war es noch nicht genug, klar ich hatte schon ameisen wo ich bisschen was sehen konnte aber jetzt wollte ich es wissen, ich wollte eine kleine Kolonie, in der schon ein wenig los ist. Hatte dann Glück gehabt und bekam eine Kolonie von Plagiolepis pygmaea geschenkt nur die Versandkosten sollten gezahlt werden :) und zusätzlich kaufte ich mir noch eine kleine Kolonie Raptiformica sanguinea mit Formica fusca Brut, da diese die Fusca ja als Sklaven bei sich leben lassen. Dazu bekam ich eine Gyne von Camponotus ligniperdus geschenkt, welche auch in einem RG-Nest gründen soll.

Innerhalb kürzester Zeit kam ich an einige Ameisen und bin jetzt sehr froh über jede einzelne, die ich habe. Ich habe Kolonien in verschiedenen Größe, damit ist meine Neugier fürs erste gestillt :)

Das alles geschah wirklich in nur einem Monat, der jetzt noch nicht mal ganz vorbei ist :D Ich bin eben jemand, der es wissen will und jemand, der wenn er was anpackt, dann richtig :)

Soweit nun der derzeitige Stand bei meinen Ameisen.

Liebe Grüße,
World-of-Insects

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