Haltungsbericht - Camponotus cosmicus (2016 gegründet)

Unterfamilie: Formicinae

Re: Haltungsbericht - Camponotus cosmicus (2016 gegründet)

Beitragvon Kalinova » 9. Mai, 2017, 19:36

Seit dem letzten Update ist der Monat schon wieder fast rum.

Heute, 09.05.2017, kam eine gute Bekannte zum "Ameisengucken" vorbei, bei der Gelegenheit habe ich das Nest aus seinem Schrankfach geholt und mal von allen Seiten betrachtet. Dabei war ich natürlich sehr vorsichtig und habe versucht Erschütterungen so gut es geht zu vermeiden.

Die Kolonie hat sich gut im Nest eingelebt und hält sich vorrangig im Beheizten Teil auf. Vor allem die Brut wird dort gelagert und die Königin ist auch in der großen Kammer an der Stirnseite gegenüber des Eingangs zu finden. (Bild 1)
Wer genau hinschaut erkennt im vorderen Bereich eine Arbeiterin auf dem Rücken liegend. Diese wurde nicht ordentlich von der Puppenhaut befreit. (Bild 2)
Mir sind einige solcher Arbeiterinnen (bzw Arbeiterinnen die ihre Beine nicht richtig nutzen können) aufgefallen. Woran das liegt kann ich nicht sagen, vielleicht werden sie noch befreit. In der Arena sind jedoch auch schon 2 Arbeiterinnen mit verkrüppelten Beinchen unterwegs, da sind allerdings eher die vorderen Beinchen betroffen, sie scheinen damit jedoch klarzukommen. Anders als die, die im Nestbereich auf der Seite oder dem Rücken liegen, diese sind auf die Hilfe ihrer Schwestern angewiesen.

Alles in allem geht es der Kolonie aber sehr gut, Brut ist in allen Stadien vorhanden und auch der Appetit lässt nicht zu wünschen übrig. Seit ich wieder Goldfliegen (aus Pinkymaden) verfüttere scheint es noch besser zu laufen. Auf diese Fliegen stürzen sie sich regelrecht, während die größeren (aus den großen Maden) zwar angenommen wurden aber nicht mit solch einer Begeisterung zerlegt wurden wie die kleineren Fliegen. Daher bleibe ich (sofern ich die Wahl habe) vorerst hauptsächlich bei den Goldfliegen.
Davon bekommen sie 5-7 am Tag, auch überbrühe ich diese aktuell nicht mehr.
Der Honigkonsum steigt ganz langsam an, ich gebe ihnen inzwischen schon recht große Tropfen die dann aber auch 2-3 Tage reichen.

In der Arena sind eigentlich immer 20-30 Arbeiterinnen unterwegs, teilweise rennen sie auch in beachtlichem Tempo durch die Hügellandschaft oder klettern auf den Pflanzen herum. Also ist die Aktivität nur kurzfristig eingebrochen nachdem die Kolonie in das Gipsnest umgezogen ist, was mich schon daran Zweifeln lässt ob die Arena überhaupt groß genug für die Nestgröße ist. Naja die Zeit wird es zeigen :cool:
Ein Unterschied der Aktivität zwischen Tag und Nacht ist mir bisher nicht aufgefallen.

Einen groben Überblick über das Nest und die Verteilung der Kolonie in diesem könnt ihr hoffentlich mit dem 3. und 4. Bild erhalten.
Ich habe dort auch die Seiten mal nummeriert. Seite 1 Ist die, die einsehbar ist wenn man direkt vor dem Regal steht dort wird in der linken unteren Kammer auch etwas Brut gelagert, der Großteil ist allerdings in der "Brutkammer" welche sich links davon über die ganze Stirnseite (Nr. 2 und Bild 1) erstreckt. Seite 3 ist die, die normalerweise zur Rückwand des Regals zeigt und sonst nicht einsehbar ist. Dort scheint die Mülldeponie und Toilette zu sein ansonsten werden diese Kammern wohl aktuell nicht genutzt.

Das letzte Bild zeigt einen richtig schönen Größenvergleich einer normalen Minor-Arbeiterin und einer Großkopf (Media/Major was auch immer ;) )
Vor kurzem ist es mir übrigens gelungen eine Großkopf zu messen, da sie sich direkt an der Außenwand befand und recht ruhig war, ich habe ~9mm gemessen.
Auch zu sehen, dicke fette Hintern - die Damen stehen gut im Futter, die Außendienstler machen ihren Job also gut :braver:

Zu guter Letzt habe ich heute auch noch mehr Bilder gemacht um endlich mal wieder eine Volkszählung durchzuführen. Diese enthalte ich euch aber vor und gebe nur das Ergebnis bekannt :baeh:

Aktueller Stand:
1 Königin
1 Eipaket
10+ Larven
~60 Puppen
~220 Arbeiter (vielleicht noch 10 oder 20 mehr die etwas Fotoscheu waren)
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Brutkammer.jpg
Behinderung.jpg
Nest_1.jpg
Nest_2.jpg
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Re: Haltungsbericht - Camponotus cosmicus (2016 gegründet)

Beitragvon Kalinova » 7. Juni, 2017, 18:07

Und schon wieder ein Monat rum.

Heute, 07.06.2017 ist es bei uns deutlich kühler als in den Vergangenen Tagen.

An den Warmen Tagen hatte ich die Beheizung ausgeschaltet (bei 29-30°C in der Wohnung) denn die Ameisen sind dann samt Puppen in die oberen Etagen des Nestes gezogen (weg von der Wärmequelle). Da es heute wie gesagt etwas kühler ist, habe ich die Heizung wieder eingeschaltet und ein Großteil der Kolonie hat es sich in der größten und wärmsten Kammer gemütlich gemacht. Dort ist auch die Königin und die letzten verbliebenen Puppen.

Moment mal, die letzten verbliebenen Puppen? Genau, scheinbar wurden alle Larven aufgezogen und die Puppen haben sich entwickelt. Aktuell gibt es noch ca 5-10 Puppen und das wars. Aber kein Grund zur Sorge, denn ich konnte 2 Eipakete sehen. Die bisher eher kontinuierliche Brutaufzucht scheint sich nun zu wandeln und lässt (zumindest aktuell) eine Schubweise Aufzucht erahnen.
Rein rechnerisch beläuft sich die Koloniegröße also aktuell auf ~300 Individuen und mindestens 2 Eipakete, eines davon habe ich sogar Fotografieren können. Wenn ich schätzen müsste, würde ich auf 100+ Eier Tippen aber das ist nur eine ganz grobe Schätzung und liegt vermutlich relativ falsch ;). Irgendwas zwischen 50 und 200 Eiern wird es wohl sein.

Bin gespannt wie sie sich weiter Entwickeln, wann die ersten Großköpfe die Arena erkunden und ob die Brut nun doch eher Schubweise aufgezogen wird oder es einfach so zu einer kleinen Pause kam.

Proteine werden weiter fleißig angenommen, Fruchtfliegen werden erbeutet und eingetragen und die Goldfliegen an Ort und Stelle bearbeitet.
Honig wird wie immer etwas verhalten angenommen, der Bedarf steigt langsam mit der Koloniegröße. Noch füttere ich große Tropfen wobei ich auch mal 1 Tag pausiere nachdem der Tropfen weg gelutscht ist.

Die Fruchtfliegen haben mir die oberen Scheibenränder ganzschön versaut. Da muss ich demnächst mal zur Reinigung antreten und werde bei der Gelegenheit gleich mal das Paraffin erneuern.

Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Es sind keine Reibereien mehr zu beobachten gewesen, die Kolonie lebt nun Friedlich. Tote kommen selten mal vor werden dann aber sehr lang umhergetragen, meist lenke ich die Arbeiterinnen dann ab (mit Pinzette o.Ä.) damit sie das tote Tier fallen lassen.
Ich werde beim nächsten Arenaumbau (oder Erweiterung) eine Art Abfallstation mit einbauen, einen Behälter der mit grobem Kies gefüllt ist und wo sich der Müll gut in den Fugen ablegen lässt. Vielleicht kann ich dem ewige Umhertragen damit entgegenwirken.

Das wars auch erstmal wieder, bei neuen Entwicklungen werde ich wieder Berichten :)
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Gruppenkuscheln.jpg
Eipaket.jpg

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Re: Haltungsbericht - Camponotus cosmicus (2016 gegründet)

Beitragvon Kalinova » 11. Juli, 2017, 18:35

Wie versprochen gibt es wieder ein Update. Ein weiterer Monat ist vergangen und meine Kleinen gehen die Brutaufzucht wieder voll an.

Heute, am 11.07.2017, wollte ich nicht länger warten und habe mich entschlossen trotz weniger Fotomotive ein Update zu bringen.

Ich habe ihnen immer mal wieder Obst, als alternative Zuckerquelle, angeboten. Apfel ist bisher der Favorit (Bild 1), Erdbeeren hingegen werden unverständlicher Weise komplett verschmäht und keines Blickes gewürdigt. Nun gut, mehr für die Halterin :p
Am Apfel hingen sie noch als dieser nach 2 Tagen bereits einige kleine Schimmelherde aufwies, ich musste sie mit sanfter Gewallt davon lösen um den Rest zu entsorgen.

Aus den Eiern sind Larven geschlüpft und diese haben sich auch bereits teilweise verpuppt. Das Bild aus dem Diskussionsthread vom 13.06. möchte ich auch hier zeigen (Bild 2) inzwischen hat sich die Menge an Eier-/Minilarvenpaketen schätzungsweise verdoppelt. Zumindest konnte ich Gestern etliche davon in der großen Kammer und dem Gang darüber erkennen. Nicht immer ganz einfach diese auszumachen. Da die Päckchen von Arbeiterinnen die an der Decke oder an der Rückwand hängen getragen und teilweise verdeckt werden. Generell scheinen sich die Arbeiterinnen und auch die Königin mit Vorliebe in den oberen Bereichen der Kammern und Gänge aufzuhalten was den Einblick noch erschwert.
Nur um ganz sicher zu gehen habe ich einige Vergleichsbilder von Fledermäusen mit meinen Ameisen verglichen, es handelt sich nicht um Fledermäuse sondern tatsächlich um Ameisen. Puh da hatte ich nochmal Glück. ;)

Honig wird wie immer genommen, gestern haben sie 2 Tropfen weg geschlürft - heute noch keinen halben. Also schwankender Bedarf aber nie wirklich viel.

An Proteinnahrung gab es etwas neues: Ich habe von Maddio Mehlwürmer und einige Puppen erhalten. Die Puppen habe ich so in die Arena gegeben und hoffe das diese schlüpfen und die frisch geschlüpften Käfer dann erbeutet werden, dies ist bisher noch nicht passiert aber ich hoffe ich kann das Schauspiel beobachten.
Die Würmer landeten im Tiefkühler, der erste wurde dann einfach durchgebrochen und in die Arena gegeben. Wirkliche Begeisterung löste das nicht aus, aber eine Arbeiterin nuckelte zumindest anfangs immer daran rum. Da das ganze jedoch sehr schnell unansehnlich wurde, habe ich den Wurm beim nächsten mal überbrüht und dann halbiert angeboten. So war schon etwas mehr Begeisterung zu erkennen aber so richtig der Hit wars auch nicht. Wie es aussieht habe ich hier ne Sammlung ausgewachsener Divas die weder Mehlwürmer noch Erdbeeren mögen. :nono1:

Wie auf dem letzten Bild (hoffentlich) erkennbar sind alle Brutstadien vorhanden, scheinbar haben sie einen Teil der Brut in andere Kammern gebracht, denn ich bilde mir ein da war Gestern noch mehr.

Inzwischen lasse ich auch an warmen Tagen die Beheizung an, es wird ja nur ein Teil des Nestes erwärmt und sie haben genügend Ausweichmöglichkeiten. Außerdem hatten wir schon seit einiger Zeit keine 30°C mehr in der Wohnung.

Eine weitere Volkszählung habe ich nicht durchgeführt da ich nicht damit Rechne, dass sich da inzwischen allzu viel getan hat und es die Ameisen sicherlich stresst. Beim nächsten Update ist die Königin dann fast 1 Jahr bei mir und wird in dieser Zeit ein Volk von 300-350 Arbeiterinnen hervorgebracht haben. Für Camponotus ist dies eine ganz gute Zahl möchte ich meinen, obwohl diese Gattung derart viele Arten hat, das Verallgemeinerungen und Durchschnitte kaum einen Aussagewert haben.

Obwohl in letzter Zeit so viele Eier hinzugekommen sind hat die Königin nie einen physogastrischen Eindruck gemacht, zu Beginn der Haltung sah das noch ganz anders aus.
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Apfelschmaus.jpg
Aufgenommen vor ~2 Wochen
Eier.jpg
Aufgenommen ~1 Woche nach dem letzten Update
Brut.jpg
aktuell

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Re: Haltungsbericht - Camponotus cosmicus (2016 gegründet)

Beitragvon Kalinova » 12. Juli, 2017, 11:02

:rolleyes:

Ich hätte doch noch einen Tag warten können mit dem Update, dann hätte ich mich nicht über mangelnde Fotomotive beschweren brauchen. :D

Gestern Abend warf ich noch kurz einen Blick in die Brutkammer und erblickte die neue Arbeiterin (Bild 1 und 2) sie war noch braun und vermutlich sehr frisch geschlüpft.

Als ich sie eben nochmal betrachten wollte fand ich sie zuerst nicht. Jedoch habe ich den Verdacht, das es die Arbeiterin auf dem Bild 3 ist (keine 12h später Fotografiert!).
Hauptgrund für diese Annahme die noch hellen Mandibeln und wenig gefüllte Gaster. Ebenso das derzeit nicht allzu viele Puppen vorhanden sind und die Wahrscheinlichkeit für 2 frisch geschlüpfte Großköpfe relativ gering ist. Ich bin mir zu 90% sicher, dass es sich um die selbe Arbeiterin handelt. Was mich stutzig macht ist der große Farbunterschied, demnach müsste sie innerhalb weniger Stunden beinahe komplett nachgedunkelt sein. :huh:
Ich weiß die Fotoquali ist nich so besonders, aber ich hoffe ihr erkennt was ich meine.

Eure Meinungen dazu gerne im Diskussionsthread >Klick<
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Ernährung

Beitragvon Kalinova » 18. Juli, 2017, 14:01

Die Sache mit der Kartoffel lässt mich irgendwie nicht los. Und meine Ameisen auch nicht:

Kartoffel.jpg


Wie man sieht ist sie inzwischen schon sehr vertrocknet, sie war dennoch gut besucht (2-5 Arbeiterinnen). Ich habe die Scheibe dann nochmal mit etwas Wasser besprüht und die Aktivität hat sich nahezu verdreifacht es sind nun mehr als 10 Ameisen an der Kartoffelscheibe zu gange.
Derartiges aufkommen (über einen längeren Zeitraum) an einer Futterquelle habe ich nur sehr selten beobachtet, Apfelscheiben kommen nicht ganz an diese Beliebtheit herran aber schon dichter als alles andere. Lediglich Honigtropfen nachdem ich wenige Tage keinen Honig fütterte lösen ähnliche Bilder aus dies aber nur kurzzeitig.

Kartoffeln beinhalten viele Kohlehydrate in Form von Stärke, die wie ich dachte nur Körnerfresser verarbeiten können. Unterliege ich hier einem Irrtum oder sind sie eher scharf auf die anderen Inhaltsstoffe der Kartoffel? (diverse Vitamine und einige Mineralstoffe)

Dazu möchte ich Erne aus einem anderen Thread Zitieren:
Früchte werden von Ameisen gerne genommen, wenn sie möglichst viel Zucker enthalten.
Ansonsten gegen sie da auch ran, wenn es an Trinkwasser mangelt.

Andere Futtergaben wir hier Pommes, fallen normal nicht in das Futterspektrum von Ameisen.
Einen Einwand muss ich dazu gleich nachreichen.
Mineralien, wie z. B. Salze, sehe ich für die Futterversorgung in der Haltung als erforderlich.
Gibt es da sonst nichts, sind Ameisen, auch in größerer Anzahl, an derartigen Futterquellen zu beobachten.


Nehme ich diese (für mich neue) Erkenntnis und die Beobachtung an der Kartoffelschale, ergibt sich daraus ein klarer Zusammenhang. Demnach habe ich meinen Ameisen eine sträfliche Mangelernährung zukommen lassen, was durchaus eine Erklärung für die Hinkebeine ist die einige wenige Arbeiterinnen entwickelt haben sein könnte.

Nach meinen Recherchen sollen Kartoffeln folgendes enthalten(zusätzlich zu Stärke und Wasser):
diverse Vitamine (B,C und E), Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Natrium, Proteine

Ich werde nun regelmäßig Kartoffeln zufüttern (fallen ja eh ständig in der Küche an) und auch mehr experimentieren was andere Nahrungsergänzungen angeht. Habt ihr ähnliche Beobachtungen bei euren Ameisen gemacht, oder Erklärungen und Tipps für mich und andere? Könnt ihr diese im Diskussionsthread mit mir und anderen Lesern teilen.

Hier noch ein Link zu einem inzwischen leicht verstaubten Thema.

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Re: Haltungsbericht - Camponotus cosmicus (2016 gegründet)

Beitragvon Kalinova » 23. Juli, 2017, 16:16

Ihr lieben, ich muss euch leider gestehen: Ich konnte mich nicht zurückhalten und habe euch ein Video von der Brutkammer aufgenommen. :D

Sieht das nicht herrlich aus? Brut in allen erdenklichen Größen und Stadien. :clap: Wer möchte darf gern Zählen und mir im Diskussionsthread mitteilen, das habe ich nämlich noch nicht gemacht.

Desweiteren konnte ich beobachten, dass die Königin einen verhältnismäßig großen Tropfen klarer Flüssigkeit abgesondert hat welcher sehr zügig von einigen Arbeiterinnen aufgenommen wurde, leider ging das ganze zu schnell um es auf Bildern festzuhalten. Was es damit auf sich haben könnte ist mir nicht ganz klar.

Viel mehr gibt es derzeit nicht zu berichten, es gab ja kürzlich schon einige Updates. :rolleyes:
Das nächste wird sicher wieder den gewohnten Umfang haben. ;)

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Re: Haltungsbericht - Camponotus cosmicus (2016 gegründet)

Beitragvon Kalinova » 31. Juli, 2017, 16:26

Gestern ist mir noch eine schöne Aufnahme einer der größten aktuell vorhandenen Majorarbeiterinnen gelungen, mit im Video eine kleinere Major sowie eine "Hinkefuß" Minor, schön wäre gewesen wenn die Königin sich auch dazugesellt hätte um auch da einen Größenvergleich zu haben. Bei genauerem Hinsehen zu erkennen, die Mandibeln sind dunkelrot btw braun. Ob dies eine typische Färbung bei großen Tieren ist oder sie noch nicht ganz ausgefärbt ist kann ich derzeit nicht sagen, vermute aber letzteres da ich bei der Königin eine solche Färbung bisher nicht erkannt habe. Ich schätze das Tier auf mindestens 1cm, messen konnte ich es nach der Aufnahme aber nicht mehr.



Auch möchte ich hier nochmal das Video vom Tropfen einfügen von dem ich in meinem letzten Update sprach. Ich hatte es zwar schon im "Bilder und Video Thread" gezeigt aber es gehört für mich einfach hier nochmal eingefügt.



So ganz klar ist mir noch nicht was es damit auf sich hat, Ideen sind weiterhin erwünscht. Ein erfahrener Halter geht davon aus, dass es sich um normale Ausscheidungen handelt. Was natürlich durchaus denkbar ist, jedoch halte ich die Menge die ich beim ersten Tropfen gesehen habe dann doch für etwas überdimensioniert dafür (Im Video ist der Tropfen deutlich kleiner da sie sich wohl durch das Licht der Aufnahme gestört fühlte). Lasse mich aber gerne eines besseren belehren, somal ich tatsächlich noch nicht gesehen habe wie die Kleinen ihre Geschäfte erledigen. Ich bin dabei aber auch gerne ungestört :rolleyes: .

Was gibt es noch zu berichten?

Proteine und Honig werden in den vergangenen Tagen deutlich vermehrt aufgenommen, grade Proteine waren seit einiger Zeit eher als Hanteln denn als Futter interessant und wurden nur von A nach B transportiert statt gefressen. Vermutlich war die Kolonie so überfüttert, dass trotz vieler vorhandener Larven kein Platz mehr dafür in den Mägen war.
Honig habe ich in den letzten Tagen mehrmals täglich nachfüllen dürfen (meine durchschnittliche Tropfengröße war ca 3-4mm im Durchmesser) gestern nachmittag wurde mir das dann zu bunt und ich gab ihnen einen Tropfen der nach dem zerlaufen einen Durchmesser von fast 1cm hatte. Der war heute verschwunden und ich legte nochmals nach.

Brut ist permanent in allen Stadien vorhanden, Puppen schätze ich auf 50-100 dazu noch ca 20 oder mehr Larven die sich bald verpuppen dürften oder weiterwachsen, sowie etliche Eier und Minilarven. Die Königin scheint weiterhin Eier zu legen obwohl ihr Gaster schlank bleibt, es scheint sich derzeit um eine kontinuierliche Eierproduktion zu handeln.
Ich werde wohl bald ein neues Nest brauchen wenn es sich so weiterentwickelt.

Die Kolonie nimmt richtig Fahrt auf und ich habe fast ein schlechtes Gewissen, dass ich sie demnächst für eine Woche verlasse und "nur" eine Urlaubspflege sich um sie kümmert. Da sie aber reichlich Reserven gespeichert haben sollte eigentlich nichts schief gehen.

Da die Raumtemperatur seit gestern wieder auf 30°C angestiegen ist habe ich die Heizung wieder ausgeschaltet

Zusatzfutter:
Kartoffeln gab es jetzt erst mal keine mehr, nachher gebe ich aber wieder eine Schale hinein. (für die Menschen gibts heut Bratkartoffeln :D )
Paprika habe ich auch mal versucht, ist als Futter gänzlich uninteressant, jedoch scheint sie einen interessanten Geruch zu verströmen und wurde ausgiebig erkundet.
Melone, weckte keinerlei Interesse.

Weiter konnte ich beobachten, dass sie sehr schnell das Graben anfangen sobald das Sand-Lehm-Gemisch in der Arena nass genug ist. Der Wasserspender hat nach dem Wechsel etwas Wasser verloren und das an dieser Stelle feuchte Substrat wurde teilweise weg gebuddelt. (wenn ich daran denke, mache ich beim nächsten Mal ein Bild davon)

Eine Volkszählung mache ich sobald es wieder was zu Zählen gibt. Ich schätze die Kolonie wird in den nächsten 2-3 Monaten auf mehr als 400-500 Arbeiterinnen anwachsen wenn ich mir die Brut so anschaue.

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Re: Haltungsbericht - Camponotus cosmicus (2016 gegründet)

Beitragvon Kalinova » 16. August, 2017, 12:48

Am vergangenen Sonntag, dem 13.08.2017, kam ich aus dem Urlaub und meine Kolonie begrüßte mich so:
Rückkehr.jpg

Dies hatte ich bereits im Bilder des Tages Thema erwähnt, gehört aber hier mit hinein.
Das Gipsnest ist gänzlich leer geräumt gewesen.

Von den in der Urlaubszeit verfütterten ~30! Fliegen war nichts mehr zu sehen als ein paar Krümel der Chitinpanzer.
Die großzügigen Honigkleckse die die Urlaubspflege verfüttert hat wurden mit Sand zugebaut und nicht komplett aufgenommen, ein häufig beobachtetes Verhalten bei diversen Ameisenarten.
Ich habe also den Proteinbedarf für den Zeitraum meiner Abwesenheit doch unterschätzt, obwohl ich die Portionen schon großzügig kalkuliert habe.
Dennoch ist haufenweise Brut vorhanden, wie üblich auch in allen Stadien. Hauptsächlich Puppen, wenige große Larven (wohl 20-30) und recht große Ei- bzw. Minilarvenpäckchen.

Zusammenfassend kann ich also sagen, das die Kolonie meine Abwesenheit gut überstanden hat und weitergewachsen ist. Der Umzug ist vermutlich auf mehrere Faktoren zurückzuführen: ausgeschaltete Beheizung, Tagsüber war es eher Dämmrig da die Jalousien weitgehend zugezogen waren und natürlich die Ruhe in der Wohnung.

Seit Sonntagabend bin ich nun dabei die Kolonie wieder ins Gipsnest zu locken, dies gelingt mir auch jeden Tag aufs neue. Nur sitzen sie morgens wieder in der Arena. Ich habe soeben die Zeitschaltuhr neu eingestellt, so gibt es nun auch in der Nacht kurze Heizperioden in regelmäßigen abständen. Ich hoffe sie damit überreden zu können, das Nest wieder als festen Hauptsitz zu akzeptieren. Gelingt mir dies werde ich die nächtlichen Heizperioden Stück für Stück wieder reduzieren.

Einen Vorteil hatte es, das die Kolonie in der Arena war. Ich habe eine Majorarbeiterin herausgefischt und auf kariertem Papier fotografiert. Da sie sehr Aufgebracht war musste ich sie in ein RG geben sonst wäre sie mir davon geflitzt. Leider ist die Qualität der Aufnahme nicht besonders gut aber man erkennt das Papier und sie hat eine günstige Position. Diese Arbeiterin ist nicht eine der Größten, sondern entspricht wohl eher dem aktuellen durchschnitt.
Major.jpg

Erwähnenswert finde ich das wenig aggressive Verhalten dieser Arbeiterinnen. Zu herausnehmen habe ich einen weichen Pinsel benutzt im dem sie sich verbeißen sollte. Doch die Majorarbeiterinnen suchten zunächst ihr Glück in der Flucht. Irgendwann verbiss sich dann doch eine und ich konnte sie separieren. Ob es daran liegt das diese Arbeiterinnen bisher nicht in den Außendienst degradiert wurden kann ich nicht beurteilen nehme es aber an. Die kleinen Arbeiterinnen zögern nicht sich im Pinsel zu verbeißen.

Abschließend noch ein Bild von der Brut, so sieht es aus wenn die Kolonie sich mal im Nest befindet. In der Großen Brutkammer (nicht auf dem Bild) liegt noch ein Teil der Brut.
Brut.jpg


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