Haltungsbericht: Camponotus vittatus

Unterfamilie: Formicinae
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benai

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#1 Haltungsbericht: Camponotus vittatus

Beitrag von benai » 4. Dezember 2016, 00:46

Hallo,

das antworten in diesem Thema ist unerwünscht dazu gibt es ein seperates Thema: https://www.ameisenforum.de/blabla-thema-zum-haltungsbericht-camponotus-vittatus-t55512.html

gekauft am 12.07.2016 via Express

bestellt war eine Kolonie mit 1 Königin und 11-25 Arbeiterinnen. Erhalten habe ich eine Kolonie mit etwa 20 Arbeiterinnen und 1 Königin. Es sind keine Arbeiterinnen durch den Transport gestorben.

Allgemeines:
Schuppenameise
lat. Name: Camponotus vittatus
Farbe: bernsteinfarben
Verbreitung: Südamerika
Nahrung: Kohlehydrate (Zuckerwasser, Honigwasser, Früchte, Säfte)
Nahrung: Protein (Fliegen, Schaben, Grillen, Heimchen, etc.)
Größe: Arbeiterinnen: 8 mm – 13 mm, Königin 15 – 16 mm
Winterruhe: keine
Temperatur: 25-28°
Luftfeuchtigkeit: tropisch hoch
Kolonie Typ: monogyn

Haltungsbericht nachträglich angefangen
05.10.2016
aktueller Behälter: jeweils Arena und Nest einzeln
Haltungsparameter:
Aktuell herrschen im Nest 24-28°C und erhöhte Luftfeuchte, das Ytongnest ist immer leicht feucht. Die beiden Falltränken enthalten Zuckerwasser und Wasser.
altes Nest
altes Nest
Arena
Arena

Verhalten:
Die Tiere sind aktuell schreckhaft. Sie zeigen zwar auch gelegentlich eine gewisse Angriffslustigkeit, aber sie bevorzugen eher den Rückzug. Die Tiere sind aktuell aufgrund ihrer kleineren Koloniezahl und der überschaubaren Brut, eher inaktiv. Die Gaster sind bei vielen Tieren gefüllt und Insekten werden nur selten eingetragen. Brut ist zwar vorhanden scheint aber aufgrund der Größe der Tiere sehr gemächlich voranzugehen. Sollte das Verhalten so bleiben und das Wachstum auch dürfte sich die Kolonie als eher ruhiger und zahlenmäßig kleiner Vertreter der Camponotus Familie zeigen.


Ausbruchsschutz:
Aktuell hat diese Kolonie nur einen luftdicht verschließender Deckel.


Beobachtungen:

Zusammenfassung bis zum 05.10.2016:

Die Tiere haben den Transport überstanden ohne negative Folgen.
Die Tiere wirkten von Anfang an eher zurückhaltend. Dies hat sich auch nur selten anders dargestellt. Die Kolonie als solches ist eher ruhig und trägt nur gelegentlich Futtertiere ein. Zuckerwasser wird auch nur selten geholt. Man sieht vermehrt Tiere mit sehr prallen Gastern. Daher geh ich davon aus das die Tiere sich wenn sie die Möglichkeit haben auch vollfressen.
Es sind eher wenige Tiere außerhalb des Nestes zu sehen. Die höchste Anzahl waren 3-6 Arbeiterinnen. Die Aufzucht der Brut scheint trotz höheren Temperaturen sehr lange zu dauern selbst für Camponotusarten.
Ansonsten kann ich nicht viel zu der Art sagen. Außer das sie bis jetzt eher ruhig und genügsam ist.


09.10.2016:
Ich habe die Tiere die letzten Tage vermehrt gefüttert und zu meiner Überraschung haben die Tiere alles Futter eingetragen und sind auch aktiver in der Arena unterwegs. Vorher haben sie Futter stellenweise ignoriert.

22.10.2016:
Futter wird immer noch gut angenommen.
Die Kolonieentwicklung ist selbst für Camponotus sehr schleppend.
Ich erkenne aktuell ca. 20 größere und ca. 50 kleinere Larven und 1 Eierpaket, Puppen sind keine vorhanden.
Als solches ist die Kolonie weiterhin ruhig, genügsam und wenig aggressiv.

05.11.2016:
Das Futter wird weiterhin sporadisch angenommen.
Die Kolonie scheint nicht wirklich zu wachsen Brut und Königin sind vorhanden somit sollte demnächst auch mal eine Bevölkerungsvergrößerung erfolgen wovon ich mir dann endlich mal mehr Aktivität und vielleicht euch eine etwas höhere Wachstumsrate erwarte.

26.11.2016:
Das Futterverhalten hat sich nicht geändert.
Brut ist eine Menge da aber so wirklich in die Puschen kommen die auch nicht.

03.12.2016:
Die Kolonie nimmt aktuell eindeutig mehr Nahrung an und Brut ist auch deutlich zu erkennen, da die Tiere nun umgezogen sind. endlich
Aktuell ist wieder neue Brut gelegt worden die alte Brut scheint komplett geschlüpft zu sein.

1 Königin
ca. 80 Arbeiterinnen
15 Puppen
50 - 80 Larven vornehmlich kleine
neues Nest
neues Nest

Königinnenkammer – Nahaufnahme der Brut
Königinnenkammer – Nahaufnahme der Brut

Nahaufnahme - Königin
Nahaufnahme - Königin

Nestbereich oben links
Nestbereich oben links
Nestbereich oben rechts
Nestbereich oben rechts

Nestbreich unten rechts
Nestbreich unten rechts
Nestbereich unten links
Nestbereich unten links


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benai
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benai

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#2 Re: Haltungsbericht: Camponotus vittatus

Beitrag von benai » 20. Dezember 2016, 12:58

20.12.2016:
Die Kolonie zieht weiterhin Brut auf und müllen mal wieder das Nest zu. Aber das bin ich bei dieser Kolonie viel mehr gewohnt als bei anderen. Die Königin wandert immer mal hin und her zwischen den Kammern. Aktuell hängt sie an der Decke der mittleren Kammer links. Ich war grad froher Hoffnung der Königin beim Eierlegen zuschauen zu können, da hinter der Königin eine Arbeiterin mit einem Eierpaket sitzt, aber leider hockt sie nur stoisch da und es passiert nichts.
Die Kolonie wächst aktuell langsamer als C. nicobarensis. Dies könnte aber auch an der seit kurzem fehlenden Wärme liegen. Allerdings ist diese Kolonie länger bei mir mit mehr Arbeiterinnen und ist im Vergleich zu C. nicobarensis erheblich langsamer in der Entwicklung.
Die Arbeiterinnen tragen zur Zeit wieder sehr aktiv Nahrung ins Nest ein. Die Nahrung wird vornhemlich in die Müllecke geschleppt dort bis auf den Panzer abgenagt und dann entweder in die Arena zurück gelegt oder dort liegen gelassen. Bei der Menge an kleinen Larven ist dies aber auch zu erwarten.

Brutkammer - die Königin ist aktuell an der Decke unterhalb der Brutkammer
Brutkammer - die Königin ist aktuell an der Decke unterhalb der Brutkammer

Müllkammer unten rechts
Müllkammer unten rechts


1 Königin
ca. 110 Arbeiterinnen
10 Puppen
80 - 150 Larven vornehmlich kleine

gruß
benai

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#3 Re: Haltungsbericht: Camponotus vittatus

Beitrag von benai » 28. Januar 2017, 15:46

08.01.2017:
Die Vermüllung des Nestes geht unaufhörlich weiter. Dieser Art scheint es mehr als jeder anderen Spaß zu machen den Unrat im Nest zu lagern.
Habe nun ein neues diesmal liegendes Nest gegossen.
Mal schauen ob sie es annehmen und ob es groß genug ist bzw. wie schnell sie dieses nun vollmüllen.
Wenn die nicht bald umziehen ist die Chance hoch das die Tiere dadurch Milben anziehen und mir nichts anderes übrig bleibt als diese Kolonie in einem Becken unterzubringen was Springschwänze und Asseln beherbegen kann damit mir die Kolonie nicht irgendwann an Milben zu grunde geht.
Dies würde allerdings aktuell meine Pläne beeinflüssen eine meiner Ponerinen in ein solches Becken umzusetzen.


14.01.2017/15.01.2017:
Da die Bande nicht umziehen will und ich aktuell Milben in der Futterecke entdeckt habe bleibt mir nichts anderes übrig als die Kolonie in das Terrarium umzusetzen und darauf zu vertrauen das die Springschwänze und Asseln die Futtergrundlage der Futtermilben beseitigen und letztlich auch diese.
Habe das alte Becken mehrfach ausgekocht und und die Futterreste soweit es ging aus dem alten Becken entfernt und dort mit einem in kochendem Wasser getauchten Wattebauch mehrfach gereinigt. Somit hoffe ich das die Milben weg sind. Die Kolonie hat sich für den ganzen Sachverhalt wenig interessiert.

Habe die Kolonie nun umgesetzt. Daraufhin ist die Kolonie erstmal unbeeindruckt vom neuen zuhause geblieben. Eine einsame Arbeiterin ist durch das Becken gelaufen und dann wieder zurück ins Nest. Abends so gegen 20 Uhr habe ich dann die letzten Tiere gesehen die am Umzug beteilitgt waren. Dort wurden dann nur noch Arbeiterinnen gepackt und ins Nest getragen. Sieht immer putzig aus wenn eine Arbeiterin von einer anderen wie ein Stück Fracht durch die Gegend getragen wird. Die Brut und die Königin habe ich leider verpasst.
Brut war für diese Art verhältnismäßig viel da etwa 80 Larven und 30 Puppen und 2 Eierpakete.
Aktuell erkennt man aufgrund des Wassern an der Scheibe des Ytong nicht viel. Dies dürfte wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen bis sich sowohl das Becken als auch der Ytong akklimatisiert hat.
An Pflanzen dachte ich an Nektarpflanzen wie es auch bei den Ponerinen angedacht war, ist fraglich, ob die Pflanzen aktuell zu bekommen sind und wenn ja ob sie den Transport überstehen.
Alternativ gäb es immer noch Farne. Hier sollte ich allerdings keine aus einem normalen Geschäft oder einem Blumenhandel bzw. Gärtnerei nehmen, da diese wohl mit Insektiziden totgespritzt sind und dann die Camponotus ganz schnell die Hufe von sich strecken würden.

Eine Rückwand werde ich nicht einziehen, da ich egal in welchem Terrarium noch nie Glück damit hatte wenn ich dies gemacht habe. Evtl. wäre ein Bambusgestell möglich das man mit einer Rankenpflanze versehen kann und diese dann so legt das das gesamte Gestell bewachsen ist und alles was darüber hinaus wächst kraftig zurückschneidet. Müsste dann allerdings eine sein die dies verträgt und nicht giftig ist.

IMG_1247.JPG


Dieses Bild zeigt das Terrarium um unbepflanzten Zustand. Das rechte Ytongnest ist das neue Nest.
Das liegende weißere Nest ist das alte Nest aus dem die recht fix ausgezogen sind.

IMG_1285.JPG


28.01.2017:
Heute morgen kamen meien Pflanzen an. Diese waren gut verpackt, allerdings etwas kühl trotz mehreren Heatpacks. Ich habe daraufhin die Pflanzen erstmal ausgepackt und sich akklimatiseren lassen. Nach 3 Stunden habe ich die nun auf Zimmertemperatur aufgewärmten Pflanzen ausgepackt und eingepflanzt.
Hier nun das Ergebnis:

IMG_1325.JPG


Dies zeigt nun eine Teilbepflanzung des Terrariums mit zwei Farnen. (Nephrolepis cordifolia duffy (mittig) und Adiantum pubescens (links)) Ich habe noch immer keinen entsprechendes Rankengewächs gefunden das ich an das Bambusgerüst anbringen möchte.
Hinzu kommt auch das ich dieses Bambusgerüst auch noch nicht gebaut habe.
Ich dachte anfangs an Heterocentron elegans, allerdings ist dies nur eine einjährige Pflanze und stirbt danach ab. Das wäre eher unpraktisch. Somit bin ich bei der Rückwandbepflanzung wieder da wo ich am Anfang war.
Eventuell kann man das Bambusgestell mit Xaxim oder Kokosfaserplatten versehen und darauf Moos oder epiphytische Pflanzen draufsetzen.

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